Mittwoch, 23. April 2008

Fertig mit "ospeln"

Ospel war König der Abzocker. Dies führte dazu, dass man von einer Person, die unverdientermassen riesige Summen absahnte - auch für schlechte Arbeit oder anlässlich eines Abganges mit einem goldenen Fallschirm belohnt wurde, sagte, diese Person "osple". "Ospeln" wurde mit dem Verb"absahnen, abzocken" gleichgesetzt. In der St. Jakobshalle konnte nun die Oeffentlichkeit das bittere Finale des ehrgeizigen UBS Chefs erleben, der 40 Milliarden in den Sand gesetzt hatte.

Ospel konnte sich nicht mehr gegen seine Aechtung wehren. An der letzen UBS- Generalversammlung konnte man das bittere Ende des einst so glorreichen Aufsteigers mitverfolgen.

- Somit ist fertig "geospelt " bei der UBS

Ospel arbeitete sich als Sohn eines Zuckerbäckers im Arbeiterviertel von Kleinbasel auf. Gezielt schaffte er es, sich an die Spitze einer der grössten Banken hochzuarbeiten. Konkurrenten schaffte er sich laufend geschickt vom Hals.

Er hatte einige Tiefs zu überwinden:

- Am 8. Dez stieg er nach der Fusion um Konzernchef der UBS auf. Er musste damals von Bodyguards bewacht werde. Die Wut fokussierte sich auf Ospel, weil der Abbau von 13000 Stellen angedroht wurde

- 2001 wurde Marcel Ospel als "Bin Ospel" beschimpft, weil er zum Schuldigen der Bankrotten Swissair gemacht wurde.

- 2006 gab es eine Welle der Empörung wegen seines Salairs von 24 Millionen Franken. Ospel mutierte zum König der Abzocker!

Alle Widerlichkeiten überstand der ehrgeizige Banker. Auch jene Probleme mit seinen Ehefrauen. Eiskalt konnte er die härteste Kritik an sich abperlen lassen. Er zeichnet sich durch eine aussergewöhnlich gute Beherrschung emotionaler Stimmungen aus. Er suchte keine Medienauftritte (war nicht meidengeil), wenn er antworten musste, verstand er es immer, Mängel zu beschönigen oder geschickt auszuweichen.

Erst in den letzten Tagen traten Signale der Unsicherheit auf. An der GV vom 23. April in Basel zeigte er erstmals Selbstkritik. Er zeigte sich zerknirscht und gab sogar Fehler zu. Er sagte zwar nicht: ICH habe Fehler gemacht, sondern: WIR haben Fehler gemacht. Ueber seine Abgangsentschädigung hüllte er sich nah wie vor in Schweigen (Obschon er der GV darnach gefragt wurde).

Kommentar: Ich habe Marcel Ospel seit Jahren in verschiedenen Beiträgen analysiert und hatte lange das Gefühl, dass er ein Könner im Einstecken ist und sich gekonnt (auch mit fragwürdigen Mitteln) gegen alle Gegner durchzusetzen verstand. In Basel erlebten wir ein bitteres Finale, mit einem verbitterten Menschen, der mum auch nonverbal die Enttäuschung nicht mehr so perfekt überspielen konnte.

Rhetorisch geschickt nutzte Ospel in seiner Schlussrede das Alinghisbild für sein Verhalten (UBS war Sponsor):

- Es ist nicht meine Art gewesen, im Sturm die Segel zu streichen.

- Wir sind nicht vom Kurs abgekommen

- Die UBS bleibt hart am Wind

Die Behauptung Ospels, dass er nun das Schiff - wie angekündigt - verlasse, war hingegen eine Beschönigung und leider eine krasse Verzerrung der Tatsachen.

Auch seinem Nachfolger gab Ospel ein nachhaltiges Bild mit, das schon für ihn gegolten hatte:

Wer den kalten Wind nicht aushält, hat auf dem Gipfel nichts zu suchen.

Marcel Ospel war lange auf dem Gipfel. Ihm wehte sehr oft ein kalter Wind (Sturm?) um die Ohren.

Ich bin überzeugt, dass der millionenschwere Marcel Ospel heute auf Vieles verzichten würde, wenn er damit den eigenen Ruf, die persönliche "Marke", die Reputation, das Ansehen aufpolieren könnte.

Zitat 20 min-online:

An der Generalversammlung der UBS ist die «Chropfleerete» im Gang. Zahlreiche Aktionäre äusserten teils herbe Kritik an der Spitze der Grossbank. Es gab jedoch auch kuriose Einlagen. Derweil befindet sich die UBS-Aktie an der Börse auf Talfahrt.

Kleinaktionär Rudolf Weber überreichte Marcel Ospel einen Kranz Würste - der gab den Senf dazu. (Bild: Keystone)

Ospel punktet mit Schlagfertigkeit (Einem Basler Fasnächtler fiel dies nicht schwer):

Als Rudolf Weber dem scheidenden UBS- Chef Marcel Ospel an der UBS-Generalversammlung in Basel eine ganze Wurstkette überreicht wurde, war klar, was der Aktionär damit ausdrücken wollte: Wer 40 Milliarden in den Sand setzt, ist eine Wurst.

Doch Ospel parierte die Kritik an seiner Arbeit auf humorvolle Weise:

Ospel zückte eine Tube Senf hervor und meinte gegenüber Weber: «Sie waren im BLICK, ich habe darum den Senf dazu mitgebracht.»

Illustration TAGI- online:

ospel

Ospel gab schlagfertig seinen Senf dazu

Quelle Kleinreport:

Vom Umgang der Medien mit Tibet und der Olympiade

Über die Frage, wie sich die Medien mit dem Thema Tibet und den Ereignissen vor und während der Olympischen Spiele in Peking befassen sollen, diskutierten am Dienstag im Wiener Rathaus verschiedene Chefredaktoren europäischer Medien. Dabei lehnte sich «Le Matin»-Chefredaktor Peter Rothenbühler ziemlich weit aus dem Fenster, als er laut dem Branchendienst Newsroom das Internationale Olympische Komitee (IOC) als «eine undemokratische, leicht korrupte und von Geld gesteuerte Organisation» abkanzelte. Er sei grundsätzlich dafür, dass die Spiele in China stattfinden, räumte er ein, weil China derzeit einer der weltweit spannendsten Schauplätze sei. «Es ist allerdings völlig falsch, politische Anliegen an China an das IOC und die Sportler zu delegieren.»

Peter Rothenbühler war mit seiner Einschätzung nicht allein: «Was wir eben erleben, ist eine riesige Heuchelei», sagte der Informationsdirektor des ORF, Elmar Oberhauser.

Das IOC habe vollkommen versagt, denn man wusste ganz genau, was in Tibet passiert.

"Herr Rogge hätte zehn Jahre lang Zeit gehabt, auf die Probleme aufmerksam zu machen, und man hätte in letzter Konsequenz die Olympischen Spiele erst gar nicht an China vergeben dürfen»

, sagte Oberhauser.

Dieser Entscheid sei sehr

wohl eine politische Entscheidung und daher könne man sich auch nicht auf Sportberichterstattung reduzieren, antwortete Uwe Vorkötter, Chefredaktor der «Frankfurter Rundschau». Man müsse sich aber ernsthaft fragen, ob die Redaktionen auf diese Situation ausreichend vorbereitet seien.

Andreas Cichowicz, Chefredaktor des NDR und bei der ARD für die China-Berichterstattung zuständig, plädierte für politische Aufmerksamkeit:

«Wir dürfen das Licht nicht ausknipsen, sondern müssen vielmehr unsere Scheinwerfer auf die dunklen Seiten in China richten.»

Kritische Fragen an die Wirtschaft und an Sponsoren, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen, hätten dem NDR bei Volkswagen indes grossen Ärger eingebracht. Interviews der NDR-Sportberichterstatter würden derzeit konsequent von VW verweigert.

Dass die Eröffnung der Spiele 2008 in Peking eine «Eröffnung der leeren Stühle wird», träumt Rubina Möhring, Vizepräsidentin von Reporter ohne Grenzen. Auch der Europa-Gesandte des Dalai Lama, Kelsang Gyaltsen, mahnte die Regierungschefs in der Wahl ihrer Gesten.

China fürchtet den Gesichtsverlust, wenn die Chefs nicht zur Eröffnung der Spiele kommen würden.

Er selbst fürchte aber, dass nach diesem Sommer in Tibet noch alles viel schlimmer kommen wird.

«Die Chinesen werden alles unternehmen, dass es nie wieder eine Erhebung der Tibeter geben wird, so wie wir sie derzeit erleben», sagte Gyaltsen.

Kommentar: Mit der Wahl Pekings für die Olympiade war es klar, dass die Menschenrechtsfrage nicht völlig ausgeklammert werden kann. Obschon sich die Wirtschaft mit China nicht anlegen will und das IOC zuerst geglaubt hatte, dass an eine völlige Trennung von Politik und Sport durchgezogen werden könne, musste einsehen, dass dieser Trennungsstrich nicht mehr so einfach und leicht gezogen werden kann.

Gewiss werden nicht nur Vor- und Nachteile von Boykotts oder das Fernbleiben an der Eröffnungsfeier diskutiert werden. Uns interessiert es vor allem, wie sich die Sportler verhalten, denen keinen Maulkorb auferlegt werden. Aber auch und wie sich die Journalisten verhalten, denen - immerhin während der Spiele - Bewegungsfreiheit versprochen wurde.

Dienstag, 22. April 2008

Welt online:

US-Wahlkampf

Barack Obama – zu clever für Hillary Clinton?

Zu schnell und zu clever: Barack Obama läuft Hillary Clinton davon. Und das nicht nur in den Umfragen. Selbst wenn er Pennsylvania verliert, bremsen kann ihn das nicht. Denn immer mehr Superdelegierte sind auf seiner Seite. Und Hillarys Wahlkampf ist zu altmodisch und langsam, um ihn noch zu stoppen.
Barack Obama
ed/nk
Foto: AFP
In Pennsylvania könnte die Entscheidung fallen. Gewinnt Barack Obama ...

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In Pennsylvania geht der Zweikampf zwischen Hillary Clinton und Barack Obama in die nächste Runde. Am Montag gratulierte Obama seiner Rivalin Clinton schon mal im Voraus. Warum? Obama ist schnell und clever. Clinton zu gratulieren, heißt soviel wie: Das wussten wir alle eh schon, dass die Clintons in Pennsylvania gewinnen würden. Es heißt auch, Obama denkt schon an die nächsten Wahlen, für die er finanziell wesentlich besser ausgerüstet ist.
Obama kann selbstsicher sein. Denn schon seit dem Wochenende kündigt sich an, was Hillary endgültig das Genick brechen könnte. Immer mehr prominente demokratische Politiker sowie Superdelegierte sprechen sich für Barack Obama aus. Ein solcher Trend bringt Obama viel weiter, als ihn die von ihm angekündigte Niederlage in Pennsylvania jemals bremsen könnte.

Für Hillary Clinton ist der Rivale einfach zu schnell. Denn im Gegensatz zu ihr hat Obama begriffen, dass manche Chancen im Leben nur einmal kommen. Ihr altmodisches Radarsystem versagte; sie nahm seine politische Aktivität vor lauter Schnelligkeit kaum wahr. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wurde Obama von Clinton kaum beachtet, als er in seinem von ihr aktiv unterstützten Senatswahlkampf 2004 plötzlich anfing, gleichzeitig seine Präsidentschaftskandidatur zu starten.

Was er unter Parteifreunden getan hat, wird landläufig Verrat genannt. Sein damaliger Konkurrent im Kampf um einen Sitz im Senat musste wegen peinlichen Enthüllungen aus dem Rennen ausscheiden; die Wahl fiel Obama in den Schoss. Die dadurch freigesetzten Mitarbeiter schickte Obama gleich nach Iowa, um die ersten Schritte für seinen jetzigen Wahlkampf gegen Clinton vorzubereiten. Sie wusste nichts, ahnte nichts davon.

Clinton selbst hat im Jahr 2004 eine eigene Kandidatur fürs Weiße Haus abgelehnt, in dem Glauben, sie müsse sich noch vier Jahre im Senat gründlicher vorbereiten. Manche Chancen kommen nur einmal; das hat Obama sehr wohl und Clinton überhaupt nicht begriffen. Denn zwei Jahre später war Barack Obamas Chefstratege David Axelrod dabei, eine neue Mehrheit für Washington zu schmieden; es gelang ihm. Die neue Mehrheit im US-Repräsentantenhaus unter der Leitung von Sprecherin Nancy Pelosi wurde für Hillary Clinton bald zu einer Art Konkurrenz, wie es deutlicher als bei dem Kampf um Superdelegierte gar nicht sein kann. Und auch hier half Obama seine Schnelligkeit. Denn die neuen Washingtoner Verhältnisse sind das erste Ergebnis des schnellen, leichten Internetwahlkampfes, den Obama und Axelrod sehr gut beherrschen.

Die Schnelligkeit bringt aber auch Unsicherheit: Obama liegt zwar eindeutig vorn bei der Nominierung, aber Hillary Clinton fühlt sich noch nicht besiegt. Obama steuert auf das Weiße Haus zu wie Donald Rumsfeld einst auf Bagdad. Saddam war gestürzt – der Krieg aber nicht gewonnen.

In seiner Biographie bekennt Obama sich ganz eindeutig zu Schnelligkeit und Rastlosigkeit als seine zwei Hauptsünden.

Die liefern ihm seine Chancen, verursachen aber auch seine Pannen. Manches in seinem Wahlkampf ist wie mit heißer Nadel genäht. Die ausführlichen Programme sind nicht selten von politisch wenig erfahrenen Wissenschaftlern geschrieben, und stehen oft in eher loser Beziehung zueinander.

Gerade im Wahlkampf in Pennsylvania hat die Geschwindigkeit des Internets ihm ein großes Problem bereitet, indem er auf zwei Parketts auf einmal agierte. In den letzten Wochen hat er sich einerseits um die Arbeiter Pennsylvanias bemüht. Vor allem seine neue Männerfreundschaft mit Senator Bob Casey hat Schlagzeilen gemacht, und zweifellos auch dazu beigetragen, die Hemmungen zwischen Caseys wertkonservativen Wählern und dem intellektuellen Kandidaten aus Chicago abzubauen.

Gleichzeitig aber war Obama in diesen sechs Wochen sehr oft außerhalb Pennsylvanias, zum Beispiel auf der exklusiven Veranstaltung in San Francisco, wo er seine umstrittene Bemerkung über die postindustrielle Misere von verbitterten Arbeitern machte. Innerhalb von Stunden war im Netz zu lesen, dass Menschen aus strukturschwachen Gegenden sich an „Waffen und Religion, Ausländerfeindlichkeit und Protektionismus klammern" würden.
Seltsamerweise war es das Wort „klammern" selbst, das viele Amerikaner als das eigentliche Problem in Obamas Satz sahen. Es verband die Idee von Vergangenheit und die von Schwäche.
Gelegentlich erscheint Obama als eine Verkörperung der Zukunft selbst, der fast lässig auf seine Landsleute wartet. Sein Berater David Axelrod hält an einem politischen Grundsatz fest: Demokraten können nur dann gewinnen, wenn sie wie Kennedy oder Clinton die Zukunft verkörpern.

Kommentar: Trotz Rückstandes, trotz der vielen Fettnäpfchen in dies sie getreten ist, trotz Geldmangels, trotz offensichtlicher Lügengeschichten. Hillary wird nicht aufgeben. Sie will als tapferste Frau, die trotz Bills Sexgeschichten zum Mann gehalten hatte, die trotz Niederlagen immer wieder aufgestanden ist - in die Geschichte eingehen; als eine Frau die nur mit wehenden Fahnen untergeht. Selbst wenn Sie verliert, wird sie von Obama am Schluss noch erwarten, dass er sie zur Vizepräsidentin aufnehmen wird (sogar aufnehmen darf).

Vorahnung im Spiegel- online- Einige Stunden vor Abschluss der Wahlen:

VORWAHL IN PENNSYLVANIA

Wählerinnen- Schwund bedroht Clintons Siegesformel

Hillary Clinton muss zittern:

Laut jüngsten Umfragen ist ihr Vorsprung bei ihrer treusten Wählergruppe geschmolzen, den weißen älteren Frauen. Rivale Obama setzt demonstrativ auf Frauenthemen - und könnte so bei der Schicksalsvorwahl in Pennsylvania doch den Überraschungssieg schaffen

n.tv.de (23.4.08)

Hillarys Bildrhetorik

Zitat bild.de:

Geschmacklos

Hillary Clinton wirbt mit Bin-Laden-Bild

Sie kämpft um ihre letzte Chance. Und sei sie auch noch so geschmacklos...

Mit der Ausstrahlung eines Bildes von Terroristenführer Osama bin Laden in einem TV-Werbespot hat US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton scharfe Kritik ausgelöst. Der Sprecher ihres innerparteilichen Konkurrenten Barack Obama warf der Senatorin Panikmache vor. „Wir haben bereits einen Präsidenten, der mit Angst Politik betreibt, wir brauchen keinen weiteren“, kritisierte Obamas Sprecher Bill Burton.<

Kommentar: Nur Worte, die ein Bild auslösen, bewirken etwas, können beeinflussen, überzeugen. Doch müssen es die richtigen Bilder sein! Hillary wurde gewiss falsch beraten. So wie Bilder in der Werbung helfen können, so können falsche Bilder anderseits auch schaden.

Montag, 21. April 2008

Beginnt bei der SVP der Spaltpilz zu wirken?

Nachdem die Berner sich gegen den Rauswurf der Bündnerpartei wehren, kann es zu einem Dominoeffekt kommen und andere kantonale Parteien könnten den Bernern folgen. Die SVP müsste deshalb bereits heute antizipieren, was sie zu tun gedenkt bei einer derartigen Situation, ohne dass es zu einer Spaltung kommt.

Aus nzz-online:

Die SVP Kanton Bern würde sich mit Entschiedenheit einem allfälligen Ausschluss der SVP Kanton Graubünden aus der SVP Schweiz widersetzten. Nach der Berner SVP würde ein solcher Entscheid Gesetz und Statuten klar verletzen. Die Berner SVP empfiehlt deshalb den Mitgliedern des Zentralvorstandes der SVP Schweiz, gegen den beantragten Parteiausschluss der Bündner Kantonalpartei zu stimmen.

«Froh über klaren Entscheid»

Der Berner SVP-Kantonalpräsident Rudolf Joder ist froh, dass der Entscheid über das weitere Vorgehen im Konflikt um Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf im Vorstand der SVP Kanton Bern «so klar ausgefallen ist». Joder erläuterte auf Anfrage, dass der Vorstand insbesondere nicht goutiere, dass die SVP Schweiz die Bündner Sektion zu «gesetzeswidrigem Handeln» auffordert; das wäre nämlich ein Rauswurf der Bundesrätin. Im andern Fall drohe die schweizerische Parteileitung den Bündnern mit dem Rauswurf, was auch nicht angehe.

Spaltungsabsichten «kein Thema»

Die Berner Position sei «sorgfältig» vorbereitet worden. Als Präsident habe er versucht, die Übersicht zu wahren und sich nicht drängen zu lassen. Das Papier wird nächste Woche an der Delegiertenversammlung in Thun diskutiert und dann als Empfehlung an die Berner Delegierten im Zentralvorstand SVP Schweiz verabschiedet. «Absolut kein Thema» seien an der Sitzung die in Medienberichten angedeuteten Spaltungsabsichten in der Berner SVP gewesen. Dabei hatte es geheissen, es gebe auch prominente Parteimitglieder, die damit liebäugelten, falls sich die Berner nicht hinter die SVP Graubünden stellten. «Die Gefahr einer Spaltung sehe ich nicht», sagte Joder.

Schweizerische Partei nicht überrascht

Die SVP Schweiz hat den Entscheid der bernischen SVP «so erwartet». Man sei «nicht überrascht», werde aber am eingeschlagenen Kurs festhalten, sagte Pressesprecher Alain Hauert. Der schweizerischen Partei gehe es um eine Klärung der Situation. Der Zentralvorstand werde zu gegebener Zeit seinen Entscheid fällen. Durch die Wahlerfolge der letzten Woche in den Kantonen Schwyz, Thurgau, Obwalden und Uri fühle sich die Partei im übrigen in ihrem Vorgehen bestätigt.

Entscheidungen fallen bis Ende April

Am kommenden Mittwoch, 23. April, wird die Delegiertenversammlung der Bündner SVP über einen Ausschluss der gegen den Willen der Mutterpartei gewählten Bundesrätin Widmer-Schlumpf entscheiden. Die Delegierten der Berner SVP müssten am 29. April gegebenfalls über einen Ausschluss der Bündner Kantonalpartei entscheiden.

Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur SDA stehen zur Zeit die meisten SVP-Kantonalparteien auf Seiten der Mutterpartei und verlangen, dass die SVP Graubünden Bundesrätin Widmer-Schlumpf ausschliesst. Klar für den Parteiausschluss von Widmer-Schlumpf und allenfalls der Sektion Graubünden sind die Kantonalparteien von Zürich, Genf, Tessin, St. Gallen, Aargau, Luzern, Schwyz, Obwalden, St.Gallen, Wallis und Baselland. In die gleiche Richtung stossen die Sektionen von Nidwalden, Uri und Zug.

Gegen den Beschluss des Vorstands der SVP Schweiz können bis am 4. Juli Rekurse eingereicht werden. An diesem Datum findet die Delegiertenversammlung der Mutterpartei statt.

Photo aus News.ch:

Kommentar: Falls andere Kantonalparteien den Bernern nicht nacheifern, könnte die Rechnung für die Hardliner immer noch aufgehen.

Die Basis der SVP wünscht angeblich konsequentes Handeln. Für Sie hat sich die neue Bundesrätin der Partei gegenüber alles andere als loyal verhalten. Sie hat ihre Interessen über die Interessen der Partei gestellt. Das Stimmverhalten gibt der Parteizentrale derzeit recht. Die Berner werden es wahrscheinlich auch nicht auf eine Spaltung der SVP ankommen lassen, zumal bei vielen Berner Parteimitgliedern erworbene Machtpositionen auf dem Spiel stehen, die bei einer allfälligen Spaltung gefährdet sein könnten. Politiker sind immer auf die eigene Partei angewiesen. Wie es wohl rauskommt? On verra. Jedenfalls wird es spannend.

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Sonntag, 20. April 2008

Dalai-Lama Besuch: Bundesrat bekommt weiche Knie

Tibeter werfen der Schweizer Regierung Feigheit vor. Der Bundesrat will noch nichts wissen von einem Empfang des Dalai-Lama. Er will es nicht mit dem wichtigsten Wirtschaftpartner China verscherzen.

Unsere Regierung könnte ein Zeichen für die Menschenrechte, Presse-, Meinungsfreiheit setzen und das Oberhaupt der Tibeter empfangen.

Doch die Regierung bekam weiche Knie und weiss noch nicht, ob sie das geistliche Oberhaupt empfangen soll.

Aus Angst vor wirtschaftlichen Konsequenzen kuscht der Bundesrat vor dem chinesischen Drachen.

Chapeau! Die deutsche Bundeskanzlerin hat vor wenigen Wochen angekündigt, dass sie sich mit dem Friedensnobelpreisträger treffen werde.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Bundesrat auch noch Mut zeigen wird, falls er einen massiven Widerstand gegen sein passives Verhalten spürt.

Aus meiner Sicht müsste der Bundesrat im Olympiajahr ein Zeichen für die Menschenrechte und Frieden setzen und sich nicht in erster Linie von wirtschaftlichen Aspekten leiten lassen.

Selbst dann - wenn der Bundesrat nicht über den eigenen Schatten springen kann und weiterhin zögert, wird immerhin die Stadt Bern den Dalai-Lama empfangen.

Mister Schweiz nimmt den Mund zu voll-

Oft wäre SCHWEIGEN Gold!

Immer wieder tritt der neuen Mister Schweiz ins Fettnäpfchen.

Stephan Weiler -Mister Schweiz in der Schusslinie.

Illustration aus "heute-online".

Negativ Schlagzeilen machen derzeit dem Mister Scheiz das Leben schwer.

Auch in der zweiten Amtswoche musste er viel Kritik einstecken.

Die Schlagzeilen werden immer schlimmer:

- Er sei ein Weichei

- Er sei ein "Tussi"

- Er wird sogar als Lügner bezeichnet

Ich zitiere heute-online:

Er erzählt, wie er sich schminkt, von seinen Ex-Freundinnen, vom Schwulsein und jetzt auch noch von seinem Job. Und egal, was er sagt, es gibt Puff.

In der heutigen Ausgabe von «20 minuten» parlierte er von Problemen im Job und von einem Krisengespräch mit seiner Chefin. Doch seine Chefin, Heidi Mock, weiss davon überhaupt nichts. «Ich weiss nichts von einem Job-Gespräch. Wir haben ein offenes Arbeitsverhältnis. Er ist auf Stundenlohnbasis angestellt, was uns eine sehr flexible Zeiteinteilung ermöglicht. Wir sind auf seine Arbeitskraft zurzeit nicht angewiesen», sagt sie. Und sowieso sei der Mister noch bis Ende April beurlaubt.

Über die Sprech-Pannen des Misters ist man in Weilers Apotheke nach heute-Informationen irritiert.

Er solle in Zukunft etwas länger überlegen, bevor er sich äussere. Und nicht ständig Chabis von sich geben. Sollte Stephan seinen Job als Drogist verlieren: Bei einer Konkurrenzdrogerie in Arbon wäre noch eine Stelle als Drogist zu besetzen.

Quelle SF:

Stephan Weiler nach der Wahl (Hier anwortete er noch bedacht)

Stephan Weiler - «Mister Schweiz 2008»

Wohnort: St. Gallen SG

Geburtsdatum: 06.04.1984 (23)

Sternzeichen: Widder

Zivilstand: ledig

Beruf: Drogist & Student

Grösse: 184 cm

Gewicht: 72 kg

Schuhgrösse: 44

Haarfarbe: Dunkelbraun

Augenfarbe: Blau

Vorbilder: Leute, die trotz Ruhm und Erfolg auf dem Boden bleiben.

Stärken: zielstrebig, treu, ehrlich, spontan, flexibel

Schwächen: Sturheit

Lieblingsmusik: House

Lieblingsfilm: keinen

Lieblings TV-Serie: Ich habe keine Zeit für Serien!

Traumauto: Audi S4 Avant

Lieblingsessen: Risotto mit Lammfilet

Lieblingsdrink: Passoa-Orange

Lieblingsstadt: Paris, Amsterdam

Lieblingsferiendestination: Mauritius

Hobbies: Laufsport und Reisen

Lieblingsbar/-disco: Elephant und Casablanca in St.Gallen

Lieblingsfarbe: Blau

Lieblingszeitschrift/-zeitung: St.Galler Tabglatt, 20min, Blick

Wofür würdest du nie Geld ausgeben? Sex, Drogen, Sekten

Welchen Traum möchtest du dir erfüllen?

Eine Reise durch Südamerika

Welche schlechte Eigenschaft möchtest du dir abgewöhnen?

Nicht so stur zu sein!

Welches Erlebnis hat dich am meisten geprägt?

11. September 2001

Worauf bist du besonders stolz?

Ich bin stolz darauf, dass ich momentan alles unter einen Hut bringe (Beruf, Schule, Mister Schweiz-Kandidatur).

Erinnerst du dich an deine erste Liebesnacht? Ja, aber alles andere bleibt mein Geheimnis!

Bei dieser Befragung antwortete Weiler noch bedacht. Bei den nachträglichen Interviews löste jedoch der neue Mister Schweiz die Mundbremse und quatschte über alles. Ueber die Intimrasur, die Schönheitspflege, die Zahnverschönerung, den Ohrstecker usw. Angeblich werden die Kandidaten auf alles vorbereitet, nur nicht auf den Umgang mit Medien.

Noch ein Wort zum Mister Schweiz als Plakatsäule:

Nach der Wahl wurde der auserkorene Drogist als Werbeträger ein gefragter Mann.

Marketing und PR Spezialisten hätten ihm geraten, nur wenige Angebbote anzunehmen. Doch der unerfahrene junge Mann verkaufte seinen Körper an 18 Marken. Ich konnte mir jedenfalls keine einzige der merken. Martina Hinggis machte es professioneller. Ihr Name wird noch heute mit der Verzinkerei Zug assoziert und Ihre Waschmaschine Werbung ist noch in allen Köpfen, obschon durch die Dopinggeschichte schon länger weg vom Fenster ist. Der anonyme Schönling hingegen verkaufte in erster Linie seine Privatsphäre. Er liess seine Zahnverschönerung von der Illustrierten begleiten und machte alles Private öffentlich. Er zeigte, wie er die Augenbrauen pflegt, sich bräunt, die Nägel pflegt und den Ohrenstecker montieren lässt. Auch wie er im Wirlpool Champagner trinkt (ohne dass sich die Leute die Marke der gesponserten Sprudelwanne merken konnten). Ich frage mich: Weshalb haben die Eltern den neuen Minster Schweiz nicht fachmännisch beraten lassen?

Nachtrag 27.4.08:

Urs Brülisauer von der Mister Schweiz Organisation sagte der Sonntagszeitung, Weiler sei von der sicheren Drogerie direkt in die verminte Welt der Medien geworfen worden. Es wäre fahrlässig gewesen den neuen Mister Schweiz während der ersten zwei Wochen nicht rund um die Uhr zu begleiten.

- Die Medien suchten den dunkelsten Fleck in Weilers Vergangenheit

- Sie wollen wissen, ist er für oder gegen Blocher? Für oder gegen Widmer-Schlumpf?

Weiler hielt sich an die Empfehlung des Organisation, sich nicht zu politischen Fragen zu äussern.

Nach Brülisauer muss er versuchen einem breiten Publikum möglichst sympathisch rüberzukommen. Brühlisauer war der Ansicht, Weiler habe keine groben Fehler gemacht. Doch musste er vernichtende Schlagzeilen einstecken:

"Mehr Miss als Mister!"

"Lang-Weiler"

"Schräg sind nur seine Zähne!"

"Für mich hat er was von Barbie-Ken"

Die meiste Kritik musste er seiner Eitelkeit wegen einstecken.

Doch in dieser hinsicht war der neuen Mister Schweiz selbst schuld.

Weshalb plappert er unbedacht ins Mikrofon und erzählt, dass er den Körper rasiere, die Augenbrauen zupfe, regelmässig Manicure mache, einmal pro Woche ins Solarium gehe und täglich zwei Stunden für die Körperpflege aufwende.

In einem Interview wehrte sich der Kritisierte und fand, diese Angaben wären übertrieben - um hernach im gleichen Atemzug dem Journalisten zu verraten, dass er sich vor dem Treffen geduscht habe, Feuchtigkeitscreme aufgetragen habe und nur ein bisschen Make- um die Augen aufgetragen habe "Schatten überdeckt", weil er gesundheitlich etwas angeschlagen sei.

Genau das beanstanden wir: Weiler kennt keine Grenzen. Der Berater hätte den unerfahrenen Mister Schweiz nicht nur darauf aufmerksam machen müssen, auf politische Fragen nicht zu antworten. Er hätte dem jungen Burschen unbedingt nahelegen müssen, dass er den Medien keinen Einblick gewähren muss ins eigene Bade- oder Schlafzimmer. Persönliches muss nie offen gelegt werden - auch nicht als Mister Schweiz!