Dienstag, 20. Mai 2008

Gerhard Blocher beschimpft Bundesrätin als "Wildsau"

Immer wieder sorgte der Brunder von Christoph Blocher für Aufsehen. Einmal gab er einem Journalisten eine Kopfnuss, als er vor der Haustüre den Pfarrer befragen wollte. Dann sorgte mit wirren und abstruse Aeusserungen vor der Wahl für einen Medienwirbel(Blocher Dok-film)

blick-online:

War wieder einmal ausser Rand und Band: Blocher-Bruder Gerhard. (SF)

Reinhören: So wettert Blocher-Bruder Gerhard (Radio 1)
Die Aufnahme habe ich in rhetorik.ch AKTUELL im O Ton publiziert.

Die Beschimpfungen machte Gerhard Blocher gegenüber dem Zürcher Privatsender Radio 1 von Roger Schawinski. Zuerst beschimpfte er die Journalisten der SF1-Sendung «10vor10» als «Schwachköpfe». Diese hatten es gewagt, Blochers Auftreten in der «Arena» zu analysieren und waren zum Schluss gekommen: Blocher sei zahm gewesen, nicht mehr der alte. Und dann legte Gerhard Blocher richtig los: Diese Journalisten kämen einfach nicht draus. Sein Bruder habe sich doch «vorsätzlich zusammengerissen, um dieser Wildsau von einer Bundesrätin nicht an den Wagen zu fahren»! Gemeint war natürlich Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Brisant: Diese bösen Beschimpfungen fielen gestern Abend an einer Veranstaltung zur Einbürgerungsinitiative im Zürcher Hallenstadion. An der auch alt Bundesrat Christoph Blocher anwesend war!

Brigitte Hauser-Süess, Kommunikations-Chefin von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, erklärte gegenüber Blick.ch, die Bundesrätin wolle die Äusserungen von Gerhard Blocher nicht kommentieren.

«20minuten» berichtete, dass der Interimspräsident der Bündner SVP, Ueli Bleiker, sich gegenüber Radio 1 empört über die Ausdrucksweise habe. Gerhard Blocher disqualifiziere sich damit selber. Für Soziologieprofessor Kurt Imhof ist der Bruder des alt Bundesrates «der Hooligan der SVP». Gerhard Blocher spreche das aus, was Christoph Blocher nicht sagen könne.

Kommentar: Damit zähle ich auch zu Gerhard Blochers Schwachköpfen. Denn ich hatte im Sonntagsblick geschrieben, dass Christoph Blocher nicht mehr der alte Vollblutrhetoriker ist. Vielleicht bin ich sogar ein doppelter Schwachkopf, weil ich gestern im 10 vor 10 auch noch aufgezeigt hatte, dass Gerhards Bruder nicht mehr so konzentriert war und seine Aussagen nicht mehr auf den Punkt bringen konnte.

Gerhard Blocher droht Rauswurf aus Kirche

Nachdem sich Christoph Blocher im Teleblocher nur halbherzig von den Aussagen seines fragwürdigen Bruder distanziert hatte - Der Vergleich sei zwar heikel, obschon die Wildsauen auch die Kultur der Bauern kaputt machen, schimmerte bei Christoph Blocher ein gewisses Verständnis für "den hervorragenden Theologen durch" - distanziert sich nun die Kirche deutlich von diesem "ausgezeichneten Theologen":

Nachtrag 20 Min-online:

Der Bruder von SVP-Politiker Christoph Blocher soll aus dem Ministerium, einem Organ der Schaffhauser Kirche, entfernt werden. Das berichtet die «SonntagsZeitung».

Gerhard Blochers Vergleich von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf mit einer Wildsau sei «menschenverachtend», sagt Silvia Pfeiffer, Vizepräsidentin des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK) und Chefin des Schaffhauser Kirchenrats. Sie will Gerhard Blochers Ausschluss aus dem Ministerium anregen.

Für SEK-Präsident Thomas Wipf widersprechen Gerhard Blochers Verunglimpfungen «dem Berufsethos eines Pfarrers», wie er gegenüber der «SonntagsZeitung» sagte.

Auch Joachim Finger, interimistischer Leiter des Schaffhauser Ministeriums, sähe in einem Ausschluss ein «richtiges Zeichen». Er hat eine juristische Prüfung des notwendigen Verfahrens beauftragt.

Was ist mit Hillary los?

tagi-online:

Meldung vom Dienstag, 20. Mai 2008

Clinton weist Obama in die Schranken

Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat ihren Rivalen Barack Obama davor gewarnt, sich im parteiinternen Rennen voreilig als Sieger zu erklären.

Hilary Clinton will bis zum Ende weiterkämpfen.
«Es ist noch lange nicht vorbei», sagte Clinton auf einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Kentucky.

Auch nach der nächsten Vorwahlrunde am Dienstag werde Obama nicht ausreichend Stimmen für eine offizielle Nominierung der Demokraten haben.

Es sei daher noch nicht die Zeit für grosse Siegesfeiern.

Zurück nach Iowa

Obama plant für Dienstag anlässlich der Bekanntgabe der Vorwahlergebnisse aus den Bundesstaaten Kentucky und Oregon einen symbolischen Auftritt in Iowa, wo er Anfang Januar seinen ersten grossen Erfolg im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur verbuchen konnte.

Über den Wahlkampf von Clinton sprach er zuletzt in der Vergangenheitsform.

Kommentar: Hillarys Verbissenheit und Blindheit ist nicht mehr normal. Die Frage scheint berechtigt: Ist diese Ausblendung von Fakten bereits das Anzeichen eines krankhaften Verhaltens?

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nzz-online:

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. Mai 2008, 11:03, NZZ Online

New Yorker haben genug von Clinton

New Yorker haben genug von Clinton

Keine «Obamania» in der Metropole, aber Hillary-Überdruss

«Ich war ein grosser «Clintonite», ein Anhänger von Hillary, aber nach all den Lügen und schmutzigen Spielen habe ich das Interesse verloren.» Der junge schwarze Architekt Damian Webster mag der Senatorin seines Staates New York nicht mehr zuhören. Dabei findet er ihre Ideen immer noch gut. Ihr Plan für das Gesundheitswesen, ihre Meinung über Immigration und Wirtschaftsreformen seien besser als die der beiden anderen Kandidaten. «Aber sie hat für den Krieg im Irak gestimmt und 5000 Tote später sagt sie, sie bereue den Entscheid», regt sich Webster auf

Sonntag, 18. Mai 2008

Streit um neue «Arena» nach der Rekord-Sendung

Quelle NZZ-online:

CVP und FDP befürchten Nachteile – Christoph Blocher wirft dem Schweizer Fernsehen mangelnde Neutralität vor

Die hitzig geführte «Arena» mit Widmer-Schlumpf und Blocher hat dem Schweizer Fernsehen eine Rekord-Einschaltquote beschert. Jetzt streiten Politiker über das neue «Arena»-Konzept. Und Blocher ist verstimmt.

Die Polit-Diskussionssendung «Arena» zur Einbürgerungsinitiative haben am Freitagabend 810 000 Zuschauer gesehen. Das ist der bisherige Höchstwert; der Marktanteil lag bei 60 Prozent. Im Durchschnitt verfolgen 234 000 Zuschauer die «Arena». Das Durchschnittsalter der Zuschauer lag bei 55 Jahren, ein Normalwert in der Hauptsendezeit des Schweizer Fernsehens.

Beide Lager glaubten sich nach der Sendung im Vorteil.

In der bisweilen übereifrig geführten Diskussion hatten SVP-Präsident Toni Brunner und sein Vize Christoph Blocher vor «Masseneinbürgerungen» und einer Zunahme der Kriminalität gewarnt, während die Nationalräte Christian Wasserfallen (fdp.) und Daniel Jositsch (sp.) zusammen mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf die Bedeutung des Rechtsstaats unterstrichen und gegen Willkür bei den Einbürgerungen plädierten.

Kommentar: In meiner Analyse vom heutigen Sonntagblick weise ich darauf hin, dass Christoph Blocher enorm abgegeben hat. Wenn Blocher nun die ARENA nachträglich kritisiert, so kommt mir dies als Selbstschutzbehaupung vor. Ich würde deshalb Christoph Blocher zu mehr Selbstkritik raten.

In einem Punkt gebe ich Christoph Blocher recht: Er beanstandete, dass ein Klassenlehrer in der ersten Reihe zu Wort gekommen ist, sich parteiisch positionieren konnte und seine Klasse als Klakeure mitnehmen durfte. Der Lehrer in der ersten Reihe, der sich eindeutig gegen die SVP positioniert hatte und eine ganze Schulklasse als Klakeure für seine Seite missbrauchen konnte, fand ich auch nicht korrekt. Das haben übrigens die Sendeverantwortlichen nachträglich eingesehen. Ein Staatskundelehrer darf gewiss eine Klasse zur Arena mitnehmen. Doch müsste er den Besuch der Arena als Meinungsbildungsplattform nutzen. Der Lehrer hätte die Klasse anhalten müssen, in erster Linie beide Seiten anzuhören, um nachher die Argumente im Unterricht zu diskutieren. Für die Klasse ist eine ARENA gute Plattform, sich eine Meinung zu bilden.

20 Min-online:

Blocher sauer auf «Arena»

Die freitägliche Diskussionsrunde hat zum Thema Einbürgerungsinitiative so viele Zuschauer erreicht wie noch nie. In seiner Internet-Sendung wettert der ehemalige SVP-Bundesrat gegen den Verlauf der Sendung und das Staatsfernsehen.

Christoph Blocher beschwert sich im Nachhinein über den Verlauf der Diskussion in der «Arena».

(Bild: Keystone/Eddy Risch)

Blocher greift SF an Der ehemalige SVP-Bundesrat ist aber mit dem Verlauf der Sendung gar nicht zufrieden. In seiner Internet-Fernsehsendung griff er das Schweizer Fernsehen an. SF habe sich zur SVP-Vorlage nicht neutral verhalten:

«Das Schweizer Fernsehen ist gegen die Initiative, es ist nicht neutral», erklärte der Herrliberger auf «Tele Blocher».

Grund für Blochers Ärger:

Ein Lehrer und seine Schulklasse wurden statt im Zuschauerbereich gleich in der zweiten Reihe hinter den Hauptrednern der SVP platziert. Derselbe Lehrer warf der SVP später unter johlendem Applaus seiner Schüler vor, die Vorlage sei menschenverachtend.

SF-Chefredaktor, Ueli Haldimann, wies Blochers Kritik gegenüber der «NZZ am Sonntag» zurück. Der Lehrer sei aus Platzgründen kurz vor Sendebeginn nach vorne gebeten worden. Haldimann verneinte, dass der SVP-Delegation dadurch Nachteile entstanden seien. Initiativgegner und -befürworter hätten genau gleich Redezeit erhalten.

Dienstag, 13. Mai 2008

Fernsehkonsum für viele Jugendliche wichtiger als Essen und Trinken?

Nach Lutz Jäncke, Professor für Neuropsychologie an der Universität Zürich haben Bildschirmmedien bestimmte Auswirkungen auf die geistige und körperliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Der Forscher beschäftigt sich seit zwanzig Jahren mir der funktionellen Neuroanatomie sowie mit der Neuropsychologie und den motorischen, auditorischen und emotionalen Funktionen, Er ist fasziniert von der Formbarkeit und Lernkapazität des menschlichen Gehirns.

Jäncke ging auch der Frage nach, wie der gehirnorganische Aufbau bei Kindern und Jugendlichen durch den Konsum von Bildschirmmedien beeinflusst werden kann.

Die Medien können schädlich und nützlich sein. Jedenfalls ist das menschliche Gehirn formbar. Man spricht von "Reifung des Gehirns". Eltern und Erzieher beschäftigt immer wieder die Frage, wie schädlich der Fernsehkonsum sein kann.

Erhebungen in Deutschland zeigten, dass 3 bis 13 Jährige bereits täglich eineinhalb Stunden vor der Glotze sitzen. Dabei spielt die "emotionale Bindung" ein Rolle. Die Konsumenten suchen vor allem Spass, Unterhaltung, Nonsens und Werbung. Eltern und Grosseltern schauen noch mehr fern (4 bis 4 Stunden täglich).

Jäncke bestätigt die alte Erkenntnis, dass das Fernsehverhalten der Erwachsenen die Kinder wesentlich beeinflusst und das Medium eindeutig schädlich ist bei Kindern bis zu drei Jahren. Sie können die Lust am Lesenlernen verlieren.

Es hat sich gezeigt, dass ein Unterschied zwischen Fernsehen und Computerspiel besteht. Computerspiel können das Reaktionsvermögen anregen.

Fazit:

Die Eltern müssten in erster Linie lernen mit den neuen Medien umzugehen. Alle müssen lernen den Fernsehkonsum in den Griff zu bekommen. Dies bringt mehr als Verbote. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass unser Stirnhirn, der Frontalkortex, der für unsere Aufmerksamkeit, für die Selbstkontrolle, die Motivation, die Sprachfunktion und motorische Kontrolle verantwortlich ist, relativ spät wächst und noch mit 19 Jahren nicht ausgebildet ist.

Das heisst:

Nicht nur für Kinder gilt es, den Fernsehkonsum - so wie das Essen und Trinken - in den Griff zu bekommen. Nach Jäncke ist "der Frontalkortex unser Schicksal"!

Aus Wikipedia:

Lutz Jäncke

Lutz Jäncke (* 16. Juli 1957 in Wuppertal) ist Neuropsychologe und kognitiver Neurowissenschaftler.

Leben [

Lutz Jäncke studierte Psychologie, Neurophysiologie und Hirnforschung an der Ruhr-Universität Bochum, TU Braunschweig und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 1984 absolvierte er sein Diplom in Psychologie in Düsseldorf. 1995 wurde er an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Düsseldorfer Universität mit einer Arbeit über Bedeutung der audiophonatorischen Kopplung für die Sprechkontrolle zum Dr. rer. nat. promoviert. 1995 habilitierte er sich an der gleichen Fakultät mit einer Schrift über "Anatomische und funktionelle Hemisphärenasymmetrien".

1996 erhielt er ein Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Nach einem Forschungsaufenthalt am Beth-Israel-Krankenhaus der Harvard Medical School arbeitete er als Senior Researcher am Forschungszentrum Jülich.

1997 nahm er einen Ruf auf eine C4-Professur für Allgemeine Psychologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg an. Seit April 2002 ist er Ordinarius für Neuropsychologie der Universität Zürich.

Leistungen

Jäncke beschäftigt sich in seinen wissenschaftlichen Arbeiten vorwiegend mit der funktionellen Plastizität des menschlichen Gehirns. Hierzu verwendet er moderne bildgebende Verfahren (Funktionelle Magnetresonanztomografie, Elektroenzephalographie) sowie die Transkranielle Magnetstimulation.

Bislang hat Lutz Jäncke mehr als 150 Originalarbeiten in wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert. Seine Arbeiten sind im Essential Science Indicator gelistet. Derzeit gehört er damit zu den 1% der am häufigsten zitierten Wissenschaftler. Neben den Originalarbeiten hat er mehr als 50 Buchkapitel und mehrere Bücher publiziert.

2007 wurde er an der Universität Zürich mit dem mit 10.000 CHF dotierten Lehrpreis "Credit Suisse Award for best Teaching" für seine frei vorgetragene Vorlesungsreihe "Grundlagen der Biologischen Psychologie" ausgezeichnet. Bereits 2006 erhielt er in Zürich vom Studierendenverband VSETH eine "Goldene Eule", den Sympathiepreis von den Studierenden an die Dozierenden der ETH Zürich

Sonntag, 11. Mai 2008

Die ersten Pannen der Justizministerin

Nach Sonntagsblick-online:

Sie hat nun den ersten Skandal in ihrem Departement:

Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf. (Keystone)

Für Verbrecher war Weihnachten dieses Jahr schon etwas früher. Sie konnten detaillierte Beschreibungen zu den Sicherheitsmassnahmen an Flughäfen auf der Homepage des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) abrufen. Das sensible Dokument enthielt Angaben zum Bereich des Schengener Informationssystems (SIS), wie die «SonntagsZeitung» schreibt.

Die publizierten Daten betreffen nicht nur die Schweiz, sondern auch die EU. Diese sei umgehend über das Missgeschick informiert worden, sagte EJPD-Sprecher Sascha Hardegger. Die EU habe den Vorfall «zur Kenntnis genommen». Es gebe keinen Anlass für die Befürchtung, dass die versehentliche Veröffentlichung des Dokuments zu Verstimmungen zwischen der EU und der Schweiz führe.

Der Daten-Skandal war laut EJPD-Sprecher Sascha Hardegger ein «Versehen».

Mitte April wurde das Dokument ins Internet gestellt. Bemerkt wurde die Schlamperei erst vor ein paar Tagen. Im Beamten-Bern mahlen die Mühlen bekanntlich langsam. (SDA/zeb)

Kommentar: Ueberall, wo gearbeitet wird, gibt es bekanntlich Fehler. Wird jedoch bei einer Person ein Schwarzbuch geführt und werden minutiös alle Fehler aufgelistet, so besteht die Gefahr, dass noch mehr Fehler passieren und die betreffende Person nicht mehr richtig arbeiten kann. Sp wurden früher auch bei Bundesrat Blocher - von linker Seite - alle Fehler gesammelt und die Gegner riefen ständig alle Mängel bei jeder Gelegenheit in Erinnerung (Versprecher, Widersprüche, Unwahrheiten). Bei Eveline Widmer- Schlumpf, die von den der SP und CVP als SVP Bundesrätin gewählt wurde - sich aber in wesentlichen Belangen von der Partei unterscheidet ( bei wesentlichen Fragen nimmt sie sogar die Gegenpostition der SVP ) - wird nun seit der Wahl von der SVP hart kritisiert. Ich prognostizierte schon vor Monaten: Es wird für jede noch so robuste Person gefährlich, ständig im Gegenwind zu stehen. Die Zermürbungstaktik der SVP ist offensichtlich. Seit der Wahl steht die missliebige Bundesrätin ständig im Fokus der Medien. Der SVP kommt gewiss diese jüngste Panne gelegen und sie wird bestimmt immer wieder weidlich ausgeschlachtet.

Sonntag-AZ-online:

Wirbel um ein «Angebot» der Bundesrätin

Eveline Widmer-Schlumpf schien den ersten Schritt zu machen: Sie erwäge den Parteiaustritt – falls sich die SVP zu den liberalen Kräften bekennt. So liessen sich Aussagen in ihrem Interview deuten. Spätabends der Rückzug.

Alle hatten bereits resigniert – und sich mit dem Rauswurf der Bündner Kantonalpartei aus der SVP abgefunden. Stur verharrten Eveline Widmer-Schlumpf und die SVP Schweiz auf ihren Positionen.

Die Bundesrätin schloss einen Parteiaustritt kategorisch aus. «Die SVP ist seit über 30 Jahren meine politische Heimat, meine Partei», sagte sie etwa im «Sonntag» vom 13. April. «Ich besprach mit der Bündner SVP alle Szenarien, auch meinen Austritt. Wir waren übereinstimmend der Auffassung, ein Austritt komme gar nicht infrage.»

Die SVP ihrerseits wollte die Bünder Kantonalpartei ausschliessen – und arbeitet an einer neuen kantonalen SVP Graubünden. Nun schien Bundesrätin Widmer-Schlumpf mit neuen Aussagen zu überraschen. «Geht es nur um mich, finden wir sicher eine Lösung. Natürlich kann ich einen Schritt machen: Ich könnte morgen aus der SVP austreten», sagte sie im Interview mit dem «Sonntag».

Sie stellte aber zwei grundsätzliche Fragen: «Will man überhaupt noch eine Lösung, oder geht es um eine Demonstration der Macht?» Und: «Duldet die SVP Schweiz noch liberale Kräfte?» Diese Fragen müssten jetzt diskutiert werden.

Und Widmer-Schlumpf schien den Kompromiss im «Sonntag» anzudeuten: Zeigt sich die SVP an einer Lösung interessiert und bekennt sich dazu, dass liberale Kräfte in der Partei weiterhin Platz haben, sei ihr Austritt denkbar. SVP-Politiker aus allen Lagern reagierten überrascht und erleichtert gleichzeitig. Sie wissen nur zu gut: Mit einer Abspaltung verlieren alle. «Aus meiner Sicht ist das eine neue Situation», sagte Rudolf Joder, Präsident der SVP des Kantons Bern. «Ich gehe davon aus, dass dies Bewegung in die verfahrene Geschichte bringt.»

Die Berner Nationalrätin Ursula Haller sprach bezüglich der Interview-Aussagen von einem «starken Signal». Jetzt sei die «andere Seite gefordert, ebenfalls einen Schritt zu machen».

Mit den zwei Grundsatzfragen von Widmer-Schlumpf konfrontiert, bezog selbst SVP-Parteipräsident Toni Brunner gegenüber dem «Sonntag» deutlich Stellung. Es gehe nicht um einen Machtkampf, betonte er: «Kommt Frau Widmer-Schlumpf einem möglichen Ausschluss der Bündner Kantonalsektion zuvor, indem sie selber aus der SVP austritt, ist klar: Das Verfahren ist beendet und für die SVP Schweiz erledigt.»

Und zur Frage, wer in der SVP künftig Platz hat, sagte Brunner:

«Alle, die unsere drei Kernpunkte des Wahlversprechens unterstützen: Erstens: Kein EU-Beitritt der Schweiz. Zweitens: Kriminelle Ausländer werden ausgeschafft. Drittens: Wir wollen für alle in der Schweiz die Steuern senken.» Das heisst umgekehrt: Wer diese zentralen Botschaften nicht mittragen kann, ist unerwünscht.

Nur: Um 22 Uhr zog Widmer-Schlumpf ihr «Angebot» zurück. «Ein Austritt ist für Bundesrätin Widmer-Schlumpf keine Option», sagte Sascha Hardegger.

Eine Aussage, die hinter den Kulissen von (gemässigten) Bündner, Schweizer und Berner SVP-Vertretern für totale Konsternation sorgte. (mz/nos)

Persönlich macht mir das Lavieren der Justizministerin mehr Bauchweh. Zuerst sah es so aus, dass sie tatsächlich aus der SVP austreten wolle (Wäre übrigens ein guter Schachzug gewesen. Damit wäre der ganze Medienwirbel in sich zusammengefallen und sie hätte als parteilose Bundesrätin ruhig weiter regieren können) Der Austritt aus der Partei hätte auch dem Vorschlag von Walter Frey entsprochen, der nur den Austritt aus der Partei gefordert hatte, weil die missliebige Kandidatin als Bundesrätin demokratisch gewählt worden ist. Nach wenigen Stunden darauf gab jedoch Eveline Widmer- Schlumpfs Pressesprcher bekannt, dass sie nun doch in der Partei bleiben wolle. Es brauche bei der SVP auch liberale Kräfte.

Meine Prognose: In der Politik macht sich Wankelmütigkeit, Unentschlossenheit, "Wischi-waschi verhalten" nie bezahlt. Falls die neue Bundesrätin weiterhin so laviert, sehe ich schwarz für sie. Bei der FDP haben wir sehen können, wohin das vage politisieren ohne klare Position hinführt!

Uebrigens: Auch die CVP schadete sich mit folgendem Windfähnchenverhalten.

(Siehe nzz-online Beitrag)

11. Mai 2008

CVP-Chef Darbellay macht Rückzieher bei Parallelimport

Vor nur drei Wochen hat sich die CVP für Billigimporte patentierter Medikamente ausgesprochen.

Jetzt will Parteipräsident Darbellay den Entscheid rückgängig machen. ...

Nachtrag

10. Mai 2008, Quelle: NZZ Online:

Widmer-Schlumpf hat genug vom SVP-Zank

Unglücklich, das Hauptthema der Schweiz zu sein

Samstag, 10. Mai 2008

In 20 Min-online gesehen:

Grimassen des Grauens

Mehr Schlund als Mund und Zungen so gross wie Wienerschnitzel: Wenn die Gesichtsakrobaten ihr Können unter Beweis stellen, bleibt kein Auge trocken.

Kommentar: Früher konnten Leute auf dem Jahrmarkt bestaunt werden, die besonders dick, besonders gross waren oder sonstige Anomalien hatten. Ich bin sicher, dass die Filmchen dieser aussergewöhnlichen Gesichtsakrobaten in Internetzeitalter eine hohe Einschaltquote haben. Die Akteure werden wohl kaum etwas verdient haben für die Aufnahmen. Doch die Webseitenbetreiber - mit den vielbeachteten Bildern - können mit Werbung die Veröffentlichung vergolden. (Uebrigens: Knill-blog und rhetorik.ch als medienanalytische Plattform macht bewusst keine Werbung)

Donnerstag, 8. Mai 2008

Chinesen erzwangen den Erfolg.

Mit enormem Polizei- und Militäreinsatz zelebriert China in den Medien einen Fackellauf ohne Demonstrationen

blick-online:

Chinas «Raketen-Fackel» auf dem Everest
08.05.2008

Chinas «Raketen-Fackel» auf dem Everest

Für die Chinesen ist es ein Triumph, für die Tibeter eine Schmach: Das Olympische Feuer hat den Gipfel des Mount Everest erreicht. Getragen ausgerechnet von einer Tibeterin

Tagi-online:

everest

Olympische Flamme auf dem Mount Everest

Das chinesische TV zeigte Bilder, wie Bergsteiger die Flamme in einer Laterne zur Spitze des höchsten Berges der Welt brachten, wo dann die olympische Fackel entzündet wurde.

Kommentar: China jubelt. Endlich wieder zensierte, saubere Bilder. Jetzt entspricht die Meinungseinheit den Machthabern: Sie haben endlich wieder die Medien im Griff! Einheitsbrei statt Meinungsfreiheit.