Montag, 6. Januar 2014

Professionelle Reaktion nach einer Medienkampagne

Der neue Ständeratspräsident Hannes Germann hatte noch vor seiner Wahl im Hinblick auf die Masseneinwanderung Stellung bezogen.



Diese  Meinung wurde jüngst im SVP Extrablatt prominent publiziert.
Die  Stellungnahme im SVP Blatt wurde von verschiedenster Seite heftig kritisiert. Wirkte orchestriert.
Nun hat Hannes Germann in einem Interview reagiert. Aus meiner Sicht recht geschickt:

Ich zitiere Tagi-online:

«Ich verstecke mich nicht hinter einem Amt»


 
Sein Text zur Masseneinwanderungsinitiative im SVP-Extrablatt sei ein «Grenzfall», gibt Hannes Germann zu. Doch auch als Ständeratspräsident werde er seine Meinung nicht verleugnen.
«Ich bin dem Rat gegenüber zu hundert Prozent loyal»: Ständeratspräsident Hannes Germann (SVP). (Archivbild)
«Ich bin dem Rat gegenüber zu hundert Prozent loyal»: Ständeratspräsident Hannes Germann (SVP). (Archivbild)
Bild: Keystone

Herr Germann, fühlen Sie sich in erster Linie als SVP-Politiker oder als Ständeratspräsident?

Als Ständeratspräsident, voll und ganz. Aber natürlich bin ich trotzdem immer noch ein Standesvertreter, auch wenn ich eine neue Funktion habe und innerhalb des Rates keine Position mehr beziehen kann.



Haben Sie an Ihr Amt als Ständeratspräsident gedacht, als Sie den Essay fürs SVP-Extrablatt zur Masseneinwanderungsinitiative verfassten?

Nein. Im Artikel zum Thema «Wie viel Wachstum wollen wir?» mache ich mir Gedanken um Zukunftsfragen, die unser Land betreffen. Ich habe ihn verfasst, als ich noch nicht Ratspräsident war. Ich gebe im Text ohnehin keine Stimmempfehlung ab, ich schreibe: «Wir dürfen auf die Urteilsfähigkeit des Schweizer Volkes vertrauen.» Dazu braucht es aber eine vertiefte und sachliche Diskussion – und die will und darf ich auch als Präsident anregen.



Sie tun dies aber in einer Parteipublikation.

Das Extrablatt wurde an alle Schweizer Haushalte versandt. Und es ist nicht gänzlich verboten, sich im Präsidialjahr zu politischen Themen zu äussern. Mein Text richtet sich an jene, die sich Gedanken über die Zuwanderung machen. Auch als Ständeratspräsident darf ich die Ängste der Menschen ernst nehmen.



Der Ständerat jedenfalls sagte deutlich Nein zur Initiative, mit 37:5 Stimmen.

Ich habe mich nicht zur Initiative geäussert, sondern zur Frage, wie viel Wachstum die Schweiz verträgt. Der Text steht in einem grösseren Zusammenhang. Wir haben eine enorme Zuwanderung, aber keinerlei Möglichkeit, das Ausmass zu steuern. Einige, zum Beispiel die Ecopop-Initianten, wollen praktisch null Zuwanderung, die Wirtschaft will volle Freiheit. Das Volk muss nun entscheiden.



Politiker von links bis rechts kritisieren Ihren Artikel. Der Ständeratspräsident müsse die Mehrheitsmeinung der kleinen Kammer vertreten, sonst werde das Amt unglaubwürdig.

Als Ratspräsident hat man das Recht und die Pflicht, politische Fragen zu diskutieren. Jeder weiss, wo ich parteipolitisch stehe, jeder kann meine Äusserungen richtig einordnen. Ich bin dem Rat gegenüber zu hundert Prozent loyal, aber ich kann mich als Mensch nicht verleugnen, vor allem wenn es um Grundsatz- oder Gewissensfragen geht. Das ist hier der Fall. Ich verstecke mich nicht hinter einem Amt – schon gar nicht, wenn ich es nur für ein Jahr innehabe.



Dann würden Sie den Text nochmals so publizieren?

Ich stehe zum Artikel. Die Publikation im Extrablatt ist vielleicht ein Grenzfall... Mit der Kritik muss und kann ich leben. Die Kritiker sollten besser selber klarmachen, wo sie im Bezug zur Masseneinwanderung stehen. Doch wer Angst vor einer inhaltlichen Diskussion hat, bricht wohl lieber einen solchen Streit vom Zaun.



Werden Sie in Zukunft also zurückhaltender kommunizieren?

Ich werde meine Meinung auch im Präsidialjahr nicht verleugnen, aber ich werde sie in den Hintergrund stellen. Ich werde im nächsten Jahr auch keine Abstimmungskämpfe führen, wir haben genug andere Exponenten, die sich dazu berufen fühlen und das gut machen. Die Parteileitung akzeptiert das.



Widerwillig?

Ob widerwillig oder nicht spielt keine Rolle.



Der «SonntagsBlick» spekuliert, dass Sie von Ihrer Partei unter Druck gesetzt wurden, den Text fürs Extrablatt zu verfassen.

Nein. Zu Spekulationen nehme ich ohnehin keine Stellung.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Kommentar:
Obschon Hannes Germann als ein Politiker bekannt ist, der die diplomatischen Rhetorik versteht, weicht er den Antworten nicht aus. 
Es vertritt im Interview eindeutig die Meinung, dass er auch als Ständerat seine persönliche Meinung äussern dürfe.
In seinem Beitrag des SVP Blattes gebe er keine Wahlempfehlung ab. Es gehe ihn jedoch um die Einwanderungsproblematik, die gut bedacht sein müsse. Auch als Vorsitzender des Ständerates  sei man berechtigt, zu einer sachlichen Diskussion anzuregen. Da die Zeitung an alle Haushalte verteilt worden sei, richte sich sein Text an alle, die sich Gedanken zur Zuwanderung machen. Es sei eine Tatsache, dass für das Volk bisher keinerlei Möglichkeit bestehe, die Zuwanderung zu steuern! Auch als Ständeratspräsident müsse er die Aengste der Bevölkerung ernst nehmen. Man habe das Recht und die Pflicht, solche politischen Fragen zu diskutieren. Jeder leser könne seine Aeusserung richtig einordnen. 
Ich finde gut, dass Germann auf Spekulationen gar nicht eingeht und die Kritiker  und Medien nicht anklagt, die seinen Artikel lautstark  beanstandet hatten. Die Kritik wirkte aus meiner Sicht orchestriert, wie es bei Medienkampagnen üblich ist.

 



Sonntag, 5. Januar 2014

Der Promi und die Medien (Teil 4)

Aerzte müssen mit der Gier der 
Journalisten umgehen können

Ich verweise auf Teil 1, Teil 2 und Teil 3 der Krisenkommunikation im Fall Michael Schuhmacher

Es ist  verständlich, dass die Medien unerträglich werden können.
Dennoch muss der Umgang mit den Journalisten gelernt werden.

Ich zitiere Tagi-online:

Die Gier in Grenoble

Der Arzt, der Michael Schumacher behandelt, steht seit Tagen im grellen Scheinwerferlicht. Das ist unerträglich – nicht nur für ihn.
Mediale Gier: Journalisten-Teams vor dem Spital in Grenoble.
Mediale Gier: Journalisten-Teams vor dem Spital in Grenoble.
Bild: Keystone

Über 250, die sich beim Sport in den Bergen lebensgefährlich verletzt haben, werden jährlich ins Universitätsspital von Grenoble eingeliefert. Wir kennen ihre Namen nicht, im Sommer sind es Kletterer, Wanderer, Gleitschirmflieger, im Winter Skifahrer, Snowboarder. Wir wissen nichts von ihrem Schicksal, in der Zeitung steht dann eine Notiz, wenn jemand nicht überlebt hat.
Vor einer Woche erfuhr die Welt innert Sekunden von seinem schweren Unfall. Michael Schumacher liegt im Spital von Grenoble, es geht um Leben und Tod. Jean-François Payen, der Leiter der neurochirurgischen Intensivstation, kümmert sich mit seinem Team um ihn, wie sie sich schon um viele Verunfallte gekümmert haben. Diesmal ist alles anders. Payen muss Auskunft geben, er steht im grellen Licht der Kameras, was ihm zuwider ist, und einmal sagte er vor den Journalisten: «Wir behandeln hier jeden anderen Patienten genauso wie Michael Schumacher, der einzige Unterschied sind Sie!» Er sagte es sehr zornig.
Sie, die Medien. Wir, die Öffentlichkeit. Schon kurz nach der ersten Eilmeldung standen TV-Übertragungswagen auf dem Spital-Parkplatz, gab es Livesendungen und schnell Spekulationen, und einer der Journalisten soll sich gar als Priester verkleidet haben, um so vielleicht in die bewachte Etage vordringen und noch exklusiver berichten zu können. Jemand stürzt beim Skifahren. Er prallt mit dem Kopf auf einen Felsen. Ein tragischer Unfall, wie viele.
In Méribel passierte es Michael Schumacher, er gehört weltweit zu den Bekanntesten. Von 250 anderen kennen wir den Namen nicht. Für den Mediziner Payen ist die mediale Gier vor dem Spital in Grenoble unerträglich. Nicht nur für ihn.

Kommentar: Der Fall Schuhmacher macht uns einmal mehr bewusst, dass der Umgang mit gierigen Journalisten gelernt werden muss.  Die Praxis zeigt: Dies kann auch gelernt werden. Aber nicht erst, wenn die Medien vor der Haustüre stehen. Krisenkommunikation heisst: Sich rechtzeitig vorbereiten für den schlimmsten Fall: "Was wäre wenn...?". Wir sehen im Fall Grenoble: Ohne Kommunikationskonzept und abrufbarem Kommunikationsmanagement ist ein Arzt innert Kürze überfordert.
K+K kann Ihnen weiter helfen und Ihre Institution für solche Extremsituationen vorbereiten. 

Nachtrag (Quelle BILD):


Staatsanwaltschaft kündigt Pressekonferenz an

Polizei und Staatsanwaltschaft haben für Mitte der Woche eine Pressekonferenz angekündigt, in der über den Ermittlungsstand zum Ski-Unfall von Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher am 29. Dezember in Meribel informiert werden soll.

Da am Sonntag, 5. Januar 2014 das Spital immer noch kein offizielles sickerte eine interne Information an die französische Presse durch. Das Wort OFFENBAR macht den Lesern bewusst, dass die Meldung nicht offiziell abgesegnet ist. Schade, dass das Spital immer noch nicht proaktiv informiert!

Ich zitiere 20 Min:

Schumis letzter Hirn-Scan offenbar «sehr schlecht»

Noch immer warten die Familie und Bekannten von Michael Schumacher vergeblich auf gute Neuigkeiten aus dem Spital in Grenoble. Laut Medienberichten sind auch die Ärzte in grosser Sorge.



Das Bangen um Michael Schumacher geht weiter. Der letzte Hirn-Scan am Samstag sei «sehr schlecht» ausgefallen, berichtet die französische Zeitung «Le Journal de Dimanche». Die behandelnden Ärzte seien in grosser Sorge. Die Zeitung stützt ihre Aussagen nach eigenen Angaben auf interne Quellen aus der Klinik in Grenoble.



Nach Skiunfall: Schumachers Gesundheitszustand leicht verbessert

Nach Skiunfall Schumachers Gesundheitszustand leicht verbessert

Acht Tage nach dem schweren Skiunfall gibt es erste Hoffnung für Michael Schumacher. Sein Zustand habe sich leicht verbessert, erklärte seine Managerin Sabine Kehm. mehr... [ Forum ]

(nach 20 Min)

Zwangsläufig Folge der unkoordinierten Kommunikation:  Gerüchte!!



Die Gerüchte in deutschen Medien überschlagen sich.

Nach Informationen von RTL soll Michael Schumacher «nicht mehr in akuter Lebensgefahr» schweben. Der Fernsehsender beruft sich auf Schumi-Managerin Sabine Kehm.
RTL-Reporter Felix Görner vermeldet am frühen Montagabend:
«Wie mir Schumis Managerin Sabine Kehm eben am Telefon gesagt hat, kann man heute (Montag) erstmals sagen, dass Michael Schumacher nicht mehr in akuter Lebensgefahr ist. Das heisst sein Zustand ist so stabil, dass man nicht mehr von Lebensgefahr sprechen kann», so Görner.
Sabine Kehm dementiert RTL-Meldung
Am späten Abend verneint Schumi-Managerin Kehm, diese Aussage gemacht zu haben. Der «SID» zitiert Sabine Kehm wie folgt:
«Ich kann bestätigen, dass Michaels Zustand als stabil bezeichnet werden kann, wie es bereits im offiziellen Statement am heutigen Tage (Montag) geschrieben worden ist. Ich kann nicht bestätigen, geäussert zu haben, dass er sich nicht mehr in Lebensgefahr befindet.»
Auch Bild.de lässt die Fans aufhorchen. Es ist von der «ersten Hoffnung» für Schumi die Rede. Das Ärzte-Team um Dr. Payen sei sich zum ersten Mal sicher, dass sich Schumacher nicht mehr in Lebensgefahr befinde.
Die Ärzte in Grenoble reden aber nicht. Somit ist klar, dass sich Schumi noch immer in kritischen Zustand befindet.(Quelle Blick)



Spekulationen in Deutschland: Schumi-Managerin dementiert Hoffnungs-Berichte

Samstag, 4. Januar 2014

Schneesturm in BOSTON

 SCHAUFELN!!!

Oliver Knill wohnt in BOSTON.
Nach der Medienmitteilung "Schneesturm im Boston" mailte ich ihm:

"Wie geht es Euch im Schneesturm?" 

Antwort:

SCHAUFELN!!!!

Schuhmachers Unfall und die Medien (Teil 3)

Die Medien suchen neue Details (Ich verweise auf Teil 1 und Teil 2 der Analyse auf KNILL-BLOG)

Nachdem die Aerzte keine neuen Mitteilungen  publiziert haben,  die Boulevardpresse jedoch neue Geschichten benötigt, suchen Journalisten anderweitige Quellen. So stellt Bild am 3. Januar 2014 die Frage:

Hat sich Schumi sogar seinen Sturz mit der Helmkamera gefilmt?
Ich zitiere:

Nach dem tragischen Ski-Unfall von Michael Schumacher (45). kommen am sechsten Tag neue Details an die Öffentlichkeit. Wie die französische Zeitung „Dauphiné Libéré“ berichtet, soll Schumi mit einer Helm-Kamera unterwegs gewesen sein.

Hat Schumi seinen eigenen Sturz gefilmt?

Laut der Zeitung sei unklar, ob die Kamera eingeschaltet war. Die Staatsanwaltschaft will sich zu der neuen Entwicklung nicht äußern.

Patrick Quincy, Mitglied der Staatsanwaltschaft: „Wir werden über solche Details immer erst mit der Familie sprechen.“

Ich zitiere SPIEGEL:

Skiunfall Polizei beschlagnahmt Schumachers Helmkamera

Skiunfall: Polizei beschlagnahmt Schumachers Helmkamera
Offenbar hat Michael Schumacher bei seinem schweren Sturz eine 
Helmkamera getragen. Diese und der Helm wurden jetzt laut Berichten
 französischer Medien von Ermittlern beschlagnahmt. Zudem befragte 
die Polizei am Freitag den Sohn des Formel-1-Weltmeisters. mehr...
 
Am 4. Jan. lesen wir auf BLICK-online:


  Philippe Streiff spricht vor dem Krankenhaus in Grenoble zu den Journalisten.
(Reuters)
«Ich habe News», sagt Streiff gegenüber der Agentur «Reuters». «Es geht Michael leicht besser.»
Der Franzose war am Freitag im Spital von Grenoble und besuchte seinen am letzten Sonntag verunfallten Kollegen Michael Schumacher (am Freitag ). Seither liegt dieser mit einem Schädel-Hirn-Trauma im Koma.
Der 58-fache GP-Fahrer Streiff (einmal auf dem Podest) fährt fort: «Die Blutungen betreffen beide Gehirnhälften. Blutungen auf der linken Seite machen Sorgen, weil dort die Sprache gesteuert wird.»
50 Prozent der Leute, die ähnliche Hirnverletzungen haben, würden sich davon erholen, wenn sie aus dem Koma aufwachen, erklärt er.
Philippe Streiff sitzt seit einem Trainingsunfall in Brasilien auf AGS im Jahr 1989 im Rollstuhl. (W.K./yap/R.B)

KOMMENTAR:
Auch diese angebliche exklusive Information ist nicht erhärtet. Erneut zeigt sich: Nicht Externe, sondern die Aerzte müssten jeden Tag den IST Zustand bekanntgeben. Wiederum informierte am 4. Januar die Schuhmacher Managerin die Medien und betonte: Der Verunfallte sei immer noch in Lebensgefahr. Die Lage bleibe nach wie vor kritisch. 
Nachdem es durch die externen Informationen kam, gab Schuhmachers Managerin, Sabine Kehm, heute schriftlich bekannt:
"Wir betonen ausdrücklich, dass jegliche Information über seinen Gesundheitszustand, die nicht von den behandelnden Ärzten oder seinem Management stammt, nicht valide und reine Spekulation ist.“ 
Ich würde diese Botschaft wie folgt präzisieren:
"Wir betonen ausdrücklich, dass alle Informationen über Michael Schuhmachers Gesundheitszustand, die nicht von den behandelnden Ärzten oder der Untersuchungsbehörde stammen, weder neutral noch valide sind und reine Spekulation sein können.“

Denn für mich ist das Management mit Sabine Kehm auch Partei. Sie hat verständlicherweise grosses Interesse, dass über Michael Schuhmacher nichts Negatives publiziert wird.

Fettleibigkeit - ein ernstzunehmendes Zeitproblem

Das Problem war bekannt - aber nicht in diesem gravierendem Ausmass

Ich zitiere Blick-online:

Internationale Studie sieht Abspeck-Potenzial 

Jeder dritte Erwachsene ist zu dick

LONDON - In einer heute veröffentlichten Studie des in London ansässigen Overseas Development Institute (ODI) heisst es, 1,46 Milliarden Erwachsene - mehr als ein Drittel aller Erwachsenen weltweit - seien fettleibig oder übergewichtig.

  1.46 Milliarden Menschen sind laut Studie übergewichtig. (Keystone)
Besonders besorgt zeigten sich die Forscher angesichts rasant steigender Zahlen in Entwicklungsländern. Zwischen 1980 und 2008 habe sich die Zahl der übergewichtigen und fettleibigen Menschen in Entwicklungsländern beinahe vervierfacht. Dies sei «alarmierend», sagte der ODI-Forscher Steve Wiggins, einer der Autoren des «Future Diets report».
Zwischen 1980 uns 2008 stieg die Zahl der Betroffenen in Entwicklungsländern den Angaben zufolge von 250 Millionen auf 904 Millionen. Auch in den Industriestaaten stieg die Zahl deutlich an: von 321 Millionen 1980 auf 557 Millionen im Jahr 2008.
Wiggins zufolge wird es infolge dieser Entwicklungen weltweit deutlich mehr Fälle von Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Schlaganfälle und Herzinfarkte geben. Dies bedeute «eine schwere Belastung für die Gesundheitssysteme».

Immer mehr Fleisch, Fett und Zucker

Laut der Studie verzeichneten China und Mexiko seit 1980 nahezu eine Verdopplung der Übergewichts- und Fettleibigkeitsraten. Die Menschen essen demnach immer weniger Getreide und Knollengemüse und immer mehr Fleisch, Fett und Zucker. Die Menschen verzehrten grössere Mengen an Lebensmitteln und bewegten sich zugleich immer weniger.
Sowohl die führenden Politiker als auch die Bürger in Entwicklungsländern zeigten wenig Bereitschaft, an der Situation etwas zu ändern und für gesündere Ernährung zu werben, analysierten die Forscher. Die Aufklärungskampagnen der Regierungen seien nicht ausreichend. «Politiker müssen ihre Zurückhaltung aufgeben, wenn es darum geht zu beeinflussen, welches Essen auf unseren Tellern landet.»
In Europa sind laut der Studie 58 Prozent der Erwachsenen übergewichtig oder fettleibig, dies entspricht den Raten in Lateinamerika, Nordafrika und im Nahen Osten. In Grossbritannien sind 64 Prozent der Erwachsenen betroffen, in Nordamerika 70 Prozent. (sda/afp)

KOMMENTAR: Wenn festgestellt wird, dass die Fettleibigkeit weltweit ein erstzunehmendes Zeitproblem ist, könnte man das Problem auf internationale Gremien abschieben oder delegieren und sagen:
Die sollen etwas tun. Nach meinem Dafürhalten müssten wir in der Schweiz bei der kleinsten wichtigsten Zelle etwas tun: Bei den Familien.  Doch haben wir hier bereits das Problem, dass es kaum noch Eltern gibt, die auf das Ess- und Bewegungsverhalten positiven Einfluss nehmen können. Familien sind aufgelöst oder die Eltern haben gar keine Zeit für die Kinder, sich um ihre Kinder zu kümmern. Der Job hat Vorrang.
An den Mittagstischen in den Schulen gilt vielfach: Kinder können selbst wählen, was sie essen wollen. Die Auswahl ist bekannt: Beliebt ist in der Regel Zucker und Fett. Daran gewöhnt sich der Körper rasch. Gemüse, Salat und Früchte haben dann das Nachsehen. Ferner spielt  der Bewegungsmangel ebenfalls eine grosse Rolle (Kinder benützen Busse oder das Elterntaxi. Das Mofa wird dem Fahrrad vorgezogen. Sport ist zu mühsam. Nichts gegen Rumhängen , Nichtstun und Surfen. Doch nimmt die Zeit der Passivität, der Bewegungslosigkeit enorm zu. Die Schule kann dies mit einer zusätzlichen Turnstunde nicht mehr wettmachen. Persönlich sehe ich den Ansatz im Vorbild der Erwachsenen und an der  Umstellung der Tagesabläufe. Es geht leider nicht ohne permanente Beeinflussung (Kommunikation). Zwang ist nicht der richtige Weg. Wird nach diesem Schock nichts getan, so kommen  nicht nur zusätzliche Kosten auf uns zu. Die gesundheitlichen Schäden werden die ganze Menschheit nachhaltig belasten. 
Was haben Sie für einen Vorschlag, um dieses Dilemma zu lösen? Ich nehme Ihre Vorschläge auf k-k@bluewin.ch
 gerne entgegen.

Freitag, 3. Januar 2014

Merkel und der Teleprompter



Uuups, was ist denn das? 

Prompter-Panne bei Merkels 

Neujahrsansprache




 
Foto: ARD
 Nanu, was ist denn das? Diese kleine Videosequenz beweist, dass Kanzlerin Angela Merkel (59, CDU) kein besseres Gedächtnis hat als ein Tagesschau-Sprecher...


Gleich in den ersten Sekunden der Aufzeichnung (HIER die Langfassung) ist die Mini-Panne zu sehen: In der Glasfront hinter Merkel spiegelt sich der Reichstag, das Brandenburger Tor – UND der Text im Teleprompter. Die kleine Panne blieb Merkel unbemerkt, sie ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und brachte ihren Text fehlerfrei zu Ende...
Merkel unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit in der Europäischen Union für Deutschland. Sie sei überzeugt, „dass die Fortschritte unseres Landes stets davon abhängig sind, dass wir auch in Europa vorankommen und die Staatsschuldenkrise tatsächlich dauerhaft überwinden“.

Merkel bezeichnete in ihrer Botschaft die Familie als „Herzstück unserer Gesellschaft“ und versprach mehr Unterstützung in diesem Bereich. Erklärtes Ziel sei, dass alle Kinder und Jugendlichen die bestmögliche Bildung und die bestmögliche Chance auf ein gutes Leben erhalten könnten.
Zugleich schränkte sie aber ein: „Dabei wissen wir, dass die Fortschritte unseres Landes stets davon abhängig sind, dass wir auch in Europa vorankommen und die Staatsschuldenkrise tatsächlich dauerhaft überwinden.“


KOMMENTAR: Für macht uns diese Panne vor allem bewusst, dass im Fernsehen oft vom Prompter abgelesen wird - auch von den Moderatoren. Erstaunlicherweise gibt es immer noch Konsumenten, die glauben, es werde stets frei gesprochen. Es lohnt sich deshalb, Studiobesuche zu machen, um
persönlich zu erleben, wie viel inszeniert wird oder unecht ist. Das Publikum bekommt beispielsweise im Studio von Animatoren ein Zeichen, wenn es zu Klatschen hat. Oft wird sogar das Klatschen vorgängig - bei der Aufzeichnung - auf Anweisung  aufgenommen, um später den Beifall bei der Wiedergabe beliebig einspielen zu können. Zur Medienkunde  gehört mitunter dieses Bewusstmachen solcher "Manipulationen". Der Mini-Panne sei dank! Sie trug wenigstens etwas zur Desillusionierung der Traumwelt Fernsehen bei.

Wer betrügt, fliegt - Wer bettelt, fliegt - Wer kriminell, ist fliegt

Die Zuwanderung aus dem Osten gibt in vielen Ländern Europas zu reden.

Nicht nur in der Schweiz ist die Masseneinwanderung ein Thema. In der Schweiz hatte die SVP 
 mit ihrem Slogan "KRIMINELLE AUSSCHAFFEN" Erfolg.
Nun werden auch in Deutschland Stimmen laut, die vor Sozialbetrügern warnen. Die Forderungen "Wer bettelt fliegt" Oder: "Wer betrügt, fliegt" kommt nicht bei allen Parteien gut an.
Ich zitiere:

Horst Seehofer
Horst Seehofer  |  Fabrizio Bensch/Reuters

Die CSU will Bedingungen für Migranten aus armen EU-Ländern erschweren. Was fordert sie genau?

Anlässlich der bayerischen Kommunalwahlen 2014 wollen die CSU-Bundestagsabgeordneten auf ihrer Neujahrsklausur kommende Woche ein Papier zur Situation der Städte und Gemeinden beschließen. Darin heißt es: "Der fortgesetzte Missbrauch der europäischen Freizügigkeit durch Armutszuwanderung gefährdet nicht nur die Akzeptanz der Freizügigkeit bei den Bürgern, sondern bringt auch Kommunen an die Grenzen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit." Das zielt klar auf das Inkrafttreten der vollen Freizügigkeit von Rumänen und Bulgaren zum 1. Januar. 
In ihrem Papier betont die CSU, dass sie "Sozialmissbrauch verhindern" will, zum Beispiel sollen EU-Ausländern Sozialleistungen für die ersten drei Monate des Aufenthaltes in Deutschland verwehrt werden. Es soll außerdem Wiedereinreisesperren geben, wenn ein EU-Ausländer hierzulande beim Sozialleistungsbetrug ertappt wurde. 
 "Wer betrügt, der fliegt",
so lautet der Satz, der in den vergangenen Tagen in der großen Koalition für Streit sorgte.

CSU-Chef Horst Seehofer sagt, die Forderungen stehen so im Koalitionsvertrag. Ist das so?

Seehofer hat recht. Zwar versichern Union und SPD im Koalitionsvertrag, dass die Regierung die "Willkommens- und Anerkennungskultur" in Deutschland stärken will, und dass die große Koalition gegen "jede Form der Diskriminierung" von Einwanderern wendet. 
Doch es gibt auch einen Passus zur Armutswanderung innerhalb der EU. Darin heißt es unter anderem, um die Akzeptanz für die Freizügigkeit in der EU zu erhalten, werde die große Koalition "der ungerechtfertigten Inanspruchnahme von Sozialleistungen durch EU- Bürger entgegenwirken." Das klingt fast so wie in dem Papier der CSU. Auch ist im Koalitionsvertrag von einer Verringerung der "Anreize für Migration in die sozialen Sicherungssysteme" die Rede ebenso wie von der "Ermöglichung von befristeten Wiedereinreisesperren." 
Außerdem findet sich im Koalitionsvertrag die CSU-Forderung nach einem Aussetzen von Sozialleistungen für EU-Ausländer. Sie ist nur verschwurbelter ausgedrückt: Die Rede ist davon, dass Union und SPD "Anspruchsvoraussetzungen und Leistungsausschlüsse in der Grundsicherung für Arbeitssuchende präzisieren" wollen.

Warum ärgert sich die SPD dann so?

Glaubt man den Sozialdemokraten, so war der Passus zur EU-Zuwanderung eine vehemente Forderung der CSU in den Koalitionsverhandlungen. In der Unterarbeitsgruppe Integration habe man fast einen ganzen Tag darüber verhandelt – und sich am Ende auf Kompromissformulierungen geeinigt. So habe die SPD beispielsweise den Satz "Wer betrügt, der fliegt" im Koalitionsvertrag gerade noch verhindern können.
Die Sozialdemokraten sagen, dass sie mit den Kompromissformeln leben können, weil Sozialmissbrauch schon heute im EU-Recht geahndet werden könne. Die Tonalität, mit der die CSU die Diskussion seit Tagen führe und damit zum Beginn der vollen Freizügigkeit für Rumänen und Bulgaren Ängste schüre und Vorurteile bekräftige, sei jedoch inakzeptabel.
Mancher SPDler glaubt inzwischen, von der CSU ausgenutzt worden zu sein. Offensichtlich hätten die Bayern ihr schlagzeilenträchtiges Einwanderungspapier bereits im Sinne gehabt, als sie im November über die große Koalition verhandelten und sich bei den Forderungen zur Armutswanderung durchsetzte. Die Sozialdemokraten trösten sich jetzt damit, dass keines der Ministerien, die für Einwanderung und Sozialleistungen zuständig sind, von der CSU geleitet wird
. 
Welche Sozialleistungen stehen EU-Ausländern überhaupt zu?

EU-Bürger, die volle Freizügigkeit genießen, haben ein grundsätzliches Recht auf Gleichbehandlung mit Einheimischen. Es ist aber umstritten, ob sie in dem Land, in dem sie leben, vollen Anspruch auf Sozialleistungen haben. Laut EU-Recht haben nur arbeitende EU-Bürger ein Recht auf Sozialleistungen in einem anderen Land. Die deutschen Sozialgerichte haben dazu aber in letzter Zeit sehr unterschiedlich geurteilt.

Fakt ist: Arbeitslosengeld I steht hierzulande EU-Bürgern wie Deutschen zu, die mindestens ein Jahr in einem festen Arbeitsverhältnis tätig waren. Auf Hartz IV – also die Grundsicherung für Arbeitssuchende – haben EU-Ausländer in Deutschland allerdings nicht automatisch Anspruch. In den ersten drei Monaten ihres Aufenthalts ist ein Bezug von Hartz IV sogar ausgeschlossen.
In Paragraph 7 des Sozialgesetzbuches II heißt es, dass EU-Bürger keine Leistung bekommen, wenn sie sich "ausschließlich aus dem Zweck der Arbeitssuche" in Deutschland aufhalten. Diese Regelung und deren juristische Auslegung sind umstritten. Im Dezember legte das Bundessozialgericht die Klage einer Schwedin dem Europäischen Gerichtshof vor. Eine Entscheidung steht noch aus. Wer länger als sechs Monate in Deutschland sozialversicherungspflichtig angestellt war und unverschuldet seinen Job verliert, hat in der Regel Anspruch auf Hartz IV. Selbstständige EU-Ausländer haben ab dem ersten Tag grundsätzlich Anspruch auf Hartz-IV-Aufstocker-Leistungen.

Kindergeld steht jedem EU-Ausländer zu. Auch dann, wenn die Kinder nicht in Deutschland leben. Immer wieder wird berichtet, dass arme und kinderreiche Familien aus dem EU-Ausland sich so in Deutschland finanzieren. Darauf zielt die CSU wohl, wenn sie pauschal fordert, den Bezug von Sozialleistungen für EU-Ausländer in den ersten drei Monaten einzuschränken.
Aus BILD:

  1. CDU-Politiker Elmar Brok fordert Fingerabdrücke für Sozial-Betrüger aus Osteuropa


Kommentar: Ich gehe davon aus, dass die Forderung nach Ausschaffung von Kriminellen, Sozialbetrügern und Bettlern beim Stimmvolk besser ankommt als es viele Politiker wahr haben wollen. Seehofer und Co. sind sich dessen bewusst. Deshalb halten sie mit der Forderung nach Ausschaffung nicht zurück.