Samstag, 5. Juli 2014

Das Selvie des Jahres

Ein gelungene Aufnahme

Doris Leuthard strahlt, Johann Schneider-Ammann blinzelt und Alain Berset knipst: Der Bundesrat grüsst mit einem Selfie aus Val de Travers.

Aus 20 Min:


1|10
Der Bundesrat grüsst von Val de Travers mit einem Selfie.


Nach Sportlern, Sängern und Oscargewinnern ist nun auch der Bundesrat auf den Selfie-Zug aufgesprungen. Innenminister Alain Berset twitterte aus dem Val de Travers vom traditionellen «Schulreisli» ein selbstgeschossenes Bild mit allen Mitgliedern der Landesregierung. Das Bundesrats-Selfie erntete viel Lob. So twitterte beispielsweise die US-Botschafterin Suzi LeVine, sie liebe dieses Foto.
Der Bundesrat reist am Donnerstag und Freitag durch Didier Burkhalters Heimatkanton Neuenburg. So unternahmen sie bereits eine Bootstour auf dem Lac des Brenets, versuchten sich an der Arbeit eines Uhrmachers und machten am Doubs-Ufer «la ola».


KOMMENTAR: So wie sich der Bundesrat auf dem Selvie gibt, sollte er künftig auch politisieren:
Volksnah und offen.

Freitag, 4. Juli 2014

Kommt eine Flüchlingslawine auf die Schweiz zu?

Asylgesuche



Flüchtlings-Ansturm auf die Schweiz erwartet

Aus Krisengebieten erreichen immer mehr Flüchtlinge Europa. Der Direktor des Bundesamtes für Migration rechnet auch mit einem Ansturm auf die Schweiz.

storybild 

Quelle: 20 Min:

Am Montag entdeckte die italienische Küstenwache ein Flüchtlingsboot mit 600 Menschen und 30 Leichen. «So dramatisch wie die Lage vor den Toren Europas zurzeit ist, war es wohl seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr», sagt der Direktor des Bundesamts für Migration (BFM), Mario Gattiker. (Bild: Keystone/AP)




Über 35'000 Flüchtlinge erreichten alleine in den vergangenen zwei Monaten Italien. Am Montag entdeckte die italienische Küstenwache ein Flüchtlingsboot mit 600 Menschen und 30 Leichen. «So dramatisch wie die Lage vor den Toren Europas zurzeit ist, war es wohl seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr», sagt der Direktor des Bundesamts für Migration (BFM), Mario Gattiker, im Interview mit dem «Tages-Anzeiger».
Fünf bis zehn Prozent der Flüchtlinge, die Italien erreichen, würden erfahrungsgemäss später in die Schweiz kommen: «Wir erwarten deshalb in der zweiten Jahreshälfte klar einen Anstieg der Asylgesuche, die im Moment auf tiefem Niveau sind», so Gattiker. Weil vor allem Flüchtlinge aus Krisengebieten kämen, sei damit zu rechnen, dass die Menschen eine Weile hier blieben. Denn nicht nur in Syrien, auch in Mali, in der Elfenbeinküste, im Südsudan, in der Ukraine oder im Irak seien Menschen auf der Flucht. Deshalb müsse sich die Schweiz auf einen Anstieg der Asylgesuche einstellen.

Mehr Unterkünfte für Flüchtlinge – auch bei Privaten

Laut Gattiker steht das Bundesamt für Migration in engem Kontakt mit den Kantonen, um weitere Unterkünfte für die Flüchtlinge bereitzustellen. Welche Orte dafür infrage kommen, konnte der BFM-Direktor nicht sagen. Er hofft auf Verständnis der Schweizer Bevölkerung: «Die Schweizerinnen und Schweizer haben sich immer solidarisch gezeigt, wenn Menschen in Not waren.»
Auch die Flüchtlinge bei Privaten unterzubringen, wie es die Flüchtlingshilfe möchte, wäre für Gattiker eine Option. Eine solche Lösung brauche jedoch Zeit: «Obwohl viele Leute Flüchtlinge aufnehmen möchten, konnte noch keine einzige Person platziert werden.»

Strengere Kontrollen wegen Schlepperbanden

Mit dem Flüchtlingsstrom dürften auch Schlepperbanden in der Schweiz aktiv werden. Das Grenzwachtkorps habe deshalb die Einsatzkräfte aufgestockt. «Ziel ist es, möglichst viele Schlepper vor Gericht zu stellen und zu bestrafen», erklärt Gattiker.
Flüchtlinge, deren Schlepper auffliegt, würden in den normalen Asylprozess kommen. Wenn sich dabei beispielsweise herausstelle, dass sie bereits in Italien registriert wurden, würden diese im Rahmen des Dublin-Abkommens zurückgeführt. Grundsätzlich gehe man davon aus, dass die Rückführung nach Italien zumutbar sei. Ausnahmen, beispielsweise aus medizinischen Gründen, seien möglich.
KOMMENTAR: Es wundert die Bevölkerung, dass die Schlepper nicht nachhaltig gebremst werden können. Sie werden meist wieder frei gelassen und können sich erneut dem Menschenhandel widmen.

Digitale Medien im Vormarsch


(aus PERSOENLICH.com)

Recht auf Gegenlesen?

Pressesprecher versuchen oft, Aussagen beim Gegenlesen zu manipulieren

Journalisten müssen sich nicht alles gefallen lassen.

Ich zitiere NZZ:


Gegenlesen

Wenn die Medien- zur Zensurstelle wird

Giovanni Trapattoni: Pressekonferenz vom 10. März 1998.
Giovanni Trapattoni: Pressekonferenz vom 10. März 1998. (Bild: Fred Joch / IMAGO)

Europa hat gewählt. In Deutschland gelingt ein Sensatiönchen. Die Welt und auch die EU wird es kaum bewegen, aber interessant ist es schon: Die Tierschutzpartei zieht ins EU-Parlament ein. Der Bundesvorsitzende Stefan Bernhard Eck hat immerhin 366 303 Stimmen geholt. Nun will er in der hohen Politik für die geschundene Kreatur kämpfen.

Zensur und Selbstzensur

Wie er das genau machen will, interessiert das Magazin «Der Spiegel». Was läge näher, als mit dem frischgebackenen Europaabgeordneten ein Interview zu führen? Dieser müsste sich über die Anfrage herzlich freuen, denn auf der Website der Tierschutzpartei heisst es: «Wir würden es sehr begrüssen, wenn die Presse zukünftig auch unsere Meinung zu bestimmten Themen mehr beachten würde.» Und: «Presse-Arbeit ist bei uns noch ‹Chefsache›.»
Der Journalist ruft also bei Eck an. Der Befragte antwortet auf alle Fragen. Sie nehmen alle Bezug auf seine Wahlkampagne: wie er den «Mord an Strassenhunden in Rumänien» bekämpfen wolle, ob er den Fleischkonsum und die Jagd verbieten wolle, woher er seine Kompetenz für Verteidigungspolitik nehme. Wie beim «Spiegel» – und im gesamten deutschsprachigen Raum – üblich, legt der Journalist dem Interviewten das transkribierte Interview zur Autorisierung vor. Das Resultat gemäss «Spiegel»: Eck streicht alle Antworten ersatzlos und wünscht einige Fragen selbst zu formulieren. Der «Spiegel» geht nicht drauf ein. Dafür druckt er das Interview ohne die Antworten ab, aber mit einer Erklärung, wie es zu diesem Ergebnis gekommen ist. Ein kommunikatives Desaster für die Partei.
Ob ein Kommunikationsberater Eck zu diesem Vorgehen geraten hat? Vermutlich nicht, ist die Kommunikation bei ihm doch «Chefsache». Klar ist indes: Auch mit Kommunikationsprofis kann die Medienarbeit gründlich in die Hosen gehen. Der «Zürcher Oberländer» referiert am 11. Juni 2013 einen hübschen Fall: Ein harmloses Porträt über einen Berater der regionalen Arbeitsvermittlung wird von der Medienstelle des kantonalen Amts für Wirtschaft und Arbeit beim «Gegenlesen» komplett zu einem PR-Artikel umgeschrieben. Der ursprüngliche Artikel, lässt eine zornige Sprecherin gemäss der Zeitung ausrichten, werde nicht autorisiert und dürfe nicht erscheinen.
Die Redaktion reagiert auf diesen Zensurversuch so, wie es Peter Studer, ehemals Präsident des Presserats, für solche Fälle empfiehlt: Sie zeigt Haltung. Der PR-Text erscheint nicht, dafür ein Artikel darüber, warum die Leser der Zeitung nun nichts erfahren über den Beruf des RAV-Beraters, und darüber, wie die involvierte Medienstelle mit der Pressefreiheit umgeht.
Die Liste solcher Eingriffe in journalistische Texte durch Kommunikationsfachleute liesse sich fast endlos fortsetzen. Auch dieses Blatt bleibt nicht verschont. Als es vor einiger Zeit ein Interview mit dem Schweizer Rüstungschef führte, wollten die Departementssprecher den Text nachträglich um vier Fünftel kürzen, was die Redaktion natürlich nicht akzeptierte.

Kein Rechtsanspruch

Dass sich Zensurversuche verbreitet eingeschlichen haben, ist einerseits der expandierenden Kommunikationsbranche geschuldet. So meinte einst selbst Moritz Leuenberger – als er schon kein Bundesrat mehr war: «Es gibt Propaganda-Stäbe in einzelnen Departementen, welche die Medien beeinflussen, auch mit Unwahrheiten.» Aber auch die Journalisten hätten schuld an der Misere, lässt sich Medienanwalt Matthias Schwaibold im Unternehmensmagazin von Ringier zitieren. Zu oft würden sie den Pressesprechern die Hoheit über ihre Texte überlassen. Dabei gibt es laut Schwaibold gar keinen Rechtsanspruch aufs Gegenlesen. Und Bundesgerichtsentscheide zu dieser Frage gibt es auch keine. Bis es einmal so weit ist, hilft dem Praktiker wohl nur eines: Haltung – egal, ob Sprecher oder Journalist.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Vermummung ist kein Menschenrecht

Kein Grundrecht



Frankreichs Burka-Verbot für rechtens erklärt

(Quelle 20 Min)

Entscheidung in Strassburg: Das in Frankreich geltende Burka-Verbot ist laut dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gesetzeskonform.

storybildDas in Frankreich geltende Burka-Verbot ist laut Strassburg gesetzeskonform. (Bild: Keystone/AP/Fred Ernst)

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das Burka-Verbot in Frankreich für rechtens erklärt. Das Verbot der Vollverschleierung in der Öffentlichkeit stelle keine Verletzung der Grundrechte dar, urteilten die Richter am Dienstag in Strassburg.
Es sei «legitim», wenn der Staat mit solchen Massnahmen die Voraussetzungen für ein Zusammenleben in der Gesellschaft wahren wolle.
Klage gegen Gesetz
Gegen das im April 2011 in Kraft getretene Gesetz hatte eine junge französische Muslimin geklagt. Sie sah mehrere ihrer in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerten Grundrechte verletzt, unter anderem die Religionsfreiheit, die Meinungsfreiheit sowie die Achtung des Privat- und Familienlebens.
In Frankreich droht seit dem Jahr 2011 jeder Frau eine Geldbusse von 150 Euro, die auf der Strasse und auf anderen öffentlichen Plätzen den Ganzkörperschleier Burka oder den Gesichtsschleier Nikab trägt. Das Gesetz richtet sich allerdings nicht explizit gegen Burka und Nikab, sondern gegen jede Art der Vermummung in der Öffentlichkeit. Im Nachbarland Belgien gilt ebenfalls seit dem Jahr 2011 ein Burka-Verbot.
KOMMENTAR:
Ob bei Demonstrationen oder im Alltag müssen Menschen identifizierbar sein. Wer sein Gesicht nicht zeigen darf, hat in der Oeffentlichkeit ein Problem. Ob bei Kontrollen im öffentlichen Verkehr, ob bei Passkontrollen oder in Läden müssen Menschen jederzeit jederzeit identifiziert werden können. Zwischenmenschliche Kommunikation ohne Mimik führt zu Problemen. Es ist nicht einzusehen, dass jemand der nichts zu verbergen hat, sein Gesicht verhüllt. Kopftücher sind hingegen keine Vermummung. Diese dürfen toleriert werden.
LINKS:
30. Nov. 2009 ... Vor der Minarettverbotabstimmung wurde auf dem Befürworterplakat eine Frau mit einer schwarzen Burka prominent ins Bild komponiert.
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/11_30/index.html
8. Apr. 2010 ... Kopftuch und Burka werden von den Islamisten gleichgesetzt. Im Namen der Religionsfreiheit werden Parallelen zu Kopftuch tragenden ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/04_08/

Die gröbsten Fehler beim Small Talk



Die 5 grössten Fehler beim Small Talk

 

(Aus einem TAGI Blog)

Was man sagt. Und wie. Und was lieber nicht. Und wie.


Wir sind mal wieder beim Small Talk, meine Damen und Herren. Nach den Feinheiten und Tabus widmen wir uns heute den 5 grössten Fehlern bei dieser unverzichtbaren sozialen Praxis. Auf gehts:



  1. Vorbereitung

    Die offensichtlichsten Fragen und Antworten sind bekanntlich regelmässig auch die langweiligsten. Small Talk ist keine Strafaufgabe, sondern sollte interessant und freudvoll ablaufen. Das heisst nicht, dass Sie von jeder Verantwortung entbunden wären: Als guter Gast fällt es auch Ihnen zu, das Gespräch zu bereichern. Verzicht auf Vorbereitung bleibt hier, wie immer, den Profis vorbehalten. Von Barbara Walters stammt der Ausspruch, dass man für eine Cocktailparty immer vier gute Anekdoten auf Lager haben sollte. Ich sage: zwei reichen auch. Sofern Sie die gelegentlich wechseln.
  2. Wortwahl

    Wörter sind Botschafter. Genauso bedenklich wie eine prätentiöse Ausdrucksweise ist eine allzu schlichte. Ich persönlich werde skeptisch, wenn Leute über 25 das Wort «mega» häufig verwenden. Und mit «häufig» meine ich: mehr als ein Mal.
  3. Tonwahl

    «Ich will ja nicht rechthaberisch klingen ...» – klingt genau so.
  4. Themenwahl

    Erzählen Sie nicht von Ihren Gebresten. Wirkt egozentrisch und langweilig.
  5. Nachrede

    Wenn Sie schlecht über irgendein Phänomen reden, fällt davon immer etwas auf Sie selbst zurück. Es sei denn, besagtes Phänomen ist wirklich ganz, ganz übel. So Toni-Bortoluzzi-übel.

    LINKS:



  6. Smalltalk ist das kleine Gespräch über Alltägliches. Nicht nur bei Kritik-, Beurteilungs-, Qualifikations-, oder Schlechtnachrichtengeprächen hat die ...
    www.rhetorik.ch/Smalltalk/Smalltalk.html
    4. März 2005 ... Being able to connect with others through small talk can lead to big things, according to Debra Fine, author of "The Fine Art of Small Talk.
    rhetorik.ch/Smalltalk/
    Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
    Voraussetzung: - Interesse wecken. - Blick mit Gegenüber halten. - Auf Gespräche vorbereitet sein ( Haltung...) - Einladung. - Small-Talk. - Evtl. Getränk anbieten.
    www.rhetorik.ch/Messekontakte/messe.pdf

Mittwoch, 2. Juli 2014

In diesem Zustand auf interviews verzichten!

Folgende wichtige Erkenntnis beim Caoching für Spitzensportler, die nach dem Wettkampf vor Mikrofon und Kamera bestehen müssen, hat sich bewährt:



 Grundsätzlich gilt, KEINE SPONTANEN AUSSAGEN - IMMER WARTEN, BIS MAN DIE EMOTIONEN WIEDER IM GRIFF HAT- WARTEN, BIS MAN NICHT MEHR AUSSER ATEM IST!!!


Mertesackers Wut-Interview



«Was wollen Sie jetzt von mir?»

Deutschlands Zittersieg gegen Algerien strapazierte die Nerven der deutschen Fans – und Per Mertesacker. Für die Fragen des ZDF-Journalisten hatte der Verteidiger kein Verständnis.


(Quelle: Youtube/FilmwieselGbR)

Schon bei der ersten Frage des Journalisten, was denn das deutsche Spiel so schwerfällig gemacht habe, sagte Mertesacker genervt: «Ist mir doch wurscht. Wir sind unter den letzten Acht. Das zählt.» Das könne aber nicht das Niveau sein, das man sich ausgerechnet habe, hakt der Reporter nach. «Was wollen Sie jetzt von mir? Das kann ich nicht verstehen», gibt der Arsenal-Spieler zurück.

«Wir sind superhappy»

Als Nächstes wird das schlechte Umschaltspiel der deutschen Mannschaft angesprochen. «Glauben Sie, dass hier unter den letzten 16 Teams eine Karnevalstruppe dabei ist?», fragt der Spieler gereizt. Der Gegner hätte es ihnen schwer gemacht, doch am Ende hätte die deutsche Elf überzeugt, ist sich Mertesacker sicher.
Nun will der Reporter wissen, ob es noch diesen «Wow-Effekt» geben wird, wie an der WM vor vier Jahren, als man im Achtelfinal England und im Viertelfinal Argentinien aus dem Turnier warf. «Was wollen Sie jetzt? Wollen Sie eine erfolgreiche WM oder sollen wir wieder ausscheiden und haben schön gespielt? Ich verstehe die ganze Fragerei nicht», sagt Mertesacker. «Wir sind weiter gekommen und sind superhappy». Diesen Eindruck machte der Verteidiger aber nicht. 

KOMMENTAR:
Anstatt  über der Sache zu stehen, dominiert bei Mertesacker die WUT. Und WUT ist ein schlechter Ratgeber bei überraschenden Interviews. Bei diesem Interview stimmen WORTE und EMOTIONEN nicht überein. Die Antwort "Wir sind super happy" ist unglaubwürdig, wenn die Person selbst gereizt, wütend ist und die Nerven verliert. Schauen Sie das Interview genau an (Siehe oben Yo tube). Beschreiben Sie, was sie sehen. Was bedeutet  für Sie das ständige "ans rechte Ohr greifen?