Donnerstag, 25. September 2008

Das kann dem Image Palins schaden

Ich zitiere tagi online:

Video zeigt Palin bei Hexenzeremonie

Im Internet-Portal YouTube tauchten Videoaufnahmen auf, welche die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin bei einer speziellen Messe in ihrer Kirche zeigen.

Palin mit dem kenianischen Bischof Thomas Muthee in der Kirche Wasilla Assembly of God.

Die Bilder zeigen, wie Palin im Mai 2005 vor dem kenianischen Bischof Thomas Muthee in der Kirche Wasilla Assembly of God steht, während er Jesus Christus auffordert, sie vor «jeder Form der Hexerei» zu beschützen. «Wir sagen, rette sie vor Satan», erklärte Muthee, während zwei Kirchenmitglieder ihre Hände auf Palins Schultern legten.

«Bereite ihr den Weg, mein Gott. Bringe ihr die finanziellen Mittel für einen Wahlkampf im Namen Jesu. Benutze sie, um dieses Land in eine andere Richtung zu führen.» Palin reichte wenige Monate später, im Oktober 2005, ihre Papiere ein und wurde im darauffolgenden Jahr zur Gouverneurin von Alaska gewählt. In dem Video sagt sie nichts und hält ihren Kopf gesenkt.

Palin wurde katholisch getauft, galt aber bis 2002 als praktizierende Pfingstlerin. Ihre Sprecherin Maria Comella hat erklärt, Palin besuchte inzwischen mehrere Kirchen und betrachte sich nicht als Angehörige der Pfingstgemeinde.

Kommentar: Es würde mich erstaunen, wenn sich dieses Video nicht auch negativ auf McCain auswirken wird.

Happiger Nachtrag in 20 Min:

Masturbieren mit Sarah Palin

Den meisten fortschrittlichen Amerikanern ist Sarah Palin ein Graus. Für die Comedy-Welt ist die republikanische Vizekandidatin aber eine wahre Goldgrube. Von witzig über derb bis doof – Palin-Verulkungen gibt es wie Sand am Meer. Neustes Beispiel gefällig?

«Überall in Amerika tun die Leute es», klärt uns die Stimme in dem Video über US-Politikerin Sarah Palin auf und Betroffene gestehen vor laufender Kamera, was genau sie angerichtet haben. Oder besser: aufgerichtet.

«Jedes Wahljahr sind wir gezwungen, zwischen zwei Kandidaten zu wählen, die im Grunde dasselbe sind. Aber dieses Jahr gibt es einen Kandidaten, der etwas Neues ins Spiel bringt», sagt die Stimme aus dem Off. Am Ende heisst es: «Stoppen Sie das Masturbieren diesen November lange genug, um Sarah Palin und den alten Kerl zu wählen.»

Wer jetzt verwirrt ist, muss sich die obige Bildstrecke und das Video unten ansehen. Die Chose ist ein harmloser, aber gut gemachter Spass um die republikanische Politikerin. Dasselbe mit ihren Schweizer Kolleginnen wäre dagegen nur schwer vorstellbar …

Quelle: YouTube

Nachtrag:

Palin liess sich reich beschenken

Die republikanische US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin hat laut einem Bericht der «Washington Post» als Gouverneurin von Alaska Geschenke im Wert von mehr als 25'000 Dollar angenommen. Mehr...

Dienstag, 23. September 2008

Werden die Parlamentarier durch den Ausfall des Finanzministers milde gestimmt?

Heute hat vielleicht Bundesrat Schmid Glück. Es geht um die umstrittene Rüstungsvorlage.

Ich zitiere Tagi-online:

Schmid in neuen militärischen Turbulenzen

Montag, 22. September 2008

Pietätlos? Respektlos?

Ich sah die Sequenzen in der Tagesschau anlässlich des Beitrages über den Zusammenbruch des Finanzministers. Man konnte beim Helitransport keine Person erkennen. Es waren jedenfalls keine Nahaufnahmen. Ich ging davon aus, dass es sich um Sequenzen aus dem Archiv gehandelt hatte - von einer Landung eines Rettungshelikopters nach irgend einem Unfall. Nachdem Bundespräsident Couchepin am Montag das FErnsehen der Respektlosigkeitbezichtigt hatte, könnte man eher bei den BLICK-Aufnahmen in der Montagausgabe von Pietätlosigkeit sprechen aber nicht bei den Tagesschausequenzen.

Ich zitiere 20 Min:

«Blick»-Bilder von Merz

Inselspital ermöglichte Paparazzi-Fotos

Nahaufnahme des Bundesrats im Koma: Der «Blick» zeigte heute ein Bild von der Einlieferung ins Inselspital Bern auf der Titelseite. Das Krankenhaus will sich bei den Angehörigen entschuldigen, da es die Einwilligung gab. Gegen den «Blick» klärt der Bund rechtliche Schritte ab.

Die heute grossflächig aufgemachten Bilder vom Helitransport von Hans-Rudolf Merz sorgen für Empörung. Amtskollege Pascal Couchepin zeigte sich heute Morgen verärgert: «Ich war negativ überrascht, als ich die Bilder von Bundesrat Merz sah», sagte er an einer Medienkonferenz. Die Aufnahmen zeigen Bundesrat Hans-Rudolf Merz, wie er am Sonntagnachmittag im Inselspital vom Rega-Helikopter in die Notaufnahme gefahren wird. Der Bund ist deshalb aktiv geworden und hat beim Inselspital interveniert. «Wir haben eine Erklärung verlangt, wie es möglich ist, dass Herr Merz heute auf der Titelseite des ‹Blicks› erscheint», sagt Bundesratssprecher Oswald Sigg.

Spital-Angestellter hilft Paparazzi

Das Aussergewöhnliche an den Paparazzi-Bildern: Sie waren erlaubt. Der Mediensprecher des Inselspitals hat die Aufnahmen ermöglicht. Markus Hächler hat Fotografen des «Blicks» sowie ein Kamerateam des Schweizer Fernsehens auf jenes Dach geführt, das eine perfekte Sicht auf Merz ermöglichte.

Der Inselspital-Mediensprecher gibt sich nun kleinlaut: «Das war mein Fehler. Ich hätte das verhindern müssen», sagte Hächler zerknirscht. Er habe mit den Journalisten ausgemacht, dass sie nur den Helikopter zeigen dürfen. «Offenbar ist das beim ‹Blick›-Fotografen nicht angekommen», kritisiert er. Hächler habe bisher gute Erfahrungen gemacht, muss nun aber eingestehen: «Ich war zu leichtgläubig. Ein zweites Mal wird das nicht passieren.» Das Inselspital entschuldigt sich als Reaktion auf die bundesrätliche Schelte. «Wir schreiben einen Brief an den Sohn von Bundesrat Merz, in dem wir uns entschuldigen», sagt Hächler.

Schritte gegen Ringier werden geprüft

Für Bundesratssprecher Sigg ist damit die Sache, was das Inselspital angeht, erledigt. Doch auch der «Blick» habe eine journalistische Verantwortung, Bilder nicht zu veröffentlichen, wenn sie die Privatsphäre verletzen. Noch hat der Bund nichts gegen den «Blick»-Verlag Ringier unternommen. Sigg sagt aber: «Wir überlegen uns mögliche Schritte. Eventuell werden wir diesbezüglich an den Presserat gelangen.»

Bei Ringier ist man sich keiner Schuld bewusst: «Es ist die Aufgabe von Boulevard, immer etwas näher heranzugehen», sagt Pressesprecher Stefan Hackh. Dabei sei Rücksicht auf die Person Merz genommen worden. «Die Bildauswahl für das Titelbild ist selbstverständlich diskutiert worden.» Hackh sieht sie als richtig an: «Herr Bundesrat Merz ist ja glückerweise nicht verstorben.»

Kommentar: Für mich besteht zwischen den Tagesschausequenzen und den BLICK-Bildern ein grosser Unterschied. Doch macht der Medienwirbel einmal mehr deutlich, dass man mit der Veröffentlichung von Unfallbildern sehr vorsichtig umgehen muss.

Nahaufnahmen bei BLICK:

Der Medienauftritt des Herzspezialisten nach der Operation

Ein Chirurg muss in erster Linie gut operieren können - doch muss er auch fähig sein, die Oeffentlichkeit sachgerecht, verständlich und mediengerecht zu informieren!

Ich zitiere Tagi-online:

«Der Herzstillstand dauerte vier Minuten»

Der Bundesrat liegt noch im Koma, wie Thierry Carell eben am Inselspital bekannt gab. In den nächsten 24 Stunden soll versucht werden, ihn zu wecken.

Ich habe den Medienauftritt von Thierry Carell am Bildschirm gesehen. Die mit Spannung erwarteten Informationen wurden von zahlreichen Fernsehstationen , Radiostationen und der Presse mitverfolgt. Ich fand den Auftritt überzeugend und glaubwürdig. Vor allem schätze ich, dass jedes Wort bedacht wurde. Es fehlten Spekulationen und Hypothesen. Man darf sagen: Es war ein vorbildlicher Auftritt. Die Person (das Menschliche), die Fakten (die Sachbezogenheit) und die Stimme - alles stimmte überein.

Zum Auftritt (Tagi online):

Heute Nachmittag und am Dienstag früh sollen die Medikamente reduziert werden, so dass Merz wieder zu Bewusstsein kommen könnte.

Bei Bundesrat Merz musste ein fünffacher Bypass am Herz eingeführt werden, was keine unübliche Operation sei, wie Carell betont.

Merz bleibt auf der Intensivstation

Carell rechnet damit, dass Merz einige Tage bis Wochen auf der Intensivstation bleiben muss.

Die Operation sei sofort durchgeführt worden, weil die Ärzte weitere Komplikationen befürchteten. Die Operation sei ohne grössere Probleme verlaufen.

Die Ärzte gehen nicht davon aus, dass andere Organe durch den Kreislaufkollaps Schaden genommen haben. Der Herzstillstand habe drei bis vier Minuten gedauert. Wie sich das auf die Hirnfunktionen auswirke, könne man noch nicht sagen.

Professor Thierry Carell informierte zuerst die Angehörigen, bevor er vor die Medien trat. Die Söhne und die Frau von Hans-Rudolf Merz haben jederzeit die Möglichkeit, den Bundesrat zu besuchen.

Der Gesundheitszustand von Bundesrat Merz stösst schweizweit auf grosses Interessen: Mehrere Radio- und Fernsehstationen berichten live von der Medienkonferenz im Inselspital.

Tagi online über den Auftritt:

Der beste Mann fürs Herz

Thierry Carrel ist der Star der medizinischen Königsdisziplin. Der Freiburger ist nicht nur ein herausragender Herzchirurg –

er ist auch ein begnadeter Kommunikator.

Finanzminister Merz in besten Händen.

1/4 Thierry Carrel am Sonntagabend vor den Medien, nur wenige Minuten nach gelungener Operation am Herzen von Bundesrat Hans-Rudolf Merz.

«Der Eingriff ist sehr gut verlaufen. Wir haben fünf Bypässe angelegt. Das ist eine normale Operation.» Ruhig und konzentriert erläutert Herz-Chirurg Thierry Carrel gestern Abend den Verlauf der heiklen Operation am Herzen von Finanzminister Merz. Kein Zweifel:

Hier spricht ein Spitzenmediziner, der die Sache vollkommen im Griff hat. Flüssig, wortgewandt und auch für Laien verständlich, beantwortet er die Fragen der Journalisten in seinem sympathischen Welsch-Schweizerdeutschen Dialekt. Es ist nicht zu übersehen: Dieser Arzt verfügt nicht nur über herausragende medizinische Fähigkeiten, sondern ist auch in der Kommunikation ein Ausnahmekönner. Für seinen Auftritt erhält Carrel Bestnoten: «Er zeigte, dass man auch unter Druck verständlich und kompetent informieren kann», findet Marcus Knill, Experte für Medienrhetorik.

Bei Carrel ist Bundesrat Merz in besten Händen: Der 48-Jährige hat schon über 10'000 Eingriffe am offenen Herzen vorgenommen. Ganz untypisch für seine Zunft zeichnet den ehemaligen Jesuitenschüler seine Bescheidenheit aus: Er redet nicht der Allmacht der Medizin das Wort, sondern beklagt vielmehr das Fehlen der Demut bei seinen Berufskollegen. Jeder Eingriff hat nach Auffassung Carrels auch ein religiöses Momentum und bedarf des Respekts vor der Natur. «Nicht alles was machbar ist, ist sinnvoll», erklärte er unlängst in einem Interview. Die Rolle der Ärzte beinhalte auch, ab und zu die Handbremse zu ziehen – selbst wenn das in der Spitzenmedizin nicht gerne thematisiert werde.

100 Stunden pro Woche im Einsatz

Carrel führt seit zehn Jahren die Herz- und Gefässklinik des Berner Inselspitals – und das äusserst erfolgreich: Das Herzzentrum Berns hat heute dem Unispital Zürich den Rang abgelaufen. Inzwischen werden in der Klinik der Hauptstadt mehr komplexe Operationen wie Bypässe, Herzklappen oder Ersatz der Hauptschlagader durchgeführt, als überall sonst in der Schweiz. Ein weiteres Beispiel für den Führungsanspruch: Im Januar 2008 setzte ein Team Carrels bei schlagendem Herzen eine künstliche Herzklappe seitlich durch die Brustwand ein; eine Premiere hierzulande. Der Aufstieg Berns mit Carrel als Chef lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: 2007 führte das Spital 1280 grosse Herzeingriffe durch, das sind fast 600 mehr als noch vor zwei Jahren. Seiner Klinik widmet sich Carrel rund um die Uhr: Bis zu 100 Stunden pro Woche ist der Chefchirurg im Einsatz. Er operiert, leitet die Klinik, die 15 Fachärzte und 16 Assistenzärzte beschäftigt, und bildet Studenten aus.

Zusatzbemerkung: Ich werde dieses gute Beispiel zur Veranschaulichung in den Seminaren gerne zeigen. Es gibt keine Hypothesen noch Spekulationen. Dennoch erfahren wir konkrete Details - wann beispielsweise das Aufwachprozedere eingeleitet wird.

Ein Herzchirurg als begnadeter Kommunikator.

Nachtrag nzz online 25. Sept 08:

Merz' Gesundheitszustand sehr zufriedenstellend

Aus dem Koma erwacht und gut ansprechbar – Ärzte optimistisch

Herzchirurg Carrel überbringt die gute Nachricht.
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Herzchirurg Carrel überbringt die gute Nachricht. (Bild: Reuters)

Nachtrag 10. Okt.08:

Unverständlich für mich, dass Aerzte und Spitäler den mediengewandten Chirurgen als Selbstdarsteller nachträglich abqualifizieren wollten. Aus meiner Sicht purer Neid und pure Eifersucht. Es ging bei den Kritiken bestimmt auch um die Reputation ihrer Spitäler. Zürich sah sich nach der erfolgreichen Operation nur noch im zweiten Glied. Ich habe dieses Konkurrenzdenken auch einmal unter Sportärzten erlebt. Sobald jemand von den Medien mehr zum Zuge kommt - weil er einfach und verständlich die komplizierten Sachverhalte darlegen kann - gibt es sofort Neider, die den Kollegen und "Medienstar" vom Sockel stossen wollen. Die kritischen Bemerkungen im Fall Carell enttäuschten mich. Sie machten mir bewusst, dass es auch in der Weisskittelgilde Neider gibt, die sich zu Bemerkungen hinreissen lassen, die nicht nur fragwürdig sind. Sie entsprechen dem Niveau von Kindern im Sandkasten.

Sonntag, 21. September 2008

21. September 2008

(

Bundesrat Merz im Koma: Die Lage ist ernst

news.ch:

Bern - Bundesrat Hans-Rudolf Merz hat am Samstagabend einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten. Seine Familie habe ihn nach St. Gallen ins Spital gebracht. Unterdessen wurde Merz ins Inselspital Bern überführt. Dort wird er am Herzen operiert. (li/sda)

Dies gab Bundesratssprecher Oswald Sigg vor den Medien bekannt. «Wir hoffen alle, dass die Operation gut ausgeht», sagte Sigg.

Über den Operationsverlauf will die Landesregierung selber nicht informieren. Die nächsten Informationen wurden im Anschluss an die Sondersitzung des Bundesrates vom Montagmorgen in Aussicht gestellt.

Seine Ärzte hatten entschieden, Merz bis auf Weiteres ins künstliche Koma zu versetzen. Merz befindet sich in einem kritisch-stabilen Zustand, wie die Bundeskanzlei mitteilte.

Bundespräsident Pascal Couchepin sagte wegen des gesundheitlichen Zustands seines Vizepräsidenten eine Reise an die UNO-Generalversammlung in New York ab und begab sich nach Bern.

Bundesrat plant Sondersitzung

Dort bereitete er die ausserordentliche Sitzung des Bundesrats vom Montag vor. Pascal Couchepin habe seine besten Wünsche für die Genesung von Herrn Merz ausgesprochen, sagte sein Sprecher Jean-Marc Crevoisier gegenüber der SDA.

Merz hätte in der laufenden Session am Dienstag im Ständerat und am Mittwoch im Nationalrat Geschäfte vertreten müssen. Ob seine Stellvertreterin Eveline Widmer-Schlumpf seine Aufgabe übernimmt, steht noch nicht fest.

Kommentar: Der Ausfall von Bunderat Merz wird Folgen haben.

Unter Umständen wird sogar Bundesrat Schmid von der neuen Situation profitieren.

Ueber den Gesundheitszustand des Verkehrsministers Leuenberger wurde bereits letzte Woche spekuliert. Journalisten fragen sich, ob er krank sei. Er sehe nicht gut aus, sei abgemagert. Er habe trotz angenehmer Temperatur gefroren und eine Decke übergezogen und sei damm am Nachmittag nicht mehr zur Sitzung erschienen.

Nachdem FdP Parteipräsident Pelli beim Bundesrat jüngst von einem Tollhaus gesprochen hatte, müsste er derzeit eher von einem Bundesrat sprechen, der zu viele Probleme hat.

Neuerungen, Veränderungen, Neubesetzungen werden nicht einfach zu lösen sein, weil zu viele Köche ihr Süppchen kochen möchten.

Samuel Schmids Gefecht um den Armeekredit

Bleibt der Verteidigungsminister auch nach einer allfälligen Niederlage im Amt?

Ich zitiere 20 Min online:

Trotz Dauerkritik macht Verteidigungsminister Schmid weiter. In den Sonntagszeitungen kämpft er um sein politisches überleben.

Doch wird immer wahrscheinlicher, dass Bundesrat Schmid nächste Woche mit seinem Rüstungsprogramm scheitert.

Einsatz vor der vielleicht entscheidenden Woche: Samuel Schmid am letzten Montag im Ständerat.

Einsatz vor der vielleicht entscheidenden Woche: Samuel Schmid am letzten Montag im Ständerat.

Bild: Keystone

«Ich bin nach wie vor überzeugt, dass ich unserem Land dienen kann», sagt Schmid der «NZZ am Sonntag». In dieser Woche kommt sein Rüstungsprogramm ins Parlament. Auf die Frage des «Sonntagsblick», ob er sein politisches Schicksal mit dem Rüstungsprogramm verknüpfe, sagte Schmid: «Nein».

Trotzdem sein Rücktritt ist möglich, wenn «unsere Armee Schaden nehmen und eine sinnvolle Sicherheitspolitik für unser Land langfristig blockiert würde», sagt er der «NZZ am Sonntag».

Derweil scheint nicht nur der mediale und politische Druck auf Schmid riesig. Auch seine Frau Vreni hält laut «Sonntag» und «Sonntagsblick» für unerträglich.

Rettungsversuche mit falschen Versprechen

Um sein Rüstungsprogramm zu retten, lobbyiert Verteidigungsminister Samuel Schmid bei der Linken dafür, die Aufrüstung der F/A-18 zu verschieben – und dies erst noch mit falschen Versprechen.

Bisher hatte Schmid eine umgehende Aufrüstung der Flieger gefordert. Wie die «SonntagsZeitung» jetzt schreibt, machte er letzte Woche eine Kehrtwende. Demnach sprach Schmid persönlich bei SP-Chef Christian Levrat vor und erklärte, die von der SP verlangte Verschiebung sei «ohne Kostenfolgen möglich». Hersteller Boeing selbst habe eine Verschiebung um ein oder zwei Jahre angeregt.

Boeing dementiert

Schmids Versprechen ist laut der Zeitung aber aus der Luft gegriffen. Gegenüber dem Blatt dementierte Boeing gestern Schmids Äusserungen: «Alle Elemente müssten neu verhandelt werden, die Kosten würden sich erhöhen», so Boeing-Sprecher Bradley H. Mudd.

Mit dem Boeing-Dementi platzt Schmids Seifenblase, die Aussichten sind nicht gut. Das Rüstungsprogramm ist kaum mehr zu retten.

Kommentar: Nach wie vor kann letztlich nur Bundesrat Schmid selbst entscheiden, ob er nach einem Scheitern der Rüstungsvorlage zurücktritt oder nicht. Niemand kann ihn zum Rücktritt zwingen

Was er jedoch bedenken müsste: Wenn er weiter laviert und nun sogar seine angeblichen wichtigen Flugzeuge opfert - nur um die SP zu gewinnen - macht sich der Verteidigungsminister noch unglaubwürdiger und könnte sich damit den Ast absägen auf dem er sitzt. Es wird jetzt noch enger für ihn.

Dass sich Samuel Schmid unglaubwürdig macht, kann ich mit seiner Antwort aus einem Interview im Sonntagsblick nachweisen:

Dort sagte er wortwörtlich:

"Ich mache keine Abstriche beim Rüstungsprogramm... Wenn das Parlament etwas daran ändern will, kann sie es. Das ist ein üblicher Vorgang!"

Schmid war noch vor wenigen Tagen nicht bereit, Kompromisse bei der Aufrüstung der F/A-18 Jets einzugehen.

Mit dieser jüngsten unverständlichen Kehrtwende und dem Eingehen auf die Wünsche der SP macht sich Bundesrat Schmid ein weiteres Mal unglaubwürdig. Er kommt dadurch noch mehr in die Bredouille und gefährdet seine eigenen Vorlage erst recht.

Dazu kommt noch: Schmids Zusicherung - mit einem Hinausschieben der Aufrüstung der Kampfflieger wären keine Mehrkosten verbunden. Doch Boeing Sprecher Bradley H. Mudd widerspricht Schmids Zusicherung eindeutig. (Quelle: Sonntagszeitung vom 21. September) Dieses falsche Versprechenschadet Bundesrat Schmid zusätztlich . Er verpasst somit einmal mehr, seine Chance zu nutzen. Ich sehe schwarz für die Rüstungsvorlage.

Freitag, 19. September 2008

Wie sich Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier am Bildschirm verkauft.

Kurt Felix bezeichnet das televisionäre Steinmeiers "Sich-verkaufen" am Bildschirm als Schummeln. Wir recht er hat. Das Verhalten vor der Kamera ist tatsächlich offensichtlich zu plump: Vor der Kamera werden Kinder geküsst. Zur Pflege des Images Hände geschüttelt. Steinmeier versteht die Kalviatur des Medienspiels. Wohl wissend, dass man sich den politischen Erfolg am besten vor der Fernsehkamera zelebriert, zieht er alle Register. Für das Weiterkommen muss er den Umgang mit der Fernsehkamera beherrschen. Er muss Propagandareisen organisieren und hatte im Krisenland Afghanistan dafür gesorgt, dass im Fernsehen mehr Fiktionen als Fakten ausgestrahlt wurden. Es wurde auch geschummelt!

Steinmeier weihte eine Trinkwasseranlage ein, obschon diese Anlage bereits sechs Jahre läuft. Als er dann vor der TV Kamera die Altstadtsanierung von Herat verkaufte, wies der Politiker mit sonorer Stimme darauf hin, wie gut die Aufbauarbeit - dank der Unterstützung der Bundesregierung - in der historischen Stadt vorangekommen sei. Die Kernbotschaft lautete: Dank Deutschland wurde Afghanistans Vergangenheit gerettet. In Wirklichkeit wurde nur ein Bruchteil der Altstadt gezeigt. Der grösste Teil zerfällt unaufhörlich.

Dann zelebrierte Steinmeier die Schlüsselübergabe der Armeeschule. Was den Zuschauern nicht gesagt wurde: Diese Schule wurde schon das dritte Mal eingeweiht.

Wir sind mit Kurt Felix einverstanden: Solche Handlungen vor der Kamera darf als Schummeln bezeichnet werden. Die Verantwortung solcher fragwürdiger Auftritte muss auch dem Medienberatercrew angelastet werden. Ich bin sicher, diese sind auch für das Drehbuch geschrieben.

FAZIT: ES IST GUT, WENN WIR LERNEN MIT DEN ELEKTRONISCHEN MEDIEN UMZUGEHEN. DOCH HAAT SCHUMMELN WIE DAS LUEGEN KURZE BEINE!