Montag, 27. Juni 2011

Aus der Praxis für die Praxis:


Präsentieren und Ueberzeugen im Alltag
(auch in schwierigen Situationen)




Animationstext für  bevorstehende Intensivseminare





DAS WICHTIGSTE IN KUERZE


1. VORBEREITUNG




Vor dem Anlass die Aussagen (Argumente) nochmals gedanklich durchgehen. Ohne Manuskript!
- Welches ist die Kernaussage?
- Wie vermittle ich diese Kernbotschaft dem entsprechenden Publikum, damit sie ankommt?
Link:

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  1. Vorbereitung unter Zeitdruck

    Das bedingt eine besondere Vorbereitung, die auch unter Zeitdruck beherrschen weren müssen. Links zum Thema: Antizipieren, Zeitmanagement ... www.rhetorik.ch/Vorbereitung/Vorbereitung.html - Cached - Similar

2. KURZ VOR DEM AUFRITT


Sich lockern


Entspannt



Muskeln lockern - Kiefer - Zunge - Gesicht. Evt. auf die Brust trommeln.



3. NATUERLICH BLEIBEN



Sich nie so benehmen, wie man meint, dass es andere von mir erwarten. Niemanden imitieren.

Link:

  1. Natuerliche Kommunikation

    Kommunikation, Training, Natuerlichkeit Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Natuerlich/Natuerlich.html - Cached - Similar
  2. [PDF]

    IST NATÜRLICHES KOMMUNIZIEREN LERNBAR?

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML Spiegels Video – sehr schnell, dass natürliche ... Willkommen im Simulator: Natürlich kommunizieren? ... ernst ist – alles andere als natürlich ist. Die ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/06_22/06_2005_black.pdf - Similar


4. KEINE NEBENGEDANKEN



Viele überlegen sich, wohin mit den Händen. Weder an die Hände noch die Augen denken. Denken Sie an das Denken und sprechen Sie das Gegenüber an (einzelne Personen im Publikum). Wenn Sie ganz bei der Sache sind, können Sie sich unzählige Fehler leisten. Wer authentisch bleibt und adressatengerecht spricht, überzeugt. 


 


5. EINE GEWISSE GRUNDSPANNUNG IST NOTWENDIG

Benutzeravatar

Mit der Grundspannung ist der positive Stress gemeint. Wer jedoch Angst hat, nimmt sich eigentlich zu wichtig. Die Zuhörer setzen sich in erster Linie mit dem Inhalt der Botschaft auseinander. Nur Referenten, die verkrampft sind und sich sonderbar verhalten, werden zum Thema. Wer keine Spannung mehr hat, wirkt spannungslos, ist lendenlahm.


 
Vorwort für die Teilnehmer des bevorstehenden Intensivseminares:




Sie haben vielleicht schon Kommunikationsseminare besucht und kennen nicht nur die Grundlagen der Medienrhetorik und der Antworttechniken. Sie haben möglicherweise auch persönlich bereits konkrete schwierige Situationen vor Mikrofon und Kamera erlebt. Erfreulicherweise kann ich Sie für das bevorstehende Seminar entlasten. Weshalb?
Ich bin sicher: Die neuen Situationen im Medienseminar werden Sie vor allem deshalb leichter bewältigen, weil Sie die wichtigsten Werkzeuge kennen lernen, die Ihre Kommunikationsprozesse auch im Alltag vereinfachen:
Vor jedem Auftritt, jeder neuen Herausforderung werden Sie die Situation stets klären und Sie werden somit auch keine Hemmungen mehr haben, vor der Aufnahme Klärungsfragen zu stellen.
Weil Sie künftig nie mehr das o.k. zu einem Interview geben, ohne dass Sie sich physisch gelockert haben (Bin ich am Boden gut verankert? Sind alle Muskeln locker, entspannt? Atme ich ruhig und tief?) und Sie die negativen Folgen der Verkrampfung oder der Unterdrückung des Druckes erlebt haben haben Sie Bodenhaftung und werden in keine Falle tappen.
Weil sie ihre Kernbotschaft adressatengerecht abrufen, können und Sie stets gut vorbereitet sind. Denn Sie wissen bereits, dass Sie in Ihrem Fachgebiet ein kompetenter Spezialist sind und Sie vor jedem Auftritt die denkbaren Fragen antizipiert haben, die in der Luft liegen.
Weil sie sich nie mehr so benehmen, wie Sie meinen, dass es die andern von Ihnen erwarten.
Weil Sie nicht mehr beim Reden unnötigerweise an Ihre Augen, Hände oder Körpersprache denken, sondern sich nur noch aufs Zuhören und Denken konzentrieren. Das entlastet Sie enorm!
Weil Sie erfahren haben, das Authentizität heisst: Natürlich bleiben d.h. sich selbst sein dürfen!
Das kommende noch anspruchsvollere Seminar wird für Sie somit wesentlich einfacher werden als die letzten Coachings. Denn:

Sie können sich von allen Nebengedanken entlasten.



Damit wird es Ihnen auch leicht gelingen, sich im Mediensimulator auf der AU den ganzen Tag auf das WESENTLICHE zu konzentrieren. Ich wiederhole unser Motto:

In erster Linie konzentriert ZUHOEREN - WARTEN - DENKEN und sich hernach voll und ganz auf die Antwort fokussieren (Diese besteht immer aus nur einem Kerngedanken, der visualisiert werden muss). Das Publikum kann dadurch Ihren einfachen Gedanken sehen, greifen und damit besser begreifen.
Das Ausbildungsteam freut sich auf den spannenden Tag mit Ihnen. Bis bald!
Schwerpunkte und Fragen, die uns beschäftigen werden:
* Auf was legen Journalisten bei Befragungen besonderen Wert?
* Explorationstechniken
* Welche Stolperfallen gibt es bei unerwarteten Fragen?
* Wie kann sich eine Institutionen vor Falschaussagen schützen?
* Wie kann ich Druck und Lockerheit unter einen Hut bringen?
* Und noch einmal: VEREINFACHEN ohne zu VERFAELSCHEN! Konkret ANTWORTEN und dennoch bewusst LENKEN
Schwerpunkte beim Präsentieren:
* Bei Charts REDUZIEREN, REDUZIEREN
* Texte mit Bildern verknüpfen
Lesen Sie in rhetorik.ch den Beitrag (Navigation über das Inhaltsverzeichnis ABC) oder über die direkten LINKS:


  1. Präsentation

    Dialogisch präsentieren, Partner wechseln. Lautstärke, Je nach Situation unterschiedlich laut reden. ... Präsentieren heisst immer Mitempfinden. ... www.rhetorik.ch/Praesentation/Praesentation.html - 17k - Cached - Similar pages

  2. WICHTIGES erkennen

    Das Wichtige wurde nicht entsprechend präsentiert. ... Auch die Medienrhetorik bestätigt: Aussagen gilt es so zu präsentieren, dass das WESENTLICHE erkannt ... www.rhetorik.ch/Wichtig/Wichtig.html - 14k - Cached - Similar pages
und unter Rhetorik AKTUELL (11. Juni 08):

rhetorik.ch aktuell: Sinnvoll Kommunizieren

Sinnvoll Kommunizieren. Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Wortwirkung · Wort und Bild. Wer so schreibt oder so redet, dass man das Gesagte mit den äusseren ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/06_11/index.html - 6k - Cached - Similar pages


Hausaufgabe:
Es wäre hilfreich, wenn Sie - falls möglich - ein Beispiel eines gelungenen Auftrittes mitbringen könnten. Ueberlegen Sie sich auch noch vor dem Seminar, wann und wo Sie demnächst ein Kurzreferat gehalten haben (Adressaten und Thema)--> Ueberlegen Sie: Warum hatten Sie Erfolg?
Bis bald!
Mit herzlichen Grüssen
Marcus Knill




Zur Nachhaltigkeit des Intensivseminares: Wir dürfen Ihnen garantieren, dass Sie nach wenigen Wochen feststellen können : Ihre Stärken wurden verstärkt und die Schwächen abgebaut. Unser Konzept basiert auf den neusten Erkenntnissen der Lernpsychologie (Bewährte Erkenntnisse von Trainern und Coachs aus dem Spitzensport haben wir übernommen). Lassen Sie diese Prognose überprüfen.

Ich gratuliere:



Franz Fischlin ist "Fernsehstar des Jahres"

Tagesschau-Mann am Freitag geehrt.









Erstmals ist ein Vertreter des Medienbereichs Information zum "Schweizer Fernsehstar des Jahres" gewählt worden: Tagesschau-Mann Franz Fischlin holte am Freitag den Titel. Der Schweizer Fernsehpreis wurde in verschiedenen Kategorien vergeben.


  Fischlin sei nicht einfach ein Newssprecher, sondern "ein klassischer Anchorman", fand die Jury. Er vermöge News inhaltlich einzubetten, erkläre Hintergründe und stelle Fragen. Und dies alles "in einer glasklaren Sprache" und einer Bildschirmpräsenz, die ihresgleichen suche.



Für mich war Franz Fischlin in der Medienschulung (Modul Projektmangement der Universität Klagenfurt) stets ein guter Caoch.
Im Mediensimulator wurde er nicht nur durch seine fachliche Kompetenz geschätzt.  Franz Fischlin verfügt nämlich auch über didaktische und pädagogische Fähigkeiten. Was leider bei Profi Journalisten nicht immer der Fall ist. Vor allen seine gründliche fundierte Vorbereitung bleibt bei ihm in bester Erinnerung.








Nun wurde Tagesschau-Moderator Franz Fischlin zum Fernsehstar des Jahres gewählt; Eine «riesige Ehre und eine grosse Wertschätzung», wie der bald fünffache Vater gegenüber glanz & gloria sagt. 
 
Franz Fischlin
Franz Fischlin ist der Fernsehstar des Jahres. SRF
Franz Fischlin unterstrich die Wichtigkeit des Preises, als Tagesschau-Moderator erhalte er sonst wenig Feedback der Zuschauer. Ein Feedback der romantischen Art erhielt Franz Fischlin dann allerdings, als er den Preis seiner Frau Susanne Wille widmete. Diese zeigte sich gerührt und gab das Lob umgehend zurück: «Er sei der beste Mann, den sie sich habe wünschen können», so die Schwangere zu glanz & gloria.


Seit 2000 arbeitet Franz Fischlin beim Fernsehen.
Mit Franz Fischlin arbeitete ich schon als Radiojournalist jahrlang in anspruchsvollen Ausbildungslehrgängen zusammen. Ich schätzte sein sein  pädagogisches Geschick bei allen gemeinsamen Weiterbildungsmodulen auch später bei den anspruchsvollen gemeinsamen Seminaren.

Sonntag, 26. Juni 2011

Eine Top oder eine Flopidee der SP?


Bekanntlich müsste sich eine Partei nur EINEN Kerngedanken auf die Fahne schreiben. Es gibt nicht mehrere Kernbotschaften. Auch bei der FDP wunderte ich in den letzten Jahren, dass verschiedene Botschaften der Partei auf die Sprünge helfen sollten. Einem SP Politiker riet ich nach den Niederlagen, sich künftig auf nur EIN verständliches  Leitbild zu fokussieren. Dieses Bild müsste aber mit einer konkreten, visualisierten Botschaft die der Parteiphilosophie  und einem bürgernahen Problem  übereinstimmen.


Was macht nun aber die SP? Nach den Misserfolgen ergänzte sie ihr fragwürdiges JA (unter dem sich niemand etwas Konkretes vorstellen konnte, höchstens: SP ist eine JA- sager Partei?) und abstrusen Forderungen, die bei den Stimmberechtigten nur Kopfschütteln hervorgerufen haben: Abschaffung der Armee und zusätzlich noch die Ueberwindung des Kapitalismus. Jetzt erleben wir den nächsten Flop: Die Erbschaftssteuer soll generell eingeführt werden. Dies, obschon in den Kantonen diese Steuer nach und nach vom Volk abgeschafft wird.


Wann endlich merkt die SP Führung, dass es so nicht weitergehen kann. Vor Jahren hatte ich schon Parteipräsident Hansjürg Fehr in einem privaten Gespräch darauf hingewiesen, dass die SP schlecht beraten sei, wenn sie als Botschaft "Blocher muss weg"  auf die Fahne schreibt, anstatt sich für ein wichtiges soziales Anliegen stark zu machen.


Aus Tagi online:


Die SP Schweiz möchte eine nationale Erbschaftssteuer einführen. Die Steuer sei gerecht, da sie nur denen etwas wegnehme, die nichts für ihren Reichtum geleistet hätten.


Kommentar: Einmal mehr sehe ich schwarz für die rote Partei. Ich befürchte, dass das sonderbare Botschaftenmanagement den Abwärtstrend einer der grössten Parteien in der Schweiz nicht aufhält.  Die SP wäre eine wichtige Stimme für die Arbeiterschaft.

Zur Columbo Technik




Peter Falk ist verstorben

(Aus 20 Min)










Peter Falk, alias Columbo, ist am Abend des 23. Juni 2011 friedlich in seinem Haus in Beverly Hills verstorben, teilen seine Angehörigen mit. Seit 2008 hatte Falk an Alzheimer gelitten. Er war 50 Jahre auf der Leinwand präsent. Für seine Rolle als «Columbo» gewann er vier Emmy-Preise. Die Serie, die in den USA 1968 anlief, war auch in Europa seit den 70er Jahren sehr populär.
Peter Falk verkörperte den Zigarren rauchenden, stets im beigefarbenen Trenchcoat ermittelnden Polizisten Columbo von 1968 bis 2003 in mehr als 70 TV-Filmen. Ausserdem spielte er in mehr als 40 Hollywood-Filmen mit.
Den Trenchcoat brachte Falk aus seinem Privatbestand mit zu den Dreharbeiten. Irgendwann war er so zerschlissen, dass er doch ersetzt werden musste. Über «Columbo» - der Detektiv hatte nie einen Vornamen - sagte er einmal: «Er tut einem leid. Er scheint nichts zu sehen, aber er sieht alles. Unter seiner Zerzaustheit arbeitet ein scharfer Verstand.»


Columbo machte den Satz legendär:


«Ich hätte da noch eine Frage.»


  In knapp 70 Folgen machte Falk Columbo zu einer Ikone unter den Polizeirollen. Als Sohn jüdischer Einwanderer aus Tschechien und Ungarn am 16. September 1927 in New York geboren, verlor Falk bereits als Dreijähriger wegen eines Tumors sein rechtes Auge, das durch ein Glasauge ersetzt wurde - sein Markenzeichen.


Kommentar: Die "Columbo Technik" ist für mich ein Begriff geworden in der Angewandten Rhetorik oder beim Coaching im Studio.  Sie basiert auf dem Phänomen, dass das Gegenüber bei Ueberraschungen irritiert wird. Columbo hat diese Destabilisierungstechnik zelebriert. Der Täter entspannt sich, weil der Kommissar angeblich geht. Plötzlich dreht er sich  um, um stellt unverhofft doch noch eine Frage. Meist eine Frage, mit der nicht gerechnet wurde. Stimme und Körpersprache verraten dann, ob etwas faul ist.

Bei der Medienrhetorik geht es bei mir darum, den Teilnehmern bewusst zu machen, dass wir immer mit Ueberraschungen rechnen müssen. Im Wort UeberRASCHung ist das Wort RASCH.
Im Simulator zeige ich dann, mit welchem Werkzeug wir Ueberraschungen meistern können. K+K hilft Ihnen gerne weiter. Wir können lernen, mit Ueberraschungen umzugehen.

Samstag, 25. Juni 2011

Die Flüchtlingsflut wird für Europa zur Nagelprobe



teaser image 


Die Welle von Asylanten darf nicht totgeschwiegen werden. Das Thema beschäftigt alle Bevölkerungsschichten. Die Schweiz ist auch herausgefordert. Wir erinnern an den Film:
"Das Boot ist voll". Niemand möchte künftige leidtragende Flüchtlinge zurückweisen wie im zweiten Weltkrieg. Anderseits zeigt sich, dass alle Länder mit unerwarteten Problemen konfrontiert werden:

1. Es sind nicht in erster Linie Frauen und Kinder oder Flüchtlinge, die flüchten mussten, weil ihr Leben in der Diktatur gefährdet gewesen wäre. Es sind oft Junge und kräftige Männer, die eine riskante Bootsfahrt überleben.

2. Wie kann in der ersten Empfangstation herausgefunden werden, wer "Wirtschaftflüchtling" ist und nur von den Sozialleistungen in den Staaten Europas profitieren möchte?

3. Wie lösen wir das Problem der Rückschaffung bei renitenten Asylanten, die sich weigern die Spielregeln einzuhalten und vom Herkunftsland nicht aufgenommen werden?

4. Wie kann vermieden werden, dass nur die rechtspopulistischen Parteien durch die Schwemme der Afrikaner im Wahljahr profilieren können?



Mir scheint wichtig, dass die Probleme nicht unter den Teppich gekehrt werden. Es gibt Gemeinden, die gezwungen werden, beispielsweise in einem 1000 Seelendorf 100 Schwarze aufzunehmen. Dass einzelne Kriminelle, die in Läden stehlen, Autos aufbrechen und ältere Personen nötigen, Kleingeld zu geben, schadet den echten Flüchtlingen. Hier gibt es Handlungsbedarf.


Es gab vor Jahren einen Horrorfilm, bei dem das Szenario einer Invasion Afrikas mit Booten - die als Menschenlawine an der Küste Europa landeten - ausgemalt wurde. Im Film waren die Regierungen machtlos.  Wer die aktuellen Bilder der überfüllten Boote sieht, wird sich bewusst, dass die Regierungen wie in jenem utopischem Film schon heute  überfordert sind. Es fehlt die Koordination. Es besteht keine taugliche, einheitliche Praxis hinsichtlich Rückführungen.


Prognose: Wird die Thematik nicht rasch gemeinsam konstruktiv angepackt, werden all jene Parteien, die gegen eine unzumutbare Ueberfremdung sind, künftig noch mehr Zulauf erhalten. Bei den kommenden Wahlen werden wir  die ersten Auswirkungen bestätigt sehen, wenn nicht gehandelt wird.

Freitag, 24. Juni 2011

(K)ein erfolgversprechendes Werbekonzept?



Nachdem die Fussballerinnen sich im Playboy enthüllten, bezeichnete ich diesen Werbegag als Bumerang. Die Frauen würden zwar von sich reden machen und weckten auch Aufmerksamkeit, doch bezweifelte ich den Erfolg dieses Werbegags  für das Image des Sportes, für den "Frauenfussball". Eine gute Werbung müsste sich vor allem auf das Interesse des Publikums am Sport positiv auswirken. Das Interessewecken allein auf die Thematik "Frauen als Sexobjekt" genügt als Werbezweck nicht. Jetzt stehen wir kurz vor den Spielen und die Fachwelt vermutet, dass das gut gemeinte Werbekonzept langfristig zu scheitern droht.  In den Medien lesen wir:



"Sie sind jung, schön und erfolgreich: Die neue Generation der Fußballerinnen macht den Frauensport für Sponsoren attraktiver denn je - vor allem während der Weltmeisterschaft im eigenen Land."
Nachdem ein großer deutscher Elektrohändler in einer Fernsehkampagne mit diesem Slogan und dem attraktivsten Personal der Frauen-Nationalelf wirbt , soll die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 "die schönste WM aller Zeiten" werden. Niemand soll daran zweifeln. Inhalt des TV-Filmchens: Mitten in einem rasanten Match zücken die Spielerinnen Lippenstift, Pinsel und Tusche, um - der Zuschauer staunt - sich auf dem Platz zu schminken.

2011 ist heute der Frauenfussball erstmals in den Top Tens der Werbeliga zu finden. Der Werbegag scheint sich positiv auszuwirken.

Was dieses Jahr  immerhin gelungen ist: Die größten Unternehmen  werben nun mit Frauen und Fußball. So gehören die Deutsche Post, Bahn und Telekom , Rewe, Allianz und Commerzbank  zu den nationalen Förderern der diesjährigen WM. dieses Engagement kostet Millionen. Andere Konzerne haben Einzelverträge mit den Spielerinnen, wie auch der Elektrohändler aus dem Werbespot.
Die Kickerinnen haben zwei Weltmeistertitel erreicht ( 2003 und 2007), aber bis jetzt leider nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit.


Sich für den Playboy ausziehen?



Für den Fußballbund war dies völlig in Ordnung.
 


Die Spiele stehen vor der Tür. Die Frage ist mich noch offen: Wie nachhaltig bleibt diese "Sex-sells-Strategie"?



. und Begeisterung bei der Männerwelt: Der «Playboy» brachte einige Spielerinnen dazu, im Männermagazin nackt zu posieren. (24. Juni 2011)
Bild: Keystone





Ich zitiere Spiegel online:


Wird der Frauenfußball auch langfristig interessant für Sponsoren sein? Bei der Allianz betont man zumindest, man sei an einem dauerhaften Engagement interessiert - vor allem bei der Nachwuchsförderung. Auch einige Fachleute meinen, die Vermarktung der Kickerinnen könne auf lange Sicht funktionieren, wenn diese professionalisiert werde. Der Titelgewinn bei der WM würde dem ganzen einen zusätzlichen Kick geben. Dann könne das sexy Image durch ein sportliches abgelöst werden. Nach dem Motto: Viel Öffentlichkeit hilft viel. Voraussetzung dafür sei aber, dass der DFB dem Frauenfußball auch über die WM hinaus die gleiche Aufmerksamkeit schenke wie jetzt. Zu dem Konzept gehört demnach auch, dass die Sender die Fernsehzeiten ausweiten - und auch Bundesliga-Spiele der Frauen zeigen.
Wissenschaftlerin Schaaf ist dagegen skeptisch: "Wenn die Vermarktung fast ausschließlich über das Aussehen erfolgt, tritt die sportliche Leistung auf Dauer in den Hintergrund", sagt sie. "Das nutzt sich schnell ab."
Pessimisten sprechen bereits von ersten Abnutzungserscheinungen beim Glamour-Girl Bajramaj: Die Mittelfeldspielerin schwächelte zuletzt beim Training und bangt nun um ihren ersten Platz in der Startelf beim Eröffnungsspiel am Sonntag .
(Ende Zitat)


Fazit: Bei jeder Werbung geht es vor allem darum, ein Produkt, eine Marke zu pushen. Wenn der Frauenfussball NUR die Attraktivität der Spielerinnen ins Zentrum zu rücken verstand und sich die Zuschauer  nur an den Körpern der Frauen ergötzen, aber den Spielen weiterhin die kalte Schulter zeigen, so hätte das neue Werbekonzept mit den Sexy-Frauen eindeutig versagt.


EIn Blick in die Vergangenheit des Frauenfussballs:


Ich zitiere TAGI-online:


Der erste «Damen-Fussball-Club» wurde 1930 in Frankfurt gegründet und nur ein Jahr später wieder aufgelöst. Dem Nazi-Regime passte der Sport nicht ins angestrebte Frauenbild, und so war es schliesslich der wundersame WM-Titel der Männer von 1954 in Bern, der den Frauenfussball reanimierte, allerdings sehr verhalten: Damenspiele wurden argwöhnisch verfolgt, man bemäkelte die «fehlende Ästhetik» oder jammerte über die «schwere Sünde, dass da Mädchen mit wackeligem Busen übers Feld laufen und sich gegenseitig foulen.» Es kam, was kommen musste: Die Oberen des Deutschen Fussballbundes beschlossen 1955, den Damenfussball zu ächten, was faktisch einem Verbot gleichkam.
Frauen, die dennoch kickten, wurden von der Polizei vom Feld gejagt oder von den Medien verhöhnt. So bedachte die «Wochenschau» 1957 das inoffizielle Länderspiel zwischen Deutschland und Holland laut «Spiegel online» mit folgendem Kommentar: «Die Umstellung von Haushaltsführung auf Ballführung scheint tatsächlich gelungen zu sein. Unsere Fussball-Suffragetten tragen keine Blau-, sondern Ringelstrümpfe, besiegen die Meisjes, und Mutti freut sich.»
Ganz so trist war die Situation in der Schweiz damals nicht, wie Historikerin Marianne Meier in ihrer Studie «Zarte Füsschen am harten Leder –Frauenfussball in der Schweiz 1970–1999» aufzeigt. Steine wurden den Frauen aber auch hierzulande in den Karriereweg gelegt. Als beispielsweise die Schwestern Monika und Silvia Stahel, die 1965 mit dem FC Goitschel die erste Frauen-Equipe der Schweiz gegründet hatten, beim nationalen Verband anfragten, ob dieser Fussballfrauen wie sie offiziell anerkennen würde, bekamen sie negativen Bescheid – aber quasi als «Entschädigung» den Vorschlag, sie dürften sich gern als Schiedsrichterinnen ausbilden lassen.


Messis Lohn bleibt ein Traum


Aus Angst, die Frauen würden eigene Verbände gründen und selbst einen Spielbetrieb organisieren, hoben England und Deutschland das Frauenfussballverbot 1970 wieder auf. Sofort folgten Club-Gründungen, bald gab es erste internationale Wettbewerbe, später auch eine Europameisterschaft. Wer geglaubt hatte, die Schikanen und verbalen «Fouls» der Männer würden dank des Booms aufhören, sah sich jedoch getäuscht.
Gerd Müller, Torschützenkönig der WM 1974, fand, dass «Frauen lieber kochen statt kicken sollten»; Berufskollege Uwe Witt teilte via «Bild»-Zeitung mit: «Wenn meine Frau spielt: Scheidung!» Peinlich war auch das vom DFB 1986 ausgesprochene Trikotwerbeverbot. Die Erklärung: «Aufgrund der Verzerrungen durch die Anatomie kamen wir zum Entschluss, dass durch Werbung im Brustbereich der Trikots keine neuen Einnahmequellen für den Damenfussball liquidiert werden können.» Den übelsten Fauxpas leistete sich aber der Zürcher Vorortsklub Wettswil-Bonstetten. Meier schreibt, der Vereinsvorstand habe 1994 das Zweitliga-Frauenteam mit der Begründung aufgelöst, «zwei Drittel der Spielerinnen seien homosexuell und würden auf dem Feld und in der Garderobe jugendgefährdende lesbische Aktivitäten praktizieren».


Gewalt gehört vielenorts zum Alltag



Nun, zwei Tage vor Beginn der WM in Deutschland, darf man konstatieren: Auch wenn vor den Pub-TVs noch immer sexistische Sprüche fallen, gestalten Europas Frauen den ewig ungleichen Zweikampf gegen die Männerdomäne (und um die gesellschaftliche Akzeptanz ihres Sports) ausgeglichener denn je. So hat der Frauenfussball nicht nur die Panini-Welt erobert, er erhält auch grosse mediale Beachtung, er wird von Skandinavien bis Süditalien in Leistungszentren gefördert, er ist Garant für faire und attraktive Spiele. Als Folge davon erfreut er sich auch im Breitensport (Schülerinnen- und Grümpelturniere, Alternativligen etc.) stetig wachsender Beliebtheit.
Allerdings gibt es nach wie vor Schattenseiten. Von nordamerikanischen Verhältnissen, wo Fussball längst als klassischer Frauensport gilt, ist man auf dem alten Kontinent noch weit entfernt. Dass auch beste Profifussballerinen nicht mal annähernd das Lohnniveau eines Messi oder Ronaldo erreichen, ist Fakt. Ganz düster wirds, wenn man die europäische Landkarte verlässt und nach Südafrika schaut. Lesbische Frauen, die dort Fussball spielen, werden systematisch vergewaltigt. Der perverse Ausdruck für diese Taten heisst offiziell «Corrective Rape». (Tages-Anzeiger)

Donnerstag, 23. Juni 2011

Die Kommunikationsverweigerer


 Bundesbern: Wenn Journalisten Fragen stellen:


Ich zitiere Polit-Blog


Die Journalistin erdreistet sich, kurz vor Mittag die Mediennummer der Bundesanwaltschaft anzurufen, um zu erfahren, wie die Behörde gegen Libyen ermitteln will. Der Bundesrat hatte zuvor grünes Licht für ein Strafverfahren in der Ghadhafi–Affäre gegeben. Die Beantwortung simpler Fragen, etwa, wie man in einem Kriegsgebiet die Verantwortlichen für die Festhaltung von Rachid Hamdani und Max Göldi ausfindig machen und befragen soll und wie viel die ganze Übung denn kosten wird, scheitert schon im Ansatz.


Unfreundlich raunzt die Informationsbeauftragte, sie sei im Mittag und man solle gefälligst eine E-Mail mit allfälligen Fragen schicken. Die Fragen werden dann entweder gar nicht beantwortet – Stichwort laufendes Verfahren – oder mit einem Link auf einen allgemeinen Gesetzestext abgetan. Die Bundesanwaltschaft ist bei weitem nicht die einzige Behörde der Bundesverwaltung, die sich mit Fragen, die ihr nicht genehm sind, schwer tut.
Journalisten wird vorgeschrieben, welche Fragen sie zu stellen, respektive eben nicht zu stellen haben. Fragen werden ausweichend oder gar nicht beantwortet.
Kommunikationsbeauftragte die Medien als das begreifen, was sie sind, nämlich ein Kommunikationskanal zwischen der Verwaltung und den Bürgern, in dem auch kritische Fragen gestellt werden dürfen.

Die Medien sind ein Kommunikationskanal zwischen der Verwaltung und den Bürgern: Mikrofone an einer Pressekonferenz.
Journalisten wird vorgeschrieben, welche Fragen sie zu stellen, respektive eben nicht zu stellen haben. Fragen werden ausweichend oder gar nicht beantwortet. Und manche Medienbeauftragte vergreifen sich immer wieder im Ton, vergessend, dass die meisten Medien nur dann kritisch fragen können, wenn auch Erklärungsbedarf besteht. Vor allem vergessen die Verwaltungsangestellten gerne, dass sie denjenigen gegenüber, die ihre Gehälter finanzieren – den Steuerzahlern – eine Informationspflicht haben.



Während einige Kommunikationsbeauftragte die Medien als das begreifen, was sie sind, nämlich ein Kommunikationskanal zwischen der Verwaltung und den Bürgern, in dem auch kritische Fragen gestellt werden dürfen, verhalten sich andere Informationsbeauftragte, als wäre jede Anfrage bestenfalls ein unnötiges Ärgernis, dem es gilt, bestmöglich auszuweichen.


Nicht nur die lästigen Medienvertreter, auch Bürger werden regelmässig abgewimmelt, obwohl seit dem 1. Juli 2006 das Öffentlichkeitsgesetz in Kraft ist. Jede Person kann Einsicht in amtliche Dokumente verlangen. Dort, wo eine Einsicht aus höher zu gewichtenden Gründen nicht möglich ist, ist der Entscheid zu begründen. Von einem «Kulturwandel» sprach die damalige Justizministerin Ruth Metzler im Februar 2002, von einer in Zukunft «offenen, bürgerfreundlichen Verwaltung». Es gehe darum, «das Vertrauen der Bevölkerung in die Verwaltung zu stärken». Von der Wirtschaft fordere man ja auch mehr Transparenz.


Fünf Jahre nach Inkraftsetzung des Gesetzes haben es etliche Bundesangestellte immer noch nicht verinnerlicht, wie eine Recherche der «SonntagsZeitung» ergab. Bürgeranfragen wurden ausweichend oder gar nicht beantwortet. Nur wenige Bundesämter waren bei der Beantwortung vorbildlich.


Ironischerweise ausgerechnet die Bundesanwaltschaft.
Statt sich zu ärgern, wenn wieder einmal Bürger oder Medienschaffende unbequeme Fragen stellen, könnten Bundesbeamte sich wieder einmal vor Augen führen, was die Verwaltung selbst einmal als Kommunikationsgrundsatz festgelegt hat:


Bundesrat und Bundesverwaltung informieren aktiv, frühzeitig, sachlich, transparent, wahr, umfassend und dialogorientiert. Zum Dialog gehört auch, auf Fragen einzugehen, die einem nicht unbedingt in den Kram passen.
Monica Fahmy ist Chef-Reporterin beim Newsnetz.


Ende Zitat


Kommentar:  Dieser Beitrag bestätigt mir, dass das frühere Eidgenössische Personalamt (EPA) gut geraten war, den Bundesämtern Medienseminare anzubieten, damit die Exponenten die Arbeit vor Mikrofon und Kamera kennen lernten durften um sich das ABC der Medienrhetorik anzueignen. Jahrelang durfte ich früher mit Journalisten Chefbeamte mit den Phänomenen der Medienkommunikation in einem Simulator konkret auseinandersetzen. Dieses Coaching hatte sich gelohnt. Es war erfreulich, zu erleben, wie positiv sich dieses Training ausgewirkt hatte. Leider wurden später diese Module aus Kostengründen  gestrichen. Immerhin gibt es heute immer noch einzelne Direktoren von Bundesämtern, welche diese Schulung intern weiter pflegen.