Mittwoch, 25. Juni 2008

UEFA machte sich unbeliebt

Die UEFA kam immer mehr in die Negativschlagzeilen. Stichworte: Werbeverbote, Medienzensur. Nun bringt dem grossen Goliath ein keiner David Aerger, der weh tut.

Ich zitiere 20 min.online:

Unbekannte führen «Krieg» gegen Uefa

«Liebsch Fuessball, hassisch d’Euro 08»: Die Kleber-Kampagne der Uefa-Rebellen von Zürich sorgen nun sogar im Ausland für Schlagzeilen.

Mit solchen Klebern wettert man gegen die Uefa.

Das Image der Uefa ist im Keller und der Unmut über den rigoros eingeforderten Territorialanspruch für ihre Sponsoren scheint ebenso zu wachsen wie die Anzahl negativer Schlagzeilen.

Haue gibts von allen Seiten – auch aus dem Untergrund: Auf der Strasse führt eine unbekannte Gruppierung einen regelrechten Guerilla-Krieg gegen die Uefa. ­Ihre Mittel sind Aufkleber, die sie an ­unzählige Briefkästen, Ampeln und Abfalleimer heften: «Liebsch Fuess­ball, hassisch d’Euro 08.» Der Schlag hat gesessen, denn mittlerweile sind sogar ausländische Medien auf den Knatsch aufmerksam geworden: Das Online-Portal des englischen Senders BBC bespielsweise berichtet über eine «klandestine Gruppe», welche die Zürcher Altstadt mit Anti-Uefa-Botschaften zukleistere. Titel der Story: «Ich hasse die Uefa.» Ebenfalls Bezug auf die «Euro-Rebellen» und ­deren Kleber-Kampagne nimmt die britische Zeitung «The Guardian» in einem Blog: Die Habgier der Organisatoren habe viele Bewohner der Gastgeberstadt verärgert, ist zu lesen.

Kommentar: Obschon die UEFA auf Gelassenheit spielt und auf Anfrage schrieb: «Die ­Uefa wird auf solche Aktionen nicht reagieren.»

Ich bin sicher: Intern gibt diese Aktion bei der UEFA Einiges zu reden. Die Stiche des kleinen Davids tun bestimmt weh.

Dienstag, 24. Juni 2008

Simonis-Klage: Eine lehrreiche Paparazzi Geschichte

Die Persönlichkeitsrechte und die Rechte für Journalisten, Photos von Promis zu veröffentlichen - ein Dauerthema. Es geht um einen Interessenkonflikt.

Spiegel-online publiziert heute eine aufschlussreiche Geschichte zu dieser Thematik:

Ex-Ministerpräsidentin Simonis: Ohne Erfolg in Karlsruhe
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DDP

Ex-Ministerpräsidentin Simonis: Ohne Erfolg in Karlsruhe

PAPARAZZI-STREIT

Simonis verliert gegen "Bild"

Shoppen mit Heide ist okay - und sie dabei zu fotografieren, kann sogar von zeitgeschichtlicher Relevanz sein. Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis ist mit einer Klage gegen Fotos in der "Bild"-Zeitung gescheitert, die die Politikerin nach ihrer Abwahl beim Einkaufen zeigen. Manchmal kommt auch einer Shopping-Tour zeithistorische Bedeutung zu.

An den unmittelbar nach Heide Simonis' Abwahl aufgenommenen Bildern, die sie beim Einkaufen zeigten, bestehe ein erhebliches öffentliches Interesse, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag.

"Wir sind der Auffassung, dass sich ein Politiker in einer solchen Situation auch unter Berufung auf sein Persönlichkeitsrecht nicht ohne weiteres der Berichterstattung entziehen kann", sagte die Senatsvorsitzende Gerda Müller in Karlsruhe.

Heide Simonis (SPD), Ex-Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, sah ihr Persönlichkeitsrecht verletzt, weil die "Bild"-Zeitung unter der Überschrift "Danach ging Heide erst mal shoppen" Fotos gedruckt hatte, die Simonis Stunden nach ihrer Niederlage am 27. April 2005 beim Shopping in Kiel zeigen.

Auch am Tag darauf warteten Fotojournalisten vor ihrer Wohnung und folgten ihr mit dem Auto. Simonis brach daraufhin einen geplanten Privatbesuch auf halber Strecke ab und fuhr wieder nach Hause. Die zuvor entstandenen Fotos wurden bis heute nicht veröffentlicht. Simonis klagte aber auf Auskunft, was auf den Aufnahmen zu sehen sei und welche Fotos vom Tag nach ihrer Abwahl sich noch im "Bild"-Archiv befinden.

Das Kammergericht Berlin sprach ihr im Juni 2006 diesen Anspruch auf Auskunft zu. Der BGH entschied dagegen in einem Grundsatzurteil, dass die Presse nicht verpflichtet ist, Prominenten unveröffentlichte Fotos zur Kenntnis vorzulegen, die ohne deren Einwilligung im Privatbereich entstehen. Auch die Klage auf Herausgabe der bisher unveröffentlichten Paparazzi-Fotos blieb damit erfolglos. BGH-Vizepräsidentin Müller machte deutlich, dass Politiker unter Umständen auch Privatfotos dulden müssen: "Hier geht es um einen Vorgang von historisch-politischer Bedeutung." Zwar müssten die Umstände berücksichtigt werden, unter denen die Aufnahmen zustande gekommen seien. Doch werde die Ex-Politikerin in einer unverfänglichen Situation gezeigt, die wohl nicht den Kernbereich der Privatsphäre betreffe.

Simonis' Anwalt Joachim Kummer hatte seine Klage auf das Vorgehen der Fotografen gestützt, und vor Gericht ausgeführt, wie der Ex-Ministerpräsidentin nachgestellt worden sei. Simonis sei vom Landeshaus über das Einkaufszentrum bis zum Wohnhaus regelrecht "observiert" worden. Ihren Fahrer habe sie deshalb zu "ungewöhnlichen Fahr- und Wendemanövern" veranlasst. Schließlich hätten die Fotografen sie im Kieler Einkaufszentrum "Sophienhof" bedrängt, "ständig wetterleuchteten die Blitzlichter", weswegen Simonis sogar auf die Anprobe eines Hosenanzugs verzichtet habe. Das Verhalten der Fotografen sei "skandalös" und nicht durch die Kontrollfunktion der Medien gerechtfertigt. "Die Presse soll der Wachhund sein, sie soll nicht der Jagdhund sein." "Bild"-Anwalt Thomas von Plehwe unterstrich dagegen die historisch-politische Bedeutung der Aufnahmen. Er erinnerte daran, dass der 27. April 2005 als Schlusspunkt einer schweren Niederlage von Simonis zu betrachten sei, da nur wenige Wochen zuvor deren Wiederwahl im März spektakulär gescheitert war:

"Wir haben es hier mit einem zeitgeschichtlichen Augenblick zu tun."

Zudem habe sich Simonis zuvor mehrfach mit ihren privaten Konsumgewohnheiten - etwa dem Besuch von Flohmärkten oder dem Sammeln von Tassen - selbst in der Presse präsentiert.

Simonis hat ein durchaus zerrüttetes Verhältnis zur "Bild". Im Juli 2006 zierte die Titelseite der "Bild" eine halbseitige Gegendarstellung der SPD-Frau. Darin widersprach der Anwalt der ehemaligen Ministerpräsidentin der "Bild"-Schlagzeile aus dem Mai: "Heide Simonis jetzt ins Dschungel-TV?"

Der Hintergrund: Im Frühjahr des Jahres war Simonis mäßig erfolgreich durch die RTL-Sendung "Let's Dance" getanzt, woraufhin "Bild" sie als "Hoppel-Heide" verhöhnt hatte. Zu "Dschungel-Heide" wollte die Ex-Politikerin nicht auch noch werden: Das Blatt hatte eine Fotomontage gezeigt, in der Simonis' Gesicht mit Maden bedeckt war. Ein paar Seiten weiter fanden sich Montagen, die Heide Simonis im Bikini, mit Jauche beschmiert oder auf einem elektrischen Bullen reitend zeigten.

Kommentar: Einmal mehr sehen wir bestätigt, dass man rechtzeitig die Grenze zwischen Privatheit und Oeffentlichkeit ziehen muss. Simonis war es, welche die Grenze verschob und bereits bei der RTL-Sendung "Let's Dance" öffentlich getanzt hatte, obschon sie nachträglich behaupten wollte, sie hätte nicht zugesagt.

Ferner zeigt sich , dass man mit einer Klage alte Geschichten nur unnötigerweise aufwärmt. Deshalb muss man sich gut überlegen, ob wir eine Klage einreichen wollen, weil dies kontraproduktiv sein kann. Ohne Simonis jüngste Intervention würden nämlich ihre alten Geschichten in diesem Blog auch nicht noch zusätzlich im Netz "verewigt".

1943 soll es in der Armee an der selben Stelle in der Kander schon einmal einen Schlauchbootunfall gegeben haben.

Quelle Blick- online:

Erinnerungen: Robert Rotzetter mit der «Schweizer Illustrierten»: Das Drama ­erinnert ihn an den Tod seines Bruders Josef. (Charly Rappo)

«Als ich die Fotos in den Zeitungen sah, war mir sofort klar: Das Armeeunglück vom 12. Juni passierte an genau der gleichen Stelle, an der auch mein Bruder im August 1943 ertrank. Oberhalb der Brücke zwischen Spiezwiler und Wimmis.» Robert Rotzetter (71) aus dem freiburgischen Rechthalten ist noch heute tief aufgewühlt, wenn er sich an den Tag erinnert, an dem der Dorfpfarrer die Todesnachricht vom älteren Bruder Josef überbrachte, der damals 21 Jahre alt war. Die Mutter habe «määrterlich prüelet», qualvoll geheult, erinnert sich Rotzetter, der in der zitternden Hand ein Foto hält, das den toten Bruder aufgebahrt in der heimischen Stube zeigt. «Ich kann den Schmerz der Angehörigen nachvollziehen und auch ihre Enttäuschung über die Armee.» Dass man nach 65 Jahren immer noch nichts dazugelernt habe, dass immer wieder junge Männer wegen «Dummheit, Sturheit und Blödheit von Vorgesetzten» sterben müssen, will ihm einfach nicht in den Kopf. Tatsächlich gleichen sich die beiden Unfälle bis ins Detail. Auch im August 1943 führte die Kander viel Wasser, am Vorabend waren im Oberland schwere Gewitter niedergegangen. Trotzdem befahl der Zugführer der Unteroffiziersschule in der Grenadierkompanie 1 seinen Leuten, den tosenden Fluss zu überqueren, und zwar in Vollpackung. «Den Namen des Zugführers will ich nicht nennen. Es geht mir nicht um persönliche Abrechnung», sagt Rotzetter. Aber dass er die Militärkarriere ungehindert fortsetzen konnte und danach im Freiburgischen «eine schöne Stelle» bekam, ärgert ihn noch heute. Das völlig unzureichend gesicherte Boot, in dem sein Bruder Josef sass, kenterte. Drei Soldaten stürzten ins Wasser. Zwei konnten sich an einem Seil ans Ufer ziehen. «Auch Josef hielt sich noch am Seil fest, erzählten mir seine Kameraden später. Aber dann riss ihn der Fluss mit.» Auch Josef habe man lange nicht gefunden, erzählt Rotzetter weiter. Obwohl zwei Kompanien nach ihm suchten. Der Kommandant habe nach Einstellung der Suche aber persönlich weiter die Kandermündung mit einem Schleppanker abgefahren. «Irgendwann erfasste der Anker dann die Packung zwischen dem Geröll und Josef konnte geborgen werden.» «Warum nur hat der Zugführer die Übung trotz Hochwasser nicht verschoben? Warum waren die ­Soldaten nicht gut gesichert?» Die Fragen Robert Rotzetters sind die gleichen wie die der Hinterbliebenen von heute. Und vor allem die eine zentrale Frage: «Warum duldet die Armee immer wieder tödlichen Leichtsinn?»

Starb in Uniform: Die Todesanzeige von Soldat Josef Rotzetter 1943. (Charly Rappo)

Der Unterschied: Der Unfall aus dem Jahre 43 ereignete sich bei einer Uebersetzübung der Armee. Das Bootsunglück mit den fünf Toten ist jedoch durch eine unbedachte, "unbewilligte" Aktion eines übereifrigen Kommandaten zurückzuführen. 1943 ging es nicht um eine truppenfremde "Plauschfahrt", die nachträglich vom VBS als Teamförderungsübung kaschiert wurde.

Wenn Kinder zu Tyrannen werden

Ein lesenswertes Interview - Tagi online gelesen:

Der Bonner Psychiater Michael Winterhoff warnt:

Die Kinder werden zunehmend zu Partnern der Eltern und Lehrer gemacht – und das überfordert sie. Ein pädagogisches Debakel droht.

Michael Winterhoff.
Michael Winterhoff.

Mit Michael Winterhoff sprach Alexandra Kedves

Er ist die Supernanny auf Wissenschaftsniveau: Michael Winterhoff, Kinderpsychiater in Bonn, Tiefenpsychologe, zweifacher Vater – und Verfasser eines Buches, das an die Spitze der deutschen Bestsellerlisten geschnellt ist. Auch Japan und Korea haben sich schon die Rechte an «Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit» gesichert. Seine Verbindung von freudianischer Kindheitsdeutung mit neuen neurologischen Erkenntnissen zum Lernprozess («nicht reden, sondern üben») bietet vielen die lang ersehnte Erklärung für die Misere daheim und in den Schulen. Mangelnde Leistungsfähigkeit, mangelnde Sozialkompetenz, immense Anspruchshaltung: Was Universitäten, Schulen und Firmen bei ihren Zöglingen zunehmend feststellen, führt der Psychologe auf eine fatale Verschiebung der hierarchischen Verhältnisse innerhalb der Familie zurück.

Die Klage «früher waren die Kinder braver, klüger, fleissiger» kennt man schon aus der Antike. Was ist heute anders?

Ich bin 1955 geboren, führe seit 1988 eine eigene Praxis – und meine Klientel hat sich in den letzten rund fünfzehn Jahren massiv verändert. Früher gabs vielleicht zwei, drei auffällige Kinder pro Schulklasse. Inzwischen sind es oft dreimal so viel, und die Störung, die vorliegt, ist meist die gleiche: ein Narzissmus, der vom Entwicklungsstand eines Zweijährigen zeugt. Alarmierend! Zweijährige als die Generation, die morgen am Ruder sein wird: Da sehe ich schwarz.

Woran machen Sie diesen Narzissmus fest?

Es zeigt sich schon beim ersten Gespräch: Ich betrete das Wartezimmer, der zehnjährige Patient in spe lümmelt am Boden und würdigt mich keines Blickes. Die Aufforderung, mir bitte zu folgen, muss ich mindestens einmal wiederholen. Und im Gespräch ist er cool wie ein kleiner Erwachsener oder wirkt wie behindert.

Das klingt nach ganz normalem Trotzkopf.

Mit zehn? Das ist nicht einmal mit fünf Jahren in Ordnung. Mit drei Jahren ist ein Kind in der Lage, den anderen, das Gegenüber zu erkennen. Die Fantasie, alle steuern zu können, und das Gefühl der eigenen Grenzenlosigkeit vergehen. Das Kind beginnt, Dinge für den übergeordneten Erwachsenen zu tun. Das reicht vom Tischdecken bis zum Hausaufgabenmachen. Meine These ist:

Das neurobiologische Training, das Menschen zum sozialkompetenten, leistungsfähigen und frustrationsresistenten Wesen macht, findet häufig nicht mehr statt.

Ihr Ziel ist der bindungsfähige Mensch mit gut entwickelter Gewissensinstanz, der in Arbeitskontexten funktioniert und seine Emotionen im Griff hat. Was ist da mit den Gefahren der (Über-)Anpassung?

Den Schritt zur echten Freiheit schafft man nur von gesichertem Terrain aus. Montessori-Schulen, allgemein Schulen mit offenen Konzepten und individuellem Förderansatz sind wunderbar für reife Kinder, die Regeln verinnerlicht haben. Für narzisstische Kinder sind sie meistens eine Katastrophe. Anpassung und wahre Kreativität sind keine Gegensätze.

Wieso hapert es heute mit der Reife?

Elternschaft hat sich historisch verändert. Bis zu den 68ern herrschte hier zu Lande ein autoritär-diktatorischer Erziehungsstil. Den will ich nicht schönreden: Da wurde viel kaputtgemacht, und heraus kamen devote Persönlichkeiten. Zwischen 1970 und 1990 gab es in den Mittelschichtsfamilien aber eine gute Synthese: Die Kleinkinder wurden angeleitet, den Jugendlichen wurde dann mehr Eigenverantwortung zugemutet. Ein Weg von Hierarchie zu Partnerschaft. Doch mit dem Wohlstand, der ja ironischerweise mit einer Verunsicherung einhergeht, verrutschte auch die Wahrnehmung des Kleinkinds. Es wurde Partner. Es soll alles haben: sich im Kindergarten je nach Neigung «verwirklichen», bei der Ferienwahl mitbestimmen usw.

Ist das so schlimm?

Noch schlimmer! Kinder im Alter von zwei, drei Jahren sind keine Persönlichkeiten. Sie werden erst welche unter richtiger Führung. Es ist tragisch für ganze Kindergenerationen, dass man Freud und Co. in die Mottenkiste geräumt hat: Sein Phasenkonzept hat durchaus Berechtigung; besonders Anna Freud hat Überzeugendes über den frühkindlichen Narzissmus als Durchgangsphase geschrieben. Neurologisch übersetzt: Die Kinder müssen früh ihre Sozialprägung trainieren, sozusagen eine «Nervenzelle Mensch» ausbilden. Ich kritisiere nicht die so genannte Overprotection oder die Wohlstandsverwahrlosung. Sondern immer mehr Kinder heute sind schlicht nicht gereift – und das gerade deshalb, weil sie nicht Kind sein durften!

Sie sind psychisch zweijährig – aber durften keine Kinder sein? Wie geht das?

Wie schwierig es ist, in der globalisierten Welt mit all den atomisierten Ich-AGs, die in einer Hire-and-Fire-Gesellschaft ohne sichere Werte durch den Alltag strampeln, psychisch zu überleben, sieht man am Nachwuchs. So viel Wohlstand und Wahlmöglichkeiten, gekoppelt mit so vielen Negativprognosen – in Sachen Umwelt, Arbeit, Sicherheit – hält kein Mensch aus. Wo liegt der Sinn? Also suchen manche nach dem Glück in der Elternschaft. Solche Eltern – nicht nur die Mütter – entwickeln eine symbiotische Beziehung zu ihren Kindern. Das kindliche Glück ist die letzte Perspektive, die ihnen noch bleibt in der diffusen Welt; der letzte Sinn. Diese Projektion aber führt zur Machtumkehr innerhalb der Familie. Diese Eltern tun alles, um geliebt zu werden – ja, sie brauchen es, dass das Kind sie im Hamsterrad seiner Bedürfnisse rennen lässt. Und sie bürden damit ihrem Kind eine Rolle auf, der es buchstäblich nicht gewachsen ist: Es ist eine Ersatzelternrolle.

Aber «Mutterliebe» ist seit dem 18. Jahrhundert ein Topos, und die Opferbereitschaft von Eltern gibt es schon in alten Mythen.

Darum geht es nicht. Die Kinder heute sind wie ein weiterer Arm der Mutter. Die Mutter merkt gar nicht, dass es stört, wenn ihr Fünfjähriger über Tische klettert, während man sich unterhält. Sie spürt seine Frechheit nicht. Vor zwanzig Jahren hatten Eltern, die in meine Praxis kamen, eine viel realistischere Einschätzung der Problematik und der Aussenwirkung ihrer Kinder als heute. Den Eltern fehlt das In-sich-Ruhen, das Abgegrenztsein und Sich-abgrenzen-Können. Sie leben mit ihren Sprösslingen in Symbiose. Der gesunde Instinkt wird dadurch überdeckt.

«Gesunder Instinkt», Narzissmus, Hierarchie. Das hört sich an wie aus einem anderen Jahrhundert. Ein Backlash?

Nicht in die schwarze Pädagogik. Aber in ein förderliches Verhalten – gestützt auf moderne Neurobiologie. Noch im 20. Jahrhundert liessen Eltern ihr Kind auch einmal warten und schreien. Mittlerweile wird man in Deutschland in der Strassenbahn beschimpft, wenn man nicht sofort das Fläschchen zückt. Überhaupt: die Flasche bei Dreijährigen oder sogar Fünfjährigen: Das hat es im Strassenbild vor zwei Jahrzehnten nicht gegeben. Diese Unsitte der Instant Gratification nagelt die Kinder in der narzisstischen Phase fest. Und die Schule tut ein Übriges dazu.

Was hat sich in der Schule verändert?

Alles: Man hat Gruppentische, hat offenen Strukturen mit wechselnden Betreuungspersonen, «Neigungsgruppen» ohne stabilen Klassenverband. Es gibt keine Hausaufgabenkontrolle, keine Noten, dafür Projektunterricht mit viel Freiarbeit, wo jedes Kind nach seinem Lerntempo arbeitet – oder eben nicht. Das ist fatal. Dazu sind gerade die unausgereiften, narzisstischen Kinder nicht in der Lage. Häufig steht hinter solchen Konzepten eine partnerschaftliche Sicht des Kindes: eine verkehrte Sicht! Für manche Lehrer ist dieser «Unterricht» zwar bequem. Für engagierte aber ist er ein Drama. Denn Grundschüler können nicht partnerschaftlich angeleitet werden. Die meisten brauchen klare Anweisungen und die enge Beziehung zu einer starken Lehrperson, für die sie arbeiten. Gehorsam ist nicht etwas Eingedrilltes, kein «Kadavergehorsam», sondern das natürliche Verhalten von Heranwachsenden gegenüber einer überzeugenden Leitfigur.

Was ist mit der Freude an der Sache?

Interessengeleitetes ernsthaftes Arbeiten kommt in der Entwicklung viel, viel später; den narzisstischen Kindern ist es gar nicht möglich. Der heutige Unterricht verstösst damit eklatant gegen neurologische Erkenntnisse. Also hat man einfach die Erwartungen heruntergeschraubt. In Nordrhein-Westfalen etwa musste ein Grundschüler früher 4000 Wörter schreiben können; heute sind es 1000. Was das bedeutet, sieht man an der Pisa-Studie. Und ein Symptom ist auch die zunehmende Suchtproblematik im Jugendalter: Das nicht ausgereifte Kind kann den Verführungen solcher Kurzzeitbefriedigungen viel schlechter widerstehen.

Was tun?

Mein Buch ist weder Schuldzuweisung noch Ratgeber. Aber Therapie ist möglich: Eltern wie Schulen müssen nachfassen.

Michael Winterhoff: Warum unsere Kinder Tyrannen werden Oder: Die Abschaffung der Kindheit. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008

Kommentar: In allen Beiträgen auf unseren Seiten in rhetorik.ch vertraten wir bei Themen, Erziehung, Jugendgewalt usw. seit Jahren die Meinung, dass weder die autoritäre noch die permissive Erziehung richtig ist. Unsere Botschaft war immer:

Wertschätzung des Kindes

Präsenz ist wichtig

auch die Konsequenz

und das situative flexible Verhalten

Eine geregelte Struktur und sinnvolle Spielregeln erleichtern die Erziehungsarbeit.

Eindeutig falsch finden wir:

Wenn Kinder sich selbst überlassen bleiben

Wenn Kinder überfordert werden, indem sie beispielsweise schon im Vorschulalter selbst über alles entscheiden müssen (Essen, Kleider, Bettruhe usw.)

Sonntag, 22. Juni 2008

Beni Thurnheer inszeniert medial seine Trennung im Blick und beweist seine Fähigkeiten im Umgang mit Medien.

Hier das Interview aus dem Blick:

Blick: Herr Thurnheer, warum ist Ihre Ehe nach so vielen Jahren zerbrochen? Bernard Thurnheer: Meine Frau und ich haben uns auseinandergelebt. Als unsere beiden Söhne grösser wurden, ging Daniella halbtags arbeiten. Wir haben dann herausgefunden, dass wir keine gemeinsamen Interessen mehr haben. Am Ende führten wir eine Art «WG unter einem Dach». Unsere Ehe dümpelte dahin – so wie das in vielen Schweizer Ehen passiert. Gab es einen Zeitpunkt, wo sich die Trennung ankündigte? Nein, es war ein schleichender Prozess. Ich kann nicht mal mit Sicherheit sagen, ob alles vor fünf oder zehn Jahren begann. Lange hielten uns die Kinder zusammen. Je grösser diese aber wurden, desto mehr entfielen die gemeinsamen Aufgaben. Anfangs war es ja ohnehin vor allem Daniella, welche sich um die Erziehung kümmerte. Als dann der Grössere auszog und auch das Studium des Jüngeren an der ETH weit fortgeschritten war, ist die letzte ­gemeinsame Basis weggefallen. Hatten Sie Streit? Nein, wir lebten ja lange noch zusammen. Aber dann spürten wir immer mehr, dass es keine gemeinsamen Berührungspunkte mehr gibt. Irgendwann kam der Punkt, wo wir uns gefragt haben: Wollen wir weiterhin so viel Rücksicht ­aufeinander nehmen – oder ist es besser, getrennte Wege zu gehen. Sie stecken in einem wichtigen Sportjahr, sind viel auf Achse. Ist das der Grund für die Trennung? Ja, das war sicher ausschlaggebend. Wir sagten uns: «Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen!» Ich bin ja während der Euro nicht oft zu Hause – und an den Olympischen Spielen auch nicht. Ihre Frau soll ausgezogen sein... Ja, das ist richtig. Dabei spielten sicher praktische Überlegungen eine Rolle. Wir haben ein Haus zusammen und eine Ferienwohnung. Meine Frau ist jetzt in eine Wohnung gezogen, etwa 20 Kilometer von ­unserem Haus entfernt.

Kommentar: Das Blickinterview war geschickt inszeniert. Weshalb muss Beni Thurnheer zu dieser Inszenierung ein Lob als Kommunikatinssprofi ausgesprochen werden? Er lieferte eine Exklusivstory zu richtigen Zeit im richtigen Medium und so wurde im Nachhinein nirgends gedreckelt. Das kommt nicht von ungefähr! Die Gründe liegen auf der Hand:

Der Titel des Interviews lautete:

«Vielleicht wäre ein grosser Krach ab und zu gut gewesen»
17.06.2008

Ehe-Aus nach 28 Jahren: Beni Thurnheer (58) und seine Frau Daniella (49) haben sich getrennt.

In einem Beitrag von K.E. Merki in SONNTAG Nr. 25 werden einige Gründe aufgeführt, weshalb Kommunikator Thurnheer in eigener Sache eine gute Note verdient. Nach SONNTAG hat Beni jahrelang die perfekte Ehe zelebriert. Ich lobte verschiedentlich Thurnheers vorbildiche Zurückhaltung hinsichtlich Homestorys.

Im Interview vom 17. Juni sagte der bekannte Fernsehmann:

"Mein Beruf fasziniert mich, frisst all meine Energien auf. Für die Beziehung bleibt da wohl einfach zu wenig übrig."

Das Interview trug den Titel:

"Vielleicht wäre ein grosser Krach ab und zu gut gewesen."

Ich teile die Auffassung des Autors in SONNTAG, dass Beni das Exklusivinterview bewusst inszeniert hat, damit er die Information in der Hand hat.

Und nun zu Frage: Weshalb hat Beni die Bekanntgabe der Trennung hervorragend gemanagt?

Das richtige Medium zur richtigen Zeit

Weil die Geschichte dem Blick exklusiv offeriert wurde, verhinderte Thurnheer, dass das Boulevardblatt nach schmutziger Wäsche Ausschau hielt.

Der richtige Zeitpunkt

Mitte Juni war das Publikum von der Euro 08 abgelenkt.

Die richtige Form

Bei der Interviewform konnte der Interviewpartner jedes Wort, jede Satz kontrollieren.

Die richtige Rollenverteilung

Gemeinsam - noch vor der Trennung - kam es zu keinen widersprüchlichen Aussagen, vor allem zu keinen Schuldzuweisungen zwischen den Betroffenen.

Als Kommunikationsprofi wusste Beni Thurnheer, dass sich eine kriselnde Ehe unter Promis nicht lange unter dem Deckel halten lässt.

Das offenisve Verhalten war richtig.

--> Weil Beni offen und auskunftfreudig war, war die Presse auch nachsichtig . Die Zeitungen übernahmen meist die Worte aus dem Blick-Interview. Kein Nachfragen - keine weiteren Nachforschungen.

-->Beni wurde längere Zeit als Moderator kritisiert, er sei unkonzentriert usw. Mit dem Geständnis, dass ihn die Ehe-Krise belastet habe, erhielt die Bevölkerung eine glaubwürdige Erklärung für die mangelhafte Form im Job.

Beni Thurnherr verdient tatsächlich eine Spitzennote als Kommunikator für seine raffinierte, mustergültige Inszenierung.

Sportreporter: Weshalb so giftig?

Aerzte würden sich nie gegenseitig fertig machen. Weshalb Sportreporter - vor allem der ältere Garde - die derzeitigen Co-Kommentatoren öffentlich so bösartig in die "Pfanne hauen", erstaunt mich. Ist es purer Neid, dass Allain Sutter beim Publikum so gut ankommt? Für mich ist bei Analysen und Beurteilungen immer der Adressat - in diesem Fall- das Publikum massgebend. Und Alain Sutter kommt bem Fernsehpublikum gut weg. Ich schätzte immer seine Natürlichkeit.

Zitat So-blick-online:

< Polarisierend: Alain ­Sutter (r.) und Matthias Hüppi. (EQ Images)

TV-Urgestein Karl Erb (82) nimmt kein Blatt vor den Mund:

«Sein Geschwafel ist zum Haareraufen, die sogenannten Analysen sind voller Plattitüden, sie tönen wie wichtig vorgetragene Schulaufsätze.»

Alain Sutter (40), Fussballanalytiker beim Schweizer Fernsehen, zu sehen in jeder Spielpause und nach Spielende, zusammen mit Matthias Hüppi (50), polarisiert Fans wie Experten. Optisch ist der Ex-Nationalspieler durchaus ein Ereignis: wohlgeföhntes, schulterlanges Haar, gepflegter Kinnbart. Sutters fachliche Eignungen jedoch beurteilt Erb wie folgt: «Nichts weiter als dumpfes Palaver!» Sutter sei eine farblose Figur, kritisierte er bereits in der Gratiszeitung «News». Auch weil er stets dieselben Ausdrücke wie «fokussiert sein» benutze.

Sekundiert wird Erb von Maximilian Reimann (66). Der heutige Ständerat war 15 Jahre für die SF-Sportabteilung tätig. «Ich kann die Worthülsen gewisser Spielanalysten und Co-Kommentatoren nicht mehr hören. Auch ihr Drang zur Selbstdarstellung geht mir zu weit», sagt er. «Sobald sie anfangen, sich gegenseitig Bestätigungen zuzuschieben, wechsle ich den Kanal.» Bis zu 400000 Schweizer tun es ihm gleich. In der Halbzeit schalten sie den Fernseher ganz aus – oder wechseln zu den Programmen von ZDF oder ORF (siehe Grafik). «Der Zuschauerrückgang findet lediglich während der Werbeblöcken statt», relativiert SF-Sprecher Urs Durrer (37). «Danach kehren die Zuschauer wieder zum SF zurück. Und das so zahlreich wie noch nie», sagt Durrer, «was eindeutig für unsere Kommentatoren spricht». Tatsächlich war das Interesse an einem Fussballturnier niemals grösser als bei der Euro 08: 88 Prozent der Zuschauer, welche die Spiele in der Deutschschweiz bislang mitverfolgt haben, schauten sie sich im SF an. «Es gibt keinen Grund, über personelle Konsequenzen nachzudenken», verteidigt Durrer die Moderatoren.

«Wer im Rampenlicht steht, muss mit Kritik rechnen.» Diese kommt nicht nur von ehemaligen TV-Stars wie Jan Hiermeyer (78), der «sofort umschaltet, wenn es zu fahrig wird».

Urs Meier (49), früherer Spitzenschiedsrichter und aktueller ZDF-Kommentator, sieht die Sache pragmatisch:

«Fernsehen ist ein kurzlebiges Format mit grossen Abnützungserscheinungen. Irgendwann hat man jedes Gesicht gesehen.» Sutter nimmt er in Schutz. «Er arbeitet hart an sich. Aber wie heisst es so schön: Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.» Meiers Vertrag mit dem ZDF läuft nach der Euro 08 aus. «Ich bin offen für ein Angebot aus der Schweiz.» Für das SF ist der beliebte und TV-erprobte Aargauer Schnelldenker aber noch kein Thema. «Wir haben ihn nicht kontaktiert», so Durrer.

«Sein Geschwafel ist zum Haareraufen!»

Kommentar: Ich bin sicher, dass sich so ein Titel gut vermarkten lässt. Er weckt Aufmerksamkeit und wird gelesen. Giftige Bemerkungen sind ein gefundenes Fressen für die Presse. Schadenfreude ist auch im Spiel. Wenn ein Ex- Fussballer Konkurrent von Moderatoren wird, so muss dies Ex - Kommentatoren schmerzen. Doch finde ich die Ausserungen der Ex- Kommentatoren so peinlich, wie wenn Ex- Bundesräte die derzeitige Regierung kritisieren. Schweigen wäre Gold gewesen.

< Willy Kym: «Die ­heutigen Rahmenprogramme interessieren mich alle nicht mehr» (ZVG)

Karl Erb: «Die sogenannten Analysen sind voller Plattitüden, sie tönen wie Schulaufsätze». (ZVG)

Maximilian Reimann: «Ich kann die Worthülsen gewis­ser Spielanalysten und Co-Kommentatoren nicht mehr hören» (ZVG)

Ich bin überzeugt, dass die aktiven Sportreporter und Sportkommentatoren solche Worte nie öffentlich ausgesprochen hätten, so wie es die ehemaligen Konkurrenten in den Medien tun.

Aufnahmen Sobli - 29.6.08:

1988 (RDB/Felix Widler)

1992 (RDB/Reto Hügin)

1994 (RDB/ASL)

2000

2004 (RDB/SI/Marcel Noecker)

2005 (RDB/Sven Thomann)

2008:

Alain Sutter: «Ich hatte viele Schmerzen, viel Ärger und Drama» (Goran Basic)

Freitag, 20. Juni 2008

Merkel: Die heimliche Medienkanzlerin

Schröder war bislang der ausgefeilteste Medienprofi. Er galt als der Medienkanzler, auch Brioni-Kanzler genannt. Dann kam Angela Merkel. Sie schien den Medien gegenüber sehr zurückhaltend zu sein. Im Spiegel 25/08 ist im Beitrag "Det is keen Bild hier", wie Merkel die Medien in den Griff kriegte und insgesamt viel ausgefeilter mit der Presse umgeht als Schröder.

Merkels Medienstrategie

NAch dem Spiegelbeitrag schafft Merkel Anlässe, baut Erwartungen auf, um geheime Bereichterstattungen und gute Bilder zu generieren. Für das Bild Merkels zu Rettung des Klimas (vor einem kalbernden Gletscher) sei sie nach Grönland geflogen.

Abschon die Mächtigste der Welt die Klimaziele bereits vergessen haben, bleibt das Bild Merkels mit den acht Mächtigsten der Welt - im grössten Strandkorb der Welt - verewigt.

Die Kanzlerin verfasst angeblich Drehbücher mit detaillierte Angaben zur Lichteinstellung, Aufnahmewinkel, Distanz. Sie will alles unter Kontrolle haben. Si beschäftigt ein ganzes Optik-Team:

Petra Kelles als Stylistin. Medienberaterin Eva Christiansen und Beate Baumann, als Büroleiterin. Auch Bürosprecher Ulrich Wilhelm gehört mit zum Team.

Die Propagandamaschinerie des Bundespresseamtes kostet allein 80 Millionen Euro im Jahr.

Merkel überlässt nichts dem Zufall. Es ist tatsächlich spannend zu beobachten, welche Bilder es gibt und welche nicht. Die Kanzlerin wünscht nur Gefälliges über sich. Sie will keine Aufnahmen im Gehen, von Hinten oder von der Seite!

Wer sich nicht an diesen Wusch hält wird angeschnauzt. Sie schätzt auch keinen langen Objektive.

Der Gipfel der Selbstinszenierung war das Bild mit dem ausgeschnittenen Ballkleid (Opernbesuch in Oslo).

Fazit:

Merkel arbeitet viele stärker als ihr Vorgänger mit den Medien. Als DDR Regierungssprecherin lernte sie es schon: Nur wer die öffentliche Meinung gewinnt, d.h. nur wer in der veröffentlichen Meinung überzeugen kann, setzt sich langfristig durch. Die neue Bundeskanzlerin überlässt deshalb nichts dem Kalkül. Sie weiss ganz genau, welch symbolhafte Wirkung Bilder haben.