Freitag, 26. März 2010

Vom Umgang mit Komplikationen

Gestern hatte ich mit einem Spezialarzt ein aufschussreiches Gespräch über den Stellenwert der Kommunikation im Spital. Wir waren uns einig, dass generell im Umgang mit Menschen die Art des Kommunizierens eine zentrale Rolle spielt - vor allem das Einfühlungsvermögen. Das gilt übrigens bei allen Berufen, die mit Menschen zu tun haben!

Der Arzt bestätigte mir, dass auch bei Patienten die Vorgespräche enorm wichtig sind. Dazu benötige er genügend Zeit. Dieser angebliche Zeitverlust erweise sich später rasch als Zeitgewinn. Als Arzt erhalte er bei diesen Vorgesprächen hilfreiche Zusatzinformationen. Das Vertrauen werde aufgebaut und letztlich wirke sich diese Vertrauensbasis auch positiv auf die Heilungsprozesse aus.

Das wertvolle Gespräch bestätigte mir ferner:

1. FREUDE am Job ist etwas vom Wichtigsten.

Dies entspricht genau meiner These, dass man künftig weniger von Work-live balance sprechen sollte, weil das Arbeiten auch zum Leben gehört. Arbeiten darf nicht - als Gegensatz - dem Leben gegenübergestellt werden. Ich betrachte das Arbeiten Job auch zum Leben. Deshalb lohnt es sich, auch bei der Arbeit Freude zu haben.

2. Aus dem wertvollen Dialog mit dem Spitalarzt notierte ich mir folgenden Kernsatz über Komplexität, den ich hier im BLOG auf Komplikationen übertrage:

"Nicht Komplikationen sind das Problem, sondern der Umgang mit Komplikationen!"

Dieser Gedanke gefiel mir sehr. Als Ombudsman stelle ich seit Jahren fest, dass leider viele Menschen nie gelernt haben, mit Komplikationen, mit Störungen, mit Konflikten und Schwierigkeiten umzugehen. Würde dies schon in der frühen Lebensschule vermittelt, gäbe es möglicherweise weniger Scheidungen und weniger unzufriedene Menschen. Komplikationen und Schwierigkeiten gehören nämlich zum Leben wie das Amen in der Kirche.

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