Sonntag, 23. Februar 2014

Umgang mit Kritikern

Kritik ist beim Verbesserungsmanagement wichtig und notwendig.

In unseren Beratungen beschäftigen wir uns laufend mit der Feedbackkultur und der Kritikkultur im Alltag.

Kritik ist in der Regel unangenehm. Es gibt Berufe (vor allem jene, die kritisieren müssen, wie Lehrer, Journalisten oder Berater), die es gar nicht schätzen, wenn sie selbst kritisiert werden oder sich selbst kritisieren müssen.

Kritik ist aber immer eine Chance. Doch braucht es nach einer Kritik die Einsicht des Kritisierten.


Als  Judo Jürgens nach seinen Aussagen nach dem JA Entscheid des Schweizervolkes zur Masseineinwanderungsinitiative   hart kritisiert hatte:"Diese antieuropäische Einstellung verurteile ich!"Ich bin schockiert und enttäuscht! "Ich schäme mich für die Schweiz!"
Da wurde Jürgens mit einer Welle von kritischen Briefen und Mail überschwemmt. Im Sonntagsblick stellte er sich nun dieser Kritik.
Auf die Frage, wie er auf die empörten Echos reagiert habe,  ob er sich wirklich für die Schweiz schäme, sagte er einsichtig:

"Nein, schämen ist so pauschal gesagt nicht der richtige Ausdruck und diese Aeusserung tut mir auch leid! Ich habe diesen Ausdruck spontan als Reaktion auf meine grosse Enttäuschung verwendet, weil ich mich als oesterreichisch-schweizerischer Doppelbürger, wie viele andere Migranten, die schon lange in der Schweiz leben, einfach nicht mehr willkommen fühlte. Mit meinen Erfahrungen aus Kärnten reagierte ich vielleicht etwas sensibler. Die teilweise bösen Reaktionen aus der Bevölkerung haben mich getroffen."



Kritik kann weh tun. Wir können aber aus der konstruktiven Kritik immer etwas lernen. Es gibt aber auch Reaktionen, die unter die Gürtellinie gehen. Kritische Rückmeldungen müssen auch gelernt werden. Mir wurde jüngst eine Reaktion zugespielt, die ich den Leserinnen und Lesern gerne weiterleite. Diese Zeilen veranschaulichen, dass auch ein intelligenter Mensch beim Kritisieren die Sachebene verlässt und sich nur noch mit einer ironischen Bösartigkeit zu helfen weiss. Ich zitiere:
  


"Lieber XY. Ich hoffe  einfach auf den Lauf des biologischen Zeitengangs: irgendwann werden die arroganten Kommentare aus Ihrer Küche von alleine verstummen - bis es soweit ist, ertragen wir auch das mit Gelassenheit. (Unterzeichnet von Thomas A. Pauli)"

Dieses Mail verdeutlicht, dass Kritiker in Ermangelung von Fakten, das Gegenüber mit freundlicher Bosheit auf persönlicher Ebene zu treffen versuchen. Ich finde diesen recht gut formulierten Konter  aus der Trickkiste der schwarzen Rhetorik erwähnenswert. Er ist einmalig, weil er in seiner Boshaftigkeit kaum zu überbieten ist.

LINKS:

Das Wort "aber" ist für viele zu negativ belegt: "Aber" ist nicht zuletzt deshalb destruktiv, weil jede Kritik (schon bei Kleinkindern) stets mit dem Wort "aber" ...
www.rhetorik.ch/Kritik/Kritik.html
30. Apr. 2004 ... Nicht zu lange mit der Kritik zuwarten. Der beste Zeitpunkt zu einem Gespräch ist kurz nach dem Vorfall. Der Vorgesetzte muss sich noch an ...
www.rhetorik.ch/Kritik/Chef.html
22. Nov. 2006 ... "Kritik tut immer weh", sagt der Kommunikationsexperte Marcus Knill. "Aber ohne Kritik kommt man nicht weiter." Kritik kommt manchmal ...
www.rhetorik.ch/Kritik/Kritiker.html
6. Sept. 2013 ... Kritik hat 100 Gesichter. Die eine erkennt man kaum, die nächste klingt wie eine Drohung, wieder eine andere ist beleidigend. Ebenso gross ist ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/13/09_06/index.html

Samstag, 22. Februar 2014

Zur subjektiven Wahrnehmung


Lärm nervt nicht alle gleich

Lärmempfinden ist und bleibt subjektiv. Das Dröhnen eines Sportwagens ist für die einen wie Orgelmusik, für andere ist dieses Rohren eine Qual.
Bei der Musik ist für Jugendliche laute Technomusik ein Genuss. Wer diese Musik nicht liebt, könnte an die Decke springen.



Wenn wir viele Leute fragen, welche Lärmquellen stören, kann man eine
Hate-List erstellen(Sie basiert auf einer Seminarumfrage):
- Kirchenglocken
- Ein Nacht durchschreiende Kinder
- Laubbläser
- Schaben mit Löffeln auf Blechpfannen
- Kreide auf Wandtafel (ist im Aussterben begriffen)
- Mit dem Finger über Styropor reiben
- Knatternde Motorräder oder Rasenmäher
- Tramquitschen
- Nächtliches Zähneknirschen
- Laute Gespräche am Nebentisch
- Eine Schulklasse im Zug
- Tinnitus


Es gibt aber auch angenehmer, schöner "Lärm".
Hier die Love-List:
- Rauschen der Blätter im Wind
- Tiefe, sanfte Stimmen
- Gurgeln eines Baches
- Zirpende Grillen
- Vogelgezwitscher
- Plätschern von Wellen



Tucholsky definierte Krach:

"Lärm ist das Geräusch der anderen."
Auf Wikipedia lesen wir:
"Schalle, die durch die Struktur auf die Umwelt (insbesondere Menschen) belastend oder gesundheitsschädigend wirken".
Es ist  erwiesen, dass konstanter Krach stresst, hohen Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Magengeschwüre verursachen kann.

Lärm kann sogar epileptische Anfälle auslösen und zu Schwerhörigkeit führen.
Meine Frau ist diplomierte Audioagogin und weist in ihren Referaten auf die historischen Wurzeln der Schwerhörigkeit im Krieg hin. Sie leiten sich aus dem lateinischen "all'arme" ab, was zu den Waffen bedeutet. Dieser Reflex stellen wir auch fest, wenn wir das Verhalten der Fluglärmgegner betrachten.

Pressluftbohrer und Bohrer bei Zahnarzt - beides sind Peiniger. Es gibt Wohnquartiere, dort kann sich am Aufrohren der getunten Boliden "erfreuen", wenn Jugendliche mit Megavertärkern und offenen Scheiben um den Block cruisen. Echt schlimm wird des erst, wenn Hunderte von leeren Flaschen zusammengeschüttet werden. Eine Tätigkeit die Nachtclubbesitzer meist in den frühen Morgenstunden verrichten.


KOMMENTAR: Achten Sie einmal im Alltag auf die unterschiedliche Wirkung der Lärmquellen auf Ihr Befinden. Wie beeinflusst dabei Ihre Einstellung zur Lärmquelle dieses Befinden?

Freitag, 21. Februar 2014

Ursula von der Leyen auf dem Schleudersitz

Das Verteidigungsministerium ist nicht einfach zu führen.

Falls dies der neuen Powerfrau gelingt, könnte sie die Nachfolge Merkels schaffen. Doch der Weg dorthin ist jedoch mit verschiedenen Stolpersteinen gepflastert.

Ich zitiere ZEIT:

Schleudersitz Verteidigungsministerium

Von der Leyens Posten gilt als Schleudersitz, nur wenige ihrer Vorgänger haben ihre Amtszeit ohne Skandale überstanden, manchem Spitzenpolitiker kostete das Amt die Karriere: Scharping, Guttenberg, Jung sind nur die jüngeren Fälle auf einer langen Liste. Zudem gilt das Verteidigungsministerium als Haus mit starkem Eigenleben, dessen Beamte schwer von der Politik zu lenken seien. Von der Leyen scheint im Ministerium nun endlich gründlich aufräumen zu wollen.
Video: Verteidigungsministerium - Von der Leyen entlässt Staatssekretär Beemelmans
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat ihren Rüstungsstaatssekretär Stéphane Beemelmans in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Als Grund gab sie fehlendes Vertrauen an. Video kommentieren
Die beiden Spitzenbeamten, nun gehen müssen, galten bisher nicht als Leistungsträger. Ihnen werden gleich mehrere Rüstungspannen zur Last gelegt.
Beemelmans war als Vertrauter von Verteidigungsminister Thomas de Maizière im März 2011 zum Staatssekretär berufen geworden. Seine Karriere war eng an die des Merkel-Vertrauten gebunden. Er hatte vorher als Abteilungsleiter im Innenministerium gearbeitet und davor im Kanzleramt – jeweils mit de Maizière als Chef.

Viel Spott

Der Staatssekretär war unter anderem für die Abteilung Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung zuständig und damit verantwortlich für die Rüstungsprojekte, die der Bundeswehr in den vergangenen Jahren viel Spott einbrachten. Dazu zählen etwa die Fregatten vom Typ F-125, die mindestens 100 Millionen Euro teurer werden und Monate später als geplant eingesetzt werden können.
Das bringt die Marine in Verlegenheit, die bereits das Vorgängermodell außer Dienst stellt, aber schon bald vor neuen Aufgaben stehen könnte. So ist im Gespräch, dass eine deutsche Fregatte im Mittelmeer ein amerikanisches Spezialschiff bewachen soll, das syrische Chemiewaffen zerstört.
Doch nicht nur bei den Fregatten, auch beim Militärtransportflugzeug A400 und dem Hubschrauber NH-90 gibt es schwerwiegende Verzögerungen. Bereits die von Guttenberg eingesetzte Weise-Kommission hatte vor drei Jahren die Beschaffung bei der Bundeswehr stark kritisiert.  

Eine gewaltige Aufgabe

Damals war Beemelmans noch nicht im Amt. Ihm und de Maizière gelang es aber nicht, die Rüstungsabteilung effektiver zu machen. Mit der Bundeswehrreform wurde der Bereich umgebaut – bisher sind aber keine Verbesserungen in Sicht. Für von der Leyen, die bislang vor allem für eine familienfreundlichere Bundeswehr eintrat, wartet im Bereich der Rüstung eine gewaltige Aufgabe.
Wie schwer diese Abteilung zu kontrollieren ist, zeigte im vergangenen Jahr der Skandal um die Langstreckenaufklärungsdrohne Euro Hawk. Als das Verteidigungsministerium das Drohnenprojekt 2013 abbrach, waren bereits Hunderte Millionen Euro dafür ausgegeben worden.

KOMMENTAR: Aus meiner Sicht ist eine  Prognose verfrüht. Im Verteidigungsressort gibt es zu viele Drahtzieher. Der Umgang mit den Chefbeamten und den Wehrmännern d.h. die Kommunikationskultur der neuen Verteidigungsministerin wird ausschlaggebend sein. Der Ehrgeiz von der Leyens dürfte ihr bei weiteren Massnahmen nicht in den Weg kommen. Da habe ich Bedenken. Jedenfalls ist die Verteidigungsministerin nicht zu beneiden. Mit einer familienfreundlicheren Bundeswehr ist es noch nicht getan.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Zum fragwürdigen Auftritt von Markus Spillmann: Mit meiner Kritik bin ich nicht allein

Markus Spillmann hatte nicht nur sich mit seinem Auftritt bei Anna Will geschadet,  sondern auch der NZZ und der Schweiz.

Mich hat es gewundert, dass sich ein Chefredaktor der renommierten  NZZ für seinen Auftritt  nicht richtig vorbereitet hatte, obwohl er genau wusste, dass er vor einem Millionenpublikum die Chance hat, seine Botschaft kund zu tun.
Dass der erste Eindruck prägend  ist, sollte einem Medienmann bekannt sein. Dass ein TV Auftritt keine Schreibe ist, müsste eigentlich auch jeder Printjournalist wissen.

Das Publikum darf von einem Gesprächsteilnehmer Aufmerksamkeit und Präsenz erwarten.
Spillmann äusseres Verhalten widerspiegelte Desinteresse, Langweile und Missmut.

Ich zitiere PERSOENLICH.COM:

Köppel und Mörgeli kritisieren Spillmanns ARD-Auftritt

"Ich war froh, dass er sich keinen Joint anzündete", schreibt Mörgeli.
Obwohl der Auftritt von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli und NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann im deutschen Fernsehen schon über eine Woche her ist, wird der ARD-Talk mit Anne Will in der aktuellen "Weltwoche" gleich zweimal ausführlich thematisiert.
NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann kommt dabei nicht gut weg: Im Artikel "Wir sind Europa" bezeichnet "Weltwoche"-Chefredaktor Roger Köppel Spillmanns Auftritt als "erschütternd". Er habe seinen Augen nicht getraut, als der "dandyhafte" Spillmann nicht neben dem zweiten Schweizer Platz genommen habe. Willy Bertscher, von 1933 bis 1967 NZZ-Chefredaktor, wäre bestimmt neben Mörgeli gesessen, schreibt Köppel weiter. Spillmann hingegen habe auf einer Linie mit der "linken europäischen Angriffsachse" argumentiert.
Auch Christoph Mörgeli, welcher selber in der Talk-Sendung sass und in den Medien vor allem wegen seines "einbetonierten Lächelns" veräppelt wurde, lässt kein gutes Haar an Spillmann. In seiner "Weltwoche"-Kolumne kritisiert er den 3-Tage-Bart des NZZ-Chrefredaktors, welcher "zeitweilig zu entschlummern drohte". Er sei schon froh gewesen, dass sich Spillman während der Sendung keinen Joint angezündet habe, so Mörgelis Fazit. (set)


 



KOMMENTAR: Erstaunlich, dass ich auch aus dem Publikum viele negative Echos erhalten hatte. Ich persönlich schrieb nach der Sendung:


Die Echos über den Auftritt der Schweizer Akteure Spillmann und Mörgeli entsprachen der Gesinnung der Kritiker. Die Gegner der Masseneinwanderungsinitiative liessen Mörgeli klein aussehen. Die Befürworter loben Mörgelis Standfestigkeit.
Das Konzept der Sendung war eindeutig so konzipiert, dass Titel, Auswahl des Publikums und die Moderatorin Anne Will die Schweiz als Abschottungsland, als Rosinenpicker hinstellen wollte.
Mörgeli betonte nach meinem Dafürhalten immerhin das Selbstbestimmungsrecht der Schweiz. Doch spielte er zu sehr den Wadenbeisser.


 Spielmann (NZZ) wirkte fade, zu farblos und überzeugte mit seiner gepielten lässigen, desinteressierte Haltung nicht. Seine Mimik signalisierte vielfach mürrisches "Nicht - Einverständnis". Inhaltlich differenzierte er hingegen die Problematik sehr geschickt, so dass er wie ein Ueberflieger die Diskussion aus einer Expertenwarte aus ins neutrale Licht zu rücken verstand. Dass er am deutschen Fernsehen Blocher als Brandstifter bezeichnete, war deplaziert und ist für einen Chefredaktor einer angesehenen Zeitung bedenklich.  

Weshalb nicht ausrasten- wenn es immer zum Erfolg geführt hat?

Mittwoch, 19. Februar 2014

Kann mit Geld die Meinung des Volkes gekauft werden?

Gib mir eine 10 Millionen und ich mache aus einem Kartoffelsack einen Bundesrat

Diese colportierte Meinung trifft nicht zu. Im Gegenteil: Wer offensichtlich zu stark klotzt mit der Werbung schadet sich.
Dass Parteien mit Geld die Bürger kaufen können, ist eine weit verbreiteter Irrtum.
Selbstverständlich braucht es Geld, um Kampagnen zu führen. Doch ist die Wirkung kontraproduktiv, wenn übertrieben wird. Das hat Blocher mit seinen Millionenkampagnen immer wieder erleben müssen. Bei der letzten Abstimmung investierte économie suisse viel zu viel und verlor. Auch der Bundesrat übertrieb. Noch nie weibelten drei Bundesräte in der Schweiz herum. Die Bevölkerung wurde stutzig und musste sich fragen: Was ist los? Weshalb hat die Regierung Angst vor des Volkes Stimme?
Der enorme Aufwand war eindeutig kontraproduktiv. 

Ich kenne einen Parlamentarier, der zuerst nicht gewählt wurde, weil er ein Vermögen ausgegeben hatte für seine Werbung (300 000 für  Inserate). Die Presse publizierte den Betrag und die Stimmberechtigten wählten den Kandidaten nicht. Das Volk wollte sich nicht kaufen lassen. Beim zweiten Mal machte es der Kandidat geschickter: Er warb mit persönlichen Briefen. Dies war viel aufwändiger und kostete ebenfalls viel. Doch wirkte es nicht als überrissen und er wurde gut gewählt.

Ich zitiere 20 Min;

5,6 Millionen Franken in vier Monaten: Die Gegner der SVP-Initiative gaben mehr als doppelt so viel Geld für Werbung aus wie die Befürworter. Mit dem Betrag liegen sie sogar noch über dem Budget von McDonalds.



Intensiver Abstimmungskampf: Sowohl Gegner als auch Befürworter der Initiative investierten viel Geld. (8. Januar 2014)

FAZIT: Bei der Werbung kann auch zu viel getan werden.

Dienstag, 18. Februar 2014

Udo Jügens - als überzeugter Europäer - sieht Grenzen bei Volksabstimmungen

Folgende Aussage des bekannten Musikers spricht für sich:



«Ich bin absolut gegen Volksabstimmungen, wenn es um komplexe Sachfragen geht. Man darf nicht alles das Volk entscheiden lassen, dafür sind vom Volk gewählte Politiker und die Fachbeamten da.»

KOMMENTAR: Für den bekannten Entertainer taugt die direkten Demokratie bei komplexen Sachverhalten nicht mehr. Eine Ansicht, die ich in Deutschland immer wieder gehört habe. Im deutschen Fernsehen warnte sogar ein Politiker vor der direkten Demokratie (wie sie in der Schweiz gehandhabt wird). Er sagte: Wir Deutschen können froh sein, dass wir das Volk nicht mitreden lassen. Wir sehen jetzt in der Schweiz wohin eine diekte Demokratie führen kann! Ueberlassen wir die Entscheide lieber den Fachbeamten und gewählten Politikern.
Solche Aussagen machen klar: Es klafft ein grosse Graben zwischen den Anhängern der direkten Demokratie und jenen Bürgern, die den Volksentscheiden misstrauen.
Viele deutsche Journalisten können nicht verstehen, dass das Volk vernünftiger entscheiden sollte als Berufspolitiker. Die direkte Demokratie lebt  von mündigen Bürgern. Dies setzt jedoch voraus, dass die Bevölkerung gut informiert ist. Volksentscheide können weh tun. Würden wir Entscheide nur den Experten und Fachleuten überlassen, besteht nach meinem Dafürhalten eine noch grössere Gefahr. In einer Technokratie könnten nämlich diese Fachleute ihre Vollmacht ausnützen und missbrauchen. Die Diktatur von Fachkräften ist gefährlicher als Volksentscheide, die ab und zu schmerzen. Ob Udo Jürgens das Volk wirklich unfähig findet komplexe Sachverhalte zu beurteilen?