Sonntag, 21. September 2008

21. September 2008

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Bundesrat Merz im Koma: Die Lage ist ernst

news.ch:

Bern - Bundesrat Hans-Rudolf Merz hat am Samstagabend einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten. Seine Familie habe ihn nach St. Gallen ins Spital gebracht. Unterdessen wurde Merz ins Inselspital Bern überführt. Dort wird er am Herzen operiert. (li/sda)

Dies gab Bundesratssprecher Oswald Sigg vor den Medien bekannt. «Wir hoffen alle, dass die Operation gut ausgeht», sagte Sigg.

Über den Operationsverlauf will die Landesregierung selber nicht informieren. Die nächsten Informationen wurden im Anschluss an die Sondersitzung des Bundesrates vom Montagmorgen in Aussicht gestellt.

Seine Ärzte hatten entschieden, Merz bis auf Weiteres ins künstliche Koma zu versetzen. Merz befindet sich in einem kritisch-stabilen Zustand, wie die Bundeskanzlei mitteilte.

Bundespräsident Pascal Couchepin sagte wegen des gesundheitlichen Zustands seines Vizepräsidenten eine Reise an die UNO-Generalversammlung in New York ab und begab sich nach Bern.

Bundesrat plant Sondersitzung

Dort bereitete er die ausserordentliche Sitzung des Bundesrats vom Montag vor. Pascal Couchepin habe seine besten Wünsche für die Genesung von Herrn Merz ausgesprochen, sagte sein Sprecher Jean-Marc Crevoisier gegenüber der SDA.

Merz hätte in der laufenden Session am Dienstag im Ständerat und am Mittwoch im Nationalrat Geschäfte vertreten müssen. Ob seine Stellvertreterin Eveline Widmer-Schlumpf seine Aufgabe übernimmt, steht noch nicht fest.

Kommentar: Der Ausfall von Bunderat Merz wird Folgen haben.

Unter Umständen wird sogar Bundesrat Schmid von der neuen Situation profitieren.

Ueber den Gesundheitszustand des Verkehrsministers Leuenberger wurde bereits letzte Woche spekuliert. Journalisten fragen sich, ob er krank sei. Er sehe nicht gut aus, sei abgemagert. Er habe trotz angenehmer Temperatur gefroren und eine Decke übergezogen und sei damm am Nachmittag nicht mehr zur Sitzung erschienen.

Nachdem FdP Parteipräsident Pelli beim Bundesrat jüngst von einem Tollhaus gesprochen hatte, müsste er derzeit eher von einem Bundesrat sprechen, der zu viele Probleme hat.

Neuerungen, Veränderungen, Neubesetzungen werden nicht einfach zu lösen sein, weil zu viele Köche ihr Süppchen kochen möchten.

Samuel Schmids Gefecht um den Armeekredit

Bleibt der Verteidigungsminister auch nach einer allfälligen Niederlage im Amt?

Ich zitiere 20 Min online:

Trotz Dauerkritik macht Verteidigungsminister Schmid weiter. In den Sonntagszeitungen kämpft er um sein politisches überleben.

Doch wird immer wahrscheinlicher, dass Bundesrat Schmid nächste Woche mit seinem Rüstungsprogramm scheitert.

Einsatz vor der vielleicht entscheidenden Woche: Samuel Schmid am letzten Montag im Ständerat.

Einsatz vor der vielleicht entscheidenden Woche: Samuel Schmid am letzten Montag im Ständerat.

Bild: Keystone

«Ich bin nach wie vor überzeugt, dass ich unserem Land dienen kann», sagt Schmid der «NZZ am Sonntag». In dieser Woche kommt sein Rüstungsprogramm ins Parlament. Auf die Frage des «Sonntagsblick», ob er sein politisches Schicksal mit dem Rüstungsprogramm verknüpfe, sagte Schmid: «Nein».

Trotzdem sein Rücktritt ist möglich, wenn «unsere Armee Schaden nehmen und eine sinnvolle Sicherheitspolitik für unser Land langfristig blockiert würde», sagt er der «NZZ am Sonntag».

Derweil scheint nicht nur der mediale und politische Druck auf Schmid riesig. Auch seine Frau Vreni hält laut «Sonntag» und «Sonntagsblick» für unerträglich.

Rettungsversuche mit falschen Versprechen

Um sein Rüstungsprogramm zu retten, lobbyiert Verteidigungsminister Samuel Schmid bei der Linken dafür, die Aufrüstung der F/A-18 zu verschieben – und dies erst noch mit falschen Versprechen.

Bisher hatte Schmid eine umgehende Aufrüstung der Flieger gefordert. Wie die «SonntagsZeitung» jetzt schreibt, machte er letzte Woche eine Kehrtwende. Demnach sprach Schmid persönlich bei SP-Chef Christian Levrat vor und erklärte, die von der SP verlangte Verschiebung sei «ohne Kostenfolgen möglich». Hersteller Boeing selbst habe eine Verschiebung um ein oder zwei Jahre angeregt.

Boeing dementiert

Schmids Versprechen ist laut der Zeitung aber aus der Luft gegriffen. Gegenüber dem Blatt dementierte Boeing gestern Schmids Äusserungen: «Alle Elemente müssten neu verhandelt werden, die Kosten würden sich erhöhen», so Boeing-Sprecher Bradley H. Mudd.

Mit dem Boeing-Dementi platzt Schmids Seifenblase, die Aussichten sind nicht gut. Das Rüstungsprogramm ist kaum mehr zu retten.

Kommentar: Nach wie vor kann letztlich nur Bundesrat Schmid selbst entscheiden, ob er nach einem Scheitern der Rüstungsvorlage zurücktritt oder nicht. Niemand kann ihn zum Rücktritt zwingen

Was er jedoch bedenken müsste: Wenn er weiter laviert und nun sogar seine angeblichen wichtigen Flugzeuge opfert - nur um die SP zu gewinnen - macht sich der Verteidigungsminister noch unglaubwürdiger und könnte sich damit den Ast absägen auf dem er sitzt. Es wird jetzt noch enger für ihn.

Dass sich Samuel Schmid unglaubwürdig macht, kann ich mit seiner Antwort aus einem Interview im Sonntagsblick nachweisen:

Dort sagte er wortwörtlich:

"Ich mache keine Abstriche beim Rüstungsprogramm... Wenn das Parlament etwas daran ändern will, kann sie es. Das ist ein üblicher Vorgang!"

Schmid war noch vor wenigen Tagen nicht bereit, Kompromisse bei der Aufrüstung der F/A-18 Jets einzugehen.

Mit dieser jüngsten unverständlichen Kehrtwende und dem Eingehen auf die Wünsche der SP macht sich Bundesrat Schmid ein weiteres Mal unglaubwürdig. Er kommt dadurch noch mehr in die Bredouille und gefährdet seine eigenen Vorlage erst recht.

Dazu kommt noch: Schmids Zusicherung - mit einem Hinausschieben der Aufrüstung der Kampfflieger wären keine Mehrkosten verbunden. Doch Boeing Sprecher Bradley H. Mudd widerspricht Schmids Zusicherung eindeutig. (Quelle: Sonntagszeitung vom 21. September) Dieses falsche Versprechenschadet Bundesrat Schmid zusätztlich . Er verpasst somit einmal mehr, seine Chance zu nutzen. Ich sehe schwarz für die Rüstungsvorlage.

Freitag, 19. September 2008

Wie sich Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier am Bildschirm verkauft.

Kurt Felix bezeichnet das televisionäre Steinmeiers "Sich-verkaufen" am Bildschirm als Schummeln. Wir recht er hat. Das Verhalten vor der Kamera ist tatsächlich offensichtlich zu plump: Vor der Kamera werden Kinder geküsst. Zur Pflege des Images Hände geschüttelt. Steinmeier versteht die Kalviatur des Medienspiels. Wohl wissend, dass man sich den politischen Erfolg am besten vor der Fernsehkamera zelebriert, zieht er alle Register. Für das Weiterkommen muss er den Umgang mit der Fernsehkamera beherrschen. Er muss Propagandareisen organisieren und hatte im Krisenland Afghanistan dafür gesorgt, dass im Fernsehen mehr Fiktionen als Fakten ausgestrahlt wurden. Es wurde auch geschummelt!

Steinmeier weihte eine Trinkwasseranlage ein, obschon diese Anlage bereits sechs Jahre läuft. Als er dann vor der TV Kamera die Altstadtsanierung von Herat verkaufte, wies der Politiker mit sonorer Stimme darauf hin, wie gut die Aufbauarbeit - dank der Unterstützung der Bundesregierung - in der historischen Stadt vorangekommen sei. Die Kernbotschaft lautete: Dank Deutschland wurde Afghanistans Vergangenheit gerettet. In Wirklichkeit wurde nur ein Bruchteil der Altstadt gezeigt. Der grösste Teil zerfällt unaufhörlich.

Dann zelebrierte Steinmeier die Schlüsselübergabe der Armeeschule. Was den Zuschauern nicht gesagt wurde: Diese Schule wurde schon das dritte Mal eingeweiht.

Wir sind mit Kurt Felix einverstanden: Solche Handlungen vor der Kamera darf als Schummeln bezeichnet werden. Die Verantwortung solcher fragwürdiger Auftritte muss auch dem Medienberatercrew angelastet werden. Ich bin sicher, diese sind auch für das Drehbuch geschrieben.

FAZIT: ES IST GUT, WENN WIR LERNEN MIT DEN ELEKTRONISCHEN MEDIEN UMZUGEHEN. DOCH HAAT SCHUMMELN WIE DAS LUEGEN KURZE BEINE!

Donnerstag, 18. September 2008

Samuel Schmid will seine Haut retten, indem er auf die Flugzeuge verzichtet

Die SP will das Rüstungsprogramm nur dann unterstützen, wenn auf die Neubeschaffung der Flugzeuge verzichtet wird. Der VBS Chef, der diese eschaffung als wichtig und dringlich bezeichnet hatte, will nun der Sp entgegenkommen. Denn ohne SP könnte er scheitern.

Ich zitiere Tagi-online:

Samuel Schmid will Kampfjets zurückstellen

Der BDP-Bundesrat startet einen letzten Rettungsversuch. Seine Partei will im Parlament den Antrag stellen, die Nachrüstung der Kampfjets aus dem Rüstungsprogramm herauszunehmen.

Vom Rüstungsprogramm hängt seine politische Zukunft ab: Bundesrat Samuel Schmid

Vom Rüstungsprogramm hängt seine politische Zukunft ab: Bundesrat Samuel Schmid

Sucht Verbündete für ein Rüstungsprogramm ohne Kampfjets: BDP-Nationalrätin Ursula Haller

Sucht Verbündete für ein Rüstungsprogramm ohne Kampfjets: BDP-Nationalrätin Ursula Haller

Die Thuner Nationalrätin Ursula Haller, wie Verteidigungsminister Samuel Schmid Mitglied der neuen Partei BDP, bestätigt gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz solche Pläne. Zurzeit führe man mit anderen Parteien Gespräche. Es ist ein letzter Rettungsversuch für Schmids 917 Millionen teueres Rüstungspaket. Die SVP will das Geschäft bodigen, wenn Schmid nicht zurücktritt. Die SP will keine Nachrüstung der F/A-18 Kampfjets. Die Mitteparteien CVP und FDP sind für das gesamte Rüstungspaket, brauchen dafür jedoch die Unterstützung der SVP oder SP.

Zu einem späteren Zeitpunkt nachrüsten

Die BDP will jetzt die SP an Bord holen und ist bereit dafür die 404 Millionen Franken teuere Nachrüstung der Kampfjets zurückzustellen. Das Parlament würde dann nur noch über eine abgespeckte Vorlage abstimmen. Der Vorschlag ist mit dem Verteidigungsminister abgesprochen. «Wir müssen aber aufpassen, dass dabei nicht der Eindruck entsteht, die Nachrüstung der F/A-18 sei unnötig», sagt Haller. «Wenn wir einen solchen Vorschlag einbringen, dann wollen wir zudem Garantien, dass die Nachrüstung der Kampfjets zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt.» Haller hofft, dass man so das Rüstungspaket doch noch ins Trockene bringe. «Wir wollen aber auch die Situation entflechten, damit nicht eine Personalgeschichte über ein Sachgeschäft ausgetragen wird», präzisiert Haller.

CVP und FDP ärgern sich über Vorschlag.

«Der Vorschlag ist chancenlos», sagt aber SP-Fraktionschefin Ursula Wyss. Er werde im Parlament keine Mehrheit finden - «weil CVP und FDP nicht mitziehen.»

Die beiden Mitteparteien sind stattdessen verärgert, dass Schmid und seine Partei mit der SP einen Deal abwickeln wollte.«Wir erwarten vom Chef VBS, dass er für das integrale Rüstungsprogramm kämpft.» Auch für die FDP kommt «nur das gesamte Rüstungspaket in Frage», vesichert FDP-Sicherheitspolitikerin Corina Eichenberger. «Wenn dies nicht der Fall ist, gehe ich davon aus, dass wir gleich verfahren, wie in der Sommersession mit dem Militärgesetz.» Die FDP lehnte diese Vorlage ab, weil sie zu stark ausgehöhlt wurde.

Rücktritt könnte Rüstungsgeschäft retten

Keine guten Aussichten für Schmid also. Die SVP will seinen Fall, die SP keine Kampfjets, die Mitteparteien das gesamte Rüstungsprogramm. Ihm bleibt bald nur noch der Rücktritt, will er das Rüstungsgeschäft heil über die Runden bringen.

Kommentar: Der Verzicht auf die Verteidigung des Luftraumes wird als offensichtliches Taktieren erkannt und macht Samuel Schmids Ränkespiel ums eigene Ueberleben noch unglaubwürdiger. Ich sehe schwarz für den Verteidigungsminister.

Mittwoch, 17. September 2008

Stunt auf der Autobahn wird kann nicht gebüsst werden

Der Fahrer hat niemanden gefährdet Die Tat ist verjährt.

Ich zitiere Spiegel -online:

Stuttgart - Es war ein Stunt, der halsbrecherischer kaum hätte ausfallen können. Mit 100 km/h Spitzengeschwindigkeit soll ein Skateboarder den "Drackensteiger Hang" im Landkreis Göppingen (Baden-Württemberg) hinabgebrettert sein, einen sehr abschüssigen und gefährlichen Abschnitt der Autobahn 8.

Das Video der rasanten Tour, auf der Internet-Plattform YouTube ist es seit vielen Wochen ein Klickmagnet, zeigt, wie ein Motorrad den Skater zunächst von einem Parkplatz aus auf die Strecke schleppt, dann Fahrt aufnimmt und schließlich den rund 2,5 Kilometer lange Hang hinabrast.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE handelt es sich bei dem waghalsigen Rollbrettfahrer um Sebastian H. aus Stuttgart, in der Szene auch als "Bassi" bekannt. Einem Bericht der "Neuen Württembergischen Zeitung" zufolge hatte der 31-Jährige bislang zwar eingeräumt, den Film ins Internet gestellt zu haben, jedoch stets bestritten, der Fahrer gewesen zu sein.

Obschon im Video vermerkt wird, die Tat nicht nachzuahmen, wird der Film Nachahmer finden, zumal der Täter nicht gebüsst werden kann.

Montag, 15. September 2008

Scherz-Telefonat mit Andrea Ypsilanti: SPD erwägt rechtliche Schritte gegen Radio-Sender

Scherz-Telefonat mit Andrea Ypsilanti SPD erwägt rechtliche Schritte gegen Radio-Sender

Quelle Bild - online:

Sieben Minuten lang ging Hessens Andrea Ypsilanti (SPD) einem falschen Franz Müntefering auf den Leim – als der Stimmenimitator (Radio ffn) sich zu erkennen gab, untersagte sie die Ausstrahlung.

Mehr Politik

Ein gekürzter Mitschnitt tauchte dennoch bei YouTube auf – sorgt seitdem im Netz für Furore. Jetzt erwägt die SPD rechtliche Schritte gegen den Radiosender ffn, der dafür sorgen wollte, dass das Gespräch aus dem Internet verschwindet. Hintergrund: Radio-ffn-Programmdirektorin Ina Tenz hatte am Sonntag erklärt, ihr Sender habe YouTube über einen Anwalt auffordern lassen, den Mitschnitt zu löschen. Ypsilanti begründete ihr striktes Sendeverbot damit, dass ein solcher Mitschnitt unzulässig sei.

Noch immer sind die Passagen im Internet abrufbar – und Hunderttausende haben sie sich bereits angehört.

Radio ffn leimt Ypsilanti: Bei YouTube gibt es dafür fünf Sterne. Und die Plattform-Nutzer fordern immer vehementer, dass der Mitschnitt nicht zensiert wird. Untertitel eines Videos: Dies wäre „nicht im Sinne der deutschen Wähler“, die über „ungeschönte Einsichten in politisches Denken in Deutschland“ dankbar wären.

Kommentar: Rechtlich ein spannender Fall. Wir werden ihn weiter verfolgen. Es zeigt sich einmal mehr, dass es im Internetzeitalter sehr schwer ist, einmal verbreitete Sequenzen endgültig zu löschen. Obschon es bereits eine rechtliche Verfügung gibt, dass der Telefonscherz nicht mehr ausgestrahlt werden darf, kursiert er immer noch im Netz (eine Sequenz ist immer noch auf Youtube) und wurde bereits kopiert und wurde umgehend anderweitig verbreitet. Der Scherzbeitrag ist somit kaum mehr zu stoppen.

Ypsilanti Müntefering gefakter Anruf FFN

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FAZ-net:

Münte am Apparat

Fingiertes Telefonat ist nicht zu stoppen

16. September 2008 Das Gespräch, das Andrea Ypsilanti am vergangenen Mittwoch mit Jochen Krause, einem Stimmenimitator des niedersächsischen Privatsenders Radio ffn, geführt hat, der sich als Franz Müntefering ausgab, ist nicht zu stoppen. Sieben Minuten lang hat Krause die Möchtegern-Ministerpräsidentin in dem Glauben gelassen, sie spreche mit ihrem neuen, alten Parteichef und räsoniere über die politische Lage in Hessen, vor allem darüber, wie mit der Linken zu verfahren sei, bevor der Radiomann sein Alias aufgab.

Im Radio lief das Stückchen nicht, weil Andrea Ypsilanti ihre Einwilligung verwehrte und der Sender, wie die Programmchefin Ina Tenz auf Nachfrage bestätigt, zusicherte, es nicht zu senden. Doch wer hören will, ob sich Andrea Ypsilanti zuraten lässt, es eben doch nicht mit dem Sturz des Ministerpräsidenten Roland Koch zu versuchen und stattdessen einen Führungsposten in der Bundespartei zu übernehmen (dreimal darf man raten, was sie davon hält), der muss nur ins Internet gehen und bei Youtube nachschauen, dort ist ein Ausschnitt des Gesprächs von einer Minute und dreiundvierzig Sekunden Länge zu hören.

Nachtrag: Auf Youtube ist die Sequenz inzwischen auch gelöscht

Nachtrag:

Bild-online:

Schauspielerin Tina Fey als Sarah Palin und Amy Poehler als Senatorin Hilary Clinton

Schön aber blöd! So verhöhnt das US-Fernsehen McCains Vize

Sie sieht aus wie Sarah Palin (44), sie spricht wie Sarah Palin. Aber sie ist Tina Fey (38), US-Schauspielerin („Mean Girls“) und Imitatorin der republikanischen Vize-Präsidentschaftskandidatin!

Sarah-Palin-Double: Schauspielerin Tina Fey (38)

Sarah-Palin-Double: Schauspielerin Tina Fey

In der bekannten US-Comedy-Show „Saturday Night Live“ lieferte sich Fey gemeinsam mit Hilary-Clinton-Imitatorin Amy Poehler (37) einen witzigen Schlagabtausch.

Die toughe Republikanerin im roten Kostüm, mit Retro-Hochsteckfrisur und typischer Palin-Brille. „Ich war so aufgeregt, als ich hörte, dass Senatorin Clinton und ich heute zu Ihnen sprechen dürfen“, gestand sie dem Publikum. „Und mir wurde gesagt, ich trete allein auf“, maulte Comedy-Clinton zurück.

Großer Lacher: Ein Seitenhieb auf Palins Bemerkung in einem Fernseh-Interview, es gebe eine Insel vor Alaska, von der aus man Russland sehen könne. Im Spaß-Duell antwortete TV-Palin: „Ich kann Russland von meinem Haus aus sehen!“

Die Parodie-Demokratin Clinton erklärte weiter, sie „stimme nicht mit der Bush-Doktrin überein“ und Palin ergänzt charmant: „Und ich weiß nicht mal, was das ist!“

Kommentar: Wir können davon ausgehen, dass derartige Gags und Satiresendung ebenfalls die Stimmberechtigten beeinflussen können.

Nachtrag bild-online:

Telefonscherz bei Andrea Ypsilanti: Warum ist dieser Anruf so geheim?

Telefonscherz mit Andrea Ypsilanti Warum ist dieser Anruf so geheim?

Der Spaß-Anruf bei Andrea Ypsilanti (51, SPD) – ein Franz-Müntefering-Imitator vom Radiosender „ffn“ aus Hannover hatte die hessische Landeschefin reingelegt. Der Inhalt: streng geheim! Bis ein Video dazu im Internet auftauchte, Zeitungen Details aus dem Gespräch berichteten.

Die SPD hat Strafanzeige gegen den niedersächsischen Sender gestellt, beruft sich auf den Schutz der Vertraulichkeit des Wortes nach § 201im Strafgesetzbuch. Hessens-SPD-Sprecher Frank Steibli (39) zu BILD.de: „Wir müssen uns keinen Spaß von anderen aufzwingen lassen. Dieses Recht gilt für jeden.“

Warum will die SPD das Telefonat geheim halten? Brisante Sätze aus dem 7-minütigen Anruf, die jetzt abgedruckt wurden, könnten eine Antwort geben:

„Als der Falsch-Münte anregt, sie solle doch Hessen dem Koch lassen und stattdessen SPD-Generalsekretärin in Berlin werden, antwortet die Gefoppte brav und standhaft in ihrem Babba-Hesselbach-Hessisch: ,Nee, des kann isch nisch'“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

Laut „Rheinischer Post“ Ypsilanti weiter:

„Franz, das geht nicht. Ich wär verraten und verkauft, ich bräuchte in Hessen überhaupt nicht mehr aufzutauchen.“

So berichteten deutsche Medien über den Anruf
Andrea Ypsilanti: So berichtet die „Berliner Zeitung“
Ausschnitt aus der „Berliner Zeitung“
Foto: Berliner Zeitung
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„Aber Franz lockt mit ,interessanten Positionen' ganz oben“, berichtet die „Berliner Zeitung“ weiter. „Wenn einer Heil heißt, ist er nicht heilig. Wenn du weißt, was ich meine“, soll der falsche Müntefering laut der Berliner Tageszeitung gesagt haben. „Ich weiß, was du meinst“, so die Antwort der SPD-Landeschefin laut „Rheinischer Post“.

Das geheime Telefonat, das nicht mehr geheim ist. Andrea Ypsilanti hatte dem Radiosender keine Erlaubnis erteilt, das „Crazyphone“ zu senden. Dennoch war das Video auf „YouTube“ zu sehen. Wie das passieren konnte? Unklar!

„ffn“-Programmdirektorin Ina Tenz (37) zu BILD.de:

„Es ist schade, dass Frau Ypsilanti so wenig Humor hat! Würde jeder so vorgehen wie sie, würden Kurt und Paola Felix wegen ihrer versteckten Kamera lebenslange Haftstrafen absitzen müssen."

Phänomen Palin - sie sprengt die Normen

Aus tagi-online:

Wie Sarah Palin die Fantasien beflügelt

Noch vor wenigen Wochen kannte kein Mensch den Namen Sarah Palin. Nun sorgt die attraktive Vize-Präsidentschaftskandidatin für Rekordquoten in den Medien – und beflügelt die Fantasie.

Grafiker lassen sich von der Vize-Präsidentschaftskandidatin inspirieren

1/8 Sarah Palin inspiriert Grafiker weltweit. Sie sehen sie als blutrünstigen Dracula... Photo: DUKAS/FERRARI PRESS ·

Kaum fällt auf Tagesanzeiger.ch/Newsnetz der Name Sarah Palin, schlägt die Klick-Statistik nach oben aus. Die Republikanische Vize-Präsidentschaftskandidatin übt eine Sogwirkung aus, wie sonst nur Britney Spears oder Roger Federer. Was fasziniert so an ihr?

Es scheint, als ob der amerikanische Traum wahr wird: Die Gouverneurin von Alaska hat keine einflussreiche Familie im Rücken, war an keiner Elite-Uni, ist einfach eine normale Amerikanerin. Nicht nur Künstler und Grafiker interpretieren alles Mögliche in sie rein. Das Wall Street Journal vergleicht ihre Geschichte mit Filmen wie «Erin Brockovich».

Nur: Julia Roberts als hemdsärmlige Erin Brockovich war eine Sympathieträgerin, auch hier in der Schweiz. Von Sarah Palin kann man das nicht behaupten. Dauerfröhlich, mit glänzender Haut und Hochsteckfrisur – sieht man ein Bild von ihr, liegt einem das typisch amerikanische Kehlkopf-R schon in den Ohren. Sie posiert mit Jagdgewehr, hält eine US-Intervention in Georgien für möglich, soll Vetternwirtschaft betrieben haben, und – besonders wichtig – sie ist gegen vorehelichen Sex, ihre 17-jährige Tochter ist aber schwanger.

Alle Vorurteile der amerikanischen Doppelmoral und Oberflächlichkeit scheint sie zu bestätigen. Täglich kommen neue angebliche Enthüllungen. Und jede wird gierig aufgesogen. Die letzte zum Beispiel, dass sie Aufklärungsbücher aus öffentlichen Bibliotheken habe verbannen wollen. Die kommenden Schlagzeilen kreisen schon in unseren Köpfen: «Palin verwechselt Kolumbien mit dem Kaukasus», «Eines ihrer vier Kinder stammt von einem andern Mann», «Palin will aus den USA einen christlichen Gottesstaat machen». «So sind die Amerikaner halt!», so die Vox Populi. Ausser natürlich Obama. Der ist genau das Gegenteil, steht für alles Gute aus Amerika. Doch der interessiert irgendwie nicht mehr.

Wenn man die Wahl hat, positive oder negative Vorurteile bestätigt zu erhalten, so nimmt man lieber die negativen. Vor allem, wenn sie so schön daherkommen.

Kommentar:Wir fragen uns, ob sich diese Wirbel alle auch an der Urne auszahlen oder nicht kontraproduktiv sein werden. Aufmerksamkeit schaffen allein genügt nicht. Kaum auszudenken, wenn die grösste Weltmacht nach einem Ableben von McCain von dieser Frau regiert würde.

Nachtrag Blick-online:

Palins Mailkonto gehackt

Auszug des gehackten Mail-Accounts. (AP)
Als Beweis haben die Hacker einen Auszug von Palins Mail-Liste veröffentlicht.

Palins private mails gehackt
Die republikanische Kandidatin für den Posten des Vizepräsidenten und ihr Wahlteam bezeichnen den virtuellen Einbruch als eine «schockierende Invasion der Privatsphäre der Gouverneurin». Eine Strafuntersuchung sei eingeleitet worden.

Nicht, dass der Inhalt der Mails besonders Brisantes enthüllt hätte – doch die Praxis, dass die Gouverneurin offenbar Regierungsgeschäfte über einen privaten Mail-Account erledigt hat, sorgt in den USA für Wirbel. Ein Trick der Bush-Administration Schon die Bush-Administration hatte staatliche Angelegenheiten über Privatmails abgewickelt. Angeblich, um mögliche spätere Untersuchungen umgehen zu können. «Mails, in denen es um öffentliche Geschäfte geht, müssen über öffentliche Accounts laufen, damit sie später ins Archiv abgelegt und bei Bedarf wieder hervorgeholt werden können», erklärt Bürgerrechtler Charles Davis. Dazu kommt: Sarah Palin müsste es besser wissen. Immerhin war sie wegen der Vermischung von Geschäftlichen mit Privaten nicht nur als Gouverneurin, sondern bereits als Bürgermeisterin von Wasilla unter Beschuss gekommen. In privaten Mails hatte sie etwa ihren Angestellten geschrieben, dass diese ihre Zustimmung bräuchten, wenn sie mit der Presse reden wollten. Und als Gouverneurin von Alaska erledigte Palin die Ausschreibung für ein Ölpipeline-Geschäft offenbar auch über ihre Privat-Korrespondenz, so dass das Geschäft schliesslich ganz und gar nicht so transparent ablief, wie Palin es bei ihrem Amtsantritt angekündigt hatte. Loyalitäten und Geheimniskrämerei «Interviews zeigen, dass Frau Palin immer eine Administration führte, die ganz und gar auf Loyalitäten und Geheimniskrämerei setzte», schrieb die renommierte «New York Post» unlängst. Der Hacker-Angriff und die offengelegten Mails scheint der Zeitung recht zu geben. Palins öffentliche Erklärung zur geplanten McCain/Palin-Administration – «Wir werden alles transparenter machen und attraktiver für jene gestalten, die dienen wollen» – erscheint jetzt umso faden