Quelle Blick online
Wie bitte Moritz Leuenberger?
Schlicht und einfach sollte der Anlass die Bildenthüllung eines Porträts von Moritz Leuenberger werden.
«Ich habe ein Stück weit Verständnis für die Reaktion von Piero Esteriore», meinte der Bundesrat. Er habe auch zuerst lernen müssen einzustecken. «Und wenn man als junger Mann mitsamt seiner Familie angegriffen wird, kann ich das verstehen.»
Kommentar:
Wie bitte? Herr Leuenberger. Sie haben tatsächlich Verständnis für das unbeherrschte Verhalten eines frustrierten Musikers?
Verständnis für den inakzeptablen Wutausbruch mit einem Auto?
Nun haben wir grünes Licht für alle, die unbeherrscht ihrer Wut den Lauf lassen. Die Täter können somit ab sofort mit dem Verständnis unseres Bundesrates Leuenberger rechnen. Also - allen denen etwas Unangenehmes unter den Nägeln brennt, raten wir: Sofort dreinschlagen ohne schlechtes Gewissen! Das Verständnis von Moritz Leuenberger ist Ihnen gewiss! Er wird wohlwollend nicken.
Doch wir haben kein Verständnis für die fahrlässige Aussage unseres Bundesrates, zumal die Bemerkung weder ironisch noch witzig gewirkt hat.
Ist bereits ein weiterer Bundesrat vom Virus der unbeherrschten Kommunikation angesteckt worden?
Nachtrag 7. Oktober 07:
Franz Riklin, Strafrechtsprofessor spricht Klartext: "Als Bundesrat darf man keine Straftat verteidigen. Leute hätten sonst gefährdet werden können."
Wir teilen diese Meinung und finden es auch sonderbar, dass nun gemäss Sonntagsblick Bundesrat Leuenberger auch noch jene Leute versteht, die sich über seine unbedachte Aeusserung empörten.
Das erinnert mich an jenen Baureferenten, der einem Bürger in einer Privataudienz recht gegeben hatte, nachdem dieser ihm sein Anliegen hinsichtlich Bauvorhaben unterbreitet hatte.
Hernach aber dem Gegenspieler des Projektes , der später aufkreuzte und die Gegenmeinung vertrat, ebenfalls recht gab. Worauf die Frau des Politikers (Sie hörte im Nebenzimmer die beiden Gespräche des Mannes mit an) sagte: "Du hast ja beiden recht gegeben. Nach meinem Dafürhalten, bist Du ein Windfähnchen!" Nun sagte der Baureferent seiner Frau: "Ja, Du hast auch recht!"
Diese Geschichte erinnert uns an das Verhalten Leuenbergers: Er hat stets für alle Verständnis!
Die Schlussfolgerung überlasse ich den Lesern.
Freitag, 5. Oktober 2007
Donnerstag, 4. Oktober 2007
Lucrezia Meier- Schatz - tatsächlich sturmerprobt?
Kommentar:
Die Präsidentin hätte sich all den Aerger, all die Kritik und Schmach ersparen können,wenn sie sich vor der Medienkonferenz hätte beraten lassen.
Meier- Schatz unterliefen folgende klassischen Kommunikationsfehler:
Sie bereitete sich nicht vor: In Krisen gilt: Warten, denken, überlegen, klären, antizipieren - erst dann handeln!
Meier-Schatz hatte sich nicht an die Grundregeln der Krisenkommunikation gehalten (aus den Erfahrungen von Beatrice Tschanz):
Nur geklärte Fakten beschreiben!!!!!!
Keine Mutmassungen!
Keine Interpretationen von Hypothesen!
Nie Unterlagen aus einem laufenden Verfahren zeigen!!!!
Worte wie "wahrscheinlich" - "wir vermuten" gibt es an einer Medienkonferenz während einer Untersuchung nicht!
Heute dürfen wir nicht der SVP für den "Ausnahmezustand der Politikerin" die Schuld in die Schuhe schieben. Sie musste bekanntlich beschützt werden. (Die SVP konnte die gravierenden Fehler der unerfahrenen Politikerin auskosten und hatte somit ein leichtes Spiel zurückzuschlagen).
Uebrigens scheiterte auch das VBS beim Jungfraudrama an den gleichen klassischen Fehlern. Es wurde damals an der Medienkonferenz ebenfalls über Mutmassungen spekuliert usw. Das rächte sich.
Auch den Medien darf Meier- Schatz ihre Schuld nicht zuweisen, oder sich mit der Selbstschutzbehauptung rechtfertigen, sie wäre nur deswegen so hart kritisiert worden, weil sie eine Frau sei.
Lucretia Meier-Schatz hat sich durch ihr Verschulden selbst in den Ausnahmezustand hinein manöveriert!
Es scheint, dass sie dies heute immer noch nicht einsehen will.
In Bern hatte ich jedenfalls den Eindruck, dass sie die These vertritt: Wer mich kritisiert, kritisiert die GPK und stellt somit diese wichtige Institution in Frage.
Wir vertreten die Meinung, dass Kritik des kommunikativen Fehlverhaltens immer zulässig ist. Damit wird die Institution noch nicht in Frage gestellt.
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marcus knill
um
09:21
Mittwoch, 3. Oktober 2007
Chantal Galladé (SP) im Blick online:
"Herr Blocher hat das Parlament angelogen"
Ein recht starkes Stück, wenn eine Person der Lüge bezichtigt wird, ohne zu sagen, wann, wo und wie.
Die Nationalrätin antwortete einem Leser auf die Frage: Warum sind Sie gegen Blocher?
" Herr Blocher hat in den letzten Jahren bewiesen, dass er sich nicht an die Regeln hält und dass er nicht teamfähig ist. Ausserdem hat er das Parlament angelogen. Für mich ist er als Bundesrat nicht wählbar."
Kommentar:
Ich frage mich, ob sich die junge Nationalrätin bewusst ist, was diese unbegründete Beschuldigung für rechtliche Folgen haben könnte. Was mich mehr interessiert: Ob sich die Ständeratskandidatin mit dieser "mutigen" (eher unbedachten) öffentlichen Aussage nicht unnötig geschadet hat?
Notiert von
marcus knill
um
18:55
Dienstag, 2. Oktober 2007
Dr. Eric Honegger - sein Frust- und die Medien
Eric Honegger - Sohn eines Bundesrates und ehemaliger erfolgreicher FDP Politiker- wechselte nach seiner Tätigkeit als Regierungsrat an die Spitze der SAirGroup. Er versuchte dort vergeblich die Strategie zu ändern. Dann folgte ein überraschender Bruch. Honegger wurde abgesetzt. Die SAirGroup ging unter. Trotz seines Freispruchs im Swissair Prozess ist der Name Eric Honegger mit dem unrühmlichen Ende der bekannten Schweizer Airline immer noch eng verbunden. Ich bin der Meinung, dass die FDP heute noch unter dem negativen Image von Honegger, Spörri, Kopp und Co. leidet. Im 82. Linienberg-Gespräch (1. Oktober) stellte sich Honegger den Fragen des ehemaligen Chefredakteurs (Südkurier) Werner Schwarzwälder. Honegger antwortete spontan, offen und ehrlich und erzählte, wie er persönlich mit der Aechtung umgegangen ist. Trotz der Verarbeitung seines Frustes in seinem Buch "Erinnerunsprozess" verspürten die Zuhörer im Saal recht hautnah, dass Honegger den Knick - den Bruch in seinem Leben - immer noch nicht verarbeiten konnte. Es sprach ohne dynamische Akzente. Er sprach monoton. Der Stimme fehlte die Stütze. Honegger wirkte gezeichnet, das Gesicht - um Jahrzehnte gealtert. Ich nahm ihm ab, dass er sich einstellungsmässig völlig geändert hat und nach seinen Worten demütiger geworden ist. Während des Gesprächs kamen Honegger möglicherweise all die negativen Bilder wieder hoch: Die Medien mussten für Vieles herhalten:
Die Medien hätten zu lange die Swissair in den Himmel gehoben und aus Personen Helden gemacht, um sie aber nach dem Gounding zu Buhmännern zu machen.
Für Honegger waren es die Medien welche die Swissair zum Grossereignis gemacht haben.
Sie kolportierten Worte, wie Korruption, anstatt saubere Berichterstattung zu betreiben.
Die sechs Jahre vor dem Prozess empfand Honegger als besonders schlimm. Partei, Freunde, Mitglieder der Verwaltungsrates schnitten ihn. Die Medien interessierte es nicht, wie schlimm es ihm und seiner Familie erging.
Er setzte sich ab. Er verkroch sich ein halbes Jahr, nahm keine Telefonate mehr ab und öffnete auch keine Briefe mehr. Honegger schilderte verschiedene offensichtliche Falschmeldungen der Medien (eine Falschmeldung sei im 10 vor 10 gesendet worden) er erwähne auch eine konkrete Fälschung von Unterlagen durch einen Journalisten. Alles waren - nach Honegger - Sachverhalte, die eindeutig falsch waren und hätten beanstandet werden können. Er habe jedoch damals bewusst nicht mehr geklagt, weil er am kürzeren Hebel sass. Der Ruf sei so ramponiert gewesen, dass niemand mehr hinter ihm gestanden hätte. Er wollte in Ruhe gelassen werden. Heute bereue er es nicht, dass er sich als Medienopfer sich nicht gewehrt hatte.
Erst beim Prozess habe er sich wieder den Medien gestellt. Er sei dann auch am Prozess bereit gewesen, Auskunft zu geben ( Bemerkung: Uebrigens als einer der wenigen).
Kommentar: Es ist unbestritten, dass die Medien eine enorme Macht haben. Doch ist ihre Kontrollfunktion durchaus legal. Medien müssen und dürfen Sachverhalte hinterfragen. Es stimmt, dass leider heute weniger sauber recherchiert wird. Es geht tagtäglich um Primeure. Der Zeitdruck ist enorm und die Konkurrenz gnadenlos. Doch stimmt es nach meinen Erkenntnissen nicht (Wie von einem Diskutanten im Lilienberg-Gespräch behauptet wurde), dass die Qualität der Journalisten zurückgehe. Im Gegenteil: Immer mehr Journalisten lassen sich professioneller ausbilden. Ich finde es gut, dass Eric Honegger nach seinem Knick keine Seminar erteilt in Krisenkommunikation (so wie es leider Thomas Borer nach seinem unrühmlichen Verhalten in der Borer Affaire gemacht hat). Honegger zeigt heute Managern und Studierenden vor allem auf, wie man sich verhalten kann, nach einem Bruch in der Karriere oder Ehe. In diesem Bereich ist Honegger Spezialist. Er kann aus seiner Erfahrung auch zeigen, wie Medien in Krisensituationen arbeiten. Honegger gebrauchte den Begriff "Belagerungszustand der Medien". Er hat genügend Blitzlichtgewitter erlebt und weiss, wie leicht es in Institutionen zu Info- Lecks kommen kann oder welch leichtes Spiel die Medien haben, wenn Mitarbeitende die Medien zur Problemlösung ihres eigenen Frustes nutzen können und den Medien vertrauliche Informationen zutragen. -
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marcus knill
um
14:33
Sonntag, 30. September 2007
Anne Will weiss, was sie will: Sie startete mit einer besonderen "Will-Kür"
In der ersten Sendung ging es um Arbeit, Würde und Mindestlohn.
Sabine Christiansens Polit-Show wirkte immer wie eine routinierte Wiederaufbereitungsanlage alter Themen. Anne Will zeigte immerhin, dass sie auf gar keinen Fall das willige Werkzeug der Berliner Politindustrie werden möchte. Das Konzept der Sendung eigentlich ganz einfach: „Die Politik mit der Realität konfrontieren“. Als erster Gast kam daher die Mitarbeiterin eines Callcenters zu Wort.
Ich erster Satz „Ich freue mich wahnsinnig“ störte mich zwar. Worte sollten ernster genommen werden wie beispielsweise „wahnsinnig“.
Gefallen hat mir Wills Fragetechnik. Christiansens Frageketten fehlten bei der neuen Moderatorin.
Was mir aufgefallen ist (Betrifft die zweite Sendung):
Als Anne Will einem Teilnehmer eine Frage gestellt hatte, ergriff ein andere Person das Wort. In dieser Sendung bewies Anne Will Führungsstärke: Freundlich aber bestimmt griff sie ein:
„Ich habe die Frage Herrn XY gestellt!“. Die Moderatorin setzte sich durch. Die Bhauptung, Will pflege einen Schmusekurs, trifft nicht zu.
Will moderiert eindeutig ruhiger als Christiansen. Es fehlt das hektische Geschnatter.
Moderatorin Maybrit Illner sagte zu SPIEGEL ONLINE: "Anne Will hat die Sendung genutzt, um einen Dauerbrenner zu diskutieren. Das ist einerseits leicht, andererseits schwer. Sie hat das handwerklich sauber gemacht. Und wir freuen uns auf die nächste Sendung."
Erwartungsgemäß begeistert zeigte sich die Programmdirektion der an der Produktion beteiligten Sender: Die Resonanz übertreffe alle seine Erwartungen, lobte ARD-Programmchef Günter Struve. "Sie kam, sah und siegte", frohlockte Volker Herres, NDR-Programmdirektor Fernsehen, "sie war überaus präsent, hat über die ganze Sendung hinweg den richtigen Ton getroffen."
Geschminkt war Anne Will perfekt, hatte ich in einem Blog gelesen - kein Fältchen, keine Augenringe, das lange dunkle Haar umschmeichelt das schöne Gesicht. Wenn nur die zwölfköpfige Redaktion so perfekt wie die «Maske» ihr zugearbeitet hätte! Als sie ihrem prominentesten Gast, SPD-Chef Kurt Beck, vorhält, er, der beharrlich gesetzliche Mindestlöhne fordert, sei noch vor einem Jahr dagegen gewesen, kontert dieser: «Stimmt nicht! Weiss nicht, wer hat Ihnen das gesagt?» Da kommt Will plötzlich ins Schwimmen, ihr Lächeln wirkt erstmals etwas verlegen. Die Antwort bleibt sie in diese Fall schuldig.
Das Studio ist neu und gewöhnungsbedürftig, liegt nicht mehr wie bei der Christiansen im Zentrum Berlins, wo das Leben pulsiert, sondern am Rande der Stadt, in Adlershof, mit einem Team am Sendetag von fast 100 Leuten! Was für ein Aufwand! Der weitläufige Raum ist in goldgelbem Ton gehalten, hat die Ausstrahlung einer Upperclass-Hotellobby.
Aufschlussreich finde ich auch folgenden Hintergrundbericht einer Person, die bei der ersten Sendung mit dabei war:
Erst einmal kommt nicht Anne Will. Es kommt Edgar. Edgar ist der Redaktionsassistent. In ersten Will Sendung noch bei Florian Silbereisen und bei der Volksmusik, heute ist er bei „Anne Will“ und beim politischen Talk der ARD. Er erklärt uns, was wir zu tun haben: Anne Will „tatkräftig unterstützen“ nämlich, vor allem durch freundlichen Applaus an der richtigen Stelle. „Machen Sie der Anne Will einfach eine schöne Sendung“, sagt er, denn schließlich solle die ja Erfolg haben, „wie auch immer.“
So ist Fernsehen, so ist das Talk-Gewerbe. Der Erfolg hängt von der Moderatorin ab, von den Gästen und, in der Tat, vom Publikum und den Animatoren. Von dem im Studio, das sich ein wenig frenetisch gebärden soll und natürlich von dem vor dem Fernsehbildschirm - das wird am nächsten Morgen gnadenlos bemessen nach der Quote. Anne Will aber vermittelt an diesem Abend den Eindruck, dass sie das nicht weiter belastet. „Ich fühle mich super“, sagt sie, als sie ihr Publikum im Studio vor der Show begrüßt. „Die Sendung soll gelingen, sie muss gelingen und sie wird gelingen“, sagt Anne Will. „Ich komme dann noch einmal. Dann legen wir los und Sie sind bei mir.“ Wir applaudieren.
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marcus knill
um
04:19
Samstag, 29. September 2007
SVP punktet im Wahlkampf
Quelle: Schweizer Fernsehen
Der nachfolgende Bericht bestätigt unsere Analysen ( Wirkung der Werbekampagnen):
Lesen Sie auch unter www.rhetorik.ch --->AKTUELL den Beitrag: "Bild und Botschaft müssen übereinstimmen!"
Achter SRG-Wahlbarometer
Falls die SVP ihre Wähler bei der Stange halten kann, wäre eine Wiederholung des Rekordergebnisses von 2003 möglich. Die CVP kann sich knapp vor der FDP halten. Die Stimmberechtigten würden Bundesrat Pascal Couchepin abwählen und sind 50 Prozent zufrieden mit Bundesrat Christoph Blocher. Die Mobilisierung scheint ihren Höhepunkt überschritten zu haben, bleibt aber auf einem hohen Niveau: 53 Prozent der Stimmbürger wollen im Oktober wählen gehen.
Dank ihres kontroversen Wahlkampfes hat die SVP wieder Stimmen gewonnen. Bleiben ihr diese Wähler bis im Oktober treu, könnte sie ihr Rekordergebnis von 2003 wiederholen. Sie wäre damit erneut wählerstärkste Partei und würde 26,7 Prozent der Stimmen erhalten. Den zweiten Platz belegt die SP mit 22,3 Prozent Stimmenanteil.
Auch in dieser SRG-Umfrage liegt die CVP vor der FDP: Die Partei erreicht 15,4 Prozent und verweist die FDP mit 15 Prozent auf den vierten Platz. Die Freisinnigen bleiben damit die grösste Verliererin, während die Grünen immer noch auf ihrer Erfolgswelle reiten. Die Grüne Partei kann sich über der 10-Prozent-Marke halten und erreicht 10,6 Prozent. Die Grünliberalen, die zum ersten Mal dabei sind, kommen auf 2,5 Prozent. Damit wird die junge Partei zur erfolgreichsten Kleinpartei und lässt EVP (1,8 Prozent), EDU (1,7 Prozent) und LPS (1,0 Prozent) hinter sich.
SVP in ihrer Lieblingsrolle
Die SVP hat nach wie vor den sichtbarsten Wahlkampf. Doch bis jetzt brachte ihr das noch keine zusätzlichen Stimmen. Das scheint sich jetzt zu ändern. Die SVP konterte den Angriff auf ihren kontroversen Wahlkampf mit der Kampagne «Geheimplan gegen Blocher». Damit ist sei der SVP gelungen, sich in ihrer Lieblingsrolle - der «angegriffenen Partei» - zu profilieren, meinte der Leiter des gfs.bern, Claude Longchamp.
Zusätzlich ändert die Partei ihren Kurs: Die umstrittenen Schäfchen-Plakate wurden durch Blocher-Plakate ersetzt. Die Partei setzt jetzt statt auf Provokation wieder auf ihr Aushängeschild Christoph Blocher und traditionelle Werte wie das Schweizer Kreuz.
Pascal Couchepin abwählen
Im Zusammenhang mit der Roschacher-Affäre und dem GPK-Bericht wurde in letzter Zeit darüber gestritten, ob Blocher für den Bundesrat tragbar sei und einige, darunter die Grünen, forderten seine Abwahl. Erstaunlicherweise empfehlen die Stimmberechtigten dem Parlament aber nicht Bundesrat Blocher abzuwählen; sondern Pascal Couchepin. Der FDP-Bundesrat wird nur von 40 Prozent der Stimmbevölkerung unterstützt.
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marcus knill
um
10:25
Freitag, 28. September 2007
GABRIELE PAULI: Auffallen allein genügt nicht!
Weshalb die Stoiber-Stürzerin, Latex-Landrätin, Ehe-Befristerin vor dem Nichts steht.
Es liegt in der Luft: Auf dem nächsten Parteitag wird das Polit-Sternchen einen Taucher erleben. Jedoch selbstverschuldet!
Sie hatte zuerst mutig Stoiber gekippt, dann Latex-Handschuhe übergestreift und letzthin die Ehe auf Zeit propagiert.
Es wurde geschrieben, die Politikerin wirke verstört. Das kann gut sein. Denn: Gabriele Pauli demontierte sich selbst und zerstörte sich auch selbst! Zuerst wurde sie noch als gosse Heldin gefeiert. Sie war in den Medien eine mutige Powerfrau, die sich für die Basis stark macht. Nachdem sich jedoch die Politikerin aus unerfindlichen Gründen mit Latex-Handschuhen fotografieren liess, wurde sie zur "roten Hexe aus Franken" und hat heute null Chancen innerhalb ihrer Partei.
Das unkluge Verhalten war mir völlig unverständlich, zumal Pauli sogar ihre Dissertation einst über Polit-PR geschrieben hatte.
Vergangene Woche schaffte sie erneut einen Knaller mit dem Vorschlag: "Ehen laufen nach sieben Jahren aus". Mit ihrer soderbaren Ehe-Forderung schaffte sie es erneut in die internationale Presse.
Gefragt, ob sie es denn nicht verstehen könne, dass viele Menschen ihre Idee "abstrus finden " meinte Pauli, mit den Händen wild gestikulierend:
Querdenken ist "kein Wert an sich". Aber wir haben so viele Regeln in unserer Gesellschaft, für die es keinen inhaltlichen Grund gibt. Da wird vorgegeben, "wie wir denken sollen, wie wir uns verhalten sollen - etwa ob man bestimmte Handschuhe trägt oder nicht."
Diese Antwort verdeutlicht, dass die Akademikerin immer noch nicht begriffen hat, was man unter sozialer Kompetenz versteht. Es ist nun einmal so, dass es im Alltag eine Rolle spielt, wie man beim Adressaten ankommt, wie wir verstanden werden. Niemand kann einfach ungestraft all das machen und sagen, was ihm einfällt. Pauli will dies nicht einsehen. Ihr scheint heute immer noch nicht bewusst zu sein, dass eine Politikerin immer eine Rolle spielt und diese mit ihrer Kleidung, Aussage und Stimme übereinstimmen sollte. d.h. dass das WIE und das WAS zur der jeweiligen Situation stets passen muss. Die Wirkung beim Adressaten ist somit keine Bagatelle.
Mit ihrem unbedachten "dummen" Verhalten hat sich die einst erfolgreiche Kommunalpolitikerin selbst demontiert und in der Oeffentlichkeit, aber auch vor ihrer Partei unglaubwürdig gemacht. Paulis Aeusserungen bestätigen dies. Wenn sie sagt: "Ich habe mich selbst befreit, ich habe die Erfahrung gemacht, zu meiner Meinung zu stehen, egal was andere über mich sagen." so hat sie immer noch nicht erkannt, dass taktlose Menschen sich nicht einfach mit Selbstschutzbehauptungen aus ihrer Verantwortung stehlen können. Indem sie beispielsweise sagen: "Ich stehe eben zu meine Meinung und spreche stets offen und ehrlich Klartext!" Im Leben ist es nicht gleichgültig, was die anderen über uns denken. Andere vor den Kopf zu stossen, hat nichts - gar nichts - mit Mut zu tun. Ist es mutig, wenn jemand mit dem Vorschlaghammer Porzellan zertrümmert?
Nachtrag vom 29. September:
Gabriele Pauli: Die Katze lässt das Mausen nicht
Als ob der Blamagen noch nicht genug wären. Am Parteitag sorgte Pauli erneut für einen Eklat.
Während der Kür von Günther Beckstein zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008 , ergriff Pauli das Wort und forderte von Beckstein eine Entschuldigung, weil er sie in einem Interview als «Fall für den Psychiater» diffamiert habe.
Pauli sagte, sie sei nach Stoibers Rücktritt als Königsmörderin bezeichnet und in die Ecke gestellt worden, nur weil sie kontroverse Ideen einbringe. Sogar mit dem Rotlichtmilieu sei sie in Verbindung gebracht worden, und man habe ihr den Parteiaustritt nahegelegt.
Alle Anwesenden schwiegen und stellen damit die uneinsichtige Landrätin offside. als hätten alle gedacht: Hopfen und Malz verloren.
Niemand meldete sich zu Wort. Die Parteibosse schritten einfach zur Abstimmung, in der Beckstein mit 96,6 Prozent gewählt wurde. Als Beckstein Pauli am Rand des Parteitages persönlich ansprechen wollte, wies sie seine ausgestreckte Hand zurück und liess ihn stehen.
Fazit: Es gibt angeblich Menschen, die bleiben uneinsichtig. Dann gilt:
Nehmen wir mit Gelassenheit entgegen, wenn jemand nicht geändert werden kann.
Notiert von
marcus knill
um
00:03