Sonntag, 15. Juni 2008

UEFA: ZENSUR BEI DEN EURO SPIELEN!

Quelle standard.at:

TV-Anstalten wehren sich gegen Zensur der UEFA

Flitzer, bengalisches Feuer: Zuschauern wurden Bilder vorenthalten - ORF-Infodirektor Oberhauser: "Tiefere Problematik"

Wer die EURO 2008 im Fernsehen verfolgt, sieht nicht alles. Die Bildauswahl trifft der Europäische Fußballverband (UEFA) bekanntlich als Veranstalter selbst. Und achtet dabei darauf, dass keine unliebsamen Szenen ausgestrahlt werden.

Nachdem der ORF schon vor der EURO auf diese Problematik hingewiesen hatte, hat sich nun in der Schweizer "Sonntagszeitung" auch SRG-Chef Armin Walpen dagegen verwehrt.

"Wir lehnen jede Zensur von Sportveranstaltungen ab."

Große Sportverbände versuchten zunehmend, sich mit eigenen Produktionsfirmen die Hoheit über Bild und Ton zu sichern. Dies sei wegen des Informationsauftrags der SRG und der journalistischen Unabhängigkeit "mehr als problematisch". Walpen will deshalb bei der UEFA schriftlich intervenieren.

"Tiefere Problematik"

Die ZEnsur hat eine tiefere Problematik und man muss überlegen, ob man das weiter so akzeptieren kann", sagte Oberhauser am Sonntag und kündigte an, das Ganze nach der EURO zum Thema machen zu wollen.

Immerhin sei auch die FIFA wieder zur EBU zurückgekehrt, so Oberhauser:

"Es kann nicht sein, wenn eventuell etwas passieren würde und wir können das nicht herzeigen." Dies stünde im Widerspruch zum Auftrag, umfassend und informativ zu berichten, betonte Oberhauser und bekam Unterstützung von ORF-Sportchef Hans Huber.

"Natürlich ist das nicht gut und wir werden der UEFA jetzt ganz genau auf die Finger schauen!" Durch den UEFA-Vertrag seien dem ORF aber die Hände gebunden, so Huber.

Publikumrat: "Bedenklich"

"Bedenklich" findet Othmar Kempf, Präsident des Publikumsrats der SRG, das Verhalten der UEFA. Er hofft, dass das Schweizer Fernsehen genügend Spielraum aushandeln konnte, damit die redaktionelle Freiheit nicht verloren geht. "Sonst fühle ich mich als Zuschauer desinformiert oder sogar manipuliert."

Für Peter Studer, den ehemaligen Präsidenten des Schweizer Presserats, "entpuppt sich die UEFA nicht nur als habgierig, sondern auch als kleinlich und kontrollwütig". Leider sei die "unjournalistische Bildzensur" von Sportbildern kein neues Phänomen. Aus dem Unterhaltungsbusiness höre man immer wieder Klagen, dass Bilder vor der Publikation PR-Beratern oder den Stars vorgelegt werden müssten.

Es sei zwar verständlich, dass die UEFA keine "Bilderflut von hässlichen Ausschreitungen will" und die Zuschauer nicht in erster Linie Pöbeleien sehen wollten, räumt Studer ein. Trotzdem müssten die TV-Anstalten selber entscheiden können, was sie ausstrahlen, findet auch die Zürcher Werbestrategin Daniela Bemberg: "Es kann nicht sein, dass matchrelevante Szenen dem Publikum vorenthalten werden." So oder so sei die Vermarktungsspitze der EURO mit der Austragung 2008 erreicht. "Das gilt sicher auch für die TV-Stationen, welche die Übertragungsrechte zu hohen Preisen erstehen müssen, um dann zensurierte Bilder zu erhalten." (APA)

Kommentar: Ich frage mich, wer befugt ist, der finanzstarken und übermächtigen UEFA die Stirne zu bieten, damit sie sich nicht weiterhin wie das diktatorische China gebärden kann, und unliebsame Bilder einfach beliebig herausschneiden kann, so wie es Peking bei den Demostrationen für Tibet machen konnte. Nach dem Motto: Was wir nicht sehen wollen, zeigen wir nicht! Wenn es nicht gezeigt wird, dann existiert es auch nicht. Ich warte auf den Protest der Verfechter der Pressefreiheit.

Fussball Nachrichten:

. Angeblich wurden dem Zuschauer Bilder aus dem Spiel zwischen Österreich und Kroatien vorenthalten, wo Zuschauer Fahnen verbrannt hatten.

Auch ein kroatischer Fan, der auf dem Rasen des Ernst-Happel-Stadions gelaufen war, war im Fernsehen nicht zu sehen. Die Europäischen Fußball-Union hat die Kontrolle über die TV-Bilder in den acht EM-Stadien.

Diese Szene war nicht

im Fernsehen zu sehen.

Ausser 40 Kameras sind alle UEFA gebunden!

Fortsetzungsgeschichte aus Sonntag-online 22. juni:

Olympia: SRG zieht sich bei Zensur zurück

An der EM wurden den Fernsehzuschauern heikle Bilder aus den Stadien vorenthalten. Laut SRG-Generaldirektor Armin Walpen ist diese Zensur harmlos im Vergleich zu dem, was an den Olympischen Spielen in China geschehen könnte. Sogar ein Boykott ist denkbar.

SRG-Generaldirektor Armin Walpen erhielt viele zustimmende Reaktionen von öffentlich-rechtlichen Sendern aus ganz Europa, nachdem er in der «Sonntags-Zeitung» gesagt hatte, die SRG lehne «jede Zensur bei Sportveranstaltungen» ab. Jetzt unterstreicht Walpen im Gespräch mit dem «Sonntag» jedoch, die Uefa-Geschichte sei ein «isolierter Vorfall von untergeordneter Bedeutung» und es sei «nicht angebracht, die Uefa für alles Böse dieser Welt verantwortlich zu machen». Seine Kritik habe er «nicht zuletzt mit Blick auf die Olympischen Spiele in Peking» geäussert, so der Generaldirektor. Auch in China – dessen kommunis-tische Regierung keine Pressefreiheit kennt – müssten die SRG-Medien unabhängig berichten können. In zwei Punkten werde sich besonders zeigen, ob diese Voraussetzung erfüllt sei: «Kann das Dopingthema frei abgehandelt werden? Und werden die Journalisten in ihrer Arbeit generell nicht behindert?»

Für Walpen ist wichtig, dass beide Punkte erfüllt sind. Behinderungen der journalistischen Arbeit, durch wen auch immer, seien abzulehnen. «Die SRG müsste bei schwerwiegenden Vorfällen grundsätzliche Überlegungen hinsichtlich der medialen Abdeckung machen», sagt Walpen. Das bedeutet im Klartext: Wenn die Unabhängigkeit nicht gewährleistet ist, könnte die SRG die Berichterstattung aus Peking stoppen. Die SRG-Mitarbeiter würden sich dann aus China zurückziehen. Um die Lage vor Ort beurteilen zu können, ist Walpen zum Teil selber am Grossanlass präsent. Für den SRG-Generaldirektor stehen der Informationsauftrag und die journalistische Unabhängigkeit seines Unternehmens im Vordergrund. «Darauf beruht unsere Glaubwürdigkeit, und zu dieser müssen wir Sorge tragen», betont Walpen. In Gefahr sieht er die Unabhängigkeit, weil grosse Sportverbände bei den Veranstaltungen möglichst viele Einnahmen erzielen wollen, sei es durch Werbung oder andere kommerzielle Aktivitäten. Und je positiver ein Anlass über die Sender geht, umso grösser ist das Einnahmepotenzial. Wenn Hooliganismus, Dopingfälle usw. «ausgeblendet» werden, ist der Werbewert des Anlasses grösser. Walpen wünscht sicH, dass die Sportverbände (Uefa, Fifa, IOC) und die öffentlichen Medienunternehmen an einen Tisch sitzen, um diese Problematik «grundsätzlich zu diskutieren und um sich allenfalls auf bestimmte Rahmenbedingungen zu einigen». Wichtig sei, dass die Bildauswahl grundsätzlich bei den Medien liege, nicht bei den Verbänden. Die Produktion der Bilder durch die Verbände und durch von ihnen beauftrage Dritte sei für die Rundfunkveranstalter unter Umständen wirtschaftlich schmerzhaft, «aber zu akzeptieren und weniger problematisch».

(mz/owa)

(Foto: Urs Bucher) SRG-Generaldirektor Armin Walpen.

Immunitätsprobleme mit Nationalräten

Bei Nationalrat und SVP Präsident Brunner soll die Immunität aufgehoben werden, weil er angeblich geheime Akten dem Alt-Bundesrat Blocher zukommen liess und nun wird dies auch beim grünen Nationalrat gefordert- aber aus einem anderen Grund:

aus 20 min- online:

15.06.08; 16:11 Pub. 15.06.08; 15:49

TCS attakiert Anti-Offroader-Tatoo von Girod

Der TCS will die parlamentarische Immunität des Zürcher Nationalrats Bastien Girod (Grüne) aufheben lassen. Die Organisation wirft Girod wegen seiner Kampagne gegen Offroader Urheberrechtsverletzung und unlauteren Wettbewerb vor.

Um das Tatoo auf diesem Plakat streiten sich Girod und TCS.

Der 27-jährige Politiker bittet den TCS nun, die Strafanzeige zurückzuziehen. Denn, so hält er in einer Mitteilung vom Sonntag fest, dem TCS würden aus der Strafanzeige kaum Vorteile erwachsen, das Beharren darauf beanspruche aber «die Zeit des Angeschuldigten, der Rechtskommission und des Parlaments - Zeit, die weiss Gott besser verwendet werden könnte». In der umstrittenen Kampagne präsentiert sich Girod - in Anlehnung an eine Werbekampagne des TCS - mit verschränkten Armen und einem Anti-Offroader-Tattoo. Am 18. Juli 2007 hatte die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine Nichteintretensverfügung gegen die Strafanzeige des TCS erlassen. Dagegen hat die Organisation Rekurs eingelegt. Quelle: AP

Donnerstag, 12. Juni 2008

Schweizer Armee: Erneut ein grosser Unfall:

Nagelprobe für die Armee in einer Krise

Vor einem Jahr - nach dem Jungfraudrama - versagte die Armeeführung in der Krisenkommunikation. Heute kam es erneut zu eine, grossen Unfall. Bestehen nun die Verantwortlichen die Nagelprobe beim Kommunikationsverhalten?

Zitat Tagi-online:

12. Juni 2008,

Weitere Todesopfer nach Militärunfall geborgen

Ein Bootsunglück der Armee im Berner Oberland hat möglicherweise fünf Todesopfer gefordert. Drei Tote und fünf zum Teil schwer Verletzte wurden geborgen. Zwei Soldaten werden noch vermisst. Viele Fragen sind offen.

Erneut verunglücken Armeeangehörige im Berner Oberland.

Keystone Erneut verunglücken Armeeangehörige im Berner Oberland.

Der Bootsunfall ereignete sich am späten Vormittag auf der Kander bei Wimmis, wie die Armee an einer Medienkonferenz in Spiez bekannt gab. Insgesamt zehn Personen waren mit zwei Booten unterwegs. Bei den Betroffenen handelt es sich um Angehörige der Lufttransportabteilung 3 (LT Abt 3). Laut Otto von Allmen von der Kantonspolizei Bern alarmierte ein Armeeangehöriger die regionale Einsatzzentrale um 11.10 Uhr, dass zwei Gummiboote in der Region Hondrich/Spiez gekentert seien.

Bislang sind viele Fragen offen, etwa bezüglich Ausrüstung der Gruppe und deren Auftrag. Offenbar handelte es sich um eine Übung im Rahmen einer internen Weiterbildung. Die Lufttransport-Sicherungskompanie 3 hat ihren Standort in Wimmis. Ihr Auftrag ist es, den Militärflugplatz Alpnach und Tagesstandorte der LT Abt 3 zu sichern. Korpskommandant Walter Knutti sagte, Bootsfahrten seien nicht «das tägliche Brot» dieser Einheit.

Nicht aussergewöhnlich viel Wasser

Auch zum genauen Unfallhergang und zur Ursache machte die Armee keine Angaben. Im betroffenen Teilstück der Kander gibt es Schwellen.

Ob der Fluss auf diesem Abschnitt gefährlich zu befahren sei, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, ebenso die Wetter- und Wasserverhältnisse zum Unfallzeitpunkt, sagte Knutti.

Schmids Anteilnahme

«Es ist ein weiterer trauriger Tag für die Armee», sagte Armeesprecher Felix Endrich am späten Nachmittag vor den Medien in Spiez.

Verteidigungsminister Samuel Schmid, der wegen dem Unglück seine Teilnahme am KFOR-Treffen in Brüssel absagte, sprach den Angehörigen des Verstorbenen, der Verletzten und der Vermissten im Namen des Bundesrates seine Anteilnahme aus. Er sei traurig und erschüttert, sagte Schmid vor den Medien und zitierte aus dem Kirchenlied «Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen».

Nach dem Lawinenunglück im Jungfrau-Gebiet vor einem Jahr sei die Armee erneut von einem schweren Unfall betroffen. Er bedaure dies zutiefst, sagte Schmid. Die Militärjustiz werde die Umstände so rasch wie möglich erhellen. Das Unglück im Jungfraugebiet hatte sechs Armeeangehörige in den Tod gerissen.

Ermittlungen aufgenommen

Der genaue Unfallhergang ist Gegenstand der Ermittlungen. Diese werden vom militärischen Untersuchungsrichter Michael Leutwyler geleitet, wie Silvia Schenker, Sprecherin der Militärjustiz, sagte. Nähere Angaben, insbesondere auch zur Einstiegsstelle der beiden Boote, wurden zunächst nicht gemacht. Die Boote konnten aber bis am Abend nicht aus den Wasserwalzen vor den Flussschwellen der Kander geborgen werden.

Der Tagesanzeiger publiziert auch noch eine Liste vergangener schlimmer Militärunfälle:

Die schlimmsten Armee-Unglücke seit 1970

12. Juli 2007: Bei einem Lawinenunglück in der Jungfrau-Region werden sechs Armeeangehörige in den Tod gerissen.

12. Oktober 2001: Eine Alouette III der Schweizer Luftwaffe touchiert bei Montana (VS) ein Kabel und geht beim Aufprall in Flammen auf. Die vier Insassen kommen ums Leben.

25. Mai 2001: In Delsberg touchiert eine Alouette III ein Kabel und stürzt ab. Der Pilot und drei Grenzwächter sterben.

12. November 1997: Ein Pilatus Turbo-Porter PC-6B stürzt während einer Militärübung im Simmental (BE) ab. Der Pilot und die vier Passagiere kommen ums Leben.

22. Juni 1994: Ein ziviler Helikopter stösst am Unteren Mönchsjoch (BE) mit einem Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee zusammen und stürzt ab. Ein britisches Ehepaar und der Pilot sterben.

27. April 1993: Ein PC-6 Porter der Armee gerät wegen eines Pilotenfehlers in Föhn-Turbulenzen und prallt in eine Felswand am Finsteraarhorn (BE). Drei Menschen sterben.

2. November 1992: Sechs Personen sterben bei der Explosion einer Kaverne des Munitionssprengplatzes Steingletscher am Susten (BE).

1990 bis 1993: Bei mehreren Handgranaten-Unfällen kommen insgesamt vier Wehrmänner ums Leben, mehrere weitere werden verletzt.

26. Mai 1987: Bei der Kollision eines italienischen Autos mit einem Armee-Camion der Armee sterben in einem Tunnel der A2 bei Amsteg (UR) drei Personen.

23. Oktober 1985: Ein Militärhelikopter Alouette III touchiert bei Rothenthurm (SZ) Bäume und stürzt ab. Drei von vier Insassen werden getötet.

August 1983: Vier Wanderer werden von einem explodierenden Blindgänger unterhalb Unterbäch (VS) tödlich verletzt. Bei Flums (SG) erleiden drei Spaziergänger dasselbe Schicksal.

21. Oktober 1982: Der Absturz eines Militärhelikopters Alouette III in der Region Säntis in der Innerschweiz fordert sechs Todesopfer.

24. Februar 1970: In Reckingen (VS) sterben beim schwersten Lawinenunglück der Schweiz des 20. Jahrhunderts 30 Personen, darunter 19 Armeeangehörige.

Kommentar: Heute Abend hörte ich im Auto die Aussage von Korpskommandant Walter Knutti im Radio. Das Statement überzeugte mich, denn er sprach keine Vermutungen aus, so wie es Armeechef Keckeis nach dem Jungfraudrama vor einem Jahr gemacht hatte. Knutti sagte ehrlich, dass er vorläufig nicht mehr wisse über die näheren Umstände und informierte nur über das was man wusste. Er zeigte seine Betroffenheit und versprach den Sachverhalt zu untersuchen. Ich gehe davon aus, dass er dies auch tun wird.

Nur Presssprecher Endrich liess sich auf Vermutungen ein und vermutete, vielleicht hätte die Truppe auch eine Uebung gemacht, die nicht zum eigentlichen Auftrag gehört. Zum Beispiel ein Uebung zur Teamförderung.

Endrich scheint somit von Jungsfraudrama nicht viel gelernt zu haben. Sein Nachsatz: Es ist wichtig, dass.....(es folgte die Kondulation und der Gedanke, dass man mit den Angehörigen mitfühle) trug er mit einer dunklen Sonnenbrille vor (Augen versteckt) mit einem Mäppchen sein sichtbares Bäuchlein verdeckend. Die Wirkung dieser Aussage im Schweizer Fernsehen (Schweiz AKTUELL) war nicht glücklich. Das Votum überzeugte nicht. Es wirkte so, als sei der Nachsatz nur wichtig, dass man es noch sagt, weil es sich so ziemt.

Kommunikation ist Chefsache. Bundesrat Schmid lebte dies vor. Als Verteidigungsminister kehrte er nach Bern zurück und trat sofort an die Oeffentlichkeit und informierte so, wie es gemacht werden muss. Keine Vermutungen. Keine Schuldzuweisungen. Wir werden das Informationsmanagement der Schweizer Armee weiter verfolgen.

blick-online:

Korpskommandant Walter Knutti, Chef der Schweizer Luftwaffe, spricht über das Kander-Drama.
Da es Sache der Militärjustiz sei, den Unfall und seine Gründe zu untersuchen, wolle die Armee vor allem über den Stand der Suche nach den zwei Vermissten und über die verletzten Armee-Angehörigen informieren, sagte Sprecher Felix Endrich heute an der Pressekonferenz. Die Ausführungen dazu machen keine grosse Hoffnung:

«Wir haben keine neuen Erkenntnisse über den Verbleib der Vermissten», sagte Otto von Allmen, Chef der Regionalpolizei und Koordinator der Suchaktion in der Pressekonferenz vor den Medien.

Heute werde die Suche intensiviert, von der Unfallstelle bis zum Kanderdelta, so von Allmen weiter. Morgen werde auch eine Unterwasserkamera zum Einsatz kommen. Die Unglücksboote befinden sich nach wie vor in den Wasserwalzen an den Kander-Schwellen. «Es handelt sich im Moment ganz klar um eine Totensuche», so von Allmen.

Nach wie vor sind zwei Soldaten vermisst, vier der Verletzten Schlauchbootfahrer konnten das Spital verlassen. Sie konnten zu ihrer Truppe zurückkehren, sagte Walter Knutti, Korpskommandant und Chef Luftwaffe heute an der Pressekonferenz. Vom Unglück betroffen sind Offiziere und Unteroffiziere aus der Deutschschweiz. Sie gehörten einer Lufttransport-Sicherungskompanie an. Alle Angehörigen sind informiert.

Die auf zwei Schlauchboote verteilten zehn Armeeangehörigen stammen aus den Kantonen Zürich, Baselland, Graubünden, Schwyz, Aargau, Thurgau und Luzern.

Doch zu den brennendsten Fragen gibt die Armee keine Antworten:

Waren die Unglücksboote überhaupt für eine solche Fahrt geeignet?

Verfügte jemand über Riverrafting-Erfahrung?

Wieso gingen die Armee-Angehörigen mit den Schlauchbooten in den Fluss, obwohl professionelle Rafting-Anbieter die Strecke meiden?

Hat das Militär auf der Kander bereits ähnliche Fahrten unternommen?

Fragen über Fragen - wann kommen die Antworten?

Parallelen zum Jungfraudrama: So wie nach der Katastrophe an der Jungfrau wurden nun auch nach dem Schlauchbootunfall Fragen gestellt:

(Quelle blick-online)

Wer hat den Todesbefehl gegeben? Was hatten die WK-Soldaten, allesamt Angehörige der Lufttransport Sicherungskompanie 3, auf dem Wasser zu suchen?

«Ich kenne die Übungsanlage nicht», sagt Knutti. Und: Bootsfahrten seien nicht «das tägliche Brot» dieser Einheit.

War es schlicht eine Vergnügungsfahrt? Denn die Armee gab am Abend bekannt: Es habe sich um «einen Kaderanlass zur Teambildung» gehandelt. Die Militär-justiz untersucht. Vorläufig steht auch sie vor lauter Rätseln.

«Wir können nicht sagen, warum die Soldaten mit dem Schlauchboot auf die Kander gegangen sind. Wir wissen nicht einmal, an welcher Stelle sie eingewassert haben», sagt Sprecherin Silvia Schenker.

Der Kompanie-Kommandant sei hospitalisiert. «Wir konnten mit ihm noch nicht sprechen. Er steht unter Schock.» Seine Truppe hat einen ernsthaften Auftrag: Während der Euro soll sie Flugplätze sichern.

Seit zwei Wochen sind die 180 Mann in Wimmis im Alten Schulhaus stationiert. Von dort brachen die zehn Unglücks-Soldaten gestern zu ihrer Flusstour auf. Offensichtlich sind sie schlecht vorbereitet. Die Schlauchboote des Typs M6 sind für Wildwasserfahrten ungeeignet.

Und die Soldaten lassen sie ausgerechnet dort zu Wasser, wo die Kander am gefährlichsten ist. Auf dieser Strecke befinden sich künstliche Wehre. «Es sind tödliche Fallen«, sagt Benedikt Grossmann, Präsident des Berner Kanu-Klubs. «Der Rücklauf kann einen in die Tiefe ziehen.»

nzz-online:

Bestand wirklich eine dienstliche Notwendigkeit für eine Bootsfahrt von Angehörigen der Lufttransport-Sicherungskompanie 3? Denn solche Einheiten werden zugunsten der Lufttransport-Geschwader für den infanteristischen Schutz von Landeplätzen und deren Infrastruktur eingesetzt. Einer der Hauptpunkte der laufenden Abklärungen wird zweifellos auch die Frage sein, ob die reglementarischen Sicherheitsvorschriften für Tätigkeiten auf dem Wasser wirklich eingehalten worden sind. Aufhorchen lässt schliesslich die Bemerkung des Kommandanten der Luftwaffe, wonach Einsätze zu Wasser nicht zu den alltäglichen Aufgaben einer solchen Kompanie gehören. Sollte es sich nun erweisen, dass es sich bei dieser Unglücksfahrt tatsächlich um eine als Abwechslung zum Dienstalltag im Rahmen des Euro-08-Einsatzes verstandene «Einlage» gehandelt hat, wäre dies fatal.

20 Min-online:

Im Bereich der Unglücksstelle werden nie professionelle Touren angeboten. Was hatte eine Gruppe der Lufttransportabteilung 3 also dort zu suchen? Offensichtlich war es aber keine spontane Bootsfahrt. «Die drei bisher geborgenen Toten trugen alle Schwimmwesten und Helme», wie Korpskommandant Walter Knutti sagte.

Happige Vorwürfe lassen nicht auf sich warten!

20 min-online:

«Das ist reiner Selbstmord»

Die Schlauchboote, mit denen die Armeeangehörigen auf der Kander verunglückt sind, waren für diesen Einsatz nicht geeignet. Dies sagt ein User von 20 Minuten Online, der bereits einmal mit einem solchen Boot einen Fluss queren wollte.

Die Unglücksboote werden an Land gezogen. (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

Das Militärunglück von Wimmis ruft in R. H.* böse Erinnerungen an den eigenen Militärdienst vor 16 Jahren wach: «Wir waren zehn Füsiliere und versuchten in einem solchen Schlauchboot die Aare zu überqueren. Wir haben es nicht geschafft. Die Boote sind schwer, absolut starr, enorm träge und deshalb sehr schwierig zu manövrieren - selbst bei leichter Strömung wie damals auf der Aare.» «Ich kann die Verantwortlichen absolut nicht verstehen» Umso mehr erschüttert ihn der Anblick der Unfallstelle in Wimmis. «Sich mit diesem Armee-Boot dort in den Fluss zu wagen, ist wohl reiner Selbstmord», meint R. H. Man müsse sich nur die Strömung der Kander anschauen, die Äste, die noch darin herumschwimmen, und die Schwellen mit diesen gewaltigen Wasserwalzen: «Vor diesen Wasserfällen wird man bereits in jedem Anfänger-Kajak-Kurs gewarnt» Ein solches Schlauchboot der Armee lasse sich bei diesen Wasserverhältnissen schlichtweg nicht mehr steuern - auch nicht von Profis, ist R. H. überzeugt. «Ich kann die Verantwortlichen absolut nicht verstehen. Die Opfer und deren Angehörige tun mir sehr leid.» «Ich würde eher durch eine Schleuse schwimmen» Ähnlich sieht es Bergbachfischer A. P.*: «Ich komme aus Thun und kenne die Schwellen in Wimmis sehr gut. Daher kann ich nur sagen: Wer glaubt, dort durchfahren zu können, ist grössenwahnsinnig.» Er selbst sei oft in Schlauchbooten unterwegs, sagt er zu 20 Minuten Online. «Sie liegen flach auf dem Wasser, haben keinen Kiel und sind dementsprechend schwer zu steuern. Wenn die Schlauchboote des Militärs tatsächlich für zehn Personen zugelassen sind, dann können fünf Insassen diese Boote garantiert nicht steuern. Erst recht nicht in einem Wildbach.» Er jedenfalls würde es nicht wagen, «eher würde ich in Thun durch eine Schleuse schwimmen, als an dieser Stelle auf einem solchen Militär-Boot durch die Kander zu rudern». * Name der Redaktion bekannt

Kommentar:

Es ist durchaus verständlich, dass sich die Armeespitze derzeit bedeckt hält und die offenen Fragen nicht beantworten kann.

1. Die Armee darf nicht wieder den Fehler machen und vorschnelle Beurteilungen verlautbaren.

2. Es gibt zwar viele offene Fragen: Handelte es sich bei der offiziell als «Anlass zur Teambildung» bezeichneten Aktion um eine jener Übungen, die fast jedem aktiven oder früheren Militärangehörigen vertraut sind? Es wäre denkbar, dass ein Event manchmal von Spontanität und Gruppendynamik entwickelt wird und die notwendige Voraussicht klein geschrieben wird.

Hat der für den Befehl verantwortliche Kommandant vor der verhängnisvollen Entscheidung mit Fachleuten gesprochen?

Hat er sich mit dem Gelände und den aktuellen Verhältnissen vertraut gemacht? Bekanntlich gilt Riverrafting als ein gefährliches Freizeitvergnügen.

Wurden für eine solche Fahrt die richtigen Boote verwendet?

Sind alle einschlägigen Reglemente befolgt worden?

3. Immer mehr zeichnet sich jedoch ab, dass dieses Unglück bei einer sorgfältigen Abklärung vermeidbar gewesen wäre. Kenner der örtlichen Verhältnisse verstehen es nicht, dass das Militär in diesem Flussabschnitt überhaupt mit zwei Schlauchbooten auf die gefährliche Kander ging.

4. Nachdem es sich bei der Schlauchbootfahrt nicht um eine grössere Truppenübung gehandelt hat, kann die Armee nicht als ganzes in die Pflicht genommen werden.

5. Für den Befehl und dessen Umsetzung ist unter den gegebenen Umständen der zuständige Kommandant verantwortlich. Auch im privaten Bereich werden heute leider die objektiven Gefahren zu oft vernachlässigt.

6. Die Armee muss nach dem erneuten schweren Unfall die notwenigen Lehren ziehen. Nichts darf beschönigt noch vertuscht werden.

7. Der Vergleich mit den zivilen Outdoorseminaren zur Teamförderung gibt uns zu denken. Wenn gesagt wird, "dies mache man eben heute auch bei Firmen mit Führungskräften so", stellen wir die Gegenfrage : Muss man eben alles einfach so machen, weil man es eben so macht? Die Feststellung "das mache man eben heute so" greift zu kurz. Das Rendement solcher Teamförderungsevents wird übrigens heute von Experten recht kritisch hinterfragt. Nachkontrollen haben nämlich gezeigt, dass Manager, die (in kostspieligen Seminaren) als Teammitglied ein Floss bauen mussten, später im Beruf keine besseren Teamplayer geworden sind. Sie blieben - wie je und je - Einzelkämpfer . Falls die Armee gewisse Modeströmungen unbesehen "einfach so" übernimmt - ohne kompetente professionelle Begleitung - so wäre dies mehr als fahrlässig.

NACHTRAG:

VBS Mediensprecher Endrich überzeugte an der Medienkonferenz vom 13. Juni nicht, als zu der angeblichen "Förderung der Teamfähigkeit mit Schlauchbooten" befragt wurde. Seine hilflose Antwort im 10 vor 10 beschränkte sich auf die vage Aussage, bei teambildenden Operationen gebe es GEWISSE Teambildungsanlässe. (WELCHE?)

Das Wort "GEWISSE" wurde im zweiten Teil der nichtssagenden Antwort unterstrichen.

Endrich sagte, es gebe keine konkreten Vorschriften. Die Kommandaten seien frei in der Wahl der Uebungen.

Experten erklärten, das bei sogenannt teambildenden Uebungen bei professionellen Kursen kein Druck ausgeübt werden dürfte. In der Armee können jedoch solche Events befohlen werden und ein Offizier kommt unter Druck. Hätte er nämlich bei dieser risikoreichen Gummibootfahrt Bedenken geäussert, hätte sich der Zurückhaltende belastet:

Er wäre als nicht teamfähig, als Angsthase, abgestempelt worden!

In meinen Buch "Team und Kommunikation" schrieb ich im Jahre 2000 (im Kapitel über die Nachteile der Teamarbeit):

"Bei der Teamarbeit sind Einzelpersonen und Teamleiter oft risikofreudiger, weil das Risiko nicht allein übernommen werden muss. Für risikoscheue Personen ist zwar das arbeiten im Team ein Vorteil; doch kann sich eine zu grosse Risikobereitschaft negativ auswirken. Es kommt zu riskanten, möglicherweise gefährlichen Entscheidungen."

Armeechef Nef reagiert

Blick online:

Übungen sollen Bezug zum Aufrag haben

Der Chef der Armee, Roland Nef, will Übungen ohne direkten Bezug zum Kernauftrag eines Lehrverbandes verbieten. Das sagte heute im Rahmen der Medienkonferenz in Spiez. In der Ausbildung sei das Risiko auf ein absolutes Minimum zu beschränken. Ausbildungsprogramme seien speziell auf Sicherheit zu überprüfen. Übungen, auch ausserdienstlicher Natur, müssten vom vorgesetzten Kommandanten insbesondere auf das Risiko hin beurteilt werden.

Kommentar: Wir gratulieren dem Armeechef. Auf so etwas hat die Bevölkerung gewartet. Während einer Krise oder nach einem Unfall müssen Chefs so rasch als möglich zeigen, dass sie aus Fehlern lernen und die entsprechenden Massnahmen durchsetzen.

Montag, 9. Juni 2008

Warum beim Fussballspiel Zuschauer die Hemmungen verlieren

Unauffällige , sonst reserviere Menschen springen beim erlösenden Goal vom Sitz und werfen schreiend die Arme in die Höhe. Erziehungswissenschafter Klaus Prange - Universität Tübingen - sieht in diesen unkontrollierten Handlungen eine Wiederherstellung urtümlicher, sonst unterdrückter Reaktionsmuster. Sportsoziologen erklären das Verhalten der Fussballfans damit, dass die Leute im hohen Mass emotional beteiligt sind.

Untersuchen zeigen, dass während dem Spiel die Zuschauer aktiv sind. Die Bein- Muskeln zucken wenn ein Stürmer trifft. Diese Bewegungsillusion ist aber nicht bei allen Fernsehzuschauern gleich. Gehört das Geschaute zu eigenen Bewegungsrepertoire, so wurden die Spiegelnervenzellen am stärksten simuliert. Die Leute reagieren nicht auf einzelen Bewegungen, sondern auf ganze Abläufe.

Bei den Fussballspielen am Bildschirm kann jeder mitreden, denn beinahe jedes Kind hat schon Fussball gespielt und glaubt fachmännisch mitreden zu können. Am Biertisch ist jeder ein potentioneller Nationaltrainer. Der Spieler handelt stellvertretend für den Zuschauer. Wenn nun der Spieler nicht das Beste aus der Chance macht, so ist damit der Zuschauer beleidigt. Die Emotionen können schlagartig umschlagen.

Frauen können weniger auf die eigene Erfahrung als Fussballerin zurückgreifen. Dennoch ist das Interesse am Fussball bei Frauen erheblich gestiegen.

Wer an den kommenden Spielen vor der Glotze sitzt, wird mit der Zeit zwangsläufig gepackt. wie alle anderen, wie ganz Europa.

Wenn nach einem plötzlichen Angriff die Spannung löst, machen sich die Gefühle selbständig.

Versuchen Sie einmal die kommenden Spiele analytisch zu betrachten - gleichsam aus einer höheren Warte - beobachten Sie das Verhalten der Fans. Dies ersetzt eine Psychologievorlesung- Wir merken, was gemeinsames Tun, was eine Massenveranstaltung auslösen kann. Das ist alles nicht neu. Diese Phänomene werden von Politikern, Musikgruppen und Volksverführern genutzt. Wenngleich wir versuchen uns zu lösen, zieht uns das Interesse der Massen in Bann. Die Phänomene sind ein Segen für Werber und Medien.

Samstag, 7. Juni 2008

Zu Darbellays Niederlage

Darbellay als Regierungsratskandidat gescheitert

7. Juni 2008, NZZ Online:

Unterwalliser CVP nominiert Maurice Tornay und Jacques Melly

CVP-Präsident Christophe Darbellay bleibt der Sprung in die Walliser Regierung vorerst verwehrt. Der Wahlkongress nominierte am Freitagabend in Conthey alt Grossrat Maurice Tornay und Fraktionschef Jacques Melly für die Wahlen im März 2009.

Darbellay reagierte enttäuscht auf seine erste politische Schlappe.

Weshalb hat der CVP Präsident den Sprung in die Walliser Regierung nicht geschafft? Es ist durchaus möglich, dass sich Christoph Darbelley als einer der wenigen erfolgreichen Drahtzieher der berüchtigten Nacht und Nebelaktion für eine überraschende Abwahl Blochers auch im Wallis an Vertrauen eingebüsst hat. Ich vermute, dass diese raffiniert geplante, aber aus Sicht vieler Politiker - hinterhältige Aktion -, nicht ohne Folgen bleiben wird. Auch für die SP. Darbelley war es, der nach Tondokumenten angeblich vor der Wahl sicher gewusst hatte, dass Eveline Widmer Schlumpf die Wahl annehmen werde. Die Quelle seiner Information gab er jedoch bis zum heutige Zeitpunkt nicht bekannt.

Ein weiterer Grund zu Darbellays Karriereknick könnte auch sein Wortbruch. Er versprach nämlich bis 2011 der die CVP zu führen. Viele CVPler empfanden es als stossend, dass Darbellay das Präsidium zu Gunsten seiner Karriere und eines höheren Einkommens aufgeben wollte. Der Misserfolg im Wallis hat für Darbellay somit möglicherweise auch ein Karrierknick zur Folge. Der Schritt zum Ständerat oder Bundesrat ist durch den Misserfolg im Wallis gewiss erschwert, wenn nicht verbaut worden.

Freitag, 6. Juni 2008

ARENA UND DIE SVP

Wieder geht es um die Gretchenfrage: Bestimmt das Fernsehen oder die Partei die Teilnehmer?

Die SVP scheint sich mit dem SchweizerFernsehen resp. mit dem Chefredaktor Haldimann anzulegen. Es ist nicht das erste Mal, dass die SVP eine Teilnahme an der Arena ausgeschlagen hat, weil man mit dem Konzept nicht einverstanden war.

Tagi-online schreibt:

06. Juni 2008,

«Arena» verweigert Ueli Maurer die Teilnahme

Die «Arena» zur SVP-Spaltung findet ohne SVP statt.

Das Schweizer Fernsehen will den von der Partei vorgeschlagenen früheren Präsidenten Ueli Maurer nicht in der Politrunde dabei haben.

Der frühere SVP-Präsident Ueli Maurer hat von der «Arena» einen Korb bekommen.
Keystone

Der frühere SVP-Präsident Ueli Maurer hat von der «Arena» einen Korb bekommen.

Die SVP hat darauf beharrt, heute abend mit Ueli Maurer anstelle von Parteipräsident Toni Brunner anzutreten. Das Schweizer Fernsehen lehnte Nationalrat Maurer jedoch ab, weil er für eine zukunftsgerichtete Diskussion nicht die richtige Besetzung sei. Die Fernseh-Diskussionssendung wird nun ganz ohne SVP-Beteiligung stattfinden.

Bei der SVP heisst es, andere vom Fernsehen gewünschte Mitglieder der Parteileitung seien heute abend verhindert. Eine sinnvolle Diskussion über die SVP, die nicht – beziehungsweise nur durch den unmittelbar vor dem Austritt stehenden Nationalrat Hans Grunder – vertreten sei, werde damit verunmöglicht. Das Schweizer Fernsehen verfolgt laut SVP offensichtlich das Ziel der Ausgrenzung und Verunglimpfung der SVP. Schweizer Fernsehen wehrt sich Das Fernsehen weist die Vorwürfe zurück. Keiner der leitenden SVP-Vertreter habe die Einladung zur Diskussion über die SVP-Spaltung in der «Arena» annehmen wollen. Die Arena habe einen Vertreter der SVP-Führungsspitze einladen wollen. Parteipräsident Toni Brunner und die Vizepräsidenten Adrian Amstutz und Christoph Blocher hätten eine Teilnahme aber abgelehnt. Nur Fraktionschef Caspar Baader habe seine Absage mit Terminproblemen begründet. Maurer sei von der Redaktion abgelehnt worden: «Wir wollen nicht nochmals auf die Abwahl von Christoph Blocher zurückschauen, sondern eine aktuelle, zukunftsorientierte Diskussion führen, und dafür ist Ueli Maurer nicht die richtige Besetzung», wird «Arena»-Redaktionsleiterin Marianne Gilgen in einer SF-Mitteilung zitiert. All die zur Diskussion stehenden Fragen müssten von der neuen Parteispitze entschieden werden, der der frühere Parteipräsident nicht angehöre. SVP-Generalsekretär Yves Bichsel habe gegenüber der «Arena»-Redaktion gesagt, wenn die «Arena» über die SVP spreche, dann wolle die Partei auch bestimmen, wer ihr Vertreter sei.

SF-Chefredaktor Ueli Haldimann sieht dies anders. «Wir sind redaktionell unabhängig. Es ist klar, dass die Redaktion die Themen festlegt und die Gäste einlädt», sagt er. Den Vorwurf der SVP, das Schweizer Fernsehen wolle die Partei ausgrenzen, weist Haldimann entschieden zurück. «Der Umstand, dass wir auf einem Top-Vertreter der heutigen Parteispitze bestehen, beweist das Gegenteil.»

Der Politiker-Runde in der «Arena» gehören an:

Die Aargauer Nationalrätin und SP-Vizepräsidentin Pascale Bruderer,

die St. Galler Ständerätin und FDP-Vizefraktionschefin Erika Forster,

der Schwyzer Ständerat und CVP-Vizepräsident Bruno Frick

sowie der Berner noch SVP-Nationalrat Hans Grunder.

Frage: Finden Sie es richtig, dass eine betroffene Partei die eigenen Vertreter abordnen kann?

Betrachten Sie die heutige Arena und schreiben Sie uns ein Mail an:

k-k@bluewin.ch

Wir möchten wissen, was Sie zu dieser Arena ohne SVP sagen. Ihre Meinung interessiert uns sehr!

Die ersten Echos: ab 1600 Uhr

Wenn man öffentlich über meine Familie öffentlich debattiert, so will ich mindestens auch sagen dürfen, wer von meiner Familie am Gespräch teilnehmen soll (darf).

Alles andere ist Geschwätz hinter meinem Rücken.

F.T.

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Wenn das Fernsehen schon die Macht hat, die Themen zu bestimmen und mit dem Moderator und Mikrofonhalter die Wortmeldungen steuern und beeinflussen kann, so dürfte wenigstens die Partei, über die geredet wird, bestimmen, wer reden darf.

S.E.

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Ich bin Präsident einer Weiterbilungsorganisation. Ich weiss genau, dass ich eine Veranstaltung nach aussen neutral organisieren kann. Niemand kann mir beim Organisieren Parteilichkeit vorwerfen, weil von jeder Seite je zwei Referenten einlade. Ich kann dennoch geschickt manipulieren, in dem ich von der Seite, die mir unsympathisch ist, bewusst zwei schwache Redner einlade. Jedoch von jener Gruppe, die ich unterstütze (aber nicht offiziell unterstützen darf) zwei brillante Rhetoriker anfrage.

Herr Haldimann vom Schweizer Fernsehen versteht es somit geschickt, auf subtile Weise zu manipulieren.

R.O.

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Das ist der Gipfel, ausgerechnet Pascale Bruderer, die mit Wyss und Darbellay als Drahtzieherin der hinterhältige Nacht und Nebelaktion (Es war ein raffinierter Coup) Blocher aus dem Bundesrat kippen konnte, kommt heute zu Wort. H.B.

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Mich ärgert es , wenn man immer nur von der SVP redet. Jetzt reicht es.

K.Sch.

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Das ist selbstverständlich dass unser Tennisclub selber bestimmen kann, wer an einer Podiumsdiskussion teilnimmt, wenn es um unseren Club geht. Das gilt auch beim Fernsehen. Im Uebrigen hat niemand ein Anrecht auf Medienpräsenz. Heute Abend hätte man deshalb Maurer nicht ausladen dürfen.

anonym

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Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese willkürliche Ablehnung des SVP Vertreters keine Folgen haben wird.

K aus B

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Ich habe die Sendung gesehen. Sie war langweilig. Warum hat man die ARENA ohne SVP durchführen können?

S.W.

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Reto Brennwald hat wenigstens neutral moderiert. Ich vermute, dass er nicht Vater des fiesen Spieles der Redaktion war.

O.

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Warum immer diese SVP? Muss das sein? Die SVP wird zum Mediendauerbrenner.

P. Tsch.

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Donnerstag, 5. Juni 2008

Die "Lady im Asbestanzug" muss aufgeben

blick online:

Hillary ist tot, lang lebe Hillary

Kommentar: Ein USA-Korrespondent hatte gestern im Radio Hillary als hervorragende, vorbildliche Kämpferin bezeichnet, welche in die Geschichte eingehen werde. Nachdem ich die Präsidentschaftskandidatin über Monate bei ihren Medienauftritten verfolgt hatte, dürfen wir nach der Niederlage die zahlreichen Pleiten, Pannen und gravierenden Fehler nicht übertünchen oder leichtfertig ausklammern: Hillary Clinton hat sich leider zu oft selbst das Bein gestellt.

Wir erinnern an den angeblichen Versprecher über die Ermordung Kennedys (Anspielung auf Obama - auch er könnte ermordet werden)

Erstunken und erlogen war Hillarys groteske Bosnienstory. Bei zahlreichen Auftritten erzählte sie von ihrem angeblichen heldenhaften Verhalten - als sie mit schusssicherer Weste gemeinsam mit der Tochter über die Rollbahn vor Scharfschützen weg gerannt sei. Videoaufnahmen belegten dann, dass diese Geschichte hundertprozentig erfunden war. Am Flughafen überreichte in Wirklichkeit ein bosnisches Mädchen der First Lady Blumen und trug ein Gedicht vor. Nichts von Scharfschützen! Das Märchen (die Lüge) begründete Hillary damit: Wenn man so viel reden müsse, könnten eben manchmal solche Fehler unterlaufen! Sorry - so darf eine zukünftige Präsidentin nicht argumentieren.

Zu lange gab sich Hillary als freudlose Kämpferin. Für sie war lange selbstverständlich, dass sie gewählt wird. Dass sie Anspruch aufs weisse Haus hat, setzte sie zuerst voraus. Die Auftritt schienen zuerst nur lästige Begleiterscheinungen.

Der Bill Faktor

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Nicht nur Hillary schadete sich immer wieder durch Uneinsichtigkeit und Sturheit. Auch ihr Mann leistete ihr als Wahlhelfer einen Bärendienst. Mit hochrotem Kopf vergriff er sich oft mit verbalen Attacken und musste sich dann nachträglich entschuldigen. Viele Leute nervten sich, dass sich Hillary meist mit Bill zeigte, als wären sie ein Tamdem. Zudem vermittelten die Zwei alles andere als ein Bild der Veränderung.

Die Allgegenwärtigkeit des Gatten schadete langfristig der Kandidatin.

Illustr. punkt.ch:

EISSCHRANK- Faktor und MITLEID- Faktor

Hillary spielte viel "Theater" und war - nicht nur aus meiner Sicht - zu wenig authentisch. Sie setzte gezielt Tränen ein, zeigte dann wieder - wie einstudiert - als eiserne Lady mit unsympathischer aggressiver, greller Stimme die Zähne. Sie wechselte nicht nur ihre Berater aus. Sie wechselte auch zu oft ihre Strategie. Einmal kühl wie ein Eisschrank (mit persönlicher Unnahbarkeit) und dann weider den Emotionen freien Lauf liess (Tränen). Allein vom Mitleidfakor ist noch niemand Präsident geworden.

Hillary stellte sich immer wieder selbst das Bein, indem sie beispielsweise ständig unterstrich:

"Ich gebe niemals auf. Ich höre niemals auf!"

Damit machte sie sich vor allem in der letzten Phase lächerlich. Obschon die Fakten für Obama sprachen und Hillary geschlagen war, trat sie als Siegerin auf und machte sich so beim Publikum unglaubwürdig. Viele schüttelten den Kopf ("Wie kann man nur!") Dieses uneinsichtige Verhalten kam mir vor wie der Auftritt des legendären Informationschefs von Hussein, der vor der Kamera in aussichtslosester Lage ständig von Sieg sprach "Wir haben alles im Griff" und im Hintergrund sahen die Zuschauer am Bildschirm, wie die Panzer bereits in Bagdad einrollten, begleitet von amerikanischen Soldaten.

Illu punkt.ch

Ein strategischer Fehler war, dass Hillary sich als die "Erfahrenere" verkaufte.Die Erfahrung assozierte "Verharren am Alten". Ganz sicher nicht Veränderung!

Aus meiner Sicht war Hillary zu ehrgeizig, zu verbissen, zu stur. Das angebliche Lob "die Frau im Asbestanzug" hat für mich nichts Positives. Das Bild stimmt zwar, ist aber negativ besetzt. Hillary war für mich "betriebsblind". Sie manöverierte sich somit selbst ins Abseits.

Psychologen könnten ihr sonderbares Verhalten damit begründen: Sie blieb ihrem Mann treu, um sich als Politikerin ein Lebensziel zu erfüllen. Für dieses Ziel opferte sie alles. Sie wollte sich deshalb unter keinen Umständen vom Weg zu diesem Lebensziel abbringen lassen. Aus deisem Grunde musste sie sich auf dem eingeschlagenen Weg konsequent durchboxen, nach dem Motto: Was nicht sein darf, darf es auch nicht geben.

Nach der Niederlage gibt Hillary nicht auf: Sie möchte sich noche eine Scheibe für sich abschneiden.

Sie wechselt erstaunlich schnell die Strategie und versucht - mit neuer Strategie - Obama für sich zu gewinnen, in der Hoffnung, dass...

******************************************************** DIE NEUE HILLARY:

HILLARYS ABSCHIED

Clinton umarmt Obama - und will Demokraten vereinen

aus spiegel-online (8. Juni):

Mit einer emotionalen Rede beendet Hillary Clinton ihre Kandidatur - und lobt ihren Rivalen Barack Obama überschwänglich.

Gemeinsam mit ihm will sie um das Weiße Haus kämpfen.

So gut wirkte sie dabei, dass die Gerüchte neu hochschießen:

Werden sie doch ein Traumpaar?

Kommentar: Auch nach der offiziellen Niederlage zieht Hillary alle Register, um für sich noch das beste herauszuholen. Sie sieht noch eine Chance, für sich etwas herauszuholen. Deshalb ändert sie schlagartig die Strategie. Es ist nicht das erste Mal, dass wir die harte, ehrgeizige Lady sehen, wie sie im richtigen Moment mit Emotionen zu spielen versteht. Für mich ist diese Umarmung ein bewusster kühler taktischer Schachzug. Es ist keine echte Herzlichkeit der berechnenden Asbest-Lady. Damit wird für mich die Teflonfrau eher zu einer Chamelon - Politikerin.