Die Entschludigung veröffentlichte die RTL-Moderatorin, weil sie am 19. Juli gefilmt
wurde, bevor sie vor die Kameras trat. Auf den Aufnahmen ist zu sehen,
wie Ohlen sich Schlamm an die Arme und ins Gesicht schmiert. Dem
TV-Publikum wurde im Beitrag dann erklärt, dass sich Ohlen an den
Aufräumarbeiten vor Ort beteiligte. Ohlen rief ihre Followerinnen und
Follower in einer Instagram-Story dazu auf, ebenfalls bei den
Aufräumarbeiten mitzuhelfen.
In
ihrem Instagram-Beitrag erklärt Ohlen am Freitag weiter, dass sie
privat in der Region geholfen habe und sich an diesem Morgen vor den
Hilfskräften geschämt habe, «in sauberem Oberteil vor der Kamera zu
stehen». «Daraufhin habe ich mir, ohne zu überlegen, Schlamm auf meine
Kleidung geschmiert.» Das hätte ihr nach ihren eigenen Aussagen als
Journalistin niemals passieren dürfen. Das Leid gehe ihr sehr nahe. «Ich
bitte um Verzeihung.»
Im aktuellen Politbarometer des ZDF sprach
sich die große Mehrheit der Befragten gegen Gender-Sprache in Medien ausFoto: Sebastian Gollnow/dpa
veröffentlicht am
Diese Zahlen passen dem ZDF wohl gar nicht: Eine
vom Sender in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen ergab, dass 71 Prozent der Menschen
Gendersternchen und Sprechpausen in den Medien NICHT gut finden. Nur 25
Prozent sprachen sich für Sternchen und Pausen aus.
Die
große Mehrheit der wahlberechtigten Deutschen ist demnach ganz klar
DAGEGEN, dass in den Medien Trennungszeichen eingefügt oder Sprechpausen
gemacht werden.
KOMMENTAR:
Sprachpuristen verstehen es, ihre Anliegen so zu fordern, als stehe die Mehrzahl der Bürger hinter ihrer Sprachdiktatur. Die Puristen finden ihre Regeln wichtiger als das, was die Sprache übermittelt. Unsere Sprache ist ein hohes Gut und darf so bleiben darf, wie sie sich entwickelt hat. Nämlich EINFACH und VERSTAENLDICH zu sein. Die Gendersprache ist kompliziert. umständlich und widerspricht dem Prinzip: Der Text muss auch so ausgeprochen werden können, wie es geschrieben wird
Die Puristen brachten es fertig, dass sich niemand mehr wagt, nach der Verstümmelung des eigenen Textes durch Korrektoren zu wehren. Das Schlimmste ist, man weiss nicht, was beschlossen worden ist und offiziell gilt. Die gut organisierten Sprachpolizistinnen wollen Tatsachen schaffen, und zwar nach ihrem Gusto. Veränderungen müssen von unten kommen und dürfen nicht von oben diktiert werden. Nun zeigt sich, dass die Bevölkerung die Gendersprache oberhässlich findet. Wer versucht, sich zu wehren, erlebt einen Sturm der Entrüstung, die von Wenigen inszeniert ist. Die Oeffentlichkeit hatte bisher das Gefühl, die Mehrzahl stehe hinter dem unsinnigen Genderwahn. Dem ist erfreulicherweise nicht so.
Ein Interview sorgte für Aufsehen, das der möglicher Kanzlernachfolger Armin Laschet (CDU, 60) am Donnerstag gab. Ein Journalist teilte einen peinlichen Moment daraus auf Twitter.
«Man ändert die Politik nicht wegen einem Tag»
«Entschuldigung,
junge Frau. Weil jetzt so ein Tag ist, ändert man nicht die Politik»,
sagt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Kanzlerkandidat
von CDU/CSU mit Blick auf Klima-Schutzmassnahmen in der WDR-Sendung
«Aktuelle Stunde».
Noch
streitet das Netz, ob er die bekannte Moderatorin Susanne Wieseler (52)
tatsächlich mit einem herablassenden «junge Frau» abgekanzelt hat –
oder schlicht ihren Namen vergessen und «Entschuldigung, Frau...»
genuschelt hat.
Beides macht keine gute Falle.
Und
ist auch zweitranging, denn die Aussage wirkt angesichts der deutschen
Flutmassen verheerend: Ausgerechnet der Kanzlerkandidat und
Ministerpräsident, in dessen Land mehrere Dutzend Menschen durch die
Extremwetterlage ums Leben gekommen sind, relativiert den tagelangen
Starkregen und die Fluten, die sich noch monatelang auf das Leben vieler
Menschen auswirken könnten, als «so einen Tag», wegen dem man «nicht
die Politik ändern» würde. Wenige Stunden zuvor hatte Laschet angesichts
der Hochwasser-Katastrophe sogar noch selbst «mehr Tempo beim Klimaschutz» gefordert.
«Armin
Laschet wird gerade zur Karikatur eines gescheiterten Politikers im 21.
Jahrhundert», kommentierte die Schweizer Ökologie-Professorin Julia
Steinberger von der Uni Lausanne auf Twitter. Laschet stelle die
Industrie vor den Klimaschutz, reduziere die Auswirkungen der Klimakrise
auf «einen Tag» und massregele die weibliche Interviewerin.
Post von Wagner an die Lufthansa, nachdem sie auf das
"Liebe Damen und Herren" verzichten und neutralisieren will.
Franz Josef Wagner
Artikel von: Franz Josef Wagner veröffentlicht am
wisst Ihr, was mich interessiert, wenn ich in Euren Flugzeugen sitze?
Landet
der Pilot gut, verpasse ich meinen Anschlussflug? Was bedeutet das
plötzliche Absacken, warum plötzlich anschnallen? Was ist mit meinem
Gepäck? Wie lange muss ich warten, bis es auf dem Förderband auftaucht?
Landen wir wegen Unwetter in einer anderen Stadt?
Am wenigstens interessiert mich, wie ich angeredet werde.
Flitzer-Ausblendung sorgt für Kritik: «Eriksens Überlebenskampf wird gezeigt, aber ein Flitzer wird rausgeschnitten?»
Beim EM-Final England gegen Italien wurde das Spiel unterbrochen. Grund: Ein Flitzer. Doch die Zuschauer konnten nichts sehen im TV. Diese Ausblendung sorgt für Kritik.
Darum gehts
Beim EM-Final England gegen Italien kam es zu einer Spielunterbrechung in der 87. Minute.
Grund dafür war ein Flitzer, der den Rasen stürmte – die Uefa zeigte die Bilder nicht öffentlich im TV.
Die Flitzer-Zensur sorgt für Kritik bei Zuschauern.
Experten erklären Pro und Contra der Uefa-Handhabung.
Dramatische Schlussphase im EM-Final zwischen Italien und England. Es stand 1:1, als in der 87. Minute das Spiel plötzlich unterbrochen wird. Die Zuschauer vor dem TV kennen den Grund zunächst nicht, doch SRF-Kommentator Sascha Ruefer und die Fans im Stadion sind völlig aus dem Häuschen. Der Grund: Ein Flitzer. «Der spielt mit zwei Ordnern Katz und Maus, rennt an der Seitenlinie auf und ab. Jetzt sind es drei Ordner, die ihn verfolgen, aber sie kommen ihm nicht hinterher», kommentiert Ruefer das Geschehen. Dann wird der SRF-Kommentator richtig euphorisch: «Jetzt reisst er sich wieder los. Dieser Flitzer ist Weltklasse! Zwei Ordner rennen sich gegenseitig über den Haufen – das ist der Wahnsinn!»
Die Szene lebt von Ruefers Kommentar. TV-Zuschauer sehen nur Spieler in der Nahaufnahme, die dem Flitzer-Spektakel zuschauen. In England gibts dafür heftige Kritik an der Übertragung – besonders im Vergleich zum Drama rund um Dänemark-Star Christian Eriksen. «Einen Mann, der um sein Leben kämpft und seine weinende Ehefrau = volle Berichterstattung mit Zoom auf die Wiederbelebung. Ein Flitzer im Final = wird rausgeschnitten. Euer Ernst?», lautet etwa ein Vorwurf an die TV-Sender. Eine Vielzahl von ähnlichen Tweets und Posts sind am Montag in den sozialen Medien zu finden.
Uefa will Flitzern keine Plattform geben
Die TV-Sender können aber wenig dafür, dass der Flitzer im Final nicht gezeigt wurde. Das weltweite Signal für die Stationen kommt von der Uefa – und die will Flitzern keinerlei Plattform geben. Ein Hauptgrund: Keine Negativ-Vorbilder. «Den Spielleitern wird empfohlen, die Übertragung solcher Vorfälle zu vermeiden, um ein solches Verhalten nicht zu fördern und diesem eine Plattform zu bieten», heisst es am Montag bei der Uefa.
«Das ist ein billiges Argument der Uefa, das mittlerweile in vielen Bereichen missbraucht wird. Dieses, wir wollen keine Nachahmer, produziert eben am Ende genau das», kritisiert der Medien- und Kommunikationsexperte Marcus Knill. Zuschauerinnen und Zuschauer könne man in der aktuellen Zeit sowieso nicht mehr zensieren, da sie alle Smartphones besitzen und die Aufnahmen selbst machen können. «Das bedeutet, dass die Zuschauer ja dennoch alles herausbekommen und es macht hier keinen Sinn von der Uefa, solche Szenen zu zensieren.»
«Uefa beschneidet Medien mit Zensur in ihrer Pflicht»
Auch für Knill ist es unverständlich, dass man die Eriksen-Szenen minutenlang zeigte, den Final-Flitzer aber nicht. «Die Uefa zeigt nur das, was sie zeigen möchte. Das heisst, sie betreibt in dem Moment Maulkorb-Politik. Das geht einfach nicht.» Die Uefa verhindere zudem nicht nur die Ausstrahlung der Flitzer-Szenen, sondern würde den berichtenden Medien so auch eine Zensur direkt auferlegen, so Marcus Knill: «Die Uefa beschneidet durch das Mittel Zensur, die Medien in ihrer Pflicht. Denn die Medien haben das Recht – und sie müssen, Fakten und Informationen richtig und ungefiltert darlegen. Und auch darlegen können.» Die Grenze etwas nicht zu zeigen müsse hoch sein. «Ansonsten kommt man irgendwann zu einer völligen Zensur oder Willkür», so Knill.
Guido Keel, Leiter des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW, sieht es anders: «Die Argumentation der Uefa bezüglich der Nachahmung ist für mich plausibel. Denn wenn ein Flitzer weiss, dass er durch seine Aktionen Millionen von Menschen erreicht, würden sicherlich noch mehr Menschen als Flitzer fungieren und diese Plattform für politische oder gesellschaftliche Anliegen missbrauchen.
Wo sich sowohl Guido Keel wie auch Marcus Knill einig sind: SRF-Kommentator Sascha Ruefer habe mit seinem Flitzer-Beitrag alles richtig gemacht. «Es ist gut, wenn die Kommentatoren ihrem journalistischen Anspruch und ihrer Mediensorgfalt nachkommen und beschreibend berichten», sagt Knill. Das findet man auch bei SRF Sport, wie Mediensprecher Lino Bugmann sagt. «Genau das ist Ruefers Aufgabe: Er kommentiert das, was er sieht.» Ruefer konnte über den sogenannten Tactical Feed mitansehen, was sich rund um den Flitzer genau abspielte. Der TV-Kommentator bekommt darüber, was er sagt, keinerlei Auflagen. «Die Kommentatoren können jederzeit verbal und frei von Veranstaltervorgaben über die Situation in den Stadien berichten», so Bugmann. Das SRF selbst konnte hingegen den TV-Zuschauern keine eigenen Bilder zeigen, da die SRG an diesem Turnier keine eigene Kamera live im Stadion hatte,
Der 19-Jährige ist auf der Insel bekannt als Musiker und Influencer.
AFP
KOMMENTAR:
Meinungsfreiheit, Pressefreiheit ist ein hohes Gut. Es ist gefährlich, wenn missliebige Vorkommnisse unter den Tisch gewischt werden. In diktatorischen Staaten sehen wir, wohin es führt, wenn von oben bestimmt wird, was gesendet und was zensuriert wird. Die Grenzen sind bei uns durch rechtliche oder ethische Grenzen gegeben (Persönlichkeitsschutz, wenn zu Gewalt aufgefordert wird oder wenn der journalistische Codex verletzt wird). Das genügt. Wenn jedoch Fakten nicht erwähnt werden dürfen oder unliebsame Meinungen zensuriert werden, müssten wir uns wehren. Wir haben in Deutschland gesehen, was geschieht, wenn die AfD ignoriert und bewusst ausgeklammert wird oder bei Verbrechen die Nationalität der Täter nicht mehr genannt werden darf. Solche angeblich gut gemeinten Zensuren sind kontraproduktiv. Sie spielten den Parteien in der rechten Ecke in die Hände.
Weitere Sujets folgen: Häme für «dilettantisches» Wahlplakat der Mitte Aargau
Politiker, die aus einem Emmentaler hervorschauen? Ein Wahlplakat der Mitte Aargau sorgt für Belustigung.
Durchbruch
und Aufbruch»: Mit dieser Plakatbotschaft ging Die Mitte Aargau im
Frühjahr auf Wählerfang. Den Passantinnen und Passanten strahlten 16
Politikerinnen und Politiker entgegen, ihre Köpfe streckten sie durch
Löcher in gelbem Papier. Seit einigen Tagen sorgt das Plakat nun auf
Twitter für Häme: «Die Augen schmerzen», «grausam», «Emmentaler???»,
spotteten die Kritikerinnen und Kritiker.
Bereits
das neue Parteilogo der Mitte, die aus einer Fusion der CVP und der BDP
hervorging und die gerade am Samstag ihr Präsidium bestellte, sorgte
letztes Jahr für Lacher im Netz. Jetzt hat es die Kantonalpartei Aargau getroffen.
«Kein Augenschmaus»
Für
Kommunikationsberater Marcus Knill ist das Plakat «kein Augenschmaus».
«Die ersten zwei Sekunden sind für die Betrachtenden entscheidend:
Erkennt man die Botschaft nicht, ist die Sache gelaufen», sagt Knill.
Dies sei beim vorliegenden Sujet offenbar passiert. Die Köpfe wirkten
beliebig und die Anordnung erinnere an einen Emmentaler-Käse. «Die
kritischen Kommentare bestätigen: Die Rezipienten irritiert die
Kombination von Bild und Botschaft», so Knill.
Zwar
würden die Köpfe, die das gelbe Papier durchbrechen, den «Durchbruch»
symbolisieren. Offen bleibe aber, wie konkret dieser mit dem neuen
Parteinamen Die Mitte gelingen solle. Knill, der Die Mitte-Partei als
«Brückenbauerin» sieht, hätte beim Slogan vorgeschlagen: «In der Mitte
schaffen wir den Durchbruch.»
«Absurd, dilettantisch, infantil»
Kein
gutes Haar an den Plakaten lässt Frank Bodin. Der Präsident Art
Directors Club Switzerland sagt: «In der Euphorie des Namenswechsels
wollte man mit dem Plakat offensichtlich besonders kreativ sein.»
Für
ihn gibt es ein offensichtliches Problem: «Für die Plakatstelle und den
Druck hatte man Geld, aber für das Finden eines guten Inhalts und
dessen Umsetzung nicht.» Werbung könne ja jeder wie derzeit
Fussballtrainer spielen. «Das Resultat ist absurd, dilettantisch,
infantil. Angesichts der bevorstehenden kantonalen Wahlen könnte das
statt Durchbruch und Aufbruch zu einem Schiffbruch führen.»
Weitere Plakate folgen
Nationalrätin
Marianne Binder erklärt, wie es zur Plakat-Aktion gekommen ist. «Wir
hatten anfangs Jahr als erste Kantonalpartei den Namen geändert und dies
dann kundgetan mit ein paar wenigen Plakaten und unseren Köpfen, die
die Plakatwände durchbrechen. Mal etwas anderes.»
«Unser Budget
bei dieser Aktion war tatsächlich nicht so gross. Aber das Plakat ist
aufgefallen, wir haben eigentlich gute Rückmeldungen bekommen», so die
Aargauerin.
Zur hämischen Kritik auf Twitter sagt Binder: «Gegen
die neuerliche Aufmerksamkeit und die Gratisverbreitung habe ich
selbstverständlich keine Einwände.» Offenbar beschäftige das Plakat
nachhaltig. Weitere Plakataktionen würden folgen, so Binder. Teilweise
nur mit Schriftzügen, teilweise mit Bildern. «So viel können wir nicht
falsch gemacht haben, wenn jetzt so breit über Die Mitte Aargau
diskutiert wird», findet Binder.