Donnerstag, 14. Dezember 2006

Ein falscher Blick - schon kracht es

Ein Lehrling aus Zürich sagte: "Ich kann keinen mehr anschauen, ohne dass es gleich heisst: Du hast mich angefickt. Dann kommt es gleich zu einer Schlägerei."

Würde der Rat angeblicher Experten befolgt werden, müssten wir bei einer Gruppe Jugendlicher der Blickkontakt vermieden werden, um keine Prügel zu beziehen.

Psychologe Claude Messner der Uni Basel sagt jedoch: "Der Blickkontakt ist Ausdruck von Sympathie, Interesse und Aufmerksamkeit". Von klein auf lernen wir, dass Blickkontakt positiv ist. Messner weist aber auch darauf hin, dass Blickkontakt bedrohlich wirken kann und fügt an: "Jugendliche fühlen sich beobachtet. Da heisst es schnell: Hey Alter, hast du ein Problem?" Wichtig sei deshalb, nicht zu starren, denn das Starren ziehe Aufmerksamkeit auf sich und dies wolle niemand.

Soll man nun absichtlich wegschauen?

Absichtliches Wegschauen wirkt unsicher, schüchtern und kann nach Messner gegenteiligen Effekt haben. Der Psychologe rät:

Selbstbewusst anschauen, aber nicht starren! Mit der Körperhaltung ausdrücken, dass man keine Angst hat. Wer ein mulmiges Gefühl hat, soll zügig weitergehen- ohne Blickkontakt- er soll vielleicht sogar die Strassenseite wechseln.

Kommentar: Der Blickkontakt beschäftigt uns in den Seminaren immer wieder.

- Der Blick weckt Aufmerksamkeit

- Der Blick ist ein Steuerungsinstrument

- Dank Blickkontakt können wird aus einem Monolog ein "Dialog" machen. Der Redner kann wahrnehmen, wie die Zuhörer reagieren.

- Das Publikum fühlt sich angesprochen.

- Die Augen sind die" Fenster zur Seele". Die Augen dürfen nicht verdeckt werden (dunkle Brille). Wer sich nicht in die Augen blicken lässt, wirkt so, als wolle er etwas verstecken.

- Die Distanz zum Gegenüber und die jeweilige Situation spielt eine grosse Rolle. Aus grosser Distanz ist der Blickkontakt weniger bedrohlich und intensiv. Auch das Geschlecht hat einen Einfluss: Ein Mädchen möchte beispielsweise vom Klassenleher nicht fixiert werden. Es fragt sich: Warum schauen Sie mich immer an?

- Je nach Kultur wird der Blickkontakt unterschiedlich interpretiert. Bei uns lernt man den Mädchen: "Schau dem Onkel in die Augen! Es ist unanständig, wegzuschauen!" Schaut jedoch später die junge Frau im den Ferien bei der Begrüssung einem Mann in Tunesien in die Augen, so fasste er dies als "Aufforderung zum Tanz" auf. Es kommt dadurch zu einem Missverständnis.

- In der Tierwelt gibt es das Phänomen, dass beispielsweise Berggorillas angreifen, wenn sie angeschaut werden. Der bekannte Tierfotograf Dossenbach erzählte mir, dass er bei den Siberrücken (Männchen der Bergorillas) immer in gebückter Haltung - und ohne Blickkontakt aufzunehmen - problemlos vorbeigehen konnte. Vielleicht geht es bei den Jugendlichen um ein analoges Phänomen wie bei den Bergorillas. Sie deuten den Blickkontakt als Angriff. Wir wollen in diesem Beitrag die Analogie "Affen-Halbstarke" nicht auf andere Bereiche ausdehnen. Dies überlassen wir den Leserinnen und Lesern.

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Ein fragwürdiger Entscheid nach einem Mord aus Frust


Wenn jugendliche Täter ein Computerspiel wie "Smack Down Raw 2006" vor einem Verbrechen konsumiert haben und damit angeblich die Schuldfähigkeit beeinträchtigt ist, kann der Jugendliche mit einer mildernden Strafe rechnen. Dies befand jedenfalls die 3. Grosse Strafkammer, nachdem ein Jugendlicher die Tötung eines Obdachlosen gestanden hatte.


Der Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer wurde beauftragt, abzuklären, ob der Jugendliche die Szenen des Spieles imitiert haben könnte. Vor Gericht hatte der Täter behauptet, diese Szenen nachgespielt zu haben. Zudem habe er aus Frust über eine Polizeikontrolle (am Vortag) die Aggression mit Faustschlägen und Fusstritten ins Gesicht des Opfers ausgelebt.


Kommentar:


Jugendlichen sollte vermehrt aufgezeigt werden, wie schädlich der regelmässige Konsum von Brutalospielen ist. Auch der Umgang mit Frust müsste im Alltag (Schule , Familie) erlernt werden. Die strafmildernden Urteile führen dazu, dass jene Jugendliche, die sich nicht beherrschen können und brutale Spiele konsumieren, gleichsam belohnt werden.

Montag, 11. Dezember 2006

Folgender Beitrag in "20 Minuten" gibt zu denken:

Beat Zemps unbedachte Aussagen


Kontext

Weihnachtsbäume nach Klage eines Rabbiners in Seattle abgebaut
Firmen verzichten auf Weihnachten

Werden Weihnachten an Schweizer Schulen verboten? Christbäume, Adventskränze und Lieder. Sie gehören zur Weihnachtszeit wie Mandarinen und Nüsse zum Samichlaus. Doch nun sollen diese festlichen Symbole wegen Protesten muslimischer Eltern aus unseren Schulen verschwinden. In England verzichten dieses Jahr bereits tausende von Firmen auf Weihnachtsfeiern, um die Gefühle von Nicht-Christen nicht zu verletzen (20minuten.ch berichtete). Nun sollen die Symbole von Weihnachten auch aus Schweizer Klassenzimmer verschwinden. Das fordert Beat W. Zemp, der Präsident des Schweizer Lehrerverbandes. «Adventskränze und Weihnachtsbäume haben im Klassenzimmer nichts zu suchen», erklärte er gegenüber «Blick». Damit reagiert er auf sich häufende Beschwerden muslimischer Eltern. Diese fordern, dass ihre Kinder vom Weihnachtsfest verschont werden sollen. So geschehen in den Kantonen Waadt und Neuenburg. Die Schulen haben daraufhin den Lehrern empfohlen, muslimische Schüler zu dispensieren, wenn Weihnachtslieder gesungen werden. Für Beat W. Zemp ist das so in Ordnung: «Wenn die Feierlichkeiten religiös geprägt sind, können Eltern verlangen, dass ihre Kinder dispensiert werden.» Er verweist dabei auf die in der Schweiz herrschende Religionsfreiheit.

Kommentar:

Jedes Land hat seine eigene Kultur. Beat Zemp vertritt nun die Meinung, dass sich unser Land einseitig den Minderheiten anpassen müsse, angeblich um die Religionsfreiheit zu gewähren. Ich teile die Ansicht des Präsidenten des Schweiz. Lehrerverbandes nicht. Aus meiner Sicht ist es nicht zu viel verlangt, wenn wir die Rituale anderer Religionen dort gewähren lassen, wo die entsprchende Religion verwurzelt ist. Wir leben hier im Abendland - mit einer überlieferten christlichen Tradition. Wer uns nun zwingen möchte, auf unsere christlichen Rituale, Feste und Symbole in öffentlichen Schulen zu verzichten, hat im Grunde genommen nicht begriffen, was Toleranz heisst. In jedem Kulturkreis gibt es überlieferte Werte. Dies gilt bei allen Kulturen. Christen müssen sich als Minderheit in einem anderen Kulturkreis, der beispielsweise heidnische oder religiöse Rituale pflegen, ebenfalls anpassen und die "fremde" Kultur respektieren oder dulden, ohne selbst Buddist oder Moslem zu werden. Das Ansinnen von Beat W. Zemp ist eine unverständliche Anmassung. Der "Oberlehrer der Nation" verkennt, dass jede Kultur Verständnis aufbringen darf - für die Traditionen des jeweiligen Gastlandes. Es ist unvorstellbar, dass andere Länder auf ihre Feste und religiösen Rituale verzichten, nur deshalb, weil einige Christen in der Schule sitzen. So wie wir verlangen können, dass bei uns Gesichter nicht verhüllt werden dürfen - weil wir im Alltag das "Verhüllungsverbot" kennen - darf in Tunesien auch verlangt werden, dass dort auf unsere westliche "Enthüllung" an Stränden nicht toleriert wird. Von Nichtchristen darf erwartet werden , dass sie hier die christlichen Weihnachtsgepflogenheiten dulden. Niemand wird gezwungen, den christlichen Glauben zu teilen. Was mir bei dieser Geschichte besonders sauer aufstösst, ist der Umstand, dass nach der eigenartigen Empfehlung des Präsidenten des Schweizerischen Lehrerverbandes, die verantwortlichen Würdeträger der christlichen Kirchen nicht lautstark protestierten. Bei politischen Fragen (Energiepolitik, Ausländerfragen, Armee usw.) sind wir uns gewöhnt, dass sich diese Kirchenvertreten jeweils in Gottesdiensten, Medien und Schriften wortstark engagieren. Weshalb nun diese unverständliche Funkstille? Es geht jetzt um grundsätzliche Fragen, die eine christliche Kirche interessieren müsste. Eine Reaktion ist fällig.

Es bleibt zu hoffen, dass Beat W. Zemp von den Medien falsch wiedergegeben wurde. Für mich ist kaum vorstellbar, dass seine Aussage im "20 Min" ernst gemeint war. Ich habe jedenfalls den Präsidenten des Schweizerischen Lehrerverbandes schon oft reden gehört. Er machte mir stets einen intelligenten Eindruck. Ich hatte bis anhin nie erlebt, dass er so unbedacht spricht.

Der Medienverhalten Zemps werden wir in einem Beitrag www.rhetorik eingehender behandeln.

Mittwoch, 6. Dezember 2006

Mittwoch, 6.12.06:

Aus Lust alte Leute beschimpft, angespuckt, geschlagen


Im Kanton Aargau haben Schüler im Alter von 11 und 14 Jahren aus Spass ältere Leute beschimpft und geschlagen. Ein 88 jähriger wurde in einen Weiher gestossen. Seine 82 jährige Frau konne ihn nur mit Mühe retten. Alles wurde aus Spass gemacht. Einem Senior haben die Schüler einen Tennisball an den Kopf geworfen und die Mütze vom Kopf gerissen.

Wir finden: Erziehende müssten bei Uebergriffen so früh wie möglich in die eskalierende Entwicklung eingreifen. Zuschauen, bagatellisieren, Selbstschutzbehauptungen bringen uns bei so gravierenden Vorkommnissen nicht weiter. Respekt, Disziplin, Wertschätzung sind Werte, die wir nicht leichtfertig über Bord werfen dürfen. Wir gehen davon aus, dass die zuständigen Instanzen (Elternhaus, Schule, Psychologen, Jugendanwaltschaft) derartige Auswüchse nicht einfach als kleine Ausrutscher abtun.

Donnerstag, 30. November 2006

Gewalt fängt bei der Sprache an

Immer mehr Eltern und Klassenlehrer merken allmählich, dass sich Sprache und Verhalten gegenseitig beeinflussen. Die Sprache prägt sogar das Befinden und die Einstellung , (Autogenes Training, Hypnose). Umgekehr wird ein Mensch, der religiös ist, behutsamer mit Kraftausdrücken umgehen. Die Einstellung prägt nämlich die Sprache! Es wurde erkannt, dass in einer Klasse, bei der erniederigende Ausdrücke- beispielsweise dem andern Geschlecht gegenüber - nicht toleriert wurden, die Jugendlichen nachher miteinander viel respektvoller umgehen sind. Viele Erzieher glaubten vor Jahren, erniedrigende Worte müssen einfach überhört werden. Mit der billigen Begründung, es sei ja nicht so gemeint, wie es wortwörtlich gesagt wurde. Dies ist aber ein gravierender Fehler. Feministinnen haben längst erkannt, dass die Sprache ernst genommen werden muss. Auch beim Rassismus wird heute versucht, über die Sprache, die Einstellungen zu beeinflussen. Gewisse Begriffe dürfen im Alltag garnicht mehr gesagt werden (z.B. Neger). Eine Mutter, die sich beschimpfen lässt, muss sich deshalb nicht wundern, wenn sie später auch noch geschlagen wird. Ich kenne eine Lehrerin, die arbeitete mit Regeln, die sie im Zimmer auf Zetteln notiert hatte z.B.:

"Wir hören dem anderen zu und lassen ihn ausreden!"

Ein Lehrer brachte es auf den Punkt. Er sagte mir in einem Seminar: "Der erste Schritt ist meist verbale Gewalt". Wir alle wissen, wie schnell wir uns ärgern können. Schimpfwörter liegen so leicht auf der Zunge (Missgeburt, schwule Sau usw.) Aus verbalen Attacken können jedoch sehr schnell Prügeleien entstehen. Alle - auch Kinder - müssten deshalb lernen, "Entschuldigung" zu sagen. Als Regel gilt:

Wenn jemand etwas sieht und hört, so muss sofort eingegriffen werden. Wegschauen ist sträflich

Wer mit Kindern arbeitet, muss das gegenseitige Vertrauen tagtäglich neu erarbeiten. Respekt kann nur mühsam erworben werden. Der Aufwand macht sich aber bezahlt! Ein Kind müsste sich auch sofort äusseren, wenn etwas genug ist: "Stopp- hör sofort auf!" Wird jemand beschimpft wird, sind alle - die ganze Klasse und die Lehrperson - zuständig. Ich habe Familien und Klassen erlebt, da schauten alle konsequent weg. Verbale Gewalt wurde überhört. Die Folgen sehen wir tagtäglich: Verbale Gewalt wird zur Gewohnheit und die Gewalt eskaliert rasch. Das Rad kann dann nicht mehr zurückgedreht werden - höchstens mit grösstem Aufwand oder harten Strafen. Rechtzeitige Einflussnahme wäre einfacher . Folgende Selbstschutzbehauptungen (Ausreden) sind immer wieder zu hören:

"Es war ja gar nicht so gemeint." "Das grobe Reden gehört zur normalen Auseinandersetzung im Pubertätsalter." "Ich greife dann schon ein, wenn er noch schlimmer wird." "Wir sollten grosszügiger sein". "Wir haben ja auch so geredet."

Genau das ist jedoch eine falsche Haltung. Wir sollten sofort - am Anfang - eingreifen, bevor verbale Gewalt zur Gewohnheit wird. Wer freundlich und konsequent erzieht, braucht viel weniger Nerven und kann letztlich in einem vernünftgen Arbeitsklima unterrichten. Er wird nicht ständig am eigentlichen Tun gestört. Nur dank Kooperation und Einflussnahme aller Beteiligten, lässt sich Gewalt eindämmen - nämlich indem wir unsere Sprache beachten! Worte sind ernst zu nehmen

Montag, 27. November 2006

In 20 Min gelesen: __________________________________________________________________ Beim Spicken erwischt: Liestaler Schüler droht Lehrer mit Mord Ein 19-jähriger Lehrling drohte seinem Lehrer vor versammelter Klasse, er werde ihn umbringen. Der Lehrer hatte ihn beim Abschreiben erwischt. ______________________________________________________________ Der Vorfall ereignete sich vergangenen Donnerstag. Nach Angaben des Bezirksstatthalteramtes Liestal vom Montag verliess der aus dem Iran stammende Schüler während der Schulstunde zeitweise das Klassenzimmer, kehrte aber kurz vor der Pause wieder zurück. Der Schüler habe den Lehrer vor der Klasse verbal beschimpft. Er habe Akten und weitere Gegenstände vom Schreibpult des Lehrers zu Boden geworfen und ihm gedroht, er werde ihn umbringen. Ein Mitschüler habe eingegriffen und den Kollegen aus dem Zimmer gebracht. Nach dem Eingang der Strafanzeige nahm das Bezirksstatthalteramt den Lehrling am vergangenen Freitag fest, wie Mediensprecher Albert Augustin auf Anfrage sagte. Es sei ein Strafverfahren eröffnet worden. Es sei dies im Bezirk Liestal das erste Mal, dass ein Schüler wegen eines solchen Vorfalles festgenommen wurde. __________________________________________________________________ KOMMENTAR: ___________________________________________________________________ Im Zusammenhang mit der Jugendgewalt, den unglaublichen Vergewaltigungen im Schulalter machen uns die zahlreichen Vorfälle bewusst: Gewalt gab es zwar seit je. Doch die Hemmschwelle sinkt deutlich. Gewalt wirkt sich brutaler aus. Kindern, die keine Wertvorstellungen mehr vermittelt werden, die keine Grenzen mehr kennen, die sich selbst überlassen werden, sind nicht mehr fähig, ein NEIN zu ertragen. Der Frust wird abgebaut und zwar "subito". Ich vertrete die These, dass auch die moderne Jugend Vorbilder, Leitplanken benötigt. Ethische Grundwerte dürfen nicht so leichtfertig über Bord geworfen werden. Sie müssen langfristig erworben, gelebt werden. Erziehende sollten erkennen, dass "Verzichten lernen", "Rücksichtnahme", "emotionale Stabilität", "Empathie"(Einfühlungsvermögen) in vielen kleinen Schritten mühsam erworben, gelernt, geübt werden muss! Wegschauen, schönreden, bagatellisieren, verwöhnen oder Schuldzuweisungen ist der falsche Weg. Eltern, Lehrkräfte und Erziehende müssen endlich erkennen: Erziehungsprozesse bedürfen Zuwendung und Zeit. Hiezu bedarf es Präsenz. ___________________________________________________________________ Wir stellen fest: Das Delegieren der Erziehungsarbeit an Fachkräfte wie auch das nachträgliche Therapieren von Problemkindern durch Psychologen ist sicherlich aufwendiger und kostspieliger als die Basisarbeit in den Familien und in den Schulzimmern mit konstanten Bezugspersonen. Gefragt sind nicht weitere Sozialarbeiter, Tagesschulen und Mediatoren, sondern Eltern und Lehrkräfte, die nicht zuwarten mit ihrer Einflussnahme. Die psychische Stabilität wird nämlich schon vor der Pubertät erworben. ___________________________________________________________________ Tugenden, die wieder gross geschrieben werden müssten:

- Einsatz (Kinder sollten im Haushalt Pflichten übernehmen)

- Pflichtgefühl und Engagement in der Gemeinschaft wird erworben

- Respekt vor....

- Innere Ordnung (Es muss das Gefühl einer inneren Heimat vermittelt werden)

- Wertegebundene Erziehung (Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft)

- Einsatz und Engagement zur Leistung

- Durststrecken durchstehen können

- Geregelter Alltag (Rituale beim Essen und in der Freizeit)

____________________________________________________________ Die drei Sünden der Wohlstandsverwahrlosung sind:

* Bewegungsmangel

* Fast food

* Glotze

__________________________________________________________ Konsequenz, Disziplin sind verkannte Zauberworte, die heute nach der Verwöhnungsfalle und der Nichterziehungsphase eine Renaissance erleben. _________________________________________________________

Freitag, 24. November 2006

Konnte sich Jo Ackermann freikaufen?

Vor dem Gericht sind alle gleich, heisst es. Dann dürfte aber nicht sein, dass ein Fall sistiert werden kann, indem sich jemand mit einer grossen Geldsumme vor einer Verurteilung loskaufen kann. Nach einer Pressmitteilung soll Jo Ackermann eine grosse Summe angeboten haben, damit sein Fall sitstiert wird. Ackermann könnte dann nicht mehr veruteilt werden. Er müsste auch den Sessel als Bank-Boss nicht räumen. Es bleibt zu hoffen, dass dem nicht so ist. Sonst wäre dies wiederum Wasser auf die Mühle jener Skeptiker, die sets lauthals verkünden: Geld regiert die Welt. 24.11.2006 -- Tages-Anzeiger Online Geldzahlung statt Urteil Im Mannesmann-Prozess zeigt sich die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bereit, das Verfahren einzustellen. Dies, falls die sechs Angeklagten eine Geldauflage von insgesamt 5,8 Millionen Euro zahlen. Das Landgericht Düsseldorf werde frühestens kommende Woche darüber entscheiden, ob der Untreue-Prozess gegen Ackermann und weitere fünf Angeklagte vorzeitig beendet wird, wie ein Gerichtssprecher sagte. Zuvor erklärte die Staatsanwaltschaft, sie sei bereit, der Einstellung des Verfahrens zuzustimmen. Die sechs Angeklagten müssten dafür aber eine Geldauflage von insgesamt 5,8 Millionen Euro leisten. Von Verteidigung gefordert Der Anwalt des Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann, Eberhard Kempf, hatte zuvor die Einstellung des Verfahrens gefordert und die Zahlung einer geeigneten Summe als Gegenleistung angeboten. Nach dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft soll Ackermann 3,2 Millionen Euro zahlen, der ehemalige Mannesmann-Vorstandsvorsitzende Klaus Esser 1,5 Millionen Euro, Ex-Aufsichtsratsvorsitzender Joachim Funk eine Million Euro. Die übrigen Angeklagten sollten mit fünfstelligen Beträgen davonkommen. Angesichts der geringen Schwere der Schuld zu rechtfertigen Die Staatsanwaltschaft begründete ihre Zustimmung zu einer Einstellung unter anderem mit der voraussichtlich langen Dauer des Verfahrens. Dies sei auch angesichts der relativ geringen Schwere der Schuld und der zu erwartenden Strafen nicht zu rechtfertigen. Ackermann steht im Mittelpunkt des spektakulären Strafverfahrens, das seit dem 26. Oktober in Düsseldorf neu aufgerollt wird. In dem Prozess geht es um die Rechtmässigkeit von Prämien und Abfindungen in Höhe von 57 Millionen Euro, die nach der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone Anfang 2000 an amtierende und frühere Konzernmanager geflossen waren. WIR FINDEN: OBWOHL SICH ACKERMANN RECHTLICH FREIKAUFEN DURFTE, SO LASTET AUF DEM BEFREIUNGSAKT EIN GROSSER MAKEL: OBWOHL DURCH DIE ZAHLUNG DES VEREINBARTEN BETRAGES (FUER DEN BANKCHEF IST ES EINE KLEINIGKEIT DES TASCHENGELDES) DER BANKER ALS NICHT VORBESTRAFT DEN JOB NUN WEITER AUSÜBERN KANN, SO MUSS DOCH BETONT WERDEN: JO ACKERMANN IST MIT DEM FREIKAUF AUCH NICHT FREIGESPROCHEN!!! MIT DER ZAHLUNG DES MILLIONENBETRAGES WIRD DER OEFFENTLICHKEIT VIELMEHR BEWUSST: ES MUSSTE BEI DER GESCHICHTE ETWAS NICHT STIMMEN. HAETTE JO ACKERMANN EINE WEISSE WESTE, HAETTE ER GAR NICHTS ZU BEFÜRCHTEN GEHABT. DER FREIKAUF WIRD BESTIMMT DEM IMAGE ACKERMANNS UND DEM IMAGE DER DEUTSCHEN BANK WEITERHIN SCHADEN. DIE BEVOELKERUNG HAT NAEMLICH ERLEBT: ES WERDEN NICHT ALLE GLEICH BEHANDELT!. ES SIND NICHT ALLE VOR DEM GESETZE GLEICH! WER GELD HAT, KANN SICH GLEICHSAM LOSKAUFEN! AUF JO ACKERMANNS WESTE BLEIBT TROTZ DES (VERMEINTLICH RAFFINIERTEN) DEALS EIN FLECK HAFTEN, DEN ER NICHT MEHR SO RASCH LOS WERDEN KANN!