Der erste Schnee


Der Schnee nähert sich dem Talboden

Der Winter berührt den Herbst
Rhetorik.ch Blog
Persönliche Gedanken
von Marcus Knill
zu Aktuellem.
Der erste Schnee


Der Schnee nähert sich dem Talboden

Der Winter berührt den Herbst
Notiert von
marcus knill
um
09:52
Das ist Wasser auf die Mühlen der Minarettgegner
Ich zitiere Tagi:
«Provisorisch»?: Lautsprecher am Minarett im deutschen Rheinfelden. (Bild: Arne Bensiek / «Badische Zeitung»)
600 Meter nördlich des Rheins ruft freitags der Muezzin aus 21 Metern über Boden zum Gebet. In der Ortschaft, die auf schweizerischer Flussseite gleich heisst wie auf der deutschen – nämlich Rheinfelden – , steht seit einigen Jahren eine Moschee. Und wöchentlich ertönt seit mehr als einem halben Jahrzehnt der Gebetsruf vom Minarett, ohne dass es deswegen zu gröberen Problemen gekommen wäre im Schwabenland. Auch aus der Schweiz, wo nirgendwo ein öffentlicher Gebetsruf zu hören ist, fahren viele Gläubige zum Beten in die Rheinfelder Alperenler-Moschee.
Doch nun, sieben Wochen vor der Abstimmung über die Anti-Minarett-Initiative südlich des Rheins, gibt es Ärger. Ein Vorstandsmitglied der türkisch-muslimischen Gemeinde Rheinfelden hat drei Lautsprecher auf dem Minarett angebracht. Der Mann tat dies eigenmächtig und provisorisch, wie ein Sprecher der Religionsgemeinschaft betont. Die Begründung für die Elektronikbastelei: Der Gebetsruf solle neu auch ab Band erfolgen, weil das Besteigen des Minaretts mühsam sei.
Kommentar: Mit dieser eigenmächtigen Handlung wird sich mancher Stimmbürger sagen, dass auch in der Schweiz nach dem Bau von Minaretten damit gerechnet werden muss, dass man sich auch hier nicht mehr an die Abmachungen hält und auf den Türmen plötzlich illegal Lautsprecher installiert werden könnten. Mit den montierten Lautsprechern haben die Gegner von Minaretten Aufwind bekommen. Dass deshalb die Initiative doch noch angenommen wird, wage ich zu bezweifeln.
Nachtrag Tagi:
Ihre E-Mail wurde abgeschickt.
Zu Beginn des Spiels wird eine friedliche Landschaft gezeigt. Dann schiessen unzählige Minarette aus dem Boden und überziehen wie Speerspitzen das Land. Dies berichtet die Zeitung «Sonntag». Der Spieler muss auf die Gebetstürme zielen – jeder Treffer bringt ein Minarett zum Verschwinden. Wenn man nicht trifft, kommt der Muezzin auf das Minarett, der zum Gebet ruft.
«Heute lancieren wir das Spiel», sagt SVP-Nationalrat Walter Wobmann, Präsident des Initiativkomitees zu dem Blatt. «Es ist online abrufbar und bekommt eine eigene Internetadresse.»
Entwickelt hat das Online-Game die Werbe- und PR-Firma Goal in Dübendorf – die Hausagentur der SVP, die bereits die umstrittenen Anti-Minarett-Plakate entwarf.
«Geschmacklos»
Mit dem Computerspiel reagiert das Initiativkomitee auf den Wirbel, den diese Woche eine Lautsprecheranlage auf einem Minarett im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet bei Rheinfelden auslöste. Dort rief der Muezzin mit 30 Watt Verstärkung zum Gebet – was bis in die Schweiz zu hören war. Inzwischen wurden die Lautsprecher wieder abmontiert.
Das Computer-Game sorgt für Empörung. «Geschmacklos», kommentiert Saïda Keller-Messahli, Präsident des Forums für einen fortschrittlichen Islam gegenüber dem «Sonntag»: «Die Schamgrenze ist überschritten.» Offenbar heilige der Zweck jedes Mittel, entrüstet sich Hisham Maizar, Präsident der Föderation islamischer Dachverbände der Schweiz: «Den Initianten ist alles recht, um die Volksmeinung zu beeinflussen.» Das Spiel suggeriere, der Muezzin sei der nächste Schritt: «Auf Schweizer Minaretten gab es noch nie einen Muezzin und es wird auch keinen geben.»Kommentar: Im Grunde genommen begann der ganze Wirbel mit dem Plakatverbot in Basel. Durch die heftige Diskussion über Verbot versus Meinungsfreiheit profitierte nur eine Seite: Die Initianten. Ohne den ganzen Wirbel wäre die Initiative still und eindeutig verworfen worden. Es bleibt zu hoffen, dass nun niemand mehr unbedacht Oel ins Feuer wirft.
Nachtrag So-Blick:
Seit vier Wochen streitet die Schweiz über die umstrittenen Plakate der Anti-Minarett-Initiative. Nächste Woche prangen sie von den Plakatwänden des Landes. In Basel, Freiburg, Lausanne, Morges VD, Neuenburg, Nyon VD und Yverdon VD sind die Politposter nur auf privatem Terrain erlaubt. Diese Städte haben den Aushang auf öffentlichem Grund verboten, weil ihnen die Botschaft diskriminierend erscheint. Das lassen sich die Minarettgegner nicht gefallen und blasen zum Gegenangriff. SonntagsBlick weiss:
Diese Städte sollen regelrecht mit Protestplakaten zugepflastert werden. Statt der verschleierten Frau mit Minaretten zeigen sie in grossen Lettern das Wort «Zensur» und den Slogan: «Trotzdem Ja zum Minarettverbot».
Damit entsteht in den Verbotsstädten wie Basel eine groteske Situation: Die Initianten decken die Bevölkerung dort gleich mit zwei Botschaften ein. Auf privatem Boden mit Anti-Minarett-Propaganda, auf öffentlichem Grund mit dem Vorwurf an die Behörden, das Verbot sei Zensur. Dabei kann das Komitee aus dem Vollen schöpfen. Mittlerweile verfügen die Minarettgegner laut Geschäftsführer und SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer (65) über eine Kriegskasse von mehr als einer Viertelmillion Franken – vor einem Monat lag der Spendenstand noch nahe bei null. Diese Woche erhielten die Initianten die erste Verbotsverfügung. Absender war die Stadt Basel. Schlüer will Rekurs einlegen: «Ein Gericht muss die staatlichen Zensoren zur Räson bringen.» Während die linksliberalen Kreise rund um Georg Kreis (65), Präsident der Antirassismus-Kommission, weiter gegen das erste Plakat Sturm läuft, provozieren die Minarettgegner munter weiter. Auf ihrer Homepage schalten sie heute das Spiel «Minarett-Attack!» auf. Dabei schiessen Minarette aus dem Boden, die mit Stopptafeln abgefangen werden können. Gelingt das nicht, winkt ein Muezzin vom Turm. Wer die meisten Minarette verhindern kann, gewinnt.
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marcus knill
um
12:33
Es wird eng für Bundesrat Merz
Zitat Blick:
In den letzten Tagen ist es ruhig geworden um Hans-Rudolf Merz und das Geiselproblem mit Wüstendiktator Gaddafi. Doch jetzt ist die Schonzeit vorbei: Heute muss der Bundespräsident in Genf vor der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats antraben und seine Krisenbewältigung rechtfertigen. Dabei dürfte dem Appenzeller eine steife Brise entgegenwehen. Das Gesicht hat Merz nach eigenen Aussagen schon Anfangs September verloren, weil er es nicht schaffte, Max Göldi und Rachid Hamdani in die Schweiz zurückzuholen.
Doch jetzt tickt die Uhr noch schneller für Merz – ein anderes Versprechen könnte ihn bald den Job kosten. Nach seinem Treffen mit Gaddafi am 24. September in New York hatte Merz versichert, die Geiseln seien bis zum 20. Oktober zurück. Dann läuft die 60-Tage-Frist ab, die der schweizerisch-libysche Vertrag für die Normalisierung der Beziehungen vorsieht. Diesen Vertrag hatte Merz bei seinem umstrittenen Trip nach Tripolis ausgehandelt. Jetzt kann er nur noch beten, dass Göldi und Hamdani bis zum nächsten Dienstag wirklich in der Schweiz landen.
Kommentar: Tatsächlich trat die Libyengeschichte während der letzten Wochen medienmässig in den Hintergrund und es scheint so, als habe sich Bundesrat Merz den Kopf aus der Schlinge ziehen können. Wenn jedoch Gaddafi dem Bundesrat weiterhin so dreist auf der Nase rumtanzen kann wie bis anhin und die Aussenministerin demnächst keinen Erfolg verbuchen kann, könnte die Geiselgeschichte plötzlich doch noch politische Folgen haben.
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marcus knill
um
20:28
WORTE ZUM NACHDENKEN
Folgende Sprüche habe ich an der Wand eines Telefonladens gelesen:
"""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""
Worte sind die Bilder unserer Gedanken
"""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""
Das Wort das Bild unseres Dialogs
""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""
Die Sprache ist das Dialog der Gedanken
""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""
Mit Sprache werden aus Gedanken Bilder
"""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""
Kommentar: Schön ist es, wenn aus unseren Worte Bilder werden. Leider sprechen wir all zu oft so abstrakt, dass die Worte keine Bilder assozieren. Oder wir reden so, dass mehrdeutige Bilder wahrgenommen werden, mitunter sogar die falschen!
LINKS:
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marcus knill
um
14:53
Provokationen zahlen sich aus
Hier die provokativsten Plakate der SVP (Quelle Blick):
Legalisierte Drogen und gleichgeschlechtliche Ehe: So sieht die Walliser Jung-SVP den Abstieg der Menschheit zur Amöbe. (ZVG)
Gegend die Ausdehnung der bilateralen Verträge (z.B. mit Rumänien)
Einbürgerungsinitiative: Immer mehr farbige Hände greifen nach dem Schweizer Pass
Das berühmte Schäfchenplakat (Kriminelle Ausländer (die schwarzen Schafe" sollen ausgeschafft werden)
Für die Initiative gegen Asylmissbrauch
Die missliebigen Linken werden als rote Mäuse dargestellt, die uns Bürger mit zusätzlichen Steuernimmer mehr belasten wollen
Messerstecherinserat aus dem Jahre 1998
Provokateure profitieren vom Protest der Provozierten.
Dank dem Medienwirbel finden die Darstellungen eine unfreiwillige zusätzliche Verbreitung
Die Methode wird auch in der Werbung (Benetton), bei Ausstellungen (Körperwelten) oder in der Kunst gezielt angewendet. Auch Filme, Bücher oder Theaterstücke, die einen Skandal hervorrufen, profitieren vom Medienwirbel.
Ich zitiere SF
Durch die Ausbreitung auf die redaktionellen Bereiche der Medien werde die Zahl von einer Millionen Franken Werbeeffekt noch ansteigen, erklärt Werbeexperte Thomas Städeli gegenüber der «Tagesschau».
Provokation sei schon längst gängige Strategie für Werbekampagnen, sagt Kommunikationsberater Marcus Knill.
Die Initiative des Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät in dieser Frage, eine gemeinsame Linie der Städte herbeizuführen, verlief beim Schweizerischen Städteverband im Sand.
Keine Einigung
«Eine Umfrage bei mehreren Städten hat ergeben, dass wir uns nicht auf eine Beurteilung der Plakate einigen können», sagte Martin Tschirren vom Städteverband. Eine intensivere Koordination sei grundsätzlich zwar auf Anklang gestossen, aber in der jetzigen Situation sei eine Einigung nicht mehr möglich.
Das Scheitern führt Tschirren auf zwei Faktoren zurück. Einerseits sei die Initiative zu spät gekommen, «was allerdings begreifbar ist bei dem Tempo, mit dem die Ereignisse abliefen». Bis Mittwochabend hatten bereits fünf grössere Schweizer Städte ihren Entscheid gefällt. «Andererseits drängt sich kein bestimmter Entscheid auf», begründet Tschirren.
| «Im Nachhinein ist man immer schlauer.» Martin Tschirren, Städteverband |
Wie auch die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus betont habe, müsse eine Güterabwägung zwischen Meinungsfreiheit und Diskriminierungsschutz vorgenommen werden - «und die ist hochpolitisch». Tschirren räumt ein, dass wohl zu spät eine gemeinsame Linie gesucht worden sei. «Doch im Nachhinein ist man immer schlauer.» Der Städteverband werde die nötigen Schlüsse aus der Debatte ziehen.
Kontroverse um Minarett-Plakate eine Million Franken wert
Notiert von
marcus knill
um
09:07
Es wird Herbst

Der Herbst zeigt sich von einer seiner schönen Seiten Bild: Keystone

Foto: Rolf Anderes
Notiert von
marcus knill
um
08:53