Mittwoch, 22. November 2017
Dienstag, 21. November 2017
Uhwiesen - Zürich und zurück (Arbeitsweg von Matthias Knill)
Pendler
14. November 2017 (20 Min Print)Er pendelt mit dem Velo täglich 4 Stunden
von B. Zanni - Er sei viel produktiver, wenn er mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, sagt ein Kommunikationsberater. Dafür nimmt er einen langen Weg in Kauf.
Geht Matthias Knill mit dem Velo zur Arbeit,
steht er morgens um 5.30 Uhr auf.
(Symbolbild) (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)
Ja, ich stehe um 5.30 Uhr auf, also eineinhalb Stunden früher, als wenn ich mit dem Zug nach Zürich reise. Um 6 Uhr fahre ich los. Um die gut 50 Kilometer nach Zürich zurückzulegen, brauche ich knapp zwei Stunden.
Was essen Sie vor diesem strengen Arbeitsweg?
Manchmal vielleicht ein Joghurt. Meist steige ich aber mit leerem Magen aufs Rad.
Dafür trinken Sie beim Radeln umso mehr.
Nein. Ich nehme zwar eine Trinkflasche mit. Im Büro stelle ich dann aber meist eine noch volle Flasche in den Kühlschrank. Frühmorgens schwitze ich kaum und habe daher auch nicht Durst. Wenn ich im Büro angekommen bin, gönne ich mir dann aber schon noch was: ein Sandwich und einen Kaffee. Vorher dusche ich natürlich noch im Büro und ziehe mich um. Es ist wichtig, dass Pendler, die mit dem Velo zur Arbeit gehen, im Büro duschen können. Besonders bewusst wurde mir dies, als wir einen Wasserschaden hatten und die Dusche während der Sommermonate nicht funktionierte.
Beklagten sich die Kollegen etwa über Schweissgeruch?
Nein. Duschen konnte ich zum Glück schon noch. Leider musste ich aber auf die Dusche im Fitnesscenter nebenan ausweichen und verlor deshalb viel Zeit, bis ich mit der Arbeit anfangen konnte.
Treten Sie auch nach Feierabend in die Pedale?
Ja. Meist mache ich dann noch einen Umweg, um noch etwas länger Velo auszufahren. Um den Abendverkehr in der Stadt zu umgehen, nehme ich aber manchmal auch den Zug, zum Beispiel vom Stadelhofen bis Dübendorf oder Uster, und fahre von dort mit dem Velo weiter. Auf dem Nachhauseweg bin ich selten allein. Meist treffe ich auf dem Weg Freunde, meine Frau oder unsere Töchter, die mir mit dem Rad entgegenfahren. Dann fahren wir alle gemeinsam nach Hause und plaudern.
Notiert von
marcus knill
um
18:00
Eine neue Kampagne hat Kurz auch zum Erfolg verholfen
Er hatte einen Hoffnungsträger als Politiker, dem die Oeserreicher vertrauten.
Der Macher setzte auf schlichte Dinge, die leider im Politbetrieb nicht mehr selbstverstädnlich sind:
Eine klare Haltung.
Eine einfache verständliche Sprache.
Die Bescheidenheit.
Das Team der Kurz-Kampagne wusste, dass Kurz ins Kreuzfeuer der Kritik kommen wird, nach dem Motto "Alle gegen Kurz".
Es war damit zu rechnen, dass von verschiedensten Seiten versucht wird, den Politiker zu demontieren.
Maderthaner orientierte sich als Kampagnenleiter an den amerikansichen Wahlkampfmethoden.
Das heisst:
Die positive Einstellung des Kanditaten dominiert.
Auf Attacken wird verzichtet.
Es gibt kein Dirty Campaigning ("Schmutzkübelkampagnen", die meist vor Gericht enden).
Dieser neue, offene Stil führte zu einer Mitmach-Bewegung. Es gab laufend neue Unterstützer.
Der Spitzenkandidat blieb jedoch spielentscheidend.
Auch wenn’s mal unpopulär ist. Diese Integrität, diese Haltung ist aus meiner Sicht sein größtes Asset.
Im Video: Sebastian Kurz über Verhältnis zur FPÖ: "Der Wählerwille muss akzeptiert werden"
Maderthaner: Organisationen und Institutionen verlieren nicht nur an Vertrauen, das zeigen Forschungsergebnisse zunehmend, sie verlieren auch an Bedeutung. Die digitale Vernetzung, über soziale Netzwerke und das Internet generell, beschert uns als Individuen völlig neue Macht. Wir haben dadurch ein Ausmaß an Selbstorganisationskraft erlangt wie nie zuvor. Wir können uns zu jeder Zeit selbst rund um unsere Interessen, Anliegen, Wünsche, Träume oder Hoffnung digital und in der Folge auch offline organisieren. Die logische Konsequenz ist, dass jene, die diesen Job bisher hatten, nämlich Organisationen, an Bedeutung verlieren. Und die Folge daraus ist: Mobilisierungskraft, also die Fähigkeit Menschen zu bewegen, wird zu einer Art Schlüsselfähigkeit. Das ist die zentrale These des von mir entwickelten methodischen Kampagnenansatzes. Dafür braucht's natürlich auch Leader, die diese Bewegungen anführen.
Jäger: Wie wichtig war die thematische Ausrichtung? Wo lagen die Schwerpunkte?
Maderthaner: Thematisch gab es drei Schwerpunkte. Einerseits den Standort und das Thema der Steuersenkungen. Dazu die Frage der Sicherung unserer Sozialsysteme und letztlich auch die Herausforderungen der illegalen Migration. Über all diesen Themen stand permanent, als eine Art Meta-Thema, die Frage, welchen Stil wir in der Politik künftig haben wollen.
Im Video: FPÖ-Anhänger verprügelt Puls4-Reporter auf Wahlparty
Maderthaner: Das Team Kurz hatte einen eigenen Sprecher, der als Sprecher der Bewegung agierte. Die Volkspartei wiederum hat eine Generalsekretärin, die an der Spitze der Organisation steht. Beide Teile wurden in Form einer ganzheitlichen Kampagnen-Organisation miteinander verschränkt. Die Abstimmung war somit nahtlos.
Jäger: Die Wählerwanderung zeigt, dass die ÖVP von allen Parteien dazugewonnen hat. Gab es hierfür gezielte Kampagnen?
Maderthaner: Der neue Stil von Sebastian Kurz hat sicherlich auch viele Nichtwähler angesprochen und generell Anhänger in allen politischen Lagern gefunden. Das liegt vor allem an der Persönlichkeit von Sebastian Kurz. Gezielte Kampagnen für einzelne politische Lager gab es nicht.
Jäger: Bei dem Erfolg stellt sich die Frage: wird die Kampagne auch während der Regierungsarbeit weitergeführt? In welcher Form?
Maderthaner: Das Team Kurz entstand eigentlich 2013 rund um die Vorzugsstimmenkampagne von Sebastian Kurz. Damals war die Entscheidung: Natürlich bleiben wir mit den 50.000 Menschen in Kontakt und arbeiten weiter mit ihnen an echter Veränderung. Jetzt, nach 2017, würde ich meinen, dass das Gleiche gilt. Hier sind Hunderttausende Menschen mit großen Hoffnungen Teil einer Bewegung geworden. Jetzt gilt es, mit diesen Menschen gemeinsam jene Veränderung zu bewirken, die es braucht. Die Mobilisierungskraft des Team Kurz kann dabei sicher nicht schaden.
Maderthaner: Methodisch gesehen ist diese Form der Mobilisierung grundsätzlich übertragbar. Ich bin fest davon überzeugt, dass Parteien insgesamt ihre strukturelle Bedeutung zunehmend verlieren und künftig in der Lage sein müssen, Menschen stärker rund um Anliegen zu involvieren und diese auch zu kampagnisieren. So etwas kurz vor einer Wahl zu beginnen, wäre zum Scheitern verurteilt. Auch Kurz hat eben 2013 damit begonnen. Politik wird zunehmend zum offenen Mitmach-Prozess und Kampagnen zu einer Art Dauerzustand, ein permanentes Interagieren mit jenen Menschen, die bereit sind, meine Sache zu unterstützen. Das ist mit einer ‚weiter so’ Botschaft sicherlich schwieriger als mit einer, die auf ‚Veränderung’ setzt. Aber auch bei ‚weiter so’ gibt es ein Verlangen nach einer begeisterungsfähigen Zukunftsvision, das gestillt werden will. Hier denke ich liegt die Herausforderung für die etablierten Volksparteien.
Notiert von
marcus knill
um
01:27
Wenn Verhandlungen stocken
Notiert von
marcus knill
um
01:26
Montag, 20. November 2017
Verhandeln heisst: Einander entgegenkommen
Wir alle kennen in der Alltagskommunikation die
Schwierigkeit beim Verhandeln.
Wenn Jugendliche mit den Eltern die Handykosten ausmarchen oder Mitarbeiter mit dem Chef eine Lohnerhöhung aushandeln, wird rasch bewusst:
Ein tauglichers Resultat kann nur gefunden werden, wenn es zu einer "Win-win" Situation kommt,
Jede Seite muss gewinnen. Vereinbarungen auf Kosten nur einer Seite ist stets eine schlechte Basis.
In Deutschland versuchten alle Akteure bei den Jamaika—Verhandlungen, sich auf ein gemeinsames solides Fundament zu einigen.
Nun sind diese Verhandlungen geplatzt. So wie das Amen in der Kirche , folgen nun wohl in den Medienechos die Schuldzuweisungen.
Politologen waren sich bis zum Sonntagabend einig: CDU/CSU und Grüne und FDP werden sich trotz harzigen Absprachen doch noch einigen, denn sie wollen auf die lukrativen Regierungssitze nicht verzichten.
Anderseits war es offensichtlich, dass eine Regierung nur mit faulen Kompromissen möglich geworden wäre.
Wenn Parteien, die von den Stimmbürgern ihrer Kernanliegen wegen gewählt worden sind, plötzlich ihre wichtigsten Anliegen aufgeben müssen, sind Probleme vorprogrammiert.
Wenn beispielsweise Grüne plötzlich Kohlekraftwerke in Kauf nehmen müssen oder wenn die Steuerung der Einwanderung als Kernziel gestrichen werden muss, verliert eine Partei ihre Glaubwürdigkeit.
Dass die Jamaikalösung nur noch auf faulen Kompromissen zustande gekommen wäre, zichnete sich am Schluss ab.
Wir müssen bei allen Parteien verstehen, dass es gewisse Schmerzgrenzen gibt, die nicht überschirtten werden dürfen. Die FDP hat als einzige Partei am Schluss die Notbremse gezogen und sich gesagt: Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.
FAZIT: Verhandlungen taugen nur, wenn alle mit den Kompromissen leben können.
Faule Kompromisse sind stets eine schlechte Basis für den politischen Alltag.
Es gibt Grenzen, die bei Verhandlungen nicht überschritten werden dürfen.
Wenngleich nun der FDP vorgeworfen werden kann, sie sei zu wenig kompromissbereit,
so hat diese Partei immerhin Grösse gezeigt, indem sie ihre Grundhaltung, ihre Philosophie
nicht für lukrative Regierungssitze geopfert hat.
Drei Szenarien sind denkbar.
Minderheitsregierung, grosse Koalition oder Neuwahlen?
Notiert von
marcus knill
um
16:59
FDP macht bei faulen Kompromissen nicht mit
DIE SENSATION:
Ich zitiere NZZ:
Drei Szenarien sind nun denkbar:
Minderheitsregierung, grosse Koalition oder Neuwahlen?
Notiert von
marcus knill
um
01:20

