Freitag, 30. Januar 2009

Eklat am WEF

Blick online:

Am WEF in Davos sind bei einer Podiumsveranstaltung über den Gazastreifen heute die Emotionen übergekocht.

Erdogan (links) tobt - Peres hört zu. (AP)

Für den Otto Normalverbraucher sind die Diskussionsforen am WEF meist öde Kost. Aber gestern war alles anders. Zum brisanten Thema «Gibt es eine Lösung für den Nahen Osten?» zofften sich der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan und der israelische Präsident Shimon Peres. Als Schiedsrichter versuchte WEF-Gründer Klaus Schwab die Wogen zu glätten.

Als Erdogan auf die Rede von Peres antworten wollte, unterbrach ihn der Moderator – und verwies auf knurrende Mägen und das Abendessen. Erdogan konnte nicht mehr sagen, was er sagen wollte. Er verliess die Versammlung wutentbrannt.

Kommentar:

Moderieren heisst: Alle angemessen zu Worte kommen lassen. Wenn Erdogan tatsächlich nicht mehr das Recht hatte, die Gedanken Peres zu erwidern und ihm das Wort abgeschnitten wurde, ist es verständlich und sogar richtig, dass sich der türkische Ministerpräsident gewehrt hat. Dem Moderator gehört im Grunde genommen die rote Karte.

Hitzige Diskussion: Recep Tayyip Erdogan kritisiert Israel.

Hitzige Diskussion: Recep Tayyip Erdogan kritisiert Israel. (Bild: Keystone)

Abrupter Abgang: Der türkische Ministerpräsident will nicht mehr diskutieren.

Abrupter Abgang: Der türkische Ministerpräsident will nicht mehr diskutieren. (Bild: Keystone)

Versuch, die Wogen zu glätten: WEF-Gründer Klaus Schwab und Recep Tayyip Erdogan.

Versuch, die Wogen zu glätten: WEF-Gründer Klaus Schwab und Recep Tayyip Erdogan. (Bild: Keystone)

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