Donnerstag, 20. Dezember 2007

Wertewandel bei Heiratswilligen

Die Auswertung von 7600 Kontaktanzeigen im Tagesanzeiger und der NZZ machen bewusst, wie die traditionellen Charaktereigenschaften ständig verändert werden.

Traditionelle Eigenschaften wie:

EHRLICH, RECHTSCHAFFEN, FRIEDFERTIG, BESCHEIDEN, SOLID, SERIOES oder TUECHTIG sind immer mehr zurückgedrängt worden.

Die modernen Werte dominieren immer mehr, wie:

SELBSTAENDIG, TOLERANT, WELTOFFEN, SENSIBEL, ROMANTISCH, SINNLICH, AKTIV, VIELSEITIG INTERESSIERT

Die Begriffe widerspiegeln den heutigen Trend:

Wichtig ist, dass sich jeder selbst verwirklichen kann und der Partner dies toleriert. Unabhängigkeit wird gross geschrieben und man seht sich nach einem Partner, der romantisch und sinnlich ist. Aktivitäten, Sport, Actions wird gewünscht.

Es erstaunt, dass BESTAENDIGKEIT, TREUE, VERLAESSLICHKEIT nirgends erwähnt wird.

Die Beliebigkeit in den Beziehungen - das Trennen und wieder Heiraten - ist zur Norm geworden. Wahrscheinlich haben junge Paar gar kein Bedürfnis mehr, heute an die Tage im Alter oder an ein treues Beieinanderbleiben "auch in schlechten Tagen" zu denken. Beziehungen scheinen nur noch einen vorübergehenden Status zu haben. Wenn der Partner eher passiv, unselbständig und nicht mehr so romantisch ist, kann somit eine Partnerschaft wieder aufgelöst werden.

Aus dieser Liste zu schliessen, die heutigen Paare wünschten sich Partner die "nicht rechtschaffen", die streitsüchtig, egoistisch oder unseriös sind, greift zu kurz . Doch steht fest, dass sich die Werte im Laufe der Jahre ständig ändern. Wer weiss , ob möglicherweise in fünfzig Jahren plötzlich Partner gewünscht werden, auf die man zählen kann und bei denen TREUE gross geschrieben wird.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Zur Meinungsfreiheit in China

In einem Beitrag Blick online heute gelesen:

Unter dem Pseudonym Jing Chu hatte Wang Deija Kritik an der Menschenrechts-Situation und der dürftigen Meinungsfreiheit in China geübt. Zudem kritisierte er das Prestigeprojekt der Regierung in Peking, die Olympischen Spiele im August nächsten Jahres. Normale Chinesen müssten deswegen «wie Hunde und Schweine» leben, hatte er geschrieben. Eine Bemerkung, die den Chinesen nun seine Freiheit kostete. Denn seit einer Woche ist Wang Deija im Gefängnis. Wegen «Gefährdung der staatlichen Autorität» wurde der Internet-Kommentator gemäss den Behörden festgenommen. Sein Computer und seine Unterlagen in ihrem Haus im südlichen China, in Guilin, seien beschlagnahmt worden, berichtete Deijas Ehefrau Wen Zhenyan. Menschenrechtsorganisationen zufolge sitzen in China mehre dutzend Menschen für Kommentare ein, die sie auf Webseiten publiziert haben.

Kommentar: Das rigurose Durchgreifen bei Versuchen, freie Gedanken im Netz zu verbreiten, macht uns bewusst, dass diktatorische Regimes das Internet Fürchten wie der Teufel das Weihwasser.

Ich vermute,dass es künftig nicht mehr möglich sein wird, Informationen dauernd so todzuschweigen, wie es noch im letzten Jahrhundert möglich gewesen war. In China werden die Informationssperren auch einmal fallen, so wie die Mauer in Berlin.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Angela Merkel und die Wort-Bild Schere

Die Airbagrhetorik Merkels haben wir in einer Analyse im Persönlich Beitrag (Siehe:www.rhetorik.ch aktuell vom 12. September, 2007)) bereits eingehend beleuchtet und gesehen, dass die Bundeskanzlerin mit ihrem Plausibiliätsgerede sehr gut gefahren ist. Merkels Antworten sind stets richtig, weil sie sich selten konkret festlegt und lieber vage und allgemein formuliert. Merkel redet schön, aber man könnte sich meist fragen: Was sagt sie denn? Letzthin äusserte sie sich zur positiven Wirtschaftslage mit den Worten: "Wir sind nicht am Ende!" Ein Floskel, die gut tönt, aber nicht aussagt, wer, wo in welchem Bereich ist Deutschland nicht am Ende? Wir sind nie am Ende. Ist nun das Ende positiv oder negativ gemeint? Merkel bemüht sich - mit aller Kraft - die Koalition fortsetzen. Es geht ihr in erster Line um den Machterhalt, wohl wissend, dass es es in den Balken der Koalition knarrt.

Verbal tönte es so:

"Wir werden die Arbeit gemeinsam fortsetzen und zwar entschlossen, geschlossen."

Journalisten kennen den Begriff "Wort-Bild Schere"

Wenn Angela Merkel vom guten Verhältnis mit der SPD und dem Vizekanzler und Frank-Walter Steinmeier spricht und es so tönt, als könnte alles noch besser werden, werden jedoch nonverbale Signale sichtbar, die verraten, dass das Bild und die Worte nicht übereinstimmen.

Angela Merkel hat die Gabe, Dinge lange gären zu lassen und Probleme auf die lange Bank zu schieben. Denn oft lösen sich Probleme von selbst.

Bei Angela Merkel gibt es aber auch noch die "Wort-Wort Schere"

In einem Treffen mit der Frauengruppe der Unionsfraktion vor drei Wochen sagte sie (Quelle Spiegel Nr. 49 / 07), sie habe zu Müntefering schon lange kein Vertrauen mehr gehabt. Dieser habe sie beim Thema Mindestlohn mehrmals gelinkt. Im Berliner Restaurant Fischerhütte, soll sie auch gesagt haben, über den Abschied des Arbeitsministers sei sie nicht traurig.

Als jedoch vor Wochen Müntefering seinen Rückzug aus der Politik bekannt gegeben hatte, tönte es noch völlig anders: "Es ist schade, dass wir unsere Zusammenarbeit nicht fortsetzen könne", man habe "ausgezeichnet und vertrauensvoll" zusammengearbeitet.

Diese "Wort-Wort Schere" (die Aussagen scheren auseinander) stellte man auch bei Merkels Aeusserungen über den SPD Vorsitzenden Kurt Beck fest. Zu vorgerückter Stunde habe sie über ihn gelästert. Beck tendiere dazu, bei Diskussionen in kleiner Runde irgendwann laut zu werden und sogar zu schreien. Das sei etwas unangenehm. Kein Wort mehr von der harmonischen guten Zusammenarbeit nach aussen.

Kommentar:

Selbstverständlich höre ich den Einwand, dass man in der Politik nicht immer das so sagen kann, wie man möchte und man als Politiker sogar manchmal bewusst "falsch" spielen müsse.

Ich vertrete dennoch die Meinung, dass Kommunikationsprozesse enorm beeinträchtigt werden, wenn die "Wort-Bild Schere" oder die "Wort- Wort Schere" erkannt wird oder sogar von den Medien entlarvt werden kann.

Angela Merkel müsste sich bewusst werden, dass es wichtig ist, synchron zu kommunizieren, so dass Bild und Wort - wie auch die Worte mit frührer geäusserten Worten - übereinstimmen sollten.

Montag, 17. Dezember 2007

Quelle: Punkt.ch- online

Ich zitiere:

Die Medien verhalfen laut Studie der SVP zum Wahlsieg

Die Medien haben erheblich zum Erfolg der SVP bei den eidgenössischen Wahlen beigetragen. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität Zürich. Über die SVP wurde im Wahlkampf weitaus am häufigsten berichtet.

Beinahe ein Drittel der Berichte waren Berichte über die SVP. Diese erhielt damit gleich viel Raum in der Berichterstattung wie die SP und die FDP zusammen. Von zentraler Bedeutung war die Blocher- Roschacher-Affäre. Im Zuge der Affäre konnte die SVP ihre Resonanz noch steigern.

Am meisten Beachtung fanden Christoph Blocher, Christoph Mörgeli und Ueli Maurer. Betrachtet man jene zwanzig Akteure, über die am meisten berichtet wurde, erhielten diese drei SVP-Vertreter zusammen die Hälfte der Aufmerksamkeit.

Dass über die SVP oft negativ geschrieben wurde, hat ihr nicht geschadet - im Gegenteil: Die Studie des Forschungsbereichs Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich stützt die Vermutung, dass auch negative Schlagzeilen zum Erfolg führen können.

Die SVP habe sich dank negativer Bewertungen in den Medien als oppositionelle Kraft ausserhalb des etablierten politischen Systems darstellen können, schreiben die Autoren. Die negativen Bewertungen hätten wegen der ausserordentlich hohen Resonanz zu einer hohen Mobilisierung der SVP-Stammwählerschaft und zu einem Wählerzuwachs geführt.

Während über die SVP viel, aber negativ berichtet wurde, war es bei den Grünen genau umgekehrt: Über sie wurde wenig, aber positiv berichtet. Genützt haben ihnen - wie der SVP auch - die prognostizierten Wahlerfolge. Der SP schadete, dass sie in den Medien bloss als Gegenpol zur SVP dargestellt wurde.

Erfasst wurden alle Beiträge mit Bezug zu den Wahlen zwischen dem 1. August und dem 21. Oktober in 14 grossen Tages- und Wochenzeitungen sowie der Fernsehnachrichtensendungen der Deutschweiz, der Romandie und des Tessins.

Ende Zitat

Kommentar: Dass sich auch negative Berichte auf die Medienwirkung positiv auswirken ist erstaunlich - aber nicht neu. Wenn es ein Künstler fertig bringt (Buch, Kunstwerk, Theater, Film oder Karikatur) , dass er mit seinem Werk ein Sturm der Entrüstung auslösen kann, so darf er sich freuen. Es wird über sein Werk geredet. Die Medienpräsenz ist gesichert. Jeder Auftritt ist wertvoll. 30 Sekunden Fernsehwerbung kosten ca 30 000 Fr.

Das Schlimmste, was der SVP hätte passieren können, wäre das Totschweigen der Partei gewesen.

Für mich war es deshalb erstaunlich, dass der hochintelligente und intellektuelle Politiker Hans-Jürg Fehr dies nicht erkannt hatte. Durch seine Fixierung auf sein Feindbild Blocher unterstützte er indirekt die SVP. Er tappte in die Blocher-Falle. Mit der stillen, heimlichen Aktion im Dunkeln gegen Christoph Blocher hatte er hingegen Erfolg. Blocher konnte aus der Regierung gekippt werden. Fehr wird sich heute sagen: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Quelle Bild online

Miriam Meckel über Anne Will

Ich zitiere:

Liebes-Talk im Schweizer Fernsehen

Von SIMONE MATTHIEU*

Zürich – „Ja, wir sind ein Paar.“ Mit diesem schlichten Statement gegenüber BILD am SONNTAG sorgten die deutsche TV-Moderatorin Anne Will (41) und die Medien-Wissenschaftlerin Professorin Miriam Meckel (40) Mitte November in ganz Europa für Furore.

Es gibt weltweit nur wenige Prominente, die sich öffentlich zu lesbischer Liebe bekennen. Will und Meckel gehören nun zwar zu den Mutigen – Details oder Erklärungen zu ihrer Beziehung gab es aber auch von ihnen nicht. Bis jetzt.

Anne Will – schön, erfolgreich, sexy

Sie bringen sich zum Lachen: Miriam Meckel flüstert Anne Will etwas ins Ohr. Die Freundinnen im Jahr 2004 in der Philharmonie in Berlin
Foto: Action Press
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In der Schweizer TV-Sendung „Vis-à-vis“ mit Moderator Frank A. Meyer (wird am 23. Dezember im Nachbarland ausgestrahlt) bricht Meckel erstmals das Schweigen und erklärt, warum sie und Anne Will nach jahrelangem Versteckspiel endlich zu ihrer Liebe stehen.

„Es gibt eine Frage, die man sich als Paar stellen muss, wenn einer eine öffentliche Person ist“, sagt Meckel im Interview mit Meyer, „wollen wir zusammen ausgehen können oder nicht?“

Es müsse auch für sie möglich sein, Veranstaltungen und Anlässe zu besuchen. „Deshalb wollten wir das einmal klären. Aber unter der Voraussetzung, dass unser Privatleben privat bleibt.“ Ihre Intimsphäre zu schützen, sei ein Kraftakt.

Jede Minute müsse sie dafür kämpfen, denn „wir sind immer unter Beobachtung, sobald wir rausgehen.“ Das wollen Will und Meckel nicht. „Deshalb gibt es bewusst nur begrenzt gemeinsame Auftritte von uns.“

Dass sie ihre Beziehung nicht groß kommentieren möge, habe nichts mit ihrer „speziellen Konstellation“, wie Meckel es nennt, zu tun. „Ich will mir nicht unterstellen lassen, dass ich mich dafür schäme.“ Es gehe darum, dass sie ihr Privatleben einfach nicht zeigen und das Licht der Öffentlichkeit durch Leistung auf sich ziehen wolle – nicht dadurch, dass sie „mit schluffigem Pullover und ungeschminkt mit Brille“ Brötchen kaufen gehe.

Meckels Vater, ein katholischer Theologe, habe übrigens ganz wunderbar reagiert, als ihm seine Tochter eröffnete, sie sei lesbisch. Meckel: „Er setzte sich mit mir auseinander und wir haben drüber gesprochen. Für ihn ist das kein Thema.“

Ende Zitat

KOMMENTAR: Ich verweise auf meine Analysen über Anne Will und vertrete nach wie vor die Meinung, dass es wichtig ist, nie zu lügen. Ich empfahl immer, die Grenze zwischen Privatheit und Oeffentlichkeit einzuengen und in diesem Bereich klare Grenzen zu setzen. Das Outing dieser Liebesgeschichte hätte ich nie so prominent gemacht. Falls ich als Anne Will bei einem Interview gefragt worden wäre, hätte ich auf eine konkrete Frage die Beziehung so nebenbei zugestanden. Anne Will zelebrierte jedoch die Geschichte vor der ganzen Presse. Wenn die Privatheit auf diese Weise öffentlich gemacht wird und die Grenze zum privatem Bereich so stark geöffnet wird, müssen sich die Betroffenen nicht wundern, wenn sie den Vorhang zum Privatem nicht mehr schliessen können. In diesem BILD Beitrag sehen wir es einmal mehr bestätigt, dass die beiden Frauen zunehmend "selbstverschuldet" von der Boulevardpresse vereinnahmt werden. Es ist spannend, mit zu verfolgen, wie die Geschichte weiter geht. Ich bin überzeugt, schon jetzt ist es den beiden Frauen nicht mehr möglich, die Grenze selbst zu bestimmen. Sie sind bereits in den Fängen der Paparazzis. Es ist ungeschickt , dass Miriam Meckel bei Frank A. Meyer die Geschichte zusätzlich aufheizen lässt . Das hätte ich nie gemacht. Für Frank A. Meyer bringt diese neue Geschichte erfreuliche Einschaltquoten. Er wird sich freuen. Für mich ist es jedoch unverständlich, dass eine so intelligente Profi-Frau so naiv sein konnte und zugesagt hat. Als Medienfrau müsste sie die Phäomene der Medienwirkung kennen.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Quelle BILD online. Ich zitiere:

WAGENKNECHT (Die Linke) löschte Fotos vom Hummer-Essen

Berlin – Dass Kommunismus und Hummer nicht gut zusammenpassen, hätte sich die Europa-Abgeordnete der Linken, Sahra Wagenknecht, besser vorher überlegen sollen. Ihr ist es aber erst nach einem Festessen aufgefallen – und dadurch wurde das Ganze doppelt peinlich...

Der Anlass: ein feines Abendessen im Straßburger Restaurant „Aux Armes“. Mit dabei waren nach einem „Spiegel“-Bericht Wagenknecht, Linke-Chef Lothar Bisky und die Abgeordnete Feleknas Uca. Uca fotografierte das Hummer-Mahl.

Sahra Wagenknecht (38), Vorzeige-Frau der Kommunisten in der Linkspartei
Foto: ddp

Am nächsten Tag erschien – so steht es in einer privaten Notiz von Uca – „Sahras parlamentarische Assistentin in meinem Büro und bat mich, ihr meine Kamera zu leihen, um Aufnahmen mit einer Bekannten zu machen“.

Einen Tag später habe sie die Digitalkamera zurückerhalten. Die Fotos, die „Sahra beim Hummeressen zeigten“, seien allerdings gelöscht gewesen. Uca nennt das eine „heimliche Durchsuchung meiner privaten Fotos auf meiner Kamera“.

Wagenknecht räumte ein, die Bilder selbst getilgt zu haben – sie hätten ihr nicht gefallen.

ENDE ZITAT

zurück KOMMENTAR: Niemand möchte von sich Bilder veröffentlicht wissen, die ihn unvorteilhaft ablichten. Doch ist der Weg Wagenknecht fragwürdig. Wenn versucht wird, mit Tricks und einer List nachträglich Aufnahmen zu tilgen. Besser ist es, wenn wir vorher überlegen, was wir aufnehmen. Im Umgang mit Publikationen und Medien ist dies der wichtigste Grundsatz: Ueberlegen - denken - warten ----- erst dann handeln!

Eveline Widmer - Schlumpf betrachtet es nachträglich als naiv, dass sie die Wahl als kein realistisches Szenarium angeschaut habe.

In der Sonntagspresse nahm die neue Bundesrätin in verschiedenen Interview Stellung zu ihrer Wahlannahme. Die nachträgliche Klärung war wichtig und richtig, kursierten doch die unterschiedlichen Aussagen. Hämmerli sagte, Widmer- Schlumpf habe ihr zugesagt und Maurer behauptete, Eveline Widmer Schlumpf habe vor dem Wahltag eine Annahme ausgeschlossen. Angesprochen auf diese Behauptungen sagte Eveline Widmer- Schlumpf vor den Medien, sie habe weder Hämmerli noch Maurer eine klare Zusage oder Absage gemacht. Sie habe sich bis letzten Mittwoch nur nicht vorstellen können, ohne den Rückhalt der SVP-Fraktion zu politisieren und Herrn Hämmerli habe sie gesagt, sie nehme die Information zur Kenntnis. Geändert habe sie ihre Meinung erst wegen des Wunschs, den zweiten SVP-Regierungssitz zu retten. Damit ist jetzt geklärt: Eveline Widmer- Schlumpf hat doch ihre Meinung gewechselt. Sie hat durch ihre Aussagen auf jeder Seite Signale ausgesandt, die von der jeweilige Optik als eindeutig aufgefasst worden waren. Für Hämmerli war der Verzicht auf eine Festlegung bereits eine Zusage.

Eingeständnis

Dass sie die Wahl vorher nie als realistisches Szenario in Betracht gezogen habe, "das war rückblickend wohl etwas naiv", räumte die neue Bundesrätin gegenüber der "NZZ am Sonntag" jetzt nachträglich ein.

Samuel Schmid bewirkte das Umdenken

Die Überlegung, dass bei einer Ablehnung des Amts Bundesrat Samuel Schmid das einzige isolierte SVP-Mitglied im BR gewesen wäre, habe sie zum Umdenken veranlasst, präzisierte Widmer-Schlumpf im "SonntagsBlick" und "Le Matin du dimanche". Sie glaubt heute, dass sich ihr Entscheid künftig zum Wohle der Partei auswirke.

Widmer- Schlumpf wollte verhindern, dass der SVP Sitz verloren geht

"Wenn ich Nein gesagt hätte, dann hätte die SVP den zweiten Sitz verloren, denn meine 125 Stimmen wären nicht an Blocher gegangen. Er hat zu viele persönlich verletzt", verriet sie zudem der "NZZ am Sonntag".

Kommentar: Es bleibt zu hoffen, dass die frischgewählte Bundesrätin künftig stets eindeutig kommuniziert. Beim Reden sind Andeutungen und mehrdeutige Aussagen gefährlich. Sie führen meist dazu, dass die Person, welche Unentschlossenheit signalisiert, letztlich als wankelmütig gilt oder noch schlimmer - der Lüge bezichtigt werden könnte. Eindeutiges Kommunizieren lohnt sich. Mehrdeutigkeit führen zu Missverständnissen.