Sonntag, 2. November 2008

Palins letztes Fettnäpfchen?

Aus 20 Min:

Palin fällt auf falschen Sarkozy rein

Sarah Palin ist einem kanadischen Radio-Komiker auf den Leim gegangen. Selbst nach mehreren Hinweisen merkte sie nicht, dass Marc-Antoine Audette sie mit seinem französischen Akzent aufs Glatteis führte.

Der Scherzanruf in voller Länge. (Quelle: YouTube)
Die beiden erfolgreichen franko-kanadischen Radiomoderatoren Sebastien Trudel (l.) und Marc-Antoine Audette. (Bild: Keystone)

Die republikanische US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin glaubte, mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy zu sprechen. Als ihr der Anrufer sagte, sie würde eines Tages eine gute Präsidentin abgeben, lachte Palin und sagte: «Vielleicht in acht Jahren». Ansonsten sprach Palin scheinbar redselig über die Gefahr, mit Vizepräsident Dick Cheney auf die Jagd zu gehen und über Sarkozys «schöne Frau».

Der Telefonscherz wurde am Samstag von einer Radiostation in Québec veröffentlicht, er soll am Montag gesendet werden. Palins Sprecherin Tracey Schmitt bestätigte das Telefongespräch. Palin sei «ein bisschen belustigt» gewesen, zu wissen, dass auch sie nun zur langen Liste von Staatsmännern gehöre, die bei ähnlichen Gelegenheiten reingelegt wurden. Auch Sarkozy habe es schon erwischt. «C'est la vie» (so ist das Leben), sagte ihre Sprecherin weltgewandt.

Doch der Komiker hatte ein paar grobe Schnitzer eingebaut, die Palin eigentlich stutzig machen sollten. Audette sagte als Sarkozy, dass der Sänger Johnny Hallyday sein Amerika-Berater sei. Zudem sprach der Komiker vom kanadischen Sänger Steph Carse als Ministerpräsident - doch der heisst Steven Harper. Audette sagte Palin auch, dass er gerne jagen gehe. «Wir sollten zusammen auf die Jagd gehen», zeigte sich Palin aufgeschlossen für den scheinbar französischen Charme. «Ich denke, wir könnten Arbeit erledigen und zusammen viel Spass haben - zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen», sagte Palin.

Auch als Audette alias Sarkozy sagt, seine Frau Carla Bruni sei «so heiss im Bett», schöpfte Palin offenbar noch nicht Verdacht. Zudem sagt er Palin, er habe den «Dokumentarfilm» über sie sehr geschätzt und erwähnte dabei den Titel eine Pornofilms vom Hustler-Gründer Larry Flynt. Darauf sagte Palin etwas unsicher: «Oh, gut, danke, ja.»

Audette hat zusammen mit seinem Partner Sebastien Trudel auch schon Mick Jagger, Bill Gates oder den ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac reingelegt.

Hoffentlich wird diese Antwort von allen Lehrpersonen gelesen

Ulrich Zwygart, Managing Director der Deutschen Bank in London:

«Ein authentischer Lehrer kann Lernende für vieles begeistern»

NZZexecutive: Herr Zwygart, welches war Ihr Traumberuf als Kind?

Ulrich Zwygart: Ich wollte Farmer oder Trapper irgendwo im Westen Nordamerikas werden. Was haben Sie in der Schule für das Leben gelernt?

Dass ein Lehrer nicht in erster Linie durch sein Fachwissen imponiert, sondern durch seine Persönlichkeit. Ein authentischer Lehrer kann Lernende für vieles begeistern; bloss mit sich und ihrem Fach beschäftigte Lehrkräfte haben selten Gefolgschaft und gewinnen kaum Interessierte für den Lernstoff.

Kommentar: Diese Aussage müsste mehrfach unterstrichen werden. ECHTHEIT, NATUERLICHKEIT, BEGEISTERUNG, FREUDE sind die wichtigsten Voraussetzungen, wenn es darum geht andere für eine Sache zu gewinnen!!!!

Ulrich Zwygart, 55, ist seit Juni dieses Jahres Global Head Learning & Development der Deutschen Bank AG in London. Der Jurist (Dr. iur.) studierte an der Universität Bern und stand von 1985 bis 2008 in Diensten der Schweizer Armee, zuletzt als Inspektor der Kampftruppen und Chef der höheren Kaderausbildung der Armee im Rang eines Divisionärs. Zwygart, der auch als potenzieller Nachfolger von Roland Nef als Chef der Armee gehandelt wird, ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Die Deutsche Bank AG beschäftigt weltweit knapp 90 000 Mitarbeitende. Von London aus operiert der Bereich Legal, Risk & Capital mit rund 6000 Mitarbeitenden. Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2007 einen Umsatz von 30,7 Milliarden Euro.

Blocher Antwort, die zu denken gibt - aus einem Exklusivinterview des Sobli:

Bei Kaffee und Gipfeli sprach Christoph Blocher gestern Nachmittag im Hotel Marriott in Zürich mit Chefredaktor Britschgi und Politreporter Odermatt (r.) (Sobli)

Frage:

Ihre Nachfolgerin, Bundesrätin Widmer-Schlumpf, musste für den herzkranken Bundesrat Merz einspringen. Wie hat sie es gemacht?

Ich weiss es nicht, da ich nicht im Lande war. Ich stelle einfach fest, dass in der Bevölkerung die Botschaft nicht angekommen ist.

Kommentar: Ich kann mir kaum vorstellen, dass Ex- Bundesrat Blocher das Verhalten seiner Gegenspielerin nicht mitbekommen hat. Er darf, kann und will nicht eingestehen, dass sie es gut gemacht hat. Sie hatte in der Krisensituation immer nur eine Botschaft. Es war BR Leuthard, die sich nicht an das Botschaftenmanagement des Bundesrates gehalten hat und für Verwirrung gesorgt hatte. Soeben habe ich die Antworten der vorübergehenden "Finanzministerin" während der Finanzkrise für die Zeitschrift PERSOENLICH analsysiert und habe festgestellt: Sie hat es hervorragend gemacht.

Samstag, 1. November 2008

Patzer im USA Wahlkampf

Zitat Bild- online:

Obama, McCain, Palin & Co: Die Wahlkampf-Patzer der Kandidaten
Obama, McCain, Palin & Co: Die Wahlkampf-Patzer der Kandidaten
Obama, McCain, Palin & Co: Die Wahlkampf-Patzer der Kandidaten

Obama, McCain, Palin & Co Wahlkampf „Peinlich“

Die Patzer der Kandidaten

Der US-Wahlkampf geht in die letzte Runde und die Auftritte der Kandidaten ist vor allem eines: unterhaltsam!

Versprecher, peinliche Patzer und tiefe Fehltritte ins Fettnäpfen werden von den Medien ausgeschlachtet

– zur Freude der Wähler und Beobachter auf der ganzen Welt.

Bild lässt die Auftritte von Barack Obama, seinem Vize Joe Biden und dem republikanischen Pärchen John McCain und Sarah Palin revue-passieren. Die peinlichsten Ausrutscher im Überblick:

Barack Obama und seine Aussetzer

Obama, McCain, Palin & Co: Die Wahlkampf-Patzer der Kandidaten

Die Auschwitz-Panne: Am Memorial Day erklärte Barack Obama vor einer Gruppe von Kriegsveteranen, sein Onkel habe zusammen mit den amerikanischen Truppen Auschwitz befreit! Schlimmer Fauxpas: Auschwitz wurde von den Russen befreit. Sein Großonkel (!) marschierte mit der 89. Infanterie in ein Nebenlager des KZ Buchenwald ein.

Foto: Reuters
1 von 5
Biden ist bekannt für seine Versprecher

Fehlerhafte Prophezeiungen: „Behalten Sie meine Worte in Erinnerung. Noch innerhalb der nächsten sechs Monate wird die Welt Barack Obama testen wie sie es einst mit John F. Kennedy tat.“ Pikant: Drei Monate nach Kennedys Amtseinführung versuchten die USA mit der „Invasion in der Schweinebucht“ Fidel Castro in Kuba zu stürzen. Die Invasion scheiterte.

Foto: AP
1 von 4
McCain, der Pausenclown

Obama, McCain, Palin & Co: Die Wahlkampf-Patzer der Kandidaten

Sangestalent: „Luftbotschaften“ an den Iran – die Idee eines Anhängers griff John McCain auf einer Wahlkampf-Veranstaltung beschwingt auf. Zur Freude der zuhörenden Armeeangehörigen stimmte er den „alten Beach-Boys-Song 'Bomb Iran' “ an. „Bomb, bomb, bomb. bomb, bomb Iran“, zur Melodie von „Barbara Ann“.

Foto: AP
1 von 3
Palin, Präsidentin des groben Unfugs

Obama, McCain, Palin & Co: Die Wahlkampf-Patzer der Kandidaten

Außenpolitische „Kompetenz“: Graue Haare dürfte Sarah Palin ihrem Wahlkampfteam schon mit ihrer gefürchteten Eignung in außenpolitischen Fragen beschert haben. Ihr Hauptargument: Sie sei deshalb besonders geeignet, weil sie als Gouverneurin von Alaska einen Staat regiere, der an Russland und an Kanada grenze. Immerhin könne sie Russland von einer Insel aus sehen. Palin als außenpolitische Größe? Immerhin hat sie einen Reisepass – seit etwa zwei Jahren.

Kommentar: Niemand ist makellos. Wir alle machen Fehler. Man kann sogar aus Fehlern lernen und ich bin der Ueberzeugung: Wer keine Fehlerkultur hat, kommt weniger schnell vorwärts. Doch gibt es Fehler, die man verzeiht und Fehler, die niemand begreift und Folgen haben. Aus meiner Sicht ist Palin bei den gröbsten Schnitzer Medaillenverdächtig. Fehler dürfen alle machen, doch bitte nicht die gleichen!

Entscheiden ist nicht seine Stärke. Nun hat der Medienminister doch entschieden!

Nach dem Entscheid ist jedoch vor dem Entscheid.

Ich zitiere blick-online:

Eben erst hat Medienminister Moritz Leuenberger seinen mit Spannung erwarteten Konzessions­entscheid für den Grossraum Zürich verkündet:

Radio 1, der neue Sender von Roger Schawinski erhält eine Frequenz. Ebenso Radio 24, dazu zwei Kanäle von 105-Macher Giuseppe Scaglione . Dem beliebten Energy aber zieht er den Stecker raus.

Die Begründung an der Pressekonferenz ist wenig erhellend. Licht in die Motivation des Medienministers bringt dagegen die schriftliche Verfügung. Dort heisst es:

«Energy spricht nur über Themen, die aktuell, Zürich-bezogen, authentisch, boulevard und jung sind.»

Was wie ein Kompliment klingt, ist für den Medienminister ein Tadel: Denn Leuenberger ist erklärter Gegner des Boulevards. Möglich, dass sich der sensible Bildungsmensch so für knackige Schlagzeilen, freche Sprüche und ­Jokes ­rächt. Etwa jenen, als Kilchsperger ihn im Gay-Magazin «akut» als «schwulsten Hetero-Promi» bezeichnet . «Ich hoffe sehr, sein Entscheid war kein Entscheid gegen mich», sagt Kilchsperger. Er traue dem Medienminister zu, dass er weiter denken könne. Ausserdem sei die Sache längst gegessen, «ich habe mich schriftlich bei ihm entschuldigt». Auch Leuenberger wehrt ab: «Bitte nicht so», sagt er gegenüber BLICK. Selbst wenn man mit dem Boulevard nicht immer einverstanden sei, könne man dafür doch nicht Radio Energy prügeln. Tatsächlich wird ein frecher Spruch allein nicht Grund für den umstrittenen Entscheid gewesen sein. Doch die Aversion des bekennenden Arte-Fans Leuenberger gegen das junge, urbane Radio Energy äussert sich auch in einem gewissen Desinteresse an der delikaten Ausgangslage: So sprach der Medienminister an der Pressekonferenz konsequent von «Radio One» – obwohl sich der Sender ganz klar als «Radio eins» deklariert. «Der hatte doch keine Ahnung, von was er spricht. Ich wette, er hat die Sender kaum je selbst gehört. Das ist nicht seriös», wettert Kilchsperger. Am Ende habe sich Leuenberger wohl einfach gedacht: «Energy ist dieser Sender mit Kilchsperger, das kann ja nur Mist sein.»

Offiziell sagt Leuenberger, das Konzessionsgesuch von Energy habe qualitativ am wenigsten befriedigt: «Man könnte es als lieblos bezeichnen.» Für Energy-Programmleiter Dani Büchi ein Hohn: «Es war bunt, es war selbstbewusst – aber es war garantiert nicht lieblos!»

Der Frust sitzt tief. Bei Kilchsperger («Ich bin betroffen») wie bei Büchi («Wir gehen zusammen essen, um die Stimmung etwas aufzufangen»). Nicht zuletzt, weil Leuenbergers Willkür auch privatwirtschaftliche Mechanismen ausser Kraft setzt. Das sagt der ehemalige DRS3-Chef Bendicht Luginbühl gegenüber dem Internet-Portal Newsnetz.ch:

«Leuenberger straft Verlagshäuser dafür ab, dass sie erfolgreiche Medien produzieren. Energy Zürich gehört zu den wenigen kommerziell erfolgreichen Sendern – ausgerechnet dem wird nun der Stecker gezogen».

20 Min-online:

Tele Züri gibt nicht auf

Tele Züri will in den nächsten Wochen die Chancen eines Sendebetriebes ohne Konzession prüfen - aber auch, ob der UVEK-Entscheids beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden soll.

Harte Entscheidung für die Radiosender

Für die Radiosender, die jetzt keine Konzessionsgelder mehr bekommen wird es hart, erklärte Leuenberger. Die meisten davon werden den Sendebetrieb einstellen müssen. Es würden aber insgesamt keine Arbeitsplätze vernichtet, erklärt er. Die Sender, die eine Konzession erhalten haben, hätten ihm gegenüber erklärt, dass sie neue Leute suchen und aktiv auf die Radioschaffenden der gekappten Sender zugehen würden. Leuenberger macht aber kein Geheimnis daraus, dass es sich um ein Verfahren handelt, «wo es Gewinner und Verlier gibt».

Ende der Konzessionsvergabe

Die Schweizer Medien-Landschaft ist mit den Entscheiden des UVEK endgültig neu geordnet. 27 Radio- und 6 Fernsehkonzessionen wurden bereits im Juli erteilt, weil es in den entsprechenden Versorgungsgebieten keine Konkurrenz gab. Mit der heutigen Vergabe der verbliebenen und umkämpften 14 Radio-Konzessionen in den Regionen Zürich-Glarus, Basel, Aargau und Südostschweiz sowie den verbliebenen 7 Fernsehkonzessionen in den Regionen Zentralschweiz, Zürich-Nordostschweiz und Ostschweiz sind nun alle Konzessionen verteilt.

Kommentar: Ich hatte nicht hinter die Kulissen der Verhandlungen blicken können. Sicherlich waren Interessen im Spiel und - wie so oft - auch Geld. Ich weiss auch nicht, wie subjektiv gefärbt Leuenbergers Entscheid war. Dass es der Medienminister nicht allen recht machen konnte, ist anderseits allen klar. Eine Entscheidung für Etwas, ist bekanntlich immer auch eine Entscheidung gegen Etwas. Dies war bei Leuenbergers Entscheid ebenfalls der Fall. Es hat mehr Sender als Plätze. Der Entscheid scheint endgültig gefallen zu sein. Doch steht heute bereits fest: Wir müssen mit einer Anzahl Beschwerden rechnen. Wir sind somit nach Leuenbergers Entscheid immer noch vor dem Entscheid.

Freitag, 31. Oktober 2008

An den Kleider sollt ihr sie erkennen -

Doch nach Verboten finden Rechtsextreme neue Wege zur eigenen Identität über Symbole.

Ich rede vom Rechtsextremismus. Punkts und Gruppierungen haben auch ihre Uniform. Doch gibt es dort weniger einheitliche Embleme.

Ich zitiere 20 Min:

Woran man Nazi erkennt

Können wir bei uns Läden wie in Hamburg schliessen, nur weil jemand Kleider der Marke Thor Steinar vertreibt? Nur Insider wissen: Statt Hakenkreuz und Springerstiefel trägt der Nazi von heute Norwegerflagge und Thor-Steinar-Jacke. Der Nazi-Dresscode wird immer unauffälliger.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Blocher rechtfertigt den Slalomkurs

Von Gaby Szöllösy, Schaffhausen.

Ein gutgelaunter Christoph Blocher zeigte sich gestern an der Herbstmesse Schaffhausen, erklärte die SVP-Taktik zur Personenfreizügigkeit und teilte Hiebe aus.

Alt Bundesrat Christoph Blocher ist nun «aus voller Überzeugung» gegen die Personenfreizügigkeit.

Alt Bundesrat Christoph Blocher ist nun «aus voller Überzeugung» gegen die Personenfreizügigkeit. (Bild: Keystone)

Er mag es nicht, auf einem roten Sofa zu sitzen. Denn die Roten sind seine Freunde nicht. Trotzdem schien es Christoph Blocher auf dem Sofa inmitten der Schaffhauser Herbstmesse wohl zu sein. Jedenfalls antwortete der alt Bundesrat gelöst auf die Fragen von Matthias Ackeret, als sie gestern vor Publikum die neuste Folge von «Teleblocher» aufnahmen.

Ob der Kurswechsel bei der Personenfreizügigkeit die Wähler nicht überfordere, wollte Ackeret wissen. Was Blocher in Bausch und Bogen verwarf. «Die Journalisten sind überfordert», findet er. Und: Die Sache sei ganz logisch. Dass das Parlament die beiden Fragen zur Weiterführung einerseits und zur Ausdehnung auf Rumänien und Bulgarien anderseits verknüpft habe, sei «eine Sauerei». Jetzt aber, da das Referendum stehe, gelte es, richtig zu agieren. Am liebsten wäre ihm, das Volk bliebe der Urne fern. Doch dies in einer direkten Demokratie zu fordern, käme schlecht an. Ein Ja zum Paket komme aber für die SVP nicht in Frage, und so bleibe die Nein-Parole als die «am wenigsten schlechte Lösung».

Das sei doch ein Slalomkurs, wandte Akeret ein – und stutzte selbst ob der Antwort: «Ja natürlich ist das ein Slalomkurs. Es wäre das blödeste, wenn wir nicht Slalom fahren könnten.» Wenn einem jemand einen Stein in die Piste lege, müsse man darum herum kurven. Das ihm zugetane Publikum quittierte die verbale Pirouette mit Lacher.

Rund 100 Leute waren gekommen, darunter auch sein Bruder Gerhard, der ebenfalls das «Glünggiparlament» und die Journalisten rügte.

Letztere bekamen vom alt Bundesrat noch mehr Schelte. Der «Blick» habe mitgeholfen, «dass das Referendum zu Stande kam, indem er den Präsidenten der jungen SVP hochjubelte», glaubt Blocher. Der «Tages-Anzeiger» berichte tendenziös über ihn und versuche einen Keil in die SVP zu treiben. Er aber sei der jungen SVP, die das Referendum ergriffen hatte, nicht böse. Auf die Frage, ob er sich aktiv am Abstimmungskampf beteilige, sagte Blocher: «Ich bin nun aus voller Überzeugung gegen die Personenfreizügigkeit.» Der alt Bundesrat findet, die Jungen sollten primär selbst Geld suchen für den Abstimmungskampf, schlägt aber die Tür nicht zu: «Vielleicht werde ich ihnen auch noch ein paar Franken schicken.»

«Interview beendet!»

Dass es in der SVP-Fraktion rumort, räumte indes auch Blocher ein. Die Opposition erfordere Kraft, einige wollten deshalb von diesem Kurs abweichen: «Es sind nicht die Starken» – sagte er in Anspielung auf die Gruppe um Peter Spuhler. Die aktuellen Sticheleien unter Parteimitgliedern empfindet er jedoch als «Gäggelizüüg», wie er dem TA nach der Veranstaltung zu Protokoll gab. «Damit befasse ich mich nicht. Ich befasse mich mit unserem Land und damit, wie wir zur Finanzkrise hinauskommen. Da habe ich keine Zeit, mich mit solchem Gäggelizüüg abzugeben. Interview beendet!» (Tages-Anzeiger)

Kommentar:

Ich war vor Ort und habe nach der Veranstaltung die Beschimpfungen der Medien mitangehört. Vor allem, wie Gerhard Blocher nach der Veranstaltung die TAGI- Journalistin von sich wies. Mit Ihnen rede ich nicht, Sie arbeiten beim Tagesanzeiger!

Dann sprach er über den Chefredaktor mit beleidigenden Worten (Er sprach von einem Waschlappen).

Ich staunte , wie die Redaktorin souverän die Beschimpfungen entgegennahm ohne zurückzuschlagen. Ich rechnete damit, dass sie sich im heutigen Bericht rächt, indem sie alle unfairen Verallgemeinerungen und das Sippenhaftverhalten Gerhard Blochers beschreibt.Ich staune heute: Keine Retourkutsche, kein Zurückschlagen. Das finde ich Grösse!

Gaby Szöllösy demonstriert in diesem Bericht, was guter Journalismus ist. Wenn die Blochers diesen Beitrag lesen würden, wären sie künftiger vorsichtiger mit billigen Verallgemeinerungen . Journalisten dürften nicht in einen Topf geworfen werden.