Sonntag, 17. Dezember 2006

Gewalt aus Langeweile

Die Kantonspolizei Aargau hat elf Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren ermittelt. In verschiedener Zusammensetzung hatten diese wahllos junge Passanten angepöbelt und verprügelt. Alle Opfer erlitten Verletzungen.

Zwischen März und Juli 2006 war es im Raum Brugg immer wieder zu ähnlichen Vorfällen gekommen, bei denen unbekannte Jugendliche in Gruppen andere Personen angepöbelt und danach verprügelt hatten.

Mit Holzlatten auf Passanten

In unterschiedlicher Besetzung gingen diese willkürlich auf Passanten zu und fragten diese etwa nach Zigaretten oder Marihuana. Ungeachtet derer Reaktion versetzten sie den Opfern Schläge und Fusstritte. Bei einem Vorfall am Bahnhof Brugg verfolgten die Jugendlichen zu sechst drei Gleichaltrige und verprügelten diese anschliessend mit einem Armierungseisen und Holzlatten. In einem anderen Fall drückte einer der Beschuldigten dem Opfer eine brennende Zigarette an den Hals.

Die Opfer im Alter zwischen 15 und 21 Jahren erlitten mehrheitlich Schürfungen und Prellungen. Ein junger Mann verlor durch einen Faustschlag einen Schneidezahn.

Motiv: Langeweile

Acht der mutmasslichen Täter stammen aus Serbien-Montenegro. Bei den drei übrigen handelt es sich um gebürtige Schweizer. Alle wohnen im Bezirk Brugg. Die Jugendanwaltschaft nahm acht von ihnen vorübergehend in Untersuchungshaft. Inzwischen sind alle wieder auf freiem Fuss. Gegenüber der Polizei gaben die Hip-Hopper an, ihre Opfer aus Langeweile verprügelt zu haben. Quelle: 20 Minuten

Kommentar: Psychologen und Sozialarbeiter tendieren immer wieder dazu, die Jugendgewalt damit zu erklären, dass Jugendliche gewalttätig würden, weil sie überfordert werden und mit Gewalt vom Frust befreien müssen. Grund ist für sie in erster Linie die Gesellschaft, die autoritäre Erziehung usw. Es wird verkannt, dass sich Jugendliche auch aus Langeweile oder Unterforderung den "Kick" holen. Wäre es nicht auch denkbar, dass Kinder nicht mehr gelernt haben, sich sinnvoll zu beschäftigen? Sinnvolles Tun ist die beste Beschäftigungstherapie. Verwöhnung und Orientierungslosigkeit sind schlechte Lehrmeister. ____________________________________________________________________

Aus Frust einen Obdachlosen getötet

Ein 19-jähriger ist in Ostdeutschland wegen Tötung eines 51-jährigen Obdachlosen zu einer Jugendstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Zu seiner Tat wurde er

von einem Videospiel inspiriert.

Der Beschuldigte gab als Tatmotiv an:

Frust nach Niederlagen in einem Videospiel

Kommentar:

Der Vorfall zeigt einmal mehr: Jugendliche müssten im Elternhaus und in der Schule lernen, Stress, Frust, Verzicht und Niederlagen konstruktiv zu beantworten.

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