Freitag, 17. März 2017

De Weck ingnoriert langjähriger Publikumswunsch

Marcus Knill

17.03.2017

Die SRG soll auf Unterbrecherwerbung verzichten. De Weck hat dafür kein Gehör.

Rentenreform ist noch nicht unter Dach

Nun folgt der Volksentscheid

Der Ausgang der Abstimmung ist völlig offen. Es könnte zu einer unheilgen Allianz zwischen rechts und links kommen.

Bildergebnis für Rentenreform
Der nächste Schritt ist die Volksabstimmung. Diese ist auf den 24. September angesetzt. Die Zustimmung von Volk und Ständen ist nötig, weil für eine Mehrwertsteuer-Erhöhung die Verfassung angepasst werden muss. Da die Räte die Verfassungs- und die Gesetzesänderung verknüpft haben, gilt der Urnengang für das gesamte Reformpaket. Eine Unterschriftensammlung erübrigt sich also.

Findet die Reform eine Mehrheit, werden Anfang 2018 jene Änderungen in Kraft gesetzt, die die AHV betreffen. Die Mehrwertsteuer wird um 0,3 Prozent erhöht. Davon spüren die Konsumentinnen und Konsumenten nichts, weil gleichzeitig die IV-Finanzierung ausläuft. Das Frauenrentenalter wird schrittweise auf 65 Jahre angehoben.

2019 treten die Anpassungen bei der beruflichen Vorsorge in Kraft, 2021 kommt eine weitere Mehrwertsteuer-Erhöhung um 0,3 Prozent. In einigen Jahren wird der Bundesrat schon die nächste Rentenreform aufgleisen müssen. Die AHV ist höchstens bis 2030 finanziert. (SDA)


FAZIT: Der Ausgang ist noch völlig offen. Viele sind mit dem Kompromiss nicht glücklich.

Donnerstag, 16. März 2017

Abitur für alle?

Oder: Das Recht auf einen Abiabschluss?

Immer mehr Schüler wollen studieren und für immer mehr Unternehmen ist das Abitur eine Voraussetzung für eine „normale“ Ausbildung. Kein Wunder, dass Eltern ihre Sprösslinge frühzeitig auf das Abitur einschwören, koste es, was es wolle.
Für viele scheint es eine Erziehungskatastrophe zu sein, wenn das Kind nicht auf dem Gymnasium landet.

Hier geht es primär um Show, weniger um Inhalte

Experten haben sich in Hamburg die Abituraufgaben in Mathematik angesehen. Ihr Fazit ist eindeutig: Von 2005 bis 2013 gibt es einen klaren Abstieg in den Anforderungen. In Biologieaufgaben wird Lernstoff schon im Klausurtext mitgeliefert.
Und in Berlin wurde vor ein paar Jahren in der Oberstufe der Maßstab verändert: Schüler erhalten nun bereits bei 95 Prozent eine 1+ (15 Punkte). Darüber hinaus wurde in vielen Bundesländern die „Präsentationsprüfung“ eingeführt.
Lehrer halten sie für keine „richtige“ Abiturprüfung. Hier gehe es primär um Show und weniger um Inhalte. Und weil bei diesem Prüfungsformat die meisten Schüler gut abschneiden und kaum einer durchfällt, hebt es am Ende den Abi-Schnitt an.

Defizite in Orthografie und Rechnen

Andererseits steht außer Frage, dass das Präsentieren heutzutage mehr denn je zu den Basics gehört: Inhalte strukturiert und anschaulich darzubieten, ist eine wichtige Kompetenz - in der Wirtschaft und in der Wissenschaft.
Aber Uni-Professoren und Personalchefs befürchten, dass andere Kompetenzen stattdessen auf der Strecke bleiben.
Sie beklagen die zunehmenden Defizite in Orthografie und in elementaren Rechentechniken. „Wie sind denn Ihre Schüler durch die Abi-Klausur gekommen?“, fragte kopfschüttelnd ein Dozent.

„Irgendwann dürfen wir im Abi twittern“

Ganz einfach: Man kann mit einer Fünf in der Mathe-Prüfung durchaus das Abitur erreichen. „Und der Fehlerquotient im Deutschen?“ Ist abgeschafft oder wird pauschal mit „sprachlicher Qualität“ vermengt.
In Hessen nahm das Bildungsministerium 2016 in der Oberstufe die Abwertung von Klausuren bei sprachlichen Mitteln zurück.
„Irgendwann, ich sag’s Ihnen“, meinte ein Schüler neulich zu mir, „irgendwann dürfen wir im Abi twittern.“ Sprachliche Inkompetenz first.

KOMMENTAR: Wenn die Anforderungen zurückgeschraubt werden, führt dies zu einer Abwertung der Maturität.
Das Abi ist dann nichts mehr wert.
Lehrkräfte, die im Interesse derKinder die Noten frisiert hatten, damit sie Schüler eine Lehrstelle bekommen, schaden sich langfristig.
Die Betriebe nahmen die Noten nicht mehr ernst und prüften die Kandidaten in der Probezeit mit eigenen Prüfungen.
Wenn jedes Kind ein Recht auf einen Hochschulabschluss hätte, würde diese Ueberakademisierung dazu führen, dass auch Taxichauffeure mit einem Hochschulstudium ihr Geld verdienen müssen.
Die Abwertung von Prüfungen rächt sich früher oder später.
 

Mittwoch, 15. März 2017

Hilfreich zu wissen bei Lohnerhöhungsgesprächen

Die Chance, mehr Lohn zu erhalten, ist heute nicht einfach.
Doch gibt es wichtige Aspekte, die berücksichtigt werden müssen, falls Sie es wagen wollen.
 Bildergebnis für lohngespräche
(Beitrag basiert auf einem Artikel von 20 Min)

Lohnvergleich
«Bringen Sie Ihren Marktwert in Erfahrung, innerhalb und ausserhalb der jeweiligen Branche», empfiehlt Stephan Alexander vom Kaufmännischen Verband. Hilfreich für alle Beschäftigten im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Bereich und im Detailhandel seien etwa die Lohnempfehlungen des Kaufmännischen Verbands oder der Salärvergleich des Bundesamts für Statistik.


Argumente
Was haben Sie letztes Jahr erreicht, was erfolgreich umgesetzt? Wer mehr Lohn möchte, muss das auch begründen. Dabei sollte man sich wenn möglich auf konkrete Zahlen und Fakten abstützen, die die eigene Leistung betonen. Auch der erfolgreiche Abschluss eines grossen Projekts kann ein gutes Argument für mehr Lohn sein.


Realismus
Der Lohn darf das Lohngefüge in der Firma nicht auf den Kopf stellen. Will heissen: Sie können nicht mehr als Ihr Chef verdienen oder viel mehr als Kollegen auf der gleichen Stufe. Praktisch ist es deshalb, wenn man mit seinen Kollegen einmal über die Höhe des Gehalts diskutiert hat. Die Erhöhung sollte man ausserdem in Prozenten fordern. Grund: Zwei Prozent schrecken psychologisch weniger ab als 200 Franken.



Herangehensweise
Themen wie Schulden, Unterhaltszahlungen oder die persönliche Situation des Arbeitnehmers sollten am Lohngespräch eher nicht thematisiert werden. Lieber sollte man beim Geschäftlichen bleiben. Der Kaufmännische Verband rät: Zeigen Sie sich fair und diskussionsbereit. Und falls das Gespräch nicht glückt: Entscheiden Sie sich für beförderungsaktive sowie lohnwirksame Aus- und Weiterbildungen.


Lage der Firma
Wie geht es Ihrer Firma? Steht sie kurz vor dem Bankrott oder hat sie gerade einen Rekordgewinn eingefahren? Als Arbeitnehmer sollte man sich vor der Lohnverhandlung über Umsatz und Gewinn, Marktposition oder Fusionspläne informieren. «Hat das eigene Unternehmen in diesem Jahr Gewinne erzielt, kann der Mitarbeitende mehr fordern», sagt Alexander vom Kaufmännischen Verband dazu. Dabei gelte es zu zeigen, welchen individuellen Beitrag man dazu geleistet hat und inwiefern die persönlichen Ziele erreicht wurden.


Taktik und Ruhe
Bei Lohnverhandlungen ist die richtige Dramaturgie gefragt. Experten raten daher: Behalten Sie die besten Argumente bis zum Schluss auf. Haben Sie also immer noch ein Ass im Ärmel. Eine Liste mit Antworten auf Gegenfragen gibt es auf Kfmv.ch. Bleiben Sie ruhig. Lassen Sie sich nicht zu einem Verhalten provozieren, das Ihre Stelle gefährdet.


Konkrete Ziele vereinbaren
Falls es mit der Lohnerhöhung trotz aller Mühe doch nicht geklappt hat: Fragen Sie Ihren Chef, welche Ziele man erreichen und welche Leistungen man erbringen muss, um im nächsten Jahr mehr Lohn zu bekommen. «Ganz wichtig sind klare Messkriterien, wie die Erreichung dieser Ziele gemessen wird», sagt der Personalexperte Matthias Mölleney. Auf dieser Basis schafft man sich eine gute Ausgangslage für das nächste Jahresgespräch.



Grundätzliches zum Gespäch:
(Handelszeitung schreibt)

Gesprächsvorbereitung
Überlegen Sie sich:
- Was ist meine Strategie, wie formuliere ich meine Lohnforderung (beispielsweise mehr fordern und herunterhandeln lassen)?
 - Was wurde beim letzten Lohngespräch vereinbart?
- Was ist der branchen- und funktionsübliche Lohn? Was sind meine Unter- und Obergrenzen für das Wunschergebnis? Lohnerhöhungen von mehr als 5% sind in der Regel nur über eine Neudefinition der Stelle zu erreichen.
- Welche Vorschläge möchten Sie einbringen?
- Selbsteinschätzung: Wo sind Ihre starken und schwachen Punkte (Analysefähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Effizienz, Genauigkeit, Kreativität, Erfahrungen, Team- und Kommunikationsfähigkeit, Integrität, Entwicklungspotenzial)?
- Überlegungen zum Unternehmen (Prozesse, Arbeitsauslastung, Arbeitsklima, Arbeitsinfrastruktur, Team, Zuständigkeiten).
- Was habe ich (Besonderes) geleistet? Was ist mein Marktwert?
- Überlegen Sie sich den Geschäftsgang und die Aussichten des Unternehmens und der Branche, loten Sie Lohnnebenleistungen und Weiterbildungsmöglichkeiten aus.
Gespräch
- Schwächen eingestehen, nicht negieren und nach Ausreden suchen.
- Vereinbaren Sie realistische und klar definierte Ziele.
- Versprechen Sie nichts, das Sie nicht einhalten können.
- Sachlich und freundlich bleiben.
- Sich nicht mit Phrasen abspeisen lassen («Die Konjunkturaussichten sind schlecht», «Sie verdienen bereits das Maximum»).
- Sind Sie mit dem Ergebnis nicht einverstanden, bitten Sie sich eine Bedenkzeit aus.

Formulierungen
- Nicht: «Ich will gleich viel Lohn wie Kollege X.»
- Sondern: «In den letzten Jahren sind Personen mit deutlich höheren Einstiegslöhnen eingestellt worden. Für das Team ist es wichtig, wenn der Einsatz langjähriger Mitarbeiter honoriert wird.»
- Oder: «Ich verdiene bei gleicher Arbeit weniger als meine Arbeitskollegen.»

- Nicht: «Wenn ich nicht mehr Lohn erhalte, dann gehe ich zur Konkurrenz.»
- Sondern: «Meine Arbeit und die Anforderungen haben sich geändert.»
- Oder: «Ich habe zusätzliche Qualifikationen erstanden, und dies hilft dem Unternehmen in diesem und diesem Bereich.»

- Abzuraten ist von faulen Begründungen für die Lohnerhöhung: «Wegen der Kinder brauche ich ein grösseres Haus.» «Die Steuern haben meine letzte Lohnerhöhung aufgefressen.»
Nach dem Gespräch
- Falls Sie zufrieden sind: Gebührend feiern.
- Falls Sie nicht zufrieden sind: Nach einem neuen Arbeitgeber Ausschau halten.

Links: Tipps à gogo
www.jobwinner.ch/stellenmarkt/jobs/Lohnkalkulator.asp
www.jobcenter.info/stundenlohn-rechner.html
www.kvz.ch (Broschüre Salärempfehlungen 2006)
- Dual Career Advice der ETH Zürich: www.dca.ethz.ch
www.kmu-vital.ch, Tipps zur Work-Life-Balance

ZUM AUFTRETEN :

- Ich verstelle mich nicht, bin natürlich, authentisch
- Ich beginne das Gespräch mit einem Small Talk
- Ich sage kurz und konkret, um was es mir in diesem Gespräch geht
- Ich spreche frei
- Ich habe ein Kernargument (bildhaft, verbunden mit einem Beispiel)
- Ich stelle Fragen: "Sehen Sie eine Möglichkeit, wie......?" 

Das Gespräch führe ich nicht unter Zeitdruck
Weder vor einem wichtigen Termin noch vor dem Mittagessen.
Ich lasse mich von einem externen Profi coachen.
K+K steht Ihnen gerne zur Verfügung.
(Ohne grossen Zeitaufwand - Unsere Module sind nachhaltig - dank grosser Erfahrung. Wir coachen Sie ganzheitlich mit fachgerechtem Videofeedback).

Dienstag, 14. März 2017

Erkenntnis nach der umstrittenen ARENA "Wie glaubwürdig sind die Medien?"

GRUNDSAETZLICHES ZUR FRAGE:

Wie können künftig Stolpersteine beim Moderieren vermieden werden?

Im Tagi analysierte Anton Schaller die umstrittene ARENA "Wie glaubwürdig sind die Medien?"und machte darauf aufmerksam, dass nur neutrale Moderatoren glaubwürdig sind:

Ich zitiere:

Neutrale Moderatoren am glaubwürdigsten

Die Analyse der weltweiten Untersuchungen der politischen Berichterstattung (Nachrichtensendungen, Magazine, Talkshows) durch den ARD-Forschungsdienst lieferte auch die Antwort auf die Frage «Wie erreicht ein Moderator die höchste Glaubwürdigkeit?». In einem Experiment wurden repräsentativen Testpersonen eigens hergestellte Talk-Sendungen zur Flüchtlingsfrage vorgeführt, zuerst mit einem neutralen, dann mit einem liberalen und zuletzt mit einem konservativen Gesprächsleiter. Das Verdikt war eindeutig: Der neutrale Moderator erzielte in der anschliessenden Befragung die höchste Glaubwürdigkeit. Und interessant ist laut Bericht der Zeitschrift «Media-Perspektiven», dass die Glaubwürdigkeit in der Beurteilung nur wenig sank, wenn der Moderator parteiisch war, dabei eine Meinung vertrat, die kongruent zur Meinung des Befragten war. Das genau Umgekehrte passierte, wenn die Meinung des Moderators der Meinung des Befragten widersprach: Der Moderator wurde von diesem als sehr unglaubwürdig eingeschätzt. 

 Zur Neutralität des Moderators schreibt Watson:


Seit mehr als zwei Jahren moderiert Jonas Projer nun bereits die «Arena». Der junge Journalist wurde dabei stets als eloquent, schlagfertig und humorvoll wahrgenommen. Und vor allem war er trotz der hitzigen Diskussionen immer neutral. 
Doch genau bei diesem letzten Punkt stösst Projer nun an seine Grenzen. Der Grund: Donald Trump.
Ganz zum Schluss der  «Arena»-Sendung mit dem Thema «Ernstfall Trump» stellte Projer folgende Grundsatzfragen:

 «Soll die ‹Arena› neutral bleiben, wenn es um Folter geht? Soll die ‹Arena› neutral bleiben, wenn ernsthaft darüber diskutiert wird, ob Menschen weniger Rechte haben sollen, nur weil sie Juden oder Muslime sind?»

Grosse Fragen für eine Sendung, die sich Neutralität bis jetzt immer gross auf die Fahne schrieb. Doch Projer scheute nicht vor einer klaren Antwort zurück und sagte klar und deutlich:
«Die ‹Arena› darf da nicht neutral bleiben, und ich als Journalist kann da nicht neutral bleiben.


Doch wie gesagt, diese Frage stellte Projer erst ganz am Ende der gestrigen Sendung, zuvor moderierte der SRF-Mann im gewohnten Stil. Neutral also. 

Ganz fair hingegen war das Setting nicht. Denn mit James Foley, Sprecher der Republicans Overseas Switzerland, war nur einer der vier Gäste auf der Seite Trumps. Mit Micheline Calmy-Rey, Klaus Wellershof, dem ehemaligen Chefökonomen der UBS, und dem irakisch-schweizerischen Filmemacher Samir standen dem bemitleidenswerten US-Amerikaner gleich drei redegewandte Kontrahenten gegenüber.

Rekord an Beschwerden:

Die Beschwerden türmen sich im Büro von SRF-Ombudsmann Roger Blum. Über 250 Beanstandungen sind zur «Arena»-Sendung von vergangener Woche schon eingegangen – ein Rekord. Das berichtet heute die «SonntagsZeitung».
Den Spitzenplatz in Sachen Beanstandungen hatte bislang TV-Talker Roger Schawinski inne. Seine Sendung mit Satiriker Andreas Thiel hatte 185 Beschwerden provoziert.
Nun wurde Schawinski von «Arena»-Moderator Jonas Projer abgelöst – und das lange bevor die Beschwerdefrist von 20 Tagen abgelaufen ist. Ihm wird in einer Mehrheit der Zuschriften vorgeworfen, unfair mit Gesprächsgast Daniele Ganser umgegangen zu sein. So hatte Projer Ganser als «umstrittenen Historiker» vorgestellt und sich mit ihm über widersprüchliche Aussagen zu einem Beitrag der Sendung «Einstein» gestritten, welche im Januar ausgestrahlt worden war.

ANALYSE und ERKENNTNIS:

- Ein Moderator muss neutral moderieren.
(Es gibt ganz wenige Ausnahmen. Bei Verstössen gegen
gesetzliche Bestimmungen oder bei Beleidigungen von Gesprächspartnern)

- Ein Moderator darf Leute nicht vorführen.

- Er darf einen Gesprächsteilnehmer nicht als umstrittene Person ankündigen.

- Er muss das Gespräch immer wieder zum Thema "Wie glaubwürdig sind die Medien" zurückführen. Wenn ein persönliches Geplänkel 10 Minuten der Sendezeit beansprucht, weicht ein Moderator selbst vom Thema ab. Das ist ein No go.




- Der Moderator hat sich strikt an seine Rolle als Gesprächsleiter zu halten, auch wenn er emotional betroffen ist.
Er darf nie persönlich werden oder die Nerven verlieren
(Ich erinnere an das Duell: Schawinski -Thiel).





Offene Fragen nach der umstrittenen Sendung. Ich fasse zusammen:

Warum wurde ein Gast wie Ganser eingeladen ? 
Was hatte man sich vom Gast Ganser versprochen ? 
Welchen Mehrwert resultierte durch seine Voten für die Diskussion ?


Weshalb wurde der Gast mit dem Attribut “umstritten” versehen ? 
Hat es bei anderen Gästen auch  schon gegeben ? 
(Bei einem Politiker würde man das jedenfalls nie sagen).
Durch die Person Ganser kam Moderator von Anfang an in Erklärungsnot.




Weshalb diskutierte der Gesprächsleiter als Akteur mit, anstatt zu moderieren? (Er wurde dadurch zur Partei innerhalb der Diskussion, statt die Diskussion zu leiten und zu führen.
Dies führte wiederum zu einer (zu) emotionalen Debatte. Was voraussehbar gewesen wäre. Denn es war klar, dass Ganser sich verteidigen würde).


Uebrigens. Die “Beweislage” mit dem Mail war zu dünn. Auch das wäre vorauszusehen gewesen. 

Weshalb wurde das ganzes Mail nicht grafisch vorbereitet ?

Die fehlende Distanz des Moderators liess die ganze Diskussion in die Sackgasse führen. Hick-Hack statt offener Diskussion.

Grundsätzliche Lehren:


Das Thema war schon emotional besetzt, dazu braucht es nicht noch “umstrittene” Gäste !


Aussagewunsch der Sendung müsste mit jener der Gäste abgeglichen  werden. Sonst führt dies u.U. thematisch in eine andere Richtung.
Wenn eine Diskussion eskaliert, darf ein Moderator Gäste nicht noch bedrohen (“nehme Ihnen Mikrophon weg” usw), sondern z.B.: “Ich nehme Ihre Aussagen, Ihre Kritik zur Kenntnis und wir können das später, nach der Sendung klären. Das hat mit dem Thema, das wir heute Abend diskutieren, nichts zu tun. Oder der Moderator kann ruhig  auf den Faktencheck hinweisen.”


Zum Rollenverständnis:


Ist der Moderator gleichzeitig eine höhere Instanz, die über andere urteilen darf? Nach meiner Meinung darf er das nicht. 

Ein Moderator muss dafür sorgen, dass die Diskussion in geregelten Bahnen verläuft und das Thema von allen Seiten beleuchtet wird. 

Er sorgt dafür, dass alle Diskutanten zu Wort kommen. Wenn die Meinung des Moderators zu einem Thema spürbar ist, dann hat er eigentlich schon verloren. Haltung ja, aber nur eine journalistische.
 

************

Schon 2003 habe ich bereits in einer Analyse des Zischtig-Clubs geschrieben, was beim Moderieren beachtet werden müsste.

Ich zitiere:



Für Beobachter machte der Zischtigclub deutlich, was "Moderation nicht sein darf".  Ich machte bewusst, dass MODERIEREN eine hohe Kunst ist.
Moderieren ist nicht einfach. Moderieren beinhaltet Vieles: Es geht nicht nur um eine Einführung in die Thematik oder um das Vorstellen der Teilnehmenden, um das passende Schlusswort. Moderieren will auch heissen:



  • Zuhören und weiterführende Fragen stellen
  • animieren
  • führen, leiten, lenken
  • aktivieren
  • zusammenfassen
  • Schweiger zum Reden bringen
  • provozieren
  • spiegeln
  • vergleichen 
  • bei Abweichungen, zum Thema zurückführen
  • Aussagen paraphrasieren
  • Fremdmeinungen einzubringen und diese auch zuzulassen
  • Zusammenhänge aufdecken
  • Schweigen können
  • Langredner abblocken
  • Spielregeln vor der Sendung bekanntmachen
  • dafür zu sorgen, dass vereinbarte Spielregeln eingehalten werden
  • beschreiben, nicht werten
  • Inputs geben


Die Analyse des Club zeigt eindeutig, dass Moderieren mit Steuern/Lenken zu tun hat. Die Behauptung "Ein Team darf nicht geführt werden, denn es führt sich selbst!" stimmt so wenig, wie der Annahme des Moderators, eine Gesprächsrunde lenke sich selbst.


LINK:

erfolgreich moderieren - Graber Impuls

www.graber-impuls.ch/files/130-Leseprobe_Moderationstechniken.pdf
[3] Knill, Marcus. Konflikt-Strategien, Knill + Knill, Kommunikations- beratung, CH-8248 Uhwiesen, www.rhetorik.ch. [4] Graber, Andreas. Checkliste Moderation ... 


Jahrhundert wurde das Wort "moderieren" dem lateinischen Verb ... Dass sich aber Frank A. Mayer ungenügend vorbereitet hatte, zeigte der Umstand, dass er  ...
www.rhetorik.ch/Moderieren/Moderieren.html

Recht auf eigenes Bild

Blick verweigert ein Interview, 
weil die Interviewte sich nicht 
ablichten lassen wollte





Darum verzichtet BLICK auf ein Interview mit Staatssekretärin Pascale Baeriswyl  Stress mit dem Foto! 

Vielen Politiker werden von PR Spezialisten betreut, die auf das Image des Kunden bedacht sind.
Ich habe Verständnis dafür, dass man nicht einfach grünes Licht gibt für geschossene Fotos.
Denn bei einem missliebigen Partner publizieren die Medien gerne ein unvorteilhafte Aufnahme und umgekehrt.
Dass die Medien keine PR Fotes schätzen, ist ebenfalls verständlich.
Ich empfehle deshalb: 

Die Persönlichkeit vereinbart mit dem Journalisten: "Sie dürfen fotografieren, aber ich darf entscheiden, welche Aufnahme publiziert wird."
Leider wissen die wenigsten, dass sie ein Anrecht haben, auf  ihr WORT und BILD. Deshalb: Vereinbarungen
vor dem Interview treffen!

Ist auch eine Augenweide

Blühende Äcker



 (aus Tagi)
Künstlich angelegte Wildblumenflächen im Getreide- 
oder Kartoffelfeld erhöhen die Artenvielfalt und 
helfen, Schädlinge zu bekämpfen. Mehr.