Mittwoch, 28. November 2007

Martina Hingis laviert hin und her

Zuerst gab sie bekannt, sie werde am CSI Barcelona reiten. Die Medien berichteten darüber. Dann aber hatte sie sich anders besonnen:

Sie sagte ihre am Montag angekündigte Teilnahme am drittklassigen CSI Barcelona vom nächsten und übernächsten Wochenende plötzlich ab.

Wir dürfen Martina Hingis nicht unterstellen, dass der mutmassliche Kokskonsum mit beigetragen hat, dass sie so unstet geworden ist.

Es ist durchaus möglich, dass ihr der enorme Medienwirbel zu stark zugesetzt hat.

Dienstag, 27. November 2007

Die goldenen Regeln der Rhetorik

1. Wenn Du von Deiner Aussage nicht überzeugt bist, wirst Du nicht überzeugen können. Du kannst im Herzen des Gegenübers nur ein Feuer entzünden, wenn in Dir das Feuer der Begeisterung brennt.

2. Tritt frisch auf, machs Maul auf und hör bald ( Diese alt bewährte Erkenntnis gilt auch heute noch).

3. Nutze das Lampenfieber. Es gibt die notwendige Spannung. Wer keine Grundspannung mehr hat, wirkt lahm. Das Reden darf nie zur routinierten Pflichtübung verkommen.

4. Unterbinde keinenfalls die Gestik. Wer den Start zelebriert und locker beginnt, spricht automatisch mit den Händen. Laien wissen nicht, dass durch die Bewegung der Stress abgebaut wird.

5. Bereite den Anfang (Einstieg) und den Schluss gründlich vor. "Der Start ist die halbe Miete".

6. Rede frei. Der Stichwortzettel ist der rote Faden und der Rettungsanker.

7. Es ist ein Beweis hoher Bildung, wenn komplexe Zusammenhänge einfach erklärt werden können.

8. Visibiliät bei Kommunikationsprozessen will heissen: so reden dass man die Worte "sieht", dass bei Charts die Bilder stimmen. Worte die kein Bild auslösen, bewirken wenig.

9. Der erste Eindruck prägt. Es lohnt sich, das persönliche Erscheinungsbild zu pflegen.

10. Es ist ein Muss, sich vor jedem Auftritt über die Zuhörer ein Bild zu machen. Was interessiert sie? Welches Vorwissen bringen sie mit?

11. Die Zuhörer lassen sich lieber unterhalten als belehren. Die Gefühle der Zuhörer wollen auch angesprochen werden.

12. Bedenke. Was Du denkst, strahlst Du aus. Die Zuhörer merken es, wenn Du Theater spielst oder eine Person imitierst. Sei immer Du selbst!!!!!!

13. Während des Sprechens können wir alle rhetorischen Grundprinzipien vergessen. Denn: Eine Person, die sich für die Zuhörer interessiert und sich 100 prozentig in den Gedanke vertieft, macht automatisch alles richtig.

- Sie schaut das Gegenüber an

- Sie macht Pausen

- Sie erzählt ein konkretes Bespiel

- Sie stellt Fragen

- Sie verzichtet auf künstliche Effekte

- Die Körpersprache stimmt

- Die Zuhörer werden angesprochen

So gesehen wäre Rhetorik EINFACH. Weil jedoch das EINFACHE nicht immer so EINFACH ist, lohnt sich bestimmt ein kurzer Check im Simulator bei K+K. Denn: "Wissen" heisst noch nicht "Anwenden können". Das prozessorientierte Arbeiten lohnt sich.

Montag, 26. November 2007

Reinhard Bütikofer kann wieder aufatmen

Als Grünen-Chef Reinhard Bütikofer in Nürnberg bei den Grünen ans Rednerpult trat, wusste er genau: Es geht um sein politisches Überleben.

Die Hypothek: Im September beim Göttinger Sonderparteitag hatten die Delegierten gegen die Afghanistan-Politik der Parteispitze gestimmt. Bütikofer schien angeschlagen. Nach einer Umfrage trauten ihm nur noch 15 Prozent der Deutschen zu, die Öko-Partei aus der Krise zu führen.

In Nürnberg war zu erfahren: Bütikofer und seine Co-Vorsitzende Claudia Roth wollen zurücktreten, falls die 700 Delegierten der Sozialpolitik der Parteispitze die Zustimmung verweigern.

Wer den Auftritt des Grünen Chefs mitverfolgen konnte, stellte fest:

Mit verbissenem Gesicht und hochrotem Kopf warb Bütikofer für sein Modell einer sozialen Grundsicherung: Es sieht eine Anhebung des Arbeitslosengeldes II von 347 auf 420 Euro im Monat vor – und wird von nahezu allen grünen Spitzenpolitikern unterstützt. Dagegen fordern mächtige Landesverbände ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger in Höhe von 420 Euro.

Bütikofer flehte: „Lasst uns fair und respektvoll miteinander umgehen.“

Nach langer, fast fünfstündiger Debatte hoben die Delegierten in Nürnberg die Stimmkarte. 58,6 Prozent sind für den Antrag des Vorstands.

Auf dem Podium war hernach der Grünen-Chef mit regungslosem Gesicht zu sehen. Es dauerte knapp zehn Sekunden, dann liess Bütikofer Luft ab, begann zu lächeln. Der Kelch war an ihm vorbeigegangen.

Sonntag, 25. November 2007

Luc Recorcon gegen Blocher?

Wie Fraktionschefin Therese Frösch am Freitag den Medien bekannt gab, hat sich die grüne Fraktion mit 15 zu 6 Stimmen für die Kampfkandidatur des Waadtländers Recordon entschieden.

Dieser Beschluss müssten nur noch von der Delegiertenversammlung am 1. Dezember in Binningen BL genehmigt werden.

Recorcons Kandidatur richte sich ausschliesslich gegen die Politik Blochers, der mit seinen Angriffen auf das Völkerrecht, auf Gerichte und auf Minderheiten wie Ausländer und Behinderte die Grundwerte der schweizerischen Gesellschaft verrate, sagte der Konrahent. Nach Frösch ist die Minderheit der Fraktion der Ansicht, an der arithmetischen Zusammensetzung des Bundesrates könnte nicht gerüttelt werden.

Im Grunde genommen müsste man den zweiten Sitz der FDP angreifen. Zudem dürfe sich die Fraktion nicht auf das Feindbild Blocher einschiessen.

Ferner wollen die Grünen gegen die SP den Kampf ums Präsidium im Nationalrat aufnehmen.

Samstag, 24. November 2007

Hans - Jürg Fehr und Filippo Leutenegger reden jetzt Klartext:

Imageprobleme bei der SP und bei der FDP

SP-Präsident Hansjürg Fehr gibt nun einige Tage nach den Wahlen zu, dass die SP ein Imageproblem hat. Die Schlappe der SP bei den eidgenössischen Wahlen 2007 sei darauf zurückzuführen, dass die Öffentlichkeit nicht mehr wisse, wofür die SP stehe. Genau das war es, was wir vor den Wahlen ständig festgestellt hatten. Die SP suchte laufend neue Kernbotschaften und irritierte das Stimmvolk. Dass die Partei für soziale Gerechtigkeit einstehen müsste, hätte schon früher einleuchten müssen. Dies wäre das eigentliche Kerngeschäft der SP gewesen. Doch die Exponenten der Partei lavierten zwischen Jugendgewalt (Galladé), der Dopingbekämfpung nach der Tour de France (Wyss) und dem Einschiessen auf das Feinbild Blocher (Fehr), anstatt sich auf EINE klare Kernbotschaft zu konzentrieren.

Fehr sieht wenigsten heute ein, dass es ein Fehler war, thematisch zu surfen. Er sagte an der Delegiertenversammlung in Bern, die Partei habe zwar selbst den Eindruck, sie habe ein klares Image. Dennoch höre er zu häufig, dass das Image der SP zu diffus sei. Auch bei Hansjürg Fehr stellten wir bei allen Interview fest, dass er früher selbst ebenfalls davon überzeugt war, dass seine Inhalte stimmen und es lediglich daran liege, diese Themen verständlicher zu kommunizieren.

Zu den Fehlern im Wahlkampf sagte er nach der Wahlschlappe mit neuen Sitzverlusten im Nationalrat: «Ich glaube, dass wir einen strategischen Fehler gemacht haben, indem wir aus dem Wahlkampf auch einen Bundesratswahlkampf machten». Damit habe man der SVP und der Kontroverse um Christoph Blocher Vorschub geleistet.

Auch diese Aussage stimmt heute nicht mehr mit Fehrs früheren Antworten überein. Ich erinnere die Leser an die Samstagrundschau (DRS1), als Fehr nach der Niederlage kritisch befragt wurde. Da behauptete er noch selbstsicher, es treffe nicht zu, dass sich die SP auf Blocher eingeschossen habe. Nie d.h. nur einmal hätte er gesagt, Blocher sei nicht wählbar (Die Zuhörer kannten jedoch alle Voten gegen den unliebsamen Bundesrat, der unkollegial, unehrlich und gefährlich sei).

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Bei der FDP sprach Filippo Leutenegger in der Weltwoche vom 22. November ebenfalls Klartext:

Ich zitiere:

"Wir haben in diesen Wahlen eine Niederlage erlitten, die nicht einfach mit mangelnder Mobilisierung oder anderen Ausreden zu erklären ist. UNSER PROFIL IST OFFENSICHTLICH ZU UNSCHARF! wir haben unsere Botschaft nicht ins Volk tragen können."

Ende Zitat

Wir wiesen auch bei der FDP in unseren Analysen ebenfalls auf das Lavieren hinsichtlich der Botschaften hin und prognostizierten eine Schlappe Wir fragen uns bei der FDP wie bei der SP: Warum konzentriert sich die Partei nicht auf ihr Kerngeschäft- beispielsweise auf die Finanzpolitik.

Leutenegger sieht die Partei im Zangegriff zwischen SVP und Grünliberalen. Teile seiner Partei habe einen abgrundtiefen Hass auf die SVP. Die Ausrichtung nach Links habe jedoch der FDP Verluste gebracht.

Ich persönlich sehe auch im Zeitalter der Abzockerlöhne (Manager) eine Hypothek bei unserer klassischen Wirtschaftspartei. Der Swissairprozess mit Spörry- Honegger ung Co. färbten auf die FDP bestimmt auch noch negativ ab, so wie der Niedergang der früheren Vorzeigebundesrätin Kopp.

Fazit:

SP und FDP müssten umgehend hinsichtlich Botschaftenmanagement über die Bücher. Gesucht sind Themen, die der Bevölkerung unter den Nägeln brennen.

Freitag, 23. November 2007

CSU-Rebellin Gabriele Pauli: „Ich trete aus der CSU aus“

Wir protokollierten die leide Geschichte "Pauli und die Medien" (Rhetorik.ch AKTUELL - Navigation über das Suchfenster --> Stichwort Gabriele Pauli) Die uneinsichtige Politikern liess sich in Lack und Leder ablichten, forderte, Ehen auf sieben Jahre zu befristen und sorgte zusätzlich für ordentlich Zündstoff nicht nur in Parteikreisen... Pauli tritt nun aus der CSU aus.

Uneinsichtigkeit bis zum bittern Ende

Sie kehre der Partei nicht den Rücken, weil sie die Wahl um den Parteivorsitz Ende September verloren habe, liess Pauli verlauten. Vielmehr sei die Art und Weise, wie man sich ihr gegenüber verhalten habe, Auslöser für ihre Entscheidung. Pauli über die Parteikollegen:

„Diese Herren haben keinen Respekt und keine Scheu, meine Meinung zu unterdrücken.“

Wie geht es nun mit Pauli weiter?

Die Optionen gehen - nach Pauli - von der Gründung einer eigenen bis hin zum Beitritt einer anderen Partei.

Prognose:

Die Grünen zeigen zwar ein gewisses Interesse an der rebellischen Politikerin . Doch wird Pauli auch in einer anderen Partei nicht über den eigenen Schatten springen können. Sie wird sich selbst - weiterhin im Wege stehen. Wer uneinsichtig bleibt, wird auch in einer neuen Partei bald wieder ins Fettnäpfchen treten.

Donnerstag, 22. November 2007

Gerhard Schröders erneuter Fehltritt

Gerhard Schröder kann es nicht lassen. Die jüngste Kritik des Exkanzlers - an der Aussenpolitik seiner Nachfolgerin - belastet das Klima der Koalition zusätzlich. Was war geschehen?

Der alte Kanzler warf der amtierenden Kanzlerin vor, sich in der Aussenpolitik zu sehr von Emotionen leiten zu lassen. Er sieht die Ursache in Merkels Leben in der DDR.

Ueber Merkels Aussenpolitik kann man gewiss geteilter Meinung sein. Nicht alles ist so durchdacht, wie sie es wahr haben will. Doch dies berechtigt den Vorgänger nicht, der Nachfolgerin vorzuwerfen, sie steuere auf eine neue Gegnerschaft mit Russland zu. Dies darf ein Altkanzler auf keinen Fall tun.

So wie ein Stadtpräsident im Ruhestand, dem amtierenden Kollegen via Medien auch keine ungefragten Ratschläge erteilen darf.

In der Schweiz hat sich die Bevölkerung besonders geärgert, wenn die "mediengeilen" Alt - Bundesräte Dreifuss und Stich jeweils der heutigen Exekutive die Leviten verlasen oder sich öffentlich eingemischt hatten.

Schröders Fehltritt ist gewiss seinem zuweilen rüpelhaftem Verhalten zuzuschreiben. Wer einem Nachfolger in die Suppe spuckt, macht dies in der Regel nicht aus mangelndem Sachverstand. Er glaubt, er sei dieser öffentlichen Kritik - der Sache wegen - verpflichtet.

Doch verbietet es immer der Takt jedes Vorgängers, die Amtsführung des Nachfolgers zu beurteilen.

Im Fall Russland hätte Schröder schon deshalb schweigen müssen, weil er als Aufsichtsratsvorsitzender einer Gazprom Tochter gutes Geld verdient!

Schröders Fehltritt ist somit besonders verwerflich.