Donnerstag, 19. Mai 2011
Konzentration auf ETWAS versus Multitasking
In unserem Bereich Medienrhetorik ist die völlige Präsenz vor Mikrofon und Kamera etwas vom Wichtigsten. Sich fokussieren auf das Wichtigste wird bei uns trainiert. Ich kann nicht nur so nebenbei ein Interview geben. Auch ein Coach müsste gelernt habe sich voll und ganz 100%ig auf das Tun zu konzentrieren. In einem lesenswerten Artikel habe ich gelesen, wie sich Multitasking auf das Lernen auswirkt.
Ich zitiere aus NZZ:
Mit den Ohren beim Dozenten und den Augen auf dem Laptop
Multitasking im Hörsaal oder die Grenzen der Aufnahmefähigkeit

Facebook und die News im Auge behalten ohne den Lernstoff zu verpassen: Eine Sache der Unmöglichkeit? (Bild: Frederik Jurk)
Multitasking bedeutet beispielsweise eine SMS schreiben und gleichzeitig dem Dozenten zuhören. Geht das? Ja, meinen manche Studierende. Eher nein, meint die Wissenschaft.
Einfluss auf das Denken?
Unter Experten ist die Ansicht weit verbreitet, dass die Allgegenwart und ständige Verfügbarkeit des Internets auch Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit und die psychische Belastbarkeit von Studierenden hat. In Internetforen, Zeitungsartikeln und Büchern wird nicht nur von verändertem Leseverhalten, das mit dem Medienwandel einhergeht, sondern gar vom Einfluss auf das Denken gesprochen. In diesen Chor der Kritischen stimmen auch Professoren mit der Klage ein, dass Studierende nicht mehr in der Lage seien, lange, komplexe Texte zu lesen. Aber macht uns das Internet wirklich «dumm», wie der als Technologiekritiker bekannte Autor Nicholas Carr im amerikanischen Magazin «The Atlantic» fragt?Natürlich: Neue Kommunikationsmittel prägen das Leben in mancherlei Bereichen. Doch bereits das Telefon hat die Kommunikation revolutioniert; ohne dies hätte die Menschheit intellektuell gesamthaft gelitten. Eine Entwicklung per se als gut oder schlecht zu bezeichnen, hält Elsbeth Stern, Professorin für Lehr- und Lernforschung an der ETH Zürich, denn auch für falsch. Insgesamt sieht sie in neuen Technologien viel mehr Vor- als Nachteile. Der stereotype Hinweis darauf, dass früher alles besser gewesen sei, hält sie für ein Zeichen von Bequemlichkeit. «Als Gesellschaft müssen wir dafür sorgen, dass wir die Nachteile kennen, um auf sie reagieren zu können, und die Vorteile müssen wir nutzen.»
Auch Ingrid Tomkowiak, Leiterin der Abteilung Populäre Literaturen und Medien am Institut für Populäre Kulturen der Universität Zürich, ist gegenüber neuen Medien und Kommunikationsformen aufgeschlossen. Und sie plädiert dafür, diese in didaktischen Formen an den Universitäten gezielt einzusetzen. Sie meint indes auch zu beobachten, dass in ihren Lehrveranstaltungen das Schreiben von SMS und das Surfen im Internet wieder abnimmt. Mittlerweile seien sich die Studierenden bewusst geworden, wie anstrengend das Multitasking sei, interpretiert die Wissenschafterin ihre Beobachtung.
Tatsächlich dürfen sich jene Kritiker bestätigt sehen, die das Multitasking als Ursache von Konzentrationsschwächen sehen.
Eine Studie
der Universität Stanford aus dem Jahre 2009 kommt zum wenig
überraschenden Schluss, dass Studierende, die ihre Aufmerksamkeit
ständig verschiedenen elektronischen Medien gleichzeitig widmen,
insgesamt weniger aufnahmefähig und konzentriert sind.¹
Studierende sehen es anders
Studierende sind jedoch oftmals anderer Meinung. Viele halten Multitasking für effizient und auch hilfreich. «Ich denke, das ist lernbar», sagt eine Studentin dazu, ergänzt jedoch: «Und wenn man während der Vorlesung einmal etwas verpasst, dann steht das Wichtigste ja im Skript.»Die Fähigkeit zum Multitasking wird aber nicht nur von optimistischen Studierenden positiv bewertet, sie scheint auch einen evolutionären Vorteil zu bescheren. «Gerade weil der Mensch zweigleisig fahren kann, konnte er gut überleben», meint Elsbeth Stern. Doch die Frage, welche Auswirkungen gerade neue Medien auf den Menschen und die Gesellschaft haben, ist abschliessend noch nicht beantwortet. Nicht zuletzt die Hirnforschung liefert dazu noch kaum verbindliche Aussagen. So kann beispielsweise eine Studie der University of California von 2009 durchaus unterschiedlich ausgelegt werden: Sie ergab, dass erfahrene Internetsurfer beim Googeln im Vergleich zu weniger erfahrenen Probanden eine gesteigerte Hirnaktivität aufwiesen. Stern meint dazu, dass sich auch das Anschauen eines nicht jugendfreien Films durch eine gesteigerte Hirnaktivität auszeichnen könne. Google nicht nur zum Aufspüren von Pornos, sondern bereits als Porno-Ersatz für Routiniers? Wie auch immer. Klar ist, dass allein aufgrund einer gesteigerten Hirnaktivität kaum auf besondere intellektuelle Leistung geschlossen werden kann.
Doppeltes Versagen
Letzten Endes weiss die Wissenschaft in diesem Bereich einfach noch zu wenig. «Wir denken mit dem Gehirn, so viel wissen wir, aber wie sich das Denken im Einzelnen in Hirnaktivitäten umsetzt, darüber wissen wir nichts», sagt die Lernforscherin Elsbeth Stern. In diesem Bereich helfe die Hirnforschung nicht weiter.Doch wie auch immer der Befund eines Tages ausfallen wird, fest stehe, dass beim Lernen und in Lehrveranstaltungen, wo die volle Konzentration für ein Ereignis verlangt werde, die Nachteile des Multitasking überwiegen – am Ende gar für beide parallelen Tätigkeiten. «Wenn man Pech hat, hat man beides schlecht gemacht», sagt Stern – man hat die Vorlesung verpasst und erst noch die Flirt-SMS an die falsche Adresse verschickt.
¹ www.stanford.edu/group/knowledgebase/cgi-bin/2011/01/22/separation-anxiety-research-is-getting-more-serious
Folgende Links machen bewusst, wie wichtig die Konzentration bei Lern- und Kommunikationsprozessen ist. Was nicht heissen will, dass auch Multitasking im Alltag ein Vorteil sein kann. Dann nehmen wir aber Informationen bewusst auf vielen Kanälen auf:
Saegeblatteffekt (Zeitmanagement)
1. Juni 2007 ... Nach jeder Unterbrechung müssen wir uns neu eindenken und neu einarbeiten. Dies kostet Energie und Zeit. Bei wichtigen oder komplizierten ...
www.rhetorik.ch/Saegeblatteffekt/Saegeblatteffekt.html -Cached - Similar
Präsent sein
20. Juni 2005 ... Dabei jedes Mal 100 prozentig präsent zu sein. Medientraining ist ein Muss Piloten können fliegen - dennoch verbessern sie laufend ihr ...
www.rhetorik.ch/Praesent/Praesent.html -Cached - Similar
Mut zum Vereinfachen
Das Verb "vereinfachen" (ver - 1 - fachen) verdeutlicht mit der Zahl eins, dass es immer um die "Reduktion auf das Wesentliche" und um die Frage "Was ist ...
www.rhetorik.ch/Vereinfachen/Vereinfachen.html -Cached - Similar
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marcus knill
um
06:16
Mittwoch, 18. Mai 2011
Ferien ohne Internet - Nur einmal?
Das Angebot auf Facebook wurde blockiert, weil Facebook nicht will, dass Leute ohne Facbook Ferien machen. Die Dekativierung kleinlich. Sie weckt Assoziationen zum Wort ZENSUR.
Ich zitiere 20 Min:
Übt Facebook Zensur, weil Schweiz Tourismus in einem Wettbewerb dazu aufruft, «Ferien ohne Facebook» zu machen? Fakt ist: Nur Tage nach dem offiziellen Start der Online-Werbekampagne «Ferien ohne Facebook», bei der man eine Ferienwoche in einer abgelegenen Alphütte gewinnen kann, ist die Facebook-App gesperrt worden. Wer im Browser die Adresse www.ferienohneinternet.ch aufruft, wird mit einer Fehlermeldung konfrontiert. Darauf teilt Schweiz Tourismus mit: «Facebook will offenbar nicht, dass man Ferien ohne Facebook macht.»
Daniela Bär von Schweiz Tourismus bestätigt: «Unsere Facebook-Seite mit dem Wettbewerb ist am Montagabend von Facebook deaktiviert worden.» Über den Grund für die Sperrung könne nur spekuliert werden. «Wir sind sehr erschrocken, als die Seite plötzlich vom Netz genommen wurde», sagt die Schweiz-Tourismus-Vertreterin.
Andererseits könne dies auch ein Hinweis darauf sein, dass der Wettbewerb auf ein riesiges Interesse gestossen sei. Die Vermutung: Vielleicht hätten sich innert Kürze so viele Nutzer für den Wettbewerb interessiert, dass eine automatische Sicherheitsvorkehrung des sozialen Netzwerks Alarm schlug und die App vorübergehend deaktivierte. Eine andere Erklärung wäre, dass die App von einer grösseren Zahl von Nutzern böswillig als «Spam» gemeldet wurde. In solchen Fällen scheint es beim sozialen Netzwerk ebenfalls eine automatische Deaktivierung zu geben.
Tatsächlich wurde «Ferien ohne Facebook» innert Kürze von über
«Tappen im Dunkeln»
Umgesetzt wurde die Online-Werbekampagne von der smly Multimedia Productions GmbH. Die Social-Media-Produktionsfirma mit Sitz in Zürich verfügt über breite Erfahrung in diesem Gebiet und hat bereits zahlreiche Kampagnen realisiert. «Wir tappen im Dunkeln», sagt Patrick Müller, Mitinhaber von smly. Gegenüber 20 Minuten Online versichert er, dass die Facebook-App regelkonform sei, also nicht gegen die Bestimmungen für Applikationen verstossen habe. «Wir sind uns sehr bewusst, was bei Facebook erlaubt ist und was nicht.» Umso gespannter warte man nun auf die Erklärung von Facebook.
Schweiz Tourismus hat umgehend bei Facebook angefragt. Allerdings ist die Kommunikation mit dem sozialen Netzwerk alles andere als einfach. Wenn eine Seite beziehungsweise App gesperrt wird, müssen die Betroffenen ein Formular ausfüllen und darin ihr Problem schildern. Daraufhin verspricht Facebook, innert 48 Stunden auf die Anfrage zu reagieren. Eine offizielle Antwort steht bislang aus.
Schweiz Tourismus ist weiterhin mit der eigenen Facebook-Seite im sozialen Netzwerk präsent. Auf dieser Seite sollen die Nutzer auch informiert werden, sobald «Ferien ohne Facebook» wieder erreichbar ist.
Nicht nur für Internet-Junkies
Die neue Kampagne von Schweiz Tourismus
richtet sich an Leute, die niemals offline sind. Echte, erholsame
Ferien erlebe nur, wer die digitalen Geräte abschalten könne. Zum
Beispiel in einer abgelegenen Berghütte ohne Internet- und Handyempfang.
«Wir möchten den Internet-Junkies zeigen, dass es auch noch eine ganz
andere Welt gibt als die Online-Welt – und die ist viel erholsamer», so
Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus.
Die Anmeldung findet online statt. Hat man sich erst einmal auf Facebook mit den beiden Berglern Sebi und Paul verbunden, soll man einen guten Grund angeben, warum man die digitale Welt hinter sich lassen will. Wer auf die Alp geschickt wird, bestimmen die übrigen Teilnehmer in einem Voting.
Der Clip zur Kampagne
Im Grossformat auf dem Videoportal
(Video: myswitzerland.com)
Kommentar: Persönlich fällt es mir auch schwer, mich nur schon kurze Zeit vom Internet völlig zu lösen. Dennoch machen wir immer wieder kurzfristige Ferien ohne......
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marcus knill
um
15:39
Post zeigt sich kundenfreundlicher- vielleicht zu spät
Während der letzten Jahre wurden die Poststellen abgebaut. In unserer Gemeinde versuchten wir vergeblich die Post zu retten. Doch auf dem Reissbrett wurde gekürzt, rationalisiert.
Gegen das Argument, dass man das Rad der Zeit nicht mehr zurückdrehen kann und der Briefträger als Kontaktperson zu den Kunden ausgedient hat, ist zwar verständlich.
Doch fällte die Post Schritt für Schritt Entscheide gegen die Kunden. Wir müssen beispielsweise heute ins Nachbardorf an den Schalter um Geldgeschäfte zu erledigen.
Jetzt machte es nun den Anschein, dass die Post erkannt hat (leider zu spät), dass die Bedürfnisse der Kunden eigentlich wichtig wären .
Ich zitiere die Handelszeitung:
Post baut aus: Briefe und Pakete werden später abgeholt
Die Schweizerische Post will sich im hartumkämpften Zustellmarkt besser
positionieren. Dazu erweitert sie ihr Angebot bei Briefen und Paketen.
So soll es ab September spätere Abholzeiten und ab 2012 mehr
Abholstellen geben.

Briefkastenleerung: Ab September auch zu späteren Zeiten. (Bild: Keystone)
Weiter bietet die Post künftig an 457 Orten Briefkästen an, die um 19 Uhr oder später geleert werden. Das sind rund 140 mehr als bisher. Um die gleiche Zahl wird die Sonntagsleerung um 17 Uhr ausgebaut: Diese gibt es künftig bei 396 Briefkästen. Das erweiterte Angebot bei den Briefeinwürfen lässt sich die Post pro Jahr 7,6 Millionen Franken kosten.
Mit der "Verbindung der physischen mit der elektronischen Welt" will die Post die Leute auch wieder dazu animieren, richtige Postkarten zu verschicken, wie Konzernchef Bucher sagte. Ab Herbst soll es möglich sein, Ferienfotos per Handy auf das Postportal hochzuladen und anschliessend als Postkarte zu verschicken.
Ich zitiere aus 20 Min vom 12. Mai:
Die Post hatte in den vergangenen Jahren die Leerungszeiten tendenziell nach vorne geschoben. Kommunikationsexperte Marcus Knill bezeichnet die Investition deshalb als verspätete Kehrtwende. «Durch die jahrelange Reduzierung des Zustell-Services hat die Post viel Geschirr zerschlagen.» Jetzt könne sie das Verhalten der Kunden, die sich schon längst an elektronische Kommunikation gewöhnt hätten, auch nicht mehr «vom Reissbrett aus ändern.»
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marcus knill
um
10:41
Dienstag, 17. Mai 2011
Ist die Bildungsdirektorin Aeppli tatsächlich nicht bildungsfähig?
Ich habe die Erziehungsdirektorin Regine Aeppli verschiedentlich analysiert. Sie scheint immer noch nichts gelernt zu haben. Ich bin ein Verfechter der Fehlerkultur. Wir alle machen Fehler. Doch sollten wir aus Fehlern lernen. Die Bildungsdirektorin macht seit Jahren immer die gleichen Fehler. Anstatt zu überlegen, was sie sagt, spricht sie einfach drauflos - unstrukturiert. Sie scheint nicht zu wissen, dass bei der mündlichen Kommunikation die Gedankenbogen abgeschlossen werden müssen.
Erstaunlich, dass die Regierungsrätin - trotz ihres schlechten Wahlresultates wegen - medienrhetorisch nicht über die Bücher gegangen ist. Dies verwundert mich.
"Es ist eine Frage der- der politischen Stimmung alle - diese - Fragen - eben, wer sind wir, was ist unsere Identität, inwiefern unterscheiden wir uns so von andern -also - insbesondere natürlich auch den-den deutschsprachigen Einwandererinnen und Einwanderer. Ich glaube diese Frage lag auch in der Luft..."
Originalstatement aus der Tagesschau vom 15. Mai nach dem eindeutigen Abstimmungsresultat zur Initiative "Mundart im Kindergarten".
Ich habe diese Aussage 20 Personen auf dem Tonband laufen lassen und sie mussten mir auf einen Zettel schreiben: Welche Botschaft hat die Bildungsdirektorin vermittelt? Das Band wurde nur einmal laufen gelassen. Das Resultat war ernüchternd. Auch wenn Sie den Gedanken mehrmals lesen, merken Sie, dass es nicht an Ihnen liegt, wenn sie "Bahnhof" verstehen. Einer Lehrerin fiel übrigens auch auf, dass es nicht nur eine Frage ist, die in der Luft liege und man von Einwanderern nicht von Einwanderer sprechen müsste. Dies nur nebenbei.
LINKS:
rhetorik.ch aktuell: Zur Rhetorik einer Bildungsdirektorin"
20. Febr. 2005 ... Der Grund war, dass Regine Aeppli das Referat wortwörtlich ablas. ... Bei der anschliessenden Diskussion hingegen war Regine Aeppli ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/05/02_20.html -Cached rhetorik.ch aktuell: Fukushima Effekt bei Regierungsratswahlen
3. Apr. 2011 ... Bildungsdirektorin Regine Aeppli musste um ihren Sitz zittern. Sie schnitt in meinen Analysen seit Jahren medienrhetorisch dürftig ab. ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/04_03/index.html -Cached - [PDF]
Hat sich die Bildungsdirektorin auch weitergebildet?
File Format: PDF/Adobe Acrobat - Quick View
26. Sept. 2010 ... Die Zürcher Erziehungsdirektorin, Regierungsrätin Regine Aeppli, stand bereits vor fünf Jahren im Zentrum dieser Kolumne. ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/09_26/09_10.pdf - [PDF]
KLEINREDEN STATT PROBLEME ERNST NEHMEN
File Format: PDF/Adobe Acrobat - Quick View
sein. Patrik Wülser befragte in der Samstags- rundschau (DRS 1) vom 7. April die Zürcher. Bildungsdirektorin Regine Aeppli zu dieser aktuellen Krise. ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/07/05_29/05_07.pdf
Nachtrag: Ein Leser fragte mich in einem Mail, ob mein Transkript so stimmen könne? So eine wirre Antwort sei unglaublich. Ich verwies auf das Archiv des Schweizer Fernsehens. Der Leser konnte dann dort überprüfen, dass Wort für Wort stimmt. Auch ich wollte es zuerst nicht glauben, dass sich eine Politikerin so unqualifiziert ausdrücken kann.
Notiert von
marcus knill
um
13:41
Gebührenkampf:
Letzte Woche hatte ich Gelegenheit mit Jugendlichen über die Radio und Fernsehgebühren zu diskutieren. Ich war erstaunt, wie viele Studentinnen und Studenten (ETH/ UNI) die angekündigten Gebühren als überrissen bezeichneten.
Sie kamen nicht aus der Ecke SVP. Vielleicht deshalb: Heute können wir alle News und Informationen sofort ab Netz beziehen - wir sind oft schneller informiert als über Radio und Fernsehen. Der BILLAG nun auch noch beinahe 500.-- Fr zu bezahlen, leuchtet den meisten nicht ein.
Es ist somit nicht erstaunlich, dass die Petition zur Reduktion der Gebühren einen dermassen grossen Erfolg hat.
Wie bei den Krankenkassengebühren scheint mir die Schallgrenze der Akzeptanz bei den Konsumenten bereits überschritten zu sein.
Ich zitiere Blick:
ZWEI GEGEN DIE BILLAG
Es ist die erfolgreichste Petition aller Zeiten: 134'000 Unterschriften für tiefere Billag-Gebühren sammelten die Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli und die parteilose Initiantin der Facebook-Gruppe «Bye Bye Billag» Francisca Brechbühler – in nur vier Monaten!
Am 17. Mai wird das Anliegen im Bundeshaus nun zuhanden von Bundesrat
und Parlament eingereicht. Werden die Forderungen umgesetzt, müssten
TV- und Radio-Nutzer nur noch 200 Franken für die SRG-Programme zahlen –
statt, wie heute, happige 462 Franken. Die Billag würde verpflichtet,
ihre Einsparungen den Konsumenten weiterzugeben.
Die Initiantin Rickli: «Mit dem Erfolg hatten wir nicht gerechnet. Anfangs wurden wir eher belächelt. Das ist jetzt nicht mehr möglich.»
Merkwürdig nur:
Die Initiantin Rickli: «Mit dem Erfolg hatten wir nicht gerechnet. Anfangs wurden wir eher belächelt. Das ist jetzt nicht mehr möglich.»
Merkwürdig nur:
Nachdem die Jungparteien von CVP und FDP
erklärten, die Petition zu unterstützen, wurden sie von Roger de Weck
nach Bern eingeladen. Bei Brechbühler und Rickli dagegen meldete sich
der SRG-Generaldirektor nicht. «Um Mehrheiten zugunsten der SRG
zubekommen, ist de Weck neben der SP
auf FDP und CVP angewiesen», so Rickli. Deshalb versuche er, die
Petition in die SVP-Ecke zu drängen, obwohl viele Unterzeichner
parteilos seien.
Eine Volksinitiative dagegen haben die beiden Petitionärinnen noch nicht im Sinn. Natalie Rickli: «Das kostet viel Zeit und Geld. Ich weiss nicht, ob wir das haben.»
Eine Volksinitiative dagegen haben die beiden Petitionärinnen noch nicht im Sinn. Natalie Rickli: «Das kostet viel Zeit und Geld. Ich weiss nicht, ob wir das haben.»
Kommentar: Als Kommunikationsberater kenne ich verhärtete Situationen. Die Generaldirektion wäre gut beraten, mit ALLEN Kontrahenten an einen Tisch zu sitzen und zu verhandeln. Keine Partei dürfte dabei ausgeklammert werden.
Roger de Weck traue ich zu, dass er bei keiner Partei die Brücken abbaut. An der RFZ Generalversammlung verstand er es jedenfalls gut, die Notwendigkeit der Gebührenerhöhung darzulegen und sogar gehässigen Votanten ruhig und überlegen zu antworten. Nach meinem Dafürhalten muss der Bevölkerung auch gezeigt werden, wo künftig konkret gespart wird.
Wie wäre es mit einem Kompromiss?
Aus 20 Min:
SVP-Nationalrätin Natalie Rickli bringt SRG-Generaldirektor Roger de Weck in die Bredouille.(Foto: keyston
«Gebührenzahler haben Recht auf Transparenz»
Frau Stalder*, welche Bedeutung hat die Petition zur Kürzung der Fernsehgebühren?
Die Petition ist ein wichtiges Zeichen und sollte die SRG wachrütteln. Die vorgeschlagene Gebührenreduktion finden wir vom Konsumentenschutz zwar zu massiv und wir ziehen eine moderatere Lösung vor. Die Richtung aber stimmt. SRG-Chef Roger de Weck täte gut daran, sich der Sache früh genug anzunehmen, die Gebührenzahler ernst zu nehmen und ihnen entgegenzukommen. Indem er das Anliegen ignoriert und die Bedeutung der Petition herunterspielt, verleiht er der geplanten Billag-Volksinitiative Aufwind.
Wütend macht viele Bürger auch, dass sie nicht wissen dürfen, was einzelne Sender und Sparten kosten. Sehen Sie Handlungsbedarf?
Absolut. Die Gebührenzahler haben das Recht zu erfahren, wo ihre Gelder hinfliessen.
Warum wehrt sich die SRG dagegen, die Kosten offenzulegen?
Sie fürchtet wohl öffentliche Debatten über die Kosten für einzelne Sendungen und davor, dass sie Ausgaben einzeln rechtfertigen muss. Es ist klar, dass sie das nicht will. Über 143 000 Personen konnten Natalie Rickli und Francisca Brechbühler im Kampf gegen das so bezeichnete «Gebührenmonster» SRG hinter sich scharen. Ihre Forderung: Die Fernseh- und Radiogebühren sollen von 463 Franken pro Jahr auf 200 gesenkt werden. SRG-Generaldirektor Roger de Weck hat für die Widerstandsbewegung wenig übrig: «Eine Internetpetition, die SBB-Tarife zu senken, fände ebenfalls viele Unterzeichner, sagte er zur «Zürichsee-Zeitung». Auch Politologe Georg Lutz bezweifelt, dass die «populistische Anti-SRG-Petition der SVP» grossen Rückhalt finden wird. Zwar fänden es alle toll, weniger Gebühren zu bezahlen: «Aber spätestens wenn es darum geht, konkret auf Sendungen zu verzichten, wird es Widerstand geben.»
Auch PR-Experte Klaus Stöhlker sagt: «De Weck sieht die Welle nicht, die auf ihn zurollt.»
Doch laut einem Insider brodelt es innerhalb der SRG. An einer kürzlichen GV habe De Weck die Trägerschaft persönlich dazu aufgerufen, nicht auf die Forderungen einzugehen: «Ich merkte, es geht ans Lebendige bei der SRG.»
Anregung: SRG Generaldirektor wäre gut beraten, einen Massnahmenkatalog zu erstellen, der bewusst macht, dass Radio und Fernsehen gewillt ist, überall dort zu sparen, wo die Qualiät nicht tangiert wird. Ich sehe beispielsweise nicht ein, dass sich auf dem zweiten Fernseh-Kanal jeden Morgen die Redaktion des DRS 3 zeigen lässt und das Fernsehen als bebildertes Radio agiert. Auf solchen Leerlauf müsste verzichtet werden.
Aus 20 Min:
Billag-Petition mischt SRG auf
SVP-Nationalrätin Natalie Rickli will mit ihrer Petition die Rundfunkgebühren halbieren. Laut Experten muss sich SRG-Generaldirektor Roger de Weck jetzt warm anziehen.
SVP-Nationalrätin Natalie Rickli bringt SRG-Generaldirektor Roger de Weck in die Bredouille.(Foto: keyston
«Gebührenzahler haben Recht auf Transparenz»
Frau Stalder*, welche Bedeutung hat die Petition zur Kürzung der Fernsehgebühren?
Die Petition ist ein wichtiges Zeichen und sollte die SRG wachrütteln. Die vorgeschlagene Gebührenreduktion finden wir vom Konsumentenschutz zwar zu massiv und wir ziehen eine moderatere Lösung vor. Die Richtung aber stimmt. SRG-Chef Roger de Weck täte gut daran, sich der Sache früh genug anzunehmen, die Gebührenzahler ernst zu nehmen und ihnen entgegenzukommen. Indem er das Anliegen ignoriert und die Bedeutung der Petition herunterspielt, verleiht er der geplanten Billag-Volksinitiative Aufwind.
Wütend macht viele Bürger auch, dass sie nicht wissen dürfen, was einzelne Sender und Sparten kosten. Sehen Sie Handlungsbedarf?
Absolut. Die Gebührenzahler haben das Recht zu erfahren, wo ihre Gelder hinfliessen.
Warum wehrt sich die SRG dagegen, die Kosten offenzulegen?
Sie fürchtet wohl öffentliche Debatten über die Kosten für einzelne Sendungen und davor, dass sie Ausgaben einzeln rechtfertigen muss. Es ist klar, dass sie das nicht will. Über 143 000 Personen konnten Natalie Rickli und Francisca Brechbühler im Kampf gegen das so bezeichnete «Gebührenmonster» SRG hinter sich scharen. Ihre Forderung: Die Fernseh- und Radiogebühren sollen von 463 Franken pro Jahr auf 200 gesenkt werden. SRG-Generaldirektor Roger de Weck hat für die Widerstandsbewegung wenig übrig: «Eine Internetpetition, die SBB-Tarife zu senken, fände ebenfalls viele Unterzeichner, sagte er zur «Zürichsee-Zeitung». Auch Politologe Georg Lutz bezweifelt, dass die «populistische Anti-SRG-Petition der SVP» grossen Rückhalt finden wird. Zwar fänden es alle toll, weniger Gebühren zu bezahlen: «Aber spätestens wenn es darum geht, konkret auf Sendungen zu verzichten, wird es Widerstand geben.»
Konsumentenschützerin
Sara Stalder und Kommunikationsberater Marcus Knill dagegen warnen
davor, die Petition zu unterschätzen. Indem De Weck die Anliegen der
Petitionäre ignoriere, könne die geplante Billag-Volksinitiative
Auftrieb erhalten, vermuten beide.
Auch PR-Experte Klaus Stöhlker sagt: «De Weck sieht die Welle nicht, die auf ihn zurollt.»
Doch laut einem Insider brodelt es innerhalb der SRG. An einer kürzlichen GV habe De Weck die Trägerschaft persönlich dazu aufgerufen, nicht auf die Forderungen einzugehen: «Ich merkte, es geht ans Lebendige bei der SRG.»
Anregung: SRG Generaldirektor wäre gut beraten, einen Massnahmenkatalog zu erstellen, der bewusst macht, dass Radio und Fernsehen gewillt ist, überall dort zu sparen, wo die Qualiät nicht tangiert wird. Ich sehe beispielsweise nicht ein, dass sich auf dem zweiten Fernseh-Kanal jeden Morgen die Redaktion des DRS 3 zeigen lässt und das Fernsehen als bebildertes Radio agiert. Auf solchen Leerlauf müsste verzichtet werden.
Notiert von
marcus knill
um
09:13
Montag, 16. Mai 2011
Gedanken zur Woche:
Ein Kursteilnehmer notierte mir letzte Woche folgenden sinnvollen Gedanken (von Goethe?), den er seit Jahren als Leitsatz verinnerlicht hat - mit Erfolg:
"Wer Freiheit gegen Sicherheit tauscht,
verdient weder Freiheit noch Sicherheit!"
Es lohnt sich, diese Erkenntnis ein paar Minuten zu reflektieren und auf Bereiche in der Technik, Politik oder das eigene Tun zu übertragen.
Notiert von
marcus knill
um
08:56
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