Mittwoch, 16. September 2020

Paolo Knill ist tot

Am Sonntagnachmittag 13. September  2020 starb Paolo Knill nach einem Herzinfarkt.

Prof. Dr. phil., Dr. h.c., Paolo J. Knill, Geb. 1932 in Neuhausen am Rheinfall, Professor Emeritus an der Lesley University Cambridge USA. Rektor der European Graduate ...
 
Aus Wikipedia

Paolo Knill

Paolo Knill

Paolo Knill (Paolo J. Knill, Paolo Jakob Knill, * 11. Juni 1932 in Neuhausen am Rheinfall, Schweiz) ist ein Schweizer Wissenschaftler, Künstler und Therapeut. Bis 1995 war er Ordinarius für Kunst- und Gestaltungstherapien an der Lesley University Cambridge USA. 1994 gründete Knill The European Graduate School mit Sitz in Saas-Fee (Schweiz) und Valletta (Malta)[1].

Leben

Paolo Knill studierte von 1953 bis 1958 Musikwissenschaft an der Universität Zürich. Gleichzeitig studierte er Aerodynamik und Strukturmechanik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Von 1959 bis 1961 studierte er an der University of Cambridge. 1976 promovierte er in Psychologie an der Union Graduate School in Yellow Springs, Ohio. Von 1961 bis 1965 arbeitete Paolo Knill in Lima, Peru.

1970 war er Assistant Professor für Musik am Konservatorium in Winterthur und Zürich, von 1973 bis 1975 Gastprofessor am Music Department at Tufts University in Medford, Massachusetts. Von 1976 bis 1995 war Paolo Knill Professor für Psychologie und Expressive Arts Therapies an der Lesley University Cambridge USA. 1995 wurde Knill emeritiert.

Leistungen

1984 gründete er die Internationale Schule für Interdisziplinäre Studien (ISIS) in der Schweiz mit Ausbildungszentren in Kanada, Dänemark, Deutschland und den USA. Neben seiner Lehr- und Supervisionstätigkeit in Europa, Israel, Kanada und USA tritt Paolo Knill auch als aufführender Musiker auf.

Auszeichnungen

2001 erhielt Paolo Knill den Ehrendoktor der Musikwissenschaft der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Wissenschaftliche Arbeit

Paolo Knill ist Mitbegründer der Expressive Arts Therapy, die er in den 1970er Jahren in den USA als eine werk- und kunstorientierte Form künstlerischer Therapien entwickelte. Sie basiert auf der Phänomenologie, auf systemtheoretischen Überlegungen und dem Gedankengut der humanistischen Psychologie.

In den 1990er Jahren führte Paolo Knill die Methode des intermodalen Dezentrierens ein. Die Methode des Dezentrierens beruht auf systemtheoretischen Überlegungen. Sie führt den Klienten aus der Enge des Denkens und Handelns, die mit seinem Problem verbunden ist, in einen Raum künstlerischen und spielerischen Gestaltens. In diesem Spielraum können sinnliche Erfahrungen am Werk gemacht werden, die weder vorhersehbar noch planbar sind. Der Klient kann „Lösungsmöglichkeiten“ in dem konkret beobachtbaren "Hier" und "Jetzt" des künstlerischen Prozesses finden. Knill entwickelte in diesem Zusammenhang die „Kristallisationstheorie“, die, wie er sagt, grundsätzlich auf der phänomenologischen Prämisse aufgebaut ist, dass in einer künstlerischen Therapie Sinn ausschließlich aus dem ästhetischen Material aufsteigt, über das Therapeut und Klient zueinander in Beziehung treten[2].

1990 führte Knill den Begriff „das unvermittelbare Dritte“ in den wissenschaftlichen Diskurs ein und bezeichnet damit jenen Moment, in dem aus einer therapeutischen Begegnung unvermittelt etwas Neues hervorgeht oder auftaucht[3].

In Anlehnung an die Methodik der Expressive Arts Therapy hat Knill als Konfliktmanagement eine künstlerische Methodik für die Arbeit mit größeren Gemeinschaften entwickelt, die er „Community Art“ nennt[4].

Schriften

  • Ausdruckstherapie. Künstlerischer Ausdruck in Therapie und Erziehung als intermediale Methode (= Die grünen Bücher. 3 Pädagogische Reihe.). Ohlsen u. a., Halle/Westf. 1979, ISBN 3-922169-12-0.
  • Medien in Therapie und Ausbildung. Eres Verlag, Lilienthal/Bremem, 1983, ISBN 3922169163
  • Minstrels of Soul, Intermodal Expressive Therapy. Palmerston Press, Toronto, 1993, 2. Auflage EGS Press, Toronto, 2004, ISBN 978-0968533031
  • Principles and Practice of Expressive Arts Therapy. Coauthor mit Levine, S. und Levine, E., Jessica Kingsley, London 2004, ISBN 978-1843100393
  • Kunstorientiertes Handeln in der Begleitung von Veränderungsprozessen. EGIS Verlag, Zürich, 2005, ISBN 3-905680-01-7
  • Lösungskunst. Lehrbuch der kunst- und ressourcenorientierten Arbeit. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2. Auflage 2010, ISBN 978-3-525-40159-0

Einzelnachweise

  1. vgl. Knill, Paolo J. (2007): “Community Art”, die Kunst und das Gemeinwesen. In: Eberhart, Herbert (Hrsg.) (2007): Kunst wirkt – Kunstorientierte Lösungsfindung in Beratung, Therapie und Begleitung. Zürich: EGIS-Verlag

Weblinks



  • vgl. Knill, Paolo J. (1990): Das unvermittelbare Heilmittel oder das Dritte in der Kunsttherapie in: Ansätze kunsttherapeutischer Forschung, hrsg. von Peter Petersen. Berlin: Springer

  • Sonntag, 6. September 2020

    CVP Logo "Die Mitte" verulkt

     Die Fritte, Die Titte, Die Quitte: Neues CVP-Logo sorgt für Spott im Netz

    Nebelspalter (@Nebelspalter) | Twitter
    Neues CVP-Logo sorgt für Spott im Netz
    Neues Leben dank Spender-Niere

    Samstag, 29. August 2020

    Schaffhauser Nachrichten Seite: POLITIK vom 29. August 20

    Die neuen Führungsspitzen der Parteien im Check

    Marcus Knill*

    Die Parteien SVP, SP und Grüne mussten ihre Führung neu bestellen.
    Ich habe  die Auftritte der  neuen Parteispitzen unter die Lupe genommen.
    Dabei achtete ich  auf ihre Wirkung vor Mikrofon und Kamera und ihre Auftrittskompetenz.

    Bei der SVP wurde an der Delegiertenversammlung vom 22. August überraschend ein weitgehend Unbekannter  gewählt. 
    Corona  machte der Partei einen Strich durch
    die Rechnung, als Albert Rösti seinen
    Rücktritt  eingereicht hatte.
    Der abtretende  Kapitän der
    grössten Partei musste wegen der
    Krise an  Deck bleiben.
    Für seineNachfolge hatte 
    die SVP grosse
    Mühe, eine Auswahl von
    tauglichen Personen  zu finden.
    Valable Kanditaten waren nicht
    bereit, das anspruchsvolle Amt zu
    übernehmen.

    Aussenseiter Albert Heer schien
    schliesslich die
    besten Chancen zu haben. Bei Andreas
    Glarner war absehbar,
    dass er nicht einmal in der eigenen Partei
    mehrheitsfähig ist. Nachdem
    der Tessiner Ständerat  Marco Chiesa
    umgestimmt werden konnte
    und sich zur Wahl stellte,
    zog sich Glarner zurück.
     
    Heer oder Chiesa?

     Ich hatte bereits Heers Medienauftritte im
    unter die Lupe genommen, denn
    er  allein schien
    das Rennen machen zu können.
    Aufgefallen ist,
    dass Nonkonformist Heer
    ungeschminkt und
    offen seine Meinung sagt und kein Blatt vor
    den Mund nimmt. Er kritisierte  die
    Parteileitung, wenn er es das für richtig  hielt.
    Es würde somit auch als Präsident
    unabhängiger von Herrliberg politisieren.
    Die Heer Anhänger erhofften sich, dass er
    der Partei neuen Schwung verleihen könnte.
    Für mich wäre Heer eine gute Wahl gewesen:
    Medienrhetorisch holt er viele Pluspunkte.
    Er spricht verständlich, strukturiert,
    einfach und überzeugt mit einer
    nachvollziehbaren Argumentation.



    Nach der überraschenden  Nomination von
    von Marco Chiesa wurde die
    Ausmarchung rasch  geklärt.
    Chiesa, der streng auf der Parteilinie
    politisiert, wurde
     - wie erwartet -  gewählt.
    In der Deutschschweiz ist er zwar weitgehend
    unbekannt aber dennoch Arena-tauglich.
    Seine Deutschkenntnisse
    sind  eher bescheiden. Bei Präsentationen
    in deutscher Sprache haftet er noch
    zu stark am Manuskript.
    Dieses Defizit lässt sich jedoch
    rasch beheben.
    Das haben wir bei Petra Gössi
    und ihren unbefriedigenden
    Französischkenntnissen vor vier Jahren
    gesehen. Sie sind heute
    kein Problem mehr.
    Im Parlament zählt Chiesa
    zu den Hinterbänklern.
    Die SVP hofft wohl, mit ihm die Chance
    zu nutzen, in der lateinischen
    Schweiz zu wachsen.
    Bei Wahl des SVP
    Bundesrates Guy Parmelin blieb leider
    dieser erhoffte  Auftrieb in der
    lateinischen Schweiz aus.
    Die NZZ am Sonntag schreibt über
    den SVP Ueberraschungsmann:
    „Er gilt als Blocher mit Lächeln
    mit einem Hauch grün“.
    Es ist   davon auszugehen,
    dass Chiesa  keine Verlegenheitslösung
    ist.
    Ich schaute mir einige seiner Auftritte
    an. Der neue Präsident bringt
    gute Voraussetzungen mit, 
    hinsichtlich Ueberzeugungskraft. Seine
    jugendliche Frische verspricht für die SVP
    eine langfristige Lösung.
    Er kann auf die Leute zugehen. Seine
    joviale, dialogische Art des Kommunizierens
    kommt gut an. Diese  Stärke
    hatte schon Toni Brunner
    zum Erfolg verholfen.
    Dem sympathischen Tessiner
    ist es zuzutrauen, dass er die SVP auf die
    Spur bringt.  Der neue Präsident muss
    aber darauf bedacht sein, 
    nicht über die faktische Führung
    Christoph Blochers zu stolpern. Er muss die
    Partei eigenständig führen. Chiesa
    wird mit dem bewährten Harvard-Prinzip
    punkten, das er bislang lebt:
    „Hart in der Sache, sanft im Stil.“
    Er tritt umgänglich auf, politisiert fair
    und mit Humor.
    Humor gilt bei Kommunikationsprozessen
    als hilfreicher „Weichmacher“. Mit
    seiner freundliche Art und dem
    Tessiner Akzent könnte er
    zum Sympathieträger avancieren.

    Der Tagesanzeiger fragte den neuen
    Parteipräsidenten vor der Wahl, was es
    brauche, damit die SVP aus dem Formtief
    finde. Marco Chiesa antwortet kurz
    und bündig: „Leidenschaft“.
    Freude, Begeisterung und Leidenschaft
    sind tatsächlich wichtige Treiber
    auf dem Weg zum Erfolg. Die Nagelprobe
    als „Verkäufer“ der SVP Botschaften
    steht Chiesa  noch bevor.     
     

      



    Die SP wählte eine Doppelspitze als Führungsduo.
    Cédric Wermuth wurde eine Frau zur Seite gestellt, die Co-Präsidentin, Nationalrätin Mattea Meyer.
    Führung  hat  eigentlich nur EINE Spitze. EINE Führungspersönlichkeit ist viel effizienter als eine Doppelbesetzung.


    Beim Führen lohnt sich das Prinzip: Keine Duos oder Trios an der Front. Auch Teams wollen geführt werden. Aber nicht  von mehreren Personen. Der grosse Nachteil von Doppelbesetzungen:
    Es kommt oft zu Reibereien, Rivalitäten. Meist, wenn es um die Medienpräsenz geht.
    Ein Duo verliert zudem  viel Zeit mit Koordinationsgesprächen.
    Obschon sich die beiden neuen Leitfiguren  aus Juso-Zeiten kennen, wird die sturere Feministin Meyer nicht  gerne die zweite Geige spielen neben dem dominanten Cédric Wermuth. Der frühere Hausbesetzer und Juso Präsident ist offensichtlich kein verbissener Linksextremer mehr. Der Machtpolitiker ist flexibler geworden und beackert geschickt das Feld  „Mitte - Links“. Deshalb ist er für die Bürgerlichen gefährlich. Auch äusserlich mutierte der provozierende Jungpolitiker mit wilder Bartfrisur zum Machtpolitiker mit gepflegter  Kleidung, die aber nie zu elegant wirkt. Am Rednerpult entfernt er sich in letzter Zeit immer mehr  von früheren extremen Positionen. Doch ist er sehr darauf bedacht, dies nicht zu sehr auffallen zu lassen.
    Co- Präsidentin Mattea Meyer versteht - laut Weltwoche - keinen Spass, wenn es z.Bsp. um Sexismusfragen geht. Als sie gefragt wurde, ob es nicht übertrieben sei, wenn Feministinnen Komplimente von Männern als Angriff empfinden, entgegnete Meyer schroff: „Es ist kein Kompliment, wenn Frauen auf ihr Aussehen reduziert werden.“
    Diese Aussage ist eine typische „Nichtantwort“. Jeder Profijournalist müsste hier nachhaken.
    Mattea Meyer ist  intelligent. Sie wirkt jedoch am Bildschirm zu hektisch und weniger eloquent.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass das neue Duo  viel Energie aufwenden muss, um interne Rivalitäten zu glätten.
     

    Bei den Grünen schaffte es Balthasar Glättli an die Parteispitze.

    Er löste Regula Rytz ab.
    Glättli war mit sieben Jahren  an Krebs erkrankt. Nach der Matura studierte er Philosophie, Linguistik und Germanistik an der Universität Zürich. Ohne Abschluss gründete er ein Internet-Consulting-Unternehmen. Später war er bei verschiedenen Organisationen und der Gewerkschaft VPOD angestellt. Seit 2011 sitzt er im Nationalrat.
    Glättli ist mit der SP-Nationalrätin Min Li Marti  verheiratet, sie sind Eltern einer zweijährigen Tochter.
    Bei seinen Auftritten wirkte seine Gestik früher zu „eckig“. Die hektischen „Ausgriffe“ störten. Heute spricht er viel natürlicher.
    In Interviews bringt er die Antworten meist auf den Punkt. Er weicht nicht aus und verzichtet auf Floskeln. Hier Beispiele aus einem Interview:


     
     





    Wie retten wir das Klima?
Indem wir aus den fossilen Energien aussteigen.
    Wieviel teurer muss Fliegen wirklich werden?
Mittelfristig so teuer wie das Fliegen mit synthetischem Treibstoff ist: damit man die verbleibenden Flüge klimaneutral durchführen kann.
    Wann sind Sie das letzte Mal geflogen? Wohin?
2017 in die USA, zu einem grossen Treffen der Verwandten meiner Frau.
     Filet oder Seitanplätzli?
Vegetarisches Curry.
     Wie oft essen Sie Fleisch?
Viel seltener als früher, aber sicher jede Woche.

     Ist es nervig, so im Schatten der SP zu stehen?
Ich habe nicht das Gefühl, im Schatten zu stehen.
    Wie kommen Sie da raus?
Wo man nicht drin ist, muss man auch nicht rauskommen (lacht).
    Dank seiner  kurzen, konkreten Antworten wirkt Glättli glaubwürdig. Bei der  vorletzten Frage antwortet  er geschickt mit einer Ich-Botschaft. Wenn er sein Gefühl schildert, kann das nicht widerlegt werden. Dass er heiklen Fragen nicht ausweicht, bestätigt er  auch in einem Video, wo er gefragt wurde, ob er eine Bundesratskandidatur anpeile. Glättli verneint eindeutig.“Selbst stehe ich für eine Bundesratskandidatur nicht zur Verfügung. Aber ich strebe mit den Grünen einen Sitz im Bundesrat an.“


     FAZIT:
    Heutzutage kann ein Politiker nicht damit rechnen, dass alte Aussagen vergessen werden. Das fordert von den an der Front stehenden Politikern nicht nur grosse Präsenz, sondern auch Weitblick und Gedächtnis.
    Bei Parteipräsidenten spielt die Aufrittskompetenz eine zentrale Rolle.
    Sie prägen das Image einer Partei.
    Parteipräsidenten sind in verschiedener Hinsicht medienrhetorisch gefordert.
    Botschaften müssen verständlich und überzeugend vermittelt werden.
    Verehrte Leserinnen und Leser:
    Achten Sie in den kommenden Wochen  bei den den neuen Parteispitzen darauf:
    Wird konkret, verständlich, bildhaft gesprochen?
    Wie wirkt die Stimme?
    Spricht die Person natürlich und glaubwürdig?
    Leider ist vielen Politiker nicht bewusst, dass bei Ueberzeugungsprozessen wichtiger ist, dass WIE kommuniziert wird, als  WAS kommuniziert wird.



     

    _____________

    •    Marcus Knill (www.knill.com)  

    Montag, 24. August 2020

    Erstaunlich

    Schwarzer Wirt stolz auf Mohrenkopf-Namen seines Restaurants - Blick «Ja, ich bin ein Mohr und stolz darauf»

    Babyimpfung des BAG

    Schon ab 6 Monaten 

    Corona-Skeptiker toben wegen Babyimpfung


    Corona und Influenza könnten im Winter das Gesundheitssystem an den Anschlag bringen. Dies soll eine breite Grippeimpfung schon für Kinder ab sechs Monaten verhindern. (Quelle 20 Min)

    Darum gehts:

    • Das BAG plant im Winter eine Impfoffensive zur Grippe, um Spitäler wegen Corona zu entlasten.
    • Teil der Kampagne sind Kinder: Säuglinge sollen schon mit 6 Monaten geimpft werden.
    • Eltern und Impfgegner fürchten bleibende Schäden und einen Schritt Richtung Impfzwang.
    • Ein Experte warnt, das BAG könne durch die Kampagne das Skeptiker-Lager stärken.
    • Führende Kinderärzte sind für eine breite Grippeimpfung.

    Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will in diesem Jahr ein Viertel der Schweizer Bevölkerung gegen die saisonale Grippe impfen. Bisher waren es rund 15 Prozent. Die Impfung soll verhindern, dass eine Grippewelle in Kombination mit der allfälligen zweiten Corona-Welle das Gesundheitssystem im Winter überlastet.

    Impfungen bei Kleinkindern sind in der Bevölkerung jedoch höchst umstritten. So sind Grippeimpfstoffe erst für Kinder ab 6 Monaten zugelassen, weil ansonsten noch Daten fehlen. Allgemein gab es laut Swissmedic im Jahr 2018 33 Meldungen von Kindern bis 11 Jahren, bei denen beim Impfen unerwünschte «Ereignisse» aufgetreten waren. Über alle Altersgruppen hinweg meldete Swissmedic 6 Fälle von schwerwiegenden Fällen nach einer Grippeimpfung. Dies bedeutet: Die Komplikationen verliefen tödlich, machten einen Spitalaufenthalt nötig oder waren lebensbedrohlich.

    Der Aufschrei von Eltern und den Corona-Skeptikern ist dementsprechend gross. Letztere mobilisieren schon seit Monaten gegen einen vermeintlichen «Impfzwang», sollte dereinst ein Corona-Impfstoff verfügbar sein. Das BAG hat bereits mit dem Hersteller Moderna einen Vertrag über 4,5 Millionen Corona-Impfdosen abgeschlossen. Ein «Corona-Skeptiker schreibt auf Telegram: «Einem 6 Monate alten Kind eine Grippe-Impfung geben? Drehen die da oben komplett durch?»

     

    «Heikle Strategie»

    Für Kommunikationsexperte Marcus Knill ist klar, dass das BAG nach den verschiedenen Kommunikationspannen viel an Glaubwürdigkeit verspielt hat. «Jetzt bei der Grippeimpfung Babys ins Zentrum zu stellen, ist da natürlich heikel: Einerseits reagieren Eltern sehr emotional, andererseits gibt es Impfskeptikern Futter, weiter gegen Grippe- und später auch Corona-Impfungen mobil zu machen.»

    Es sei deshalb zentral, jegliche verfügbaren Fakten zur Grippeimpfung bei Kleinkindern auf den Tisch zu legen. «Ansonsten treibt die Kampagne Unentschlossene ins Lager der Impfskeptiker – auch bei der Corona-Impfung», sagt Knill. Damit die Kampagne glaubwürdig sei, dürfe nichts beschönigt werden: «Die grosse Mehrheit, die das Beste für ihr Kind will, muss davon überzeugt werden, dass diese Impfung ungefährlich ist und ein wichtiger Beitrag gegen die Grippe- sowie die mögliche zweite Corona-Welle.»

    Baby impfen lassen oder nicht: Pro und Kontra

    Samstag, 22. August 2020

    Chiesa als Präsident der SVP gewählt.

    Spannend bis zum Schluss

    In der Gerüchteküche hiess es bereits, es werde nun doch noch zu einer Kampfwahl kommen.

    Denn, Alfred Heer hatte vor der Delegiertenversmmlung nichts von sich hören lassen und hatte nicht auf eine Kandidatur verzichtet.

    Heer war abgetaucht. 

    Journalisten prognostizierten bereits: Wenn es zu einer geheimen Wahl komme, würde Heer gewählt.

    Nun sind die Würfel gefallen. Ich zitiere SRF:

    SVP-Delegiertenversammlung: 

    Tessiner Marco Chiesa wird neuer SVP-Präsident

    • Der Tessiner Marco Chiesa ist an der SVP-Delegiertenversammlung in Brugg Windisch AG mit grosser Mehrheit zum neuen Präsidenten der Partei gewählt worden.
    • Die SVP-Delegierten haben auch Parolen zu den eidgenössischen Abstimmungsvorlagen vom 27. September gefasst.
    • Die eigene «Begrenzungsinitiative» wurde einstimmig und mit viel Applaus zur Annahme empfohlen.
    • Zur Kampfjet-Abstimmung wurde eine Ja-Parole gefasst, zum Vaterschaftsurlaub eine Nein-Parole.

    Die mehr als 350 Delegierten quittierten die Wahl von Chiesa mit Applaus. Die Stimmen konnten nicht mehr ausgezählt werden. Es war jedoch eine sehr grosse Mehrheit. Der 45-Jährige löst Nationalrat Albert Rösti an der Parteispitze ab.

    Er werde das Programm der SVP nicht ändern, nur um netter zu sein und mit allen auszukommen, sagte Chiesa nach seiner Wahl. Er wolle ganz sicher keine 10-Millionen-Schweiz. Er wolle seinen Kindern eine Welt übergeben, auf die sie stolz sein könnten. Mit Chiesa hat die SVP erstmals einen Präsidenten aus der lateinischen Schweiz.

    Alfred Heer hat verzichtet

    Bei der SVP kam es zu keiner Kampfwahl um das Präsidentenamt. Der Zürcher Nationalrat Alfred Heer stellte sich am Ende nicht zur Verfügung. Die Zürcher Kantonalpartei unterstützte öffentlich den einzigen Kandidaten Marco Chiesa.

    Heer hatte allerdings bis zuletzt offen gelassen, ob er an der Versammlung zur Wahl für das Präsidium der SVP Schweiz antreten wird. Die Zürcher Kantonalpartei hatte ihn eigentlich offiziell nominiert.

    Aus BLICK:

     

    Was machen Sie am liebsten – neben der Politik?
    Ich widme meine gesamte Freizeit meinen Kindern und meiner Frau.

    Ihr Traumberuf als Bub?
    Hausarzt, ein aussergewöhnlicher Beruf.

    Ihr bisher grösster politischer Erfolg?
    Die Annahme der Kantonalverfassungs-Initiative im Tessin zur Wiederherstellung des Inländervorrangs auf dem Arbeitsmarkt.

    Ihr politischer Lieblingsfeind?
    Ich habe keine Feinde, nur politische Gegner.

    Was ist für Sie Heimat?
    Unser wunderbares Land, in dem ich meine Wurzeln habe, mein Zuhause, meine Familie.

    Ihr Lieblingssong?
    «One» von U2.

    Was brachte Sie zuletzt zum Weinen?
    Geweint habe ich nicht, aber ich habe schwierige Zeiten während der Corona-Krise erlebt.

    Ihre grösste Schwäche?
    Schwiizertütsch.

    Womit kann man Ihnen eine Freude bereiten?
    Mit einem freien Abend und einem gemütlichen Abendessen mit alten Freunden.

    Haben Sie ein Tattoo? Wenn nicht, was liessen Sie sich stechen?
    Nein, und ich werde mir auch nie eines stechen lassen.

    Bier oder Wein?
    Ein feines Glas Merlot del Ticino.

    Lago Maggiore oder Lago di Lugano?
    Lago di Lugano.

    Matteo Salvini oder Sebastian Kurz?
    Sebastian Kurz.

    Skiferien oder Strandferien?
    Skiferien in unseren Schweizer Bergen.

    Würden Sie Ihren Kindern raten, in die Politik zu gehen?
    Ja sicher, wir brauchen Schweizerinnen und Schweizer, die sich in der Politik engagieren für eine lebendige Demokratie und auch in Zukunft für eine freie Schweiz kämpfen.

    Heute wählt die SVP ihren neuen Chef

    Heute ist es so weit: An der Delegiertenversammlung in Windisch AG wählt die SVP ihren neuen Präsidenten.

    Acht Monate sind seit der Rücktrittsankündigung von Albert Rösti (53) vergangen. Eigentlich hätte bereits im März ein Nachfolger bestimmt werden sollen, was wegen Corona aber schiefging.

    Für die SVP kam das nicht ungelegen: denn sie tat sich schwer, einen neuen Chef zu finden. Die, die sich das Amt vorstellen konnten, wollte SVP-Doyen Christoph Blocher (79) nicht.

    Am früheren Nachmittag wird der neue SVP-Chef feststehen. Der Vorstand hat gestern Abend Marco Chiesa (45) einstimmig zur Wahl empfohlen. Damit ist er gesetzt. Der Zürcher SVP-Nationalrat Alfred Heer (58) hat seine Kandidatur zwar noch immer nicht zurückgezogen. Doch auch wenn es zur Kampfwahl kommt: Heer dürfte Chiesa kaum in die Quere kommen. Erstmals wird wohl ein Tessiner Präsident der grössten Schweizer Partei.