Donnerstag, 5. Februar 2015

Macht im Bundesrat jeder, was er will?

Trügt die jüngste Bundesratsfoto, bei der alle zusammensitzen und friedlich plaudern -

oder hat  der Illustrator im Blick die 
Situation im Bundesrat doch noch treffender illustriert?

Die sieben Leichtmatrosen kommen miteinander gut aus, doch es fehlt an einer zupackenden Steuerfrau, einem seefesten Kapitän.  Die sieben Leichtmatrosen kommen miteinander gut aus,
doch es fehlt an einer zupackenden Steuerfrau,
einem seefesten Kapitän.
(Illustration: Igor Krawarik )
 
 KOMMENTAR:Wer die Augen und Ohren offen hat, kann derzeit tatsächlich feststellen:Der Bunderat agiert  hilflos bei der Umsetzung der Masseneinwanderungs Initiative.Alle Magistraten arbeiten zwar fleissig an ihren Dossiers. Den Team mangelt es aber eindeutig an einer Leaderfigur.die Bundespräsidentin zeigt Schwäche und schiebt  wichtige Entscheide hinaus.Finanzministerin brüskiert den Bundesrat mit einer irritierenden Aussage im Ausland.Eine gravierende Kommunikationspanne, wenn die falsche Person, zum Falschen Zeitpunkt am ungeeigneten Ort spricht.Letztes Jahr holte sich zwar Didier Burkhalter mit seiner OECD-Präsidentschaft Punkte. Doch kam er bei den EU Dossiers keinen Schritt vorwärts.Johann Schneider-Ammann verwirrt derzeit mit seinen Vorstellungen über Lohnkürzungen und Kurzarbeit.Auch Doris Leuthard kommt beim Energie-Abkommen nicht vom Fleck. Sie irritiert  mit der Aussage des EU-Energiekommissars Mario Canete, der nach dem gemeinsamen Treffen durchsickern liess:  Für Streitfälle im Strombereich solle offenbar ein Efta-Gericht als Schlichtungsstelle fungieren.
Das Departement Leuthards bestätigte übrigens diese Aussage.Ferner war zu vernehmen, Bundesrat Ueli Maurer habe die Kündigung der Europäischen Menschenrechtskonvention angeregt.Allain Berset hingegen versteht es, diskret im Hintergrund zu politisieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Bundesrat beim nächsten Kaffeekränzchen über Teamkommunikation und Führen eines Teams nicht nur Gedanken macht.Es sind endlich Taten gefordert.     

Ungeschickt? Befremdlich? Peinlich? Absichtlich?

Die Finanzministerin irritiert mit ihrer persönlichen Aussage.

Dies führt zu einem medialen Sturm.

Dass die Aussage in einem ungünstigen Zeitpunkt (vor den Verhandlungen) gemacht wurde, verdeutlicht die nachgereichte Präzisierung. Doch der Schaden scheint bereit angerichtet:
Ich zitiere BLICK-online:

Widmer-Schlumpf irritiert mit neuer
 EU-Abstimmung
«Sie verweigert den Volksauftrag!»

Kaum ist Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga von ihrer Goodwill-Tour aus Brüssel zurück, torpediert Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf die Verhandlungsanstrengungen der Regierung – und das aus Asien!


Wirbel um neue EU-Abstimmung Das steckt hinter Widmer-Schlumpfs brisanter Aussage?




Gemäss «NZZ Online» hat Widmer-Schlumpf bei einer Veranstaltung in Singapur dezidiert die Meinung geäussert, die Zuwanderungs-Initiative sei mit der Personenfreizügigkeit und den bilateralen Verträgen nicht vereinbar. Das Verhältnis zur EU müsse kurzfristig mit einer Volksabstimmung geklärt werden. Innert weniger Monate müsse Klarheit geschaffen werden, so Widmer-Schlumpf laut «NZZ Online». Das sei ihre persönliche Meinung und nicht die des Bundesrats, erklärte die BDP-Frau.

Mit ihren Äusserungen sticht Widmer-Schlumpf in ein Wespennest. «Ihre Aussagen sind falsch, kommen zur falschen Zeit und zeugen von einem komischen Demokratieverständnis», sagt CVP-Nationalrat Gerhard Pfister (ZG). Der Bundesrat müsse Abstimmungen respektieren und umsetzen – und nicht neue Abstimmungen verlangen.

«Sie verweigert den Volksauftrag und desavouiert ihre Bundesratskollegen», wettert SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz. Ihre Aussagen seien ein weiterer Beleg dafür, dass der Bundesrat den Auftrag des Volkes nicht befolgen wolle.

Widmer-Schlumpfs Sprecherin Brigitte Hauser-Süess versucht, zu beschwichtigen. Gegenüber BLICK erklärt sie, Widmer-Schlumpf habe auf eine entsprechende Frage geantwortet, «der Wortlaut der neuen Verfassungsbestimmung stehe nicht in Einklang mit der Personenfreizügigkeit».

Die kurze Frist beziehe sich zudem auf die zwei Jahre, die für die Umsetzung der Verfassungsbestimmung noch zur Verfügung stünden. «Eveline Widmer-Schlumpf hat dabei zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht ausschliesst, dass es nochmals zu einer Volksabstimmung kommen wird.» In diesem Sinne hätten sich auch schon andere Bundesräte geäussert.



KOMMENTAR:

Obschon  es wahrscheinlich in absehbarer Zeit doch noch einer neue Volksabstimmung geben wird, hätte die Verhandlungsposition der Schweiz mit einer persönlichen Aussage der Finanzministerin  nicht geschwächt werden dürfen. Die Aussage ist zwar eine realistische Lagebeurteilung. Doch erfolgte sie von der falschen Person zum falschen Zeitpunkt.Von Politexperten wird gerätselt:

Hatte die Finanzministerin dieses Vorprellen absichtlich gemacht? Als parteipolitisches Vorprellen für die BDP? Hat die Finanzministerin noch an Jetlag gelitten
Oder war es einfach nur naiv? Vielleicht nur  ein unbedachter Patzer? Für die BDP ist jedenfalls diese Irritation der Oeffentlichkeit keine Sternstunde.
Die persönliche Aussage der Bundesrätin wird so der so noch länger die Medien beschäftigen.  Ein Staatschef darf auch nicht eine persönliche politische Meinung verkünden und nach dem Medienwirbel die Sache klein reden mit der Bemerkung: Das war nur meine persönliche Meinung. Die Rechtfertigung, es habe sich ja nur  die persönliche Meinung geäussert. Diese Ausrede ist mehr als peinlich.

Lächeln und plaudern in Singapur Die Bundesrätin versetzt die politische Schweiz von Singapur aus in Aufruhr.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Schneesturm in Boston: Vorlesungen fallen aus- was tun?

Oliver Knill* (Harvard Universität, Boston) nutzte diese aussergewöhnliche Situation, um seinen Studenten übers Netz sich mit Mathematik auseinander zu setzen.

Eine originelle Art, Anschauungsmaterial  zu vermitteln! 


Hier das Produkt:

What is Mathematics? - YouTube

www.youtube.com/watch?v=VngwXHUgkXk
vor 13 Stunden - Hochgeladen von Oliver Knill
Yeah, keep it. Undo Close. This video is unavailable. You need Adobe Flash Player to watch this video ...


Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Möglichkeit,  Lernzeit trotz höherer Gewalt zu nutzen, genutzt und geschätzt wurde.
In der Volksschule freuen sich zwar die Kinder, wenn sie zu Hause bleiben dürfen.
Studenten hingegen, die bereit sind, Zehntausende von Dollars für  Ihre Semester zu zahlen, ticken nicht wie Primarschüler.

*Oliver Knill ist übrigens auch bewährter Webmaster von rhetorik.ch., rheinfall.com und knill.com.

Communication summit vom 3. Februar 2015 an der ETH

Fairness in Journalismus und PR

Eigentlich wäre alles so einfach:

Medienschaffende wissen, dass sie fair und angemessen 

berichten sollten, dass die Botschaften offen und ehrlich 

zu vermitteln sind. Im Code of Conduct steht alles, 

was die Berufsethik verlangt und die Oeffentlichkeit erwarten darf.

Doch fällt die Fairness im Medienalltag immer wieder unter den Tisch.

Die Jagd nach dem Primeur, verkaufsfördernde Schlagzeilen, 

der Herdentrieb der Journalisten verstärken Fehlentwicklungen. 

Die sozialen Medien verstärken derzeit den negativen Trend.

In Zürich ging es um die Frage:

Hat die Fairness in der Kommunikation ausgedient?

 

Der Abend begann gut: Nach einer kurzen, gutgelaunten und witzigen Ansprache der ETH-Rektorin Sarah Springman schaffte es Claudio Zuccolini ziemlich rasch, das Publikum zum Lachen zu bringen. Seine “Keynote” befasste sich mit Bündnern, die ausgelacht würden, wenn sie als Terroristen auftreten würden und machte sich lustig über Zürcher mit Aufklebern von Bündner Ferienorten auf ihren Autos. In voller Länge zitierte er zudem den herrlichen Werbespot der Fischer Bettwarenfabrik.
Ein seltsamer Moment des Abends fand ziemlich zu Beginn statt. Moderator Reto Lipp fragte ins Publikum, wer von den anwesenden Journalisten denn noch rauche.
Und keiner gab sich zu erkennen, nicht einer streckte auf (oder Reto Lipp hat ihn nicht gesehen). Sind Journalisten zu scheuen Rehen geworden? Denn einige nach wie vor rauchende Journalisten waren durchaus anwesend. Trotzdem stellte sich die Frage:
Dann startete das Podiumsgespräch. Mit:

- Dr. Rena Zulauf, Medienanwältin Zulauf Bürgi Partner; Lehrbeauftragte für Schweizerisches Medienrecht an der Universität Zürich
- Dr. Res Strehle, Chefredaktor Tages-Anzeiger
- Jörg Kachelmann, Journalist, Meteorologe und Unternehmer
- Claudio Zuccolini, TV-Journalist und Komiker
- Peter Eberhard, Präsident pr suisse, Inhaber der Agentur PEPR
 

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Anders als in den vorherigen Jahren durften sich die Diskutierenden nicht in bequemen Sesseln fläzen, sondern standen hinter Mini-Podien:
Die Diskussion war dann auch munter und blieb fast immer höflich – angenehm, mal einem Podiumsgespräch beizuwohnen, bei dem einander die Teilnehmer gegenseitig ausreden lassen. Anderen war das dann aber definitiv zu wenig würzig.




Kommentar: 
Es gibt nicht nur Medienopfer. Auch Medien können  Opfer werden.
Ich stelle laufend fest, dass zahlreiche sogenannte Medienopfer  oft  selbst mit beigetragen haben, dass sie in den Medienwirbel geraten sind. Geri Müller, Borer   lassen grüssen. Meist verhalten sie sich am Anfang einer Skandalierung falsch.
Der Anlass des Zürcher Pressevereins ermöglichte mir einmal mehr viele persönliche vertiefende Gespräche mit Kollegen und Profis.
Ich zitiere eine selbstkritische Aussage:
"Journalisten klopfen auf die Schultern, um herauszufinden, wo man das Messer am besten einstecken kann."

Für Tsipras könnte die Rechnung aufgehen



Er kann gut lachen!
Tsipras weiss genau, dass die restlichen Euro-Länder seine Forderung nach einem neuen Modus Schuldenschnitt akzeptieren werden, weil für die anderen Mitgliedstaaten  ein Austritt Griechenlands aus der EU nicht in Frage kommen darf. Europa wird somit einmal mehr klein beigeben müssen. Die Euroländer hätten zwar ein zentralen Interesse , dass die Spar- und Reformpolitik fortgeführt wird, hatten sie doch für die Schulden vieler Länder bereits zwei Mal erhebliche Haftungsrisiken übernommen. Sie werden voraussichtlich nun ein drittes Mal weiderum in den sauren Apfel beissen müssen. Wetten?






Ich gehe davon aus, dass die Zentrifugalkräfte der Währungsunion nicht reichen, um Griechenland ausbluten zu lassen. Europa ist sich nicht einig. Man wird den Forderungen nachgegeben. Für Tsipras könnte seine Rechnung mit dem Wirt aufgehen. Er hat nichts zu befürchten. Die anderen werden es schon richten!
Die entlassenen Beamten wurden einfach wieder eingestellt. Griechenland setzt sich grosszügig über alle vereinbarten Regeln Europa hinweg und verschuldet sich munter weiter. Mit einem Schuldenerlass würde  Tsipras den Ballast los und er kann sich vielleicht bald als grosser Retter feiern lassen. 

Wetten, dass die sparsamen, fleissigen Länder dem neuen Helden unter die Arme greifen werden?
Dummheit ist nicht lernbar - sie ist gegeben.
Ein Kind das weiss, dass die Eltern ständig nur drohen und ihre Forderungen nie durchsetzen, wäre ja dumm, wenn es sich an Abmachungen halten würde. 

Bild des Tages

Das putzige Tigermädchen




Aus 20 Min:



Dienstag, 3. Februar 2015

Das Kussbild das alle beschäftigt









Diese Szene sorgt für Schlagzeilen. Bild: FRANCOIS LENOIR/REUTERS

Juncker innig mit Sommaruga

Das Kuss-Bild, das  Geschichte machen wird.

Immerhin - so weit gingen die beiden Politiker nicht: