Samstag, 17. November 2007

Olaf Schulz der neue deutsche Arbeitsminister als "Scholzomat"

Als Schröder im März 04 den Parteisitz niederlegte, musste auch sein Gefolgsmann Scholz gehen. Scholz war als gefuchster Verhandler bekannt. Aus jener Zeit stammt sein Spitzname "Scholzomat". Weshalb? Er verstand es, die Politik Schröders mit gedrechselten - sich ständig wiederholenden Sätzen - zu verkaufen. So wurde ihm diese wenig schmeichelhafte Bezeichnung zuteil.

Montag, 12. November 2007

Sandra Maischberger: Mediales Echo dank Eklat

Bei Kerner war es der Rauswurf der ungeliebten Eva Herman, der zu einem Medienwirbel gesorgt hatte. Als bei Maischberger der ZDF Journalist ihre Sendung verliess ( nachdem er sich von Nina Hagen provoziert gefühlt hatte), kam es auch zu einem Eklat. Sandra Maischberger wurde von dieser Aktion überrascht. Sie sagte, sie hätte nie erwartet, dass die Sendung zu so einer persönlichen Auseinandersetzung führen könnte. sie sagte: "Ich versuchte zu vermitteln, aber es war mit nicht gelungen." Der Grund: Nina Hagen will sich nie angepasst verhalten. Wir haben von ihr ein Videobeispiel wie sie auch in einer Talkrunde die Nerven verlor und eine Gesprächsteilnehmerin beleidigte oder wenigstens so tat, als ob..

Aussergewöhnliches führt immer zu einem medialen Echo!

Maischberger findet (Quelle Spiegel Nr. 45/07):

"Es ist ein wenig deprimierend, dass diese Sendung so viel Aufmerksamkeit produziert. Kaum macht man eine Show, in der ein Gast das Studio verlässt, steht man in allen Zeitungen.

Vielleicht sollte ich das nächste Mal einmal Herrn Müntefering rauswerfen. Dann hätte ich die Presse, die ich mir bei unseren ersten Sendungen wünschen würde"

Kommentar:

Tatsächlich werden oft Pseudo-Skandale produziert - nur deshalb, um in die Medien zu kommen. Provokateure haben es in der Regel darauf abgesehen, Aufmerksamkeit zu wecken. Es gibt Künstler und Agenturen, die sagen sich: Lieber mit negativen Schlagzeilen in der Oeffentlichkeit, als unbeachtet bleiben. Eine Haltung die uns zu denken gibt.

Sonntag, 11. November 2007

Zu den kommenden Ständeratswahlen:

Alle gegen die SVP

Nachdem bei den Parlamentswahlen die SVP nochmals einen Rutsch nach vorn getan hat, ist es verständlich, dass alle anderen Parteien interessiert sind, dass die SVP nicht auch noch zwei Ständeratssitze in den Kantonen St. Gallen und Kt. Zürich ergattern kann. Die Kräfte gegen Ueli Maurer (ZH) und Toni Brunner haben sich gut formiert und es wird für die beiden SVP Kandidaten nicht einfach werden, in der kleinen Kammer Einsitz zu nehmen.

Zum Duell Diener - Mauer

Obwohl Ueli Maurer am zweit meisten Stimmen gemacht hatte, wäre für ihn das Rennen eindeutig verloren gewesen, wenn SP und Grüne sich geeinigt hätten und zusammen mit der CVP einhellig zu Verena Diener bekannt hätten. Maurer hätte dann wohl kaum noch eine Chance gehabt. Mauer kam es gelegen, dass sich die Frauen nicht einigen konnten (Man sprach von einem Zickenkrieg) und dann - nach einem unrühmlichen Hickhack - die zweit platzierte SP Kandidatin widerwillig - aber der Sache zuliebe - nachgegeben hatte.

Heute ist für Verena Diener das Rennen noch nicht gelaufen

Die grüne Ständeratskandidatin hat leider mehrere Hypotheken:

- Sie schaffte es nach einigen Jahren grösster Popularität, sich vielerorts unbeliebt zu machen

- Zähneknirschend werden bestimmt einige SP Genossen Verena Diener auf den Wahlzettel schreiben, nur um die SVP zu verhindern. Der Frust und die Resignation nach dem üblen Duell mit Galladé ist aber noch nicht überwunden. Wir müssen damit rechnen, dass viele SP Mitglieder den Zettel leer einlegen.

Der Tagesanzeiger ist von der ehrgeizigen Politikerin Diener seit Wochen enttäuscht. Peter Hartmeier sagte im Tele-Züri, dass die Leute umso kritischer von Diener redeten, je näher sie mit ihr zu tun hätten. Im Tagi wurde das heuchlerische Spiel Verena Dieners laufend thematisiert

Koni Löpfe, Präsident der SP Stadtpartei schrieb sogar in der Parteizeitung, Maurer könnte gewisse Anliegen des Kantons womöglich besser vertreten als Diener.

Diener hatte zu oft Unentschossenheit signalisiert und ist bekannt durch ihren Wankelmut und ihre abrupte Richtungswechsel: z.Bp. Die Meinungswechsel bei der Herzchirurgie oder bei der Beschränkung beim Flughafen Kloten. Die Aerzte im Universitätsspital beklagten immer wieder Dieners Führungsstil.

Während der zwölfjährigen Amtszeit als Regierungsrätin brachte es Diener fertig, sich überall unbeliebt zu machen. Sie gilt als machtbewusst und versteht es auf fürsorgliche Art, Andere herablassend zu beurteilen.

Kommentar:

Das Rennen bleibt somit offen. Obwohl mathematisch Verena Diener gewinnen müsste, wird es für sie nicht einfach, sich gegen Ueli Maurer auf der Zielgeraden doch noch durchzusetzen. Ueli Maurers Plus: Medienrhetorisch macht er es vorzüglich. Seine Aussagen sind verständlich und die Botschaften eindeutig und einfach.

Samstag, 10. November 2007

Lucrezia Meier-Schatz will sich nicht entschuldigen

Obschon die Präsidentin der GPK an ihrer umstrittenen Medienkonferenz insinuierte, Bundesrat Blocher könnte zu den Personen gehören, die Rorschacher entfernen wollten. Obschon Meier -Schatz beim sogenannten H-Plan behauptet hatte, auf dem umstrittenen Flipchartblatt hätten mehrer Personen Notizen gemacht und sich nun herausstellte, dass dies alles nicht zutrifft (und eindeutig feststeht, dass die Kommission Falschinformationen als gesicherte Informationen übernommen hatte), will sich die CVP Politikern Meier- Schatz für all diese Fehler nicht entschuldigen.

Alles klar?

Die Bankspezialisten vertreten nach der Hypothekenkrise die Meinung, niemand hätte diese Krise voraussehen können. Auch in der Schweiz gibt sich UBS Boss Marcel Ospel überrascht. Für Mr. Alan Greenspan (ehemaliger US Notenbankchef ) ist die Situation klar. Er sagte, nachdem er die Situation erklären wollte (Sein vager Redestil ist hinlänglich bekannt):

"Ich weiss, dass Sie glauben, was ich Ihrer Ansicht nach gesagt habe. Aber ich bin mir nicht klar, ob Ihnen klar ist, was Sie gehört haben, nicht das ist, was ich meine."

Kommentar: Alles klar ? Es ist leider für alle immer noch glasklar unklar.

Dienstag, 6. November 2007

Franz Hohler und das "Schwarze Schaf"

In seiner bekannten "Rede" spielt Hohler mit Redewendungen und schrieb:

"Aber immer wieder erweist sich der Amtsschimmel als das Schwarze Schaf, das weder Fisch noch Vogel ist, sondern ein Buch mit sieben Siegeln, das uns Sand in die Augen streut."

Ich war erstaunt, dass Franz Hohler das SVP Plakat mit den schwarzen Schaf so interpretierte wie Frau Calmy-Rey (in einem Interview vor wenigen Tagen). Für ihn war das Schwarze Schaf Symbol für ALLE Ausländer und auch er sah darin ein Ausstossen ALLER Ausländer aus der Schweiz. Hohler ärgerte sich an diesem ausländerfeindlichen Plakat, das darstelle, wie alle Fremden (Schwarze?) aus dem Land hinausgekickt werden. Wenn er dieses Plakat sehe, sei er stets ein schwarzes Schaf. Beim Plakat ging es demnach Hohler nicht mehr um das Sinnbild vom Schwarzen Schaf (wie in seiner Rede). Obschon die SVP unmissverständlich das schwarze Schaf nur für die kriminellen Ausländer gezeichnet hatte und damit nicht die Hinausbeförderung aller Ausländer gemeint ist (Text ist eindeutig).

Tatsächlich vertrat ich verschiedentlich die Meinung, dass bei Kommunikationsprozessen der Sender schuld ist, wenn der Empfänger die Botschaft falsch versteht. Damit wäre in diesem Fall die SVP Schuld, wenn so viele Leute - auch ausländische Journalisten die Plakat-Botschaft als rassistisch, fremdenfeindlich interpretiert hatten und das Bild - so wie Hohler - verstanden haben.

Kommentar:

Wir fragen uns dennoch: Die Regel, dass bei Missverständnissen immer der Sender schuld ist, gilt gewiss dann nicht mehr, wenn ein Empfänger bewusst falsch verstehen will. Können wir nun davon ausgehen, dass die Schäfchenplakatkritiker nicht zu dieser Gruppe gehören? Die Antwort überlasse ich den Lesern.

Sonntag, 4. November 2007

Intimes veröffentlichen?

Wir plädierten immer für eine klare Grenzziehung zwischen Privatheit und Oeffentllichkeit. Immer mehr stellen wir fest, dass Prominente Privates ins Schaufenster stellen und stolz Intimes preisgeben. Aus unserer Sicht ist dies ein fahrlässiger Fehler.

Vor Mikrofon und Kamera verlieren immer mehr - der sonst so zugeknöpften Prominenten - aus unverständlichen Gründen sämtliche Hemmungen. Im «Doppelpack», dem samstäglichen Interview des People-Magazins «Glanz und Gloria», gaben die Stars seit August reihenweise detaillierte Auskunft über ihr Sexleben.

«Selbstverständlich onaniere ich», verriet der sonst so intelligente Ursus vom Clownduo Ursus und Nadeschkin. «Das klappt überall.» Auch Ex-Miss-Schweiz Karina Berger erzählte, sie befriedige sich «ab und zu» selber.

«Wir schauen oft Pornos», gab Beat Breu mit seiner Verlobten Heidi Stampfli dem Publikum preis. Auch Ex-Miss Lauriane Gilliéron prahlte mit Nahverkehrs-Erlebnissen. Wetterfrosch Jörg Kachelmann sogar mit Sex bei 120 Kilometern pro Stunde und fügte bei - als finde er es lustig - «und trotzdem passierte kein Unfall».

Epiney kam Jahren immer wieder auf seine Homosexualität zu sprechen.

Ex-Miss Fiona Hefti gestand dem Fernsehpublikum, sie habe schon Orgasmen vorgetäuscht.

Röbi Koller gestand, dass er von Erotik am Strand träume und Tagesschausprecherin Katja Stauber lockerte unbedachterweise ihre Zunge und sprach von ihrer wilden Teenagerzeit.

Diese hemmungslose Offenheit bei unseren Stars kannten wir bislang nicht!

Aussagen zum Sexleben waren in der Regel ein Tabu. Wollte früher ein Journalist etwas über Intimes fragen, so riskierte er die verärgerte Bemerkung:

"Das ist meine Privatsache!"

Wir fragen uns: Haben sich die Zeiten geändert oder sind die Promis heute naiver geworden und glauben, es gehöre zum guten Ton, dem ganzen Land Einblicke in ihr Schlafzimmer zu gewähren?

Das unbedachte Verhalten könnte damit begründet werden:

Die Stars werden unablässig mit derartigen direkten, persönlichen Fragen bombardiert. Sie werden überrascht und haben das Gefühl, dass ihre Kollegen angeblich "mutig und offen" das Intimleben vor Mikrofon und Kamera preisgeben und meinen, das müssten sie ebenfalls tun. Das gehöre zu einer modernen offenen Haltung. Viele Promis haben nicht gelernt, diese intimen Fragen zu antizipieren und intime Fragen konsequent mit einer vorformulierte Standard-Antworte zu stoppen. Wenn andere so "blöd" sind und sich aufs "dünne Eis" begeben, haben sie das Gefühl, man müsse mithalten oder sie lassen sich im Trommelfeuer der Fragen (Ueberraschungs- und Wiederholungstaktik) weichklopfen. Dazu kommt, dass sie von den Journalisten für diese "Offenheit" meist gelobt werden.

Aus meiner Sicht waren die beiden DJs Antoine und Tatana bereits auf dem Eis eingebrochen, als die offen zu ihrer Vorliebe für Oralsex standen. Auch Roman Kilchsperger glaubte, er mache sich beliebt, wenn er von seinen Sexfantasien erzähle, die so dunkel seien, dass er Angst habe, niemand würde dabei mitmachen. Ich wunderte mich, dass sogar der erfahrene Kurt Felix vor Mirkofon und Kamera sich dazu hergab, den unverklemmten Sexonkel zu mimen, indem er sich bemühte, die Zuschauer darüber aufzuklären wo sich der G Punkt bei der Frau befindet : «Der G-Punkt ist hinter der Klitoris, drei Zentimeter weit oben.»

Die angebliche Offenheit bei Interviews scheint heute keine Grenzen mehr zu haben.

Männer beichten ohne Wimpernzucken über den Bordellbesuch: «Klar war ich schon im Puff», sagten DJ Antoi­ne, Breu und Kilchsperger. Kilchberger ging sogar so weit und behauptete, wer vor dem 34. Altersjahr nicht für Sex bezahlt hat, habe nicht richtig gelebt.

   Intimes öffentlich machen- Ja oder Nein?

«Der Trend zum Outing wird immer stärker», sagt der Schweizer Medienexperte Roger Blum. Zitat Sonntagsblick:

Früher wäre es keinem Homosexuellen eingefallen, zu seinen sexuellen Vorlieben zu stehen, heute zerfliessen die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem. Dass die Menschen offener würden, sei an sich positiv, so Blum. «Doch es gibt eine Grenze: Die Privatsphäre. Sie sollte als Schutz dienen.» Blum stellt fest, dass diese Grenze am Verwischen ist. Der bekannte Berner Paartherapeut Klaus Heer teilt Blums Einschätzung:

«Unsere Medien sind voll nackter Haut. Und sie sind geschwätzig wie nie, wenn es um Sex geht. Es sieht so aus, als wären wir alle ­offen bis in unsere letzten Schamfalten. Wer mag da schon zickig und verklemmt erscheinen und die Aussage verweigern, wenn er nach sexuellen Intimitäten gefragt wird?».

Kommentar:

Es hat nichts mit Verklemmtheit oder mit einem zickigem Verhalten zu tun, wenn prominente Persönlichkeiten eine klare Grenze zwischen Privatheit und Oeffentlichkeit ziehen. Aus meiner Beratertätigkeit habe ich immer wieder erlebt, dass all jene, die konsequent Intimes für sich behalten konnten, langfristig besser gefahren sind, als jene angeblich offenen "Plauderis". Das konsequente Verhalten geht leider kaum ohne Training. Es bedarf einer gehörigen Portion Standhaftigkeit. Vor allem bei überraschenen Fragen oder wenn Journalisten Druck ausüben

Die angebliche Offenheit und Mediengeilheit wird meist zum Bumerang . Sie schadet langfristig der prominenten Person. Wer unseren Rat in den Wind schlägt und die "Kameras ins Schlafzimmer lässt" muss sich nicht wundern, wenn er früher oder später auf dem dünnen Eis einbricht. Jeder Mensch hat nämlich ein Recht auf Privatheit und ist NIE verpflichtet, Journalisten die Türe zur Privatheit zu öffnen, wenngleich dies die Medien das für Leben gerne hätten. Journalisten dürsten verständlicherweise nach intimen Geschichten und versuchen alles, um zu diesen "verkaufsträchtigen" Storys zu kommen.

Siehe auch: rhetorik.ch: Privatheit und Oeffentlichkeit (unter AKTUELL)