Dienstag, 4. Juni 2013

Der Killer weiss sich in Szene zu setzen

Hackbeil-Killer vor Gericht Er küsst den Koran, und zeigt gen Himmel

LONDON - Heute musste auch der zweite Hackbeil-Killer Michael Adebolajo (28) zur Anhörung vor Gericht erscheinen. Ihm wird der Mord an Lee Rigby (†25) und versuchter Mord an zwei Polizisten vorgeworfen.
Quelle Blick-online:

Islamist Michael Adebolajo (28) weiss sich vor Gericht in Szene zu setzen. Ganz in Weiss gekleidet tritt er auf, die eine Hand ist noch bandagiert – eine Folge der Schiesserei, die er sich mit der Polizei lieferte. Erst seit Freitag ist der Brite mit nigerianischen Wurzeln aus dem Spital raus.
Doch damit ist Adebolajos Auftritt noch nicht zu Ende. Er küsst den Koran und zeigt gleichzeitig nach oben. Die heilige Schrift lässt er während der ganzen Verhandlung nicht los.
Immer wieder bläst er Küsse in Richtung eines Mannes im Publikum. Vor Gericht stellt er klar, dass er nicht bei seinem richtigen Namen genannt werden will. Sondern bei dem Namen, den er annahm, nachdem er zum Islam konvertierte: Muhajid Al Hamza.

Er stört die Verhandlung immer wieder

Als ihn der Richter auffordert, während der Anhörung zu stehen, verweigert dies Adebolajo anfänglich. Er fragt patzig: «Wieso sollte ich stehen?» Daraufhin erklärt der Richter, das dies so üblich sei und lässt die Beamten Adebolajo dazu zwingen aufzustehen.
Adebolajo wird offiziell des Mordes am Soldaten Lee Rigby (†25) und des versuchten Mordes an zwei Polizisten angeklagt. Dazu kommen weitere, kleinere Delikte.
Nachdem es der Islamist aber weiterhin darauf anlegte, die Anhörung zu stören, wurde diese unterbrochen. Er wird innerhalb der nächsten 48 Stunden nochmals vor Gericht erscheinen müssen.
Auch Adebolajos Komplize, Michael Adebowale (22), musste heute erneut im Gerichtssaal erscheinen. (dra)

Nachtrag zu meiner Analyse   Cohn-Bendit  im PERSOENLICH

Daniel Cohn-Bendit Der Hinterherdenker


Der Co-Vorsitzende der Grünen im Europaparlament, Daniel Cohn-Bendit. Foto:
Der Co-Vorsitzende der Grünen im Europaparlament, Daniel Cohn-Bendit.
So kann sich auch nur ein angeblicher Revolutionär verteidigen: Er sei kein Pädophiler, versichert Daniel Cohn-Bendit, sondern ein Quatschkopf und Opportunist.
Vor 40 Jahren hat Daniel Cohn-Bendit geschrieben, damals war er Kindergärtner, dass „einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln“. Zu recht muss sich der grüne EU-Parlamentarier Cohn-Bendit noch heute für diese Sätze rechtfertigen, zuletzt, als ihm der Theodor-Heuss-Preis verliehen wurde. Auch im aktuellen „Spiegel“ stellt sich Cohn-Bendit dem Thema. Er streitet ab, pädophil zu sein, räumt aber ein, dass seine Sätze von Pädophilen zur eigenen Rechtfertigung benutzt werden. Er verteidigt sich offensiv: Was er damals geschrieben habe, sei „totaler Unsinn“, „völliger Quatsch“. Er stellt sich als spätpubertär und als Angeber dar: „Ich wollte mich gefährlicher machen, als ich bin.
“ Vor allem aber versteckt er sich hinter dem gesellschaftlichen Kontext. Das war damals eben so, vieles von damals kann man sich heute nicht mehr erklären. „Erst mit dem Bewusstsein von Kindesmissbrauch werden solche Aussagen, wie sie mir zu Last gelegt werden, einfach unerträglich.“ Hier zeigt sich, dass er eben doch nichts verstanden hat: Seine Aussagen waren auch schon damals, unabhängig vom Kontext, unerträglich. So lautet die Botschaft, die Daniel Cohn-Bendit offenbar vermitteln will: Ich bin kein Pädophiler, sondern nur ein Quatschkopf und Aufschneider und Opportunist, den man nicht so ernst nehmen soll, weil er bei jedem Trend ohne Nachzudenken mitmacht. Gut, dass so einer im Europa-Parlament sitzt.

Aus Tagesspiegel.de

Kommentar: Ich habe einen Beitrag gelesen, der sich über die Empörung  gegen den Europapolitiker empörten. Man würde sich heute in der Oeffentlichkeit viel zu rasch empören. Ich frage mich: Ist Empörung nur dann nicht mehr erlaubt, wenn es Politiker aus einer bestimmten Ecke betrifft? Nach meinem Dafürhalten ist Empörung immer dann zulässig,  wenn gravierende Fehltritte von bekannten Politikern beschönigt oder totgeschwiegen werden. 

Montag, 3. Juni 2013

Heute Abend stelle ich dem Kantonsschulverein  die Ombudsstelle der Kantonsschule vor.


Ombudsstelle

Wie funktioniert die Ombudsstelle?

Die Idee für eine Ombudsstelle ist aus dem Bestreben entstanden, einen Beitrag zur Förderung eines guten Schulklimas zu leisten. Schon wenige Fälle, in denen die "Chemie" zwischen Schülern und Lehrern nicht mehr stimmt, können wie Gift wirken und ein Gespräch unmöglich werden lassen. Um solche Situationen zu entspannen, die nötige Kommunikation wieder aufzubauen oder für schwererwiegende Probleme eine Lösung zu finden, gewann der Kantiverein zwei Ombudsleute, an die sich Schülerinnen und Schüler wenden können. Wichtig ist, dass die Ombudsleute von der Schulleitung unabhängig und zu absolutem Schweigen verpflichtet sind. Selbst einschreiten dürfen sie nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis der Hilfesuchenden. Ohne solche Garantien funktioniert keine Ombudsstelle; nur sie schaffen die nötige Vertrauensbasis. Den engagierten, interessierten und verständigen Ombudsleuten ist es denn auch in manch verfahrener Situation gelungen, die blockierte Kommunikation wieder in Gang zu bringen.

Unsere Ombudsleute

Nathalie Zumstein 
+41 52 625 25 23
zvw@bluewin.ch
Marcus Knill
Kommunikationsberater
+41 52 659 11 10
www.knill.com

Zum ersten MEDIENCLUB

Der folgende Beitrag von Philip Kübler ist lesenswert.


DER ERSTE «MEDIENCLUB» IM SCHWEIZER FERNSEHEN

Terror-Videos: Bedenken, aber keine Grenzen

von Philip Kübler,

Die Diskussionsrunde im ersten «Medienclub» des Schweizer Fernsehens suchte nach Antworten auf die Frage, wie die Massenmedien mit Terrorbildern umgehen sollten. Im Ergebnis scheint fast alles möglich zu sein. Auf Regelwerke, wie sie etwa der Presserat oder publizistische Leitlinien bieten, haben die Medienprofis kaum verwiesen. Man möchte offenbar lieber referenzfrei entscheiden und publizieren.

«Sind Medien Terrorhelfer?»: Der erste «Medienclub» vom letzten Dienstag thematisierte die Fragen, ob und wie Medien das dramatische Videomaterial veröffentlichen sollen, das den Täter nach der kürzlichen Ermordung eines englischen Soldaten in London zeigt. Der Attentäter hatte einen Passanten am helllichten Tag auf offener Strasse aufgefordert zu filmen – ein für Europa neuartiger und verstörender Auswuchs von Terrorismus.



Die Teilnehmer der von Karin Frei geleiteten Diskussionsrunde waren drei Chefredaktoren (Rolf Cavalli, Patrik Müller und Diego Yanez), zwei Vertreter von Ausbildung und Wissenschaft (Alexandra Stark und Vinzenz Wyss), sowie ein Medienjournalist (Rainer Stadler).

Sie vertraten folgende Positionen:

Vinzez Wyss (ZHAW) erwartet von den Medien ein regelbasiertes und reflektiertes Vorgehen mit Berücksichtigung der Gefahr, vom Terrorismus instrumentalisiert zu werden. Die Thematik und die erforderliche Sensibilität sind lange bekannt. Die Redaktionen haben dies zu wissen und im Rahmen ihrer Prozesse zu organisieren.

Alexandra Stark (MAZ) möchte die Journalistinnen und Journalisten sensibilisieren. Es braucht ein Gespür, wann ein Problemfall vorliegt. Dieser lässt sich dann zwar nicht mit starren Regeln, aber mit bewährten Instrumenten lösen. Die Bedeutung des Journalismus liegt gerade nicht in der 1:1-Weitergabe einer Quelle.

Rainer Stadler (NZZ) ist dagegen, dass Medien gefilmte Taten und Rechtfertigungen von Terroristen veröffentlichen. Journalismus setzt ein Selbstverständnis voraus, dass man sich nicht instrumentalisieren lässt. Was andere Medien publizieren, spielt keine Rolle. Wenn schon, dann lässt sich solch ein Vorgang in distanzierter Form über Text abbilden.

Diego Yanez (SRF) beschreibt die Entscheidung seiner Redaktion in Schritten: Zeigen wir das ganze Video? Nein. Sprachrohr sein für den terroristischen Rechtfertigungsversuch? Nein. Weglassen des Videos oder Ausschnitt zeigen? Wir zeigen 7 Sekunden. Die umfangreichen publizistischen Leitlinien der SRG hingegen spielten hier keine Rolle

Patrick Müller (Schweiz am Sonntag) zweifelt zwar das Argument an, man dürfe publizieren wenn es andere tun, doch er findet auch die Verzichtsdiskussion heuchlerisch, weil solche Videos ja im Internet leicht auffindbar seien. Medienprodukte dürfen differenziert sein: Blick zeigt das Video und die NZZ unterlässt die Veröffentlichung.

Rolf Cavalli (Blick-Gruppe) setzt sein eigenes journalistisches Gespür ins Zentrum. Journalismus zeigt was ist, er möchte die Leser nicht bevormunden. Es ist unrealistisch anzunehmen, dass ein einzelnes Medium einen Einfluss auf die Verbreitung des Terrorismus habe. Auch ein Boulevardmedium ordnet ein, was gezeigt wird.

Das Sendeformat «Club» ist ein mögliches Gefäss für diese Diskussion, aber nicht das zwingende. Ein redaktionell betreutes Medienmagazin hätte dem Zuschauer rascher und deutlicher zeigen können, um welche beruflichen und moralischen Themen es geht: Gewaltbilder und Terrorbotschaften. Wie sollen Massenmedien auf ihren Plattformen schockierendes Laienmaterial verwenden, das im Umfeld von terroristischen Straftaten entstand?

Es geht nicht um den Kern des Journalismus, nicht um die individuelle Recherche, die Publikation meinungsbildender Inhalte oder das Verhältnis zu den Betroffenen (Stichwort Persönlichkeitsschutz). In Frage steht die Verbreitung einer vom Handy eines zufällig Beteiligten gefilmten Szene, welcher sich im Umfeld einer Gewalttat abspielte und die von einem Attentäter ausgestossene aggressive Botschaft enthält. Entsprechend kreisen die Fragen um die Publikation von Schockbildern und um die mediale Verstärkung von Terror und Kriminalität.

Zu Schockbildern hat sich der Presserat nach dem Tod von Prinzessin Diana geäussert und dabei zwar nicht genau den vorliegenden Fall, aber doch die Konstellation miterfasst (Stellungnahme 2/98 vom 20. Februar 1998 zum Umgang mit Schock- und People-Bildern). Diese Stellungnahme wurde im «Medienclub» nicht genannt und scheint auch in der Abwägung auf den Redaktionen keine Rolle gespielt zu haben. Allein Vinzenz Wyss erwähnte beiläufig den Presserat.

Dass Medien zu Gehilfen von Terroristen werden, war das zweite und hauptsächliche Thema des «Medienclubs». Die Teilnehmer schienen paralysiert durch die Kontroverse, dass ein Verbreiter des Videos automatisch die Absicht des Attentäters unterstützt, der sein Tun auf eine Medienöffentlichkeit angelegt hatte (Stadler) – was stimmt, und
dass es für den Terrorismus keinen Unterschied macht, ob ein einzelnes Medium neben vielen anderen Kanälen das Video auch noch zeigt (Cavalli) – das stimmt auch.
Dass beide Feststellungen zutreffen, ändert nichts an der Bedeutung der Kontroverse, sondern zwingt im Gegenteil dazu sie zu führen. Stadler ist zu entgegnen, dass dem missliebigen Interesse eines Attentäters andere Interessen gegenüberstehen könnten, die in einem Bildmedium für die Bearbeitung und Publikation des Videos sprechen: Authentizität und Dokumentation der Berichterstattung, Abschreckung und Warnung der Bevölkerung und der Institutionen, Ermöglichung einer emotionalen Anreicherung der Berichterstattung (es ist ein Unterschied, ob man vom Attentäter liest oder ob man ihn sieht). Ob diese und weitere Gründe genügen, ist die Abwägungsaufgabe. Abwägung drückt sich nicht in markigen Sprüchen aus, sondern in einem Dialog und in der Suche nach Alternativen und Varianten, was man tun könnte – und vor allem wie. Rolf Cavalli von der «Blick»-Gruppe hält seine Medienfreiheit und eigene Einschätzung entgegen und nennt dies «Verantwortung». Weshalb die Leser seiner Publikationen das uneditierte Videoclip aber zu sehen brauchen, erklärt er während der ganzen Sendung nicht.

Niemand in der Runde nahm Vinzenz Wyss’ Forderung auf, dass Medienunternehmen Regeln und Kriterien für solche Fälle bekanntmachen und deren Anwendung organisieren sollten. Man möchte lieber referenzfrei entscheiden und publizieren. Dass hier die Verantwortung verbannt wird, die man selber beansprucht, wird kaum erkannt. Verantworten heisst Antwort geben und Konsequenzen tragen, wenn man Fehler macht – und zwar in den Augen anderer oder im Rahmen einer transparenten Selbstverpflichtung, nicht nach eigener Gerechtigkeit.

Setzt die Verantwortung erst dann ein, wenn die eigene Publikation direkten Schaden anrichtet und einen weiteren Attentäter zu einem Mord anstiftet, so kann einem Phänomen wie dem Rudeljournalismus nicht begegnet werden. Dieser besteht darin, dass sich Medien in ein gleichförmiges Verhalten einordnen und als amorphe Gruppe ein Problem schaffen, das die einzelne Publikation nicht zu bewirken vermag. Der Presserat hat solchen Rudeljournalismus als mediale Hetze gegen einen Prominenten abgelehnt, ohne den einzelnen Medienschaffenden direkt zu rügen (Stellungnahme 58/2010: Schutz der Privatsphäre von Boulevardprominenten, Medienhypes etc.): Journalismus in der Kollektivhaftung.

Es ist offensichtlich, dass die Medien als Ganzes den zynischen Absichten eines Attentäters wie jenem von London zu dienen. Doch in erster Linie verursachen die Bilder Abscheu. Die Medienrunde konnte abschliessend nicht beantworten, ob Videofilme von Attentätern und Terrorakten in den Massenmedien gezeigt werden sollen. Oberflächlich blieb die Diskussion zwischen den Polen «Bevormundung des Lesers» (Cavalli) und «Selbstverständnis des Journalisten» (Stadler) hängen.

Einige TV-Stationen haben zuerst das ganze Video gezeigt, später nur noch Ausschnitte und präparierte Fassungen. Dieses Vorgehen bringt die wahren Gründe für die rasche Verbreitung ans Licht: Schnell dabei sein, nichts verpassen. Und es legt offen, dass man vorsichtiger wird und werden sollte, wenn man etwas Zeit hat. Es wird wirksamere Ausgaben des «Medienclubs» brauchen, damit sich die Redaktionen beim nächsten Ereignis vergleichbaren Ausmasses diese Zeit nehmen.





Philip Kübler
Medienjurist, Gründungsmitglied Verein Medienkritik Schweiz; Leiter Unternehmenstransaktionen Swisscom.

Aus Medienkritik:
Der erste Medienclub von SRF mit mässiger Resonanz
 Neben dem eigentlichen Thema kamen zur Sprache: Qualität in den Medien, die Arbeitsbedingungen der Journalisten, der Medienwandel, die Berufsaussichten junger Journalisten, die Attraktivität des Journalistenberufes und – kaum erläutert – die Persönlichkeitsverletzung eines St. Galler-Taxifahrers durch den „Blick“.
Die erste etwas längere Kritik der Sendung wurde am folgenden Morgen von Marc Bachmann unter dem Titel „Der SRF-Medienclub als journalistische Nabelschau“ publiziert. Bachmann kritisiert vor allem den fachspezifischen Fokus der Diskussion und fragt zum Schluss, ob sich der durchschnittliche TV-Zuschauer dafür interessiere.
Im Tages-Anzeiger online verstärkte Christian Lüscher diese Kritik. Zudem kritisiert er das Abschweifen in Nebenthemen, regte eine Verkleinerung des Teilnehmerkreises ein und schlägt vor, schweizerische Medienthemen zu diskutieren; sie würden das Interesse der Zuschauer besser wecken.
Am Abend dann noch die Kritik in persönlich online. Sie fasst erstmals grob die Inhalte der Sendung zusammen und kritisiert das Ausfransen der Diskussion.
Noch stärker auf die Inhalte der Diskussion geht Philip Kübler am 31. Mai in der Medienwoche ein. Ihm ist die geringe Bezugnahme zu bewährten Referenzen wie der Spruchpraxis des Presserats aufgefallen. Die Medien würden zwar die eigene Verantwortung betonen, aber letztlich doch fast alles für möglich erachten: Video publizieren, Video nicht publizieren, Video adaptieren. Verantwortung würde aber bedeuten, Antwort zu geben und den eigenen Massstab nachvollziehbar einzusetzen. Entscheidend sei die Abwägung der relevanten Elemente, welche im Medienclub schwer greifbar wurde.
Philip Kübler führt hier 10 Fragen auf, die in der Sendung offen gebliebenen sind:
1.    Was sagt die Forschung zum Thema Terrorbilder?

2.    Welche Regeln gelten überhaupt – rechtlich, medienethisch? Wie steht es um die Unterscheidung zwischen Fernsehprogrammen (Radio- und TV-Gesetz) und Onlinemedien (allgemeine Rechtsordnung und Kodex mit Beschwerdemöglichkeit an den Presserat)?

3.    Wenn Chefredaktoren vorgegebene Normen oder Kriterien zu ignorieren scheinen: Tun sie dies auch in anderen Bereichen, namentlich dort, wo Kläger gegen eine Publikation erfolgreich vorgehen könnten?

4.    Wurden an die Interessen des Opfers gedacht?

5.    Onlinemedien und Videoplattformen im Internet könnten weniger Hemmungen haben, solch ein Video zu bringen – doch was macht man nun mit diesem Argument? Es scheint in zwei gegensätzliche Richtungen zu wirken: Einerseits entlastend für die Massenmedien (“im Internet findet man das Video sowieso”), anderseits belastend (“deshalb müssen und können sich die Massenmedien wegdifferenzieren oder umso zurückhaltender positionieren”). Was gilt?

6.    Entfällt eine echte Verantwortung nicht gerade dadurch, dass man sich darauf beruft dass es alle tun? Man ist als Teil des Rudels schwer angreifbar.

7.    Vergleiche mit anderen Branchen, die sich an Regeln halten müssen: Banken, Rohstoffproduzenten, Pharmafirmen. Akzeptieren die gerne kritischen Journalisten dort die Argumentation, andere Marktteilnehmer würden ja ebenso agieren?

8.    Ist Instrumentalisierung der Medien ein übergeordnetes Thema? Sind Massenmedien nicht prallvoll mit zugespielten Botschaften und Absichten Dritter?

9.    WAS bringen und WIE bringen sind zwei fundamentale Grössen – wie läuft dieser Produktionsprozess ab? Heute, nach ein paar Tagen, zeigen die meisten Medien dieses und ähnliche Video in bearbeiteter Form.
10.    Hat der erstpublizierende TV-Sender (ITV) für das Video bezahlt?

Fazit aus meiner Sicht:

Das Konzept, situativ einen Medienclub zu senden, finde ich sehr gut. Das Fernsehen ist gut beraten, die Thematik Medienkritik ernst zu nehmen. Die künftigen Sendungen müssten besser strukturiert werden. Obschon sich die Moderatorin bemüht hatte, die Fachleute immer wieder  zum roten Faden zurück zu führen, franste leider der Faden zu oft aus. Es mag auch an der zu grossen Teilnehmerzahl gelegen haben.
Wie wäre es, wenn Strassenumfragen eingeblendet würden mit der Meinung von Normalbürgern?
Wenn es um die Publikation von fragwürdigen Sequenzen geht, spielt bei den Medien die Aufmerksamkeit der Konsumenten eine grosse Rolle. Die Thematik Einschaltquote spielt bei solch brisanten Filmseqeunzen eine erhebliche Rolle. Doch sie wurde sofort  hinuntergespielt.
Ich teile auch die Meinung von Vincenz Wyss, der darauf hingewiesen hat, dass Journalisten schon im Vorfeld  auf Aktionen von Terroristen vorbereitet werden könnten, damit sie nicht zu Steigbügelhaltern von Verbrechern werden. Die Fragenkette Küblers verdeutlicht, dass eine medienkritische Sendung seine relevanten Fragen konkret beantworten müsste.

Sonntag, 2. Juni 2013

So können Operationen ein Gesicht verschlimmbessern:

Narben, Narben ----- Schade Madonna!


So wie Wasser Ländereien überfluten können,
leiden wir immer mehr unter einer Informationsflut.







  • Dämme drohen zu brechen, Häuser und Straßen überflutet: DeutschLAND UNTER! Dauerregen flutet die Schweiz: Hochwasser-Chaos 

     LINKS:

    Nachdem bis zum heutigen Tage die Information lawinenartig zu einer Informationsflut angewachsen ist, ist der Umgang mit der Informationsfülle zu einem ...
    www.rhetorik.ch/Information/Information.html


    11. Febr. 2006 ... SZ: Poststapel, E-Mail-Korb, Fax-Flut - wieviel Zeit verbringt ein Büroarbeiter täglich mit dem Sichten und Sortieren von Information? Knill: Zu ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/06/02_11.html
    13. Nov. 2010 ... Doelker's Gedanken sind überlegenswert für alle, die sich mit Informationsflut und Medien auseinandersetzen: Wir fassen unten einige ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/10/11_13/


    Ich hatte das Glück verschiedene Veranstaltungen und Referate von Prof. Dr. Lutz Jäncke zu hören.

    Link:

    Lehrpreisträger 2007 - YouTube

    www.youtube.com/watch?v=g3idOTb6w58‎
    17.07.2009 - Hochgeladen von Hochschuldidaktik @ UZH
    Lutz Jäncke, der Lehrpreisträger 2007 an der Universität Zürich. ... Interview mit Dr. Lutz Jänckeby ...


    Neuropsychologe und Neurowissenschaftler Jäncke macht in seinen eindrücklichen Referaten bewusst, wie ungeheuer komplex unser Gehirn arbeitet. Es ist ungefähr 1,4 kg schwer, benötigt 1/5 unseres Blutes und 2/3 des Zuckerhaushaltes.
    Als immenses Netzwerk hat es ca. 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Zellen hat 10 Tausend Verbindungen.
    Im Grunde genommen haben wir in unserem Schädel  eine Milchstrasse.

    Für mich leuchtete eine wichtige Erkenntnis ein:

    Von den Millionen Bits, die wir laufend aufnehmen, nehmen wir pro Sekunde jedoch nur 1 Bit auf.
    Das Gehirn selektioniert, sortiert aus . Das Gehirn will Ordnung. Es wehrt sich gegen die Informationsflut.
    Vieles bleibt dennoch unbewusst gespeichert. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich immer nur auf wenige Aspekte. Dessen sollten wir uns auch hinsichtlich der Informationsflut bewusst bleiben.
    Das meiste das wir hören, sehen, lesen verpufft eigentlich.
    Jäncke bestätigte meine empirische Erkenntnis, dass man stets nur das Wesentlichste herausschälen müsste. Beim Lernen, beim Lehren- generell beim Kommunizieren gilt es zu reduzieren, zu vereinfachen.

    Lutz Jäncke teilt die Studierenden in drei Kategorien ein.

    Die Gruppe der Multitasker. Sie haben den Laptop  vor sich. Surfen und googeln während der Vorlesung. Diese schneiden an Prüfungen schlecht ab. Sie merken nicht, dass die Informationsüberflutung kontraproduktiv ist.

    Dann gibt es die Gruppe, die nur zuhört und dadurch wenig speichert.

    Und jene Gruppe, die mitdenkt, selektioniert, reduziert und sich das Wesentlichste notiert.
    Diese schneiden am besten ab. 


    Die amerikanischen Universitäten sind enorm teuer. Es ist eigentlich verwunderlich, wie viele Studierenden ihre Zeit nicht besser nutzen und gehirngerecht lernen. Wir müssen von der Informationsfülle stets auswählen und gewichten. 
    Nur so können wir die Informationsflut meistern.

    Ist unser Gehirn vernünftig? - Interview mit Dr. Lutz Jäncke - YouTube

    www.youtube.com/watch?v=dr0OFOAlGJQ‎
    19.10.2011 - Hochgeladen von managerSeminare Verlags GmbH
    Ist unser Gehirn vernünftig? Die Frage, die Dr. Lutz Jäncke auf dem Personalberatertag Mitte Mai 2011 ...

Samstag, 1. Juni 2013

Die Finanzministerin steht im Regen

Beim  geplanten Steuerdeal mit den USA hat für  das Parlament, die Mitarbeiter von Banken und die Treuhändler viel zu viele Fallstricke.
Im Eiltempo will der Bundesrat ein Gesetz durchpeitschen, ohne  die Konsequenzen bekannt zu geben. Ob das Parlament die Katze im Sack kaufen wird, ist alles andere als sicher.
Um von dieser Schlechtwetterlage abzulenken, versuchte  Bundesrätin Widmer-Schlumpf gestern die Oeffentlichkeit und die Medien mit einer neuen brisanten Botschaft von des miesen Lage abzulenken. Es soll nun auch noch dem Bankkundengeheimnis in der Schweiz an den Kragen gehen.

Aber auch bei diesem Ansinnen, gibt es Opposition:


Die Wetterlage im Bundeshaus entspricht der effektiven Wetterlage.