Dienstag, 10. Januar 2017

Echo zum heutigen Dreikönigstreffen:

Prof. Dr. Ralf Höcker, Presserechtsanwalt erläuterte an Beispielen, wie der Presse in Deutschland Grenzen gesetzt werden.

Bildergebnis für Ralf Höcker
Der Titel seiner spannenden Ausführungen:

"Wie man Journalisten mit Peitsche und Kavallerie in Schach hält."

Rechtswidrig ist:

1. Die Verbreitung unwahrer Sachverhalte
2. Schmächkritik
3. Indiskretionen
4. Verletzung der Intimsphäre
5. sowie der Privat- oder Geheimsphäre
6. Verdachtsberichterstattung
7. Urheberrechtsverstösse

Wir haben ein Recht auf unser Bild
und ein Recht auf unser Wort 

Höcker war auch Anwalt von Kachelmann und beurteilt die klage gegen Böhmermann wie folgt:

Er rechnet damit, dass Böhmermann das zivilrechtliche Verfahren auf Unterlassung verlieren wird.
Auch in zweiter instanz vor dem Oberlandesgerciht, wie auch vor dem bundesgerichtshof.
Damit dürfte er sein Schmächgedicht nicht mehr verbreiten.

Nachrichtenbild für "Dreikönigstagung" von Tages-Anzeiger Online

«Politik und Wirtschaft verzeihe ich Lügen eher als den Medien»

Tages-Anzeiger Online-
Sprach an der Dreikönigstagung des Verlegerverbands in Zürich: Anwalt Ralf Höcker. (10. Januar 2017) Bild: Gaetan Bally/Keystone. Mit Ralf ...

Montag, 9. Januar 2017

Warum räumt Dschungelcamp hinsichtlich Einschaltquoten ab?

Warum räumt das Dschungelcamp hinsichtlich Einschaltquoten ab?



Fakt ist: Keine andere Show hat 2016 so viele Zuschauer in Deutschland vor den TV gelockt, wie das Dschungelcamp.

Welches sind wohl die Gründe des Erfolges?

Aus 20 Min:



Im Bereich der Unterhaltungsshows kommt niemand an das Dschungelcamp heran. 7 Millionen Zuschauer erreichte die stärkste Folge im Januar 2016.


KOMMENTAR:



Das Erfolgsrezept des Ekel-Formats ist ganz einfach: Es spricht die niederen Instinkte des Zuschauers an. Die Konsumenten können sich  darüber lustig machen, wie sogenannte Prominente (zweiter und dritter Klasse), welche nach Publicity lechzen, an zähen Känguru-Penissen herumwürgen und dabei den hämischen Kommentaren der Moderatoren ausgesetzt werden. Schadenfreude ist bekanntlich die reinste Freude.

Die Beliebtheit des Dschungelcamps hat aber noch einen zweiten Grund: Die Sehnsucht nach ehrlichem Fernsehen. Wer einen halben Liter Kotzfrucht-Shake trinken muss oder in einer Schlangengrube verscuht nach einem Stern zu angeln, der kann sich nicht mehr verstellen. Der angebliche "Star" verhält sich zumindest in diesem Moment  echt. Und  Menschen, die im Fernrsehen mit echten Situationen konfrontiert werden, sind heutzutage eine Seltenheit, trotz oder gerade wegen der sogenannten „Reality“-TV-Formate, bei denen Szenen meist  gestellt sind.

Anders als andere Reality-Sendungen des so genannten Unterschichtenfernsehens gibt das Dschungelcamp auch nicht vor, die Grenzen des guten Geschmacks zu wahren – es ist Trash-TV vom Feinsten und möglicherweise gerade deswegen auch bei höher gebildeten Zuschauern so beliebt.

Kommt dazu, dass die Zuschauer die Akteure be- oder veruteilen können.





Was bingt  eigentlich Menschen dazu, sich zwei Wochen lang die ekligen Gruselszenen zu Gemüte zu führen?



Schon vor Jahren versuchte ich die Gründe des Zuschauererfolges dieser abstrusen Sendung  zusammenzutragen. Es sind sich Medienfauchleute und Psychologen    darin einig, dass das Phänomen "Dschungelcamp" auf dem Gemisch folgender Elemente basiert:



- Nervenkitzel

- Unterhaltung

- Voyeurismus

- zwischenmenschlilchen Schwächen in Stressstiuationen

- Emotionen

- Sex

- seelischer Entblössung



Diese Mischung  im Pseudodschungelgeschehen zieht  Zuschauer in den Bann.

Trotz Inszenierung kommt es zudem immer wieder zu echten gruppendynamischen Prozessen.

Nach Medienpsychologe Jo Groebel ist der Zuschauer Bestrafender, Regisseur und Sadist zugleich.

Charaktereigenschaften werden im Camp verstärkt: Agressive Menschen werden beispielsweise noch agressiver.

Für die Konsumenten in der gemütlichen Stube ist es besonders faszinierend, wenn angekündigt wird, was die Kandidaten essen und trinken müssen und dann Maden, Raupen oder Hoden serviert werden.

Nach Groebel macht der "Kino im Kopf "die anze Sache so eklig.

Das Ekelgefühl ist nach britischen Wissenschafter eine List der Evolution, um die Menschen vor Infektionen zu warnen.

Ekel führt zu körperlichen Reaktionen, denen wir uns kaum entziehen können:

Fäkalien, Erbrochenes, Schweiss, Speichel, Eiter, Wunden, Leichen, abgeschnittene Zehennägel, verwesendes Fleisch, Maden, Schleim, Läuse, das Spektrum von Dingen, vor denen sich Menschen ekeln, ist sehr breit. Doch nahezu überall auf der Erde werden ähnliche Dinge als ekelhaft empfunden, und auch die körperliche Reaktion ist in praktisch allen Kulturen gleich: Der Blutdruck fällt ab. Es entsteht Brechreiz und die Menschen zucken instinktiv zurück.

Wir können uns Ekelgefühlen wie Aengsten kaum entziehen. Dennoch sucht der Mensch diese Gefühle zu überwinden.



In Märchen, beim Kasperlitheater auf der Geisterbahn, später bei Horrorfilmen haben die Menschen schon seit früher Kindheit gelernt, den Kitzel der Angst zu geniessen.

Nach einigen Fakes (Glassarg unter Wasser usw.) als die Zuschauer merkten, dass sie an der Nase herum geführt wurden (es wurde von "Schummel-Dschungel" geschrieben. Bereits 2004 konnten schon einige "Lügen" aufgedeckt werden. Der prasselnde Regenrauchen wurde lediglich akustisch eingeblendet

Das Camp war gegen Regen geschützt. Ein Mitarbeiter hatte verraten, dass in den Baumwipflen alles mit Planen  abgedeckt wurde und das Brennholz 500 Meter weit vom Camp entfernt im Trockenen fein gestapelt wird.  Die Reptilien fühlten  sich  nur so kalt an, weil man sie vorher in den Kühlschrank gesteckt hatte.

Kein Reporter hatte im Camp Zutritt, damit vor allem die Schummelei mit der Isolation nicht entlarvt werden konnte.

Denn: Alle Promis erhalten jeweils Post und  haben Gelegenheit, sich jederzeit mit einem Psycholgen in Verbindung zu setzen. Von absoluter Isolation keine Spur.

Wie im Kino, wollen vielleicht die Zuschauer die Wahrheit gar nicht kennen. Sie möchten dem Grusel beiwohnen und vor allem den Kitzel von Angst und Ekel unbeeinträchtigt geniessen.

Es gab immer wieder heftige Kritik an dieser erfolgreichen Grusel-Sendung.

Bild bezeichete sie einmal als obszön und schrieb sogar, diese Sendung sei ein Angriff gegen die Menschlichkeit.

Die Sendung "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" appelliere an die niederen Instinkte. Aus psychologischer Sicht würden  voyeuristische und sadistische Bedürfnisse befriedigt. Ein Kommentator fragte sich sogar, ob solche Sendungen nicht die Kulturlosigkeit unserer Gesellschaft beeinflussen. Denn, wenn sich Millionen an solchen Formaten begeilen, könnte dies zu einem Niveauverlust führen. Die Einschaltquote dürfe nicht oberster Massstab sein. Wenn die Menschenwürde verletzt werde, so müssten   Grenzen gesetzt werden, obwohl die "Opfer" dieser Show genau wüssten, worauf sie sich einlassen.

 

FAZIT:

Das Format vereint zahlreiche klassische Unterhaltungselemente. Das Geheimnis des Erfolgs liegt vor allem darin, dass das Dschungelcamp-Menü  aus  perfekt inszenierten Grund-Zutaten besteht, gemischt mit einer Prise Dynamik und Glück. 








 

 

 

 

Sonntag, 8. Januar 2017

Nebel oder schneebedeckte Strassen:

IMMER WIEDER DAS SELBE!

Leider passen viele Lenker die Geschwindigkeit der Situation nicht an.
Ich war auch beim heftigen Schneetreiben unterwegs und stellte einmal mehr fest:
Es gibt einersetis die überängstlichen Lenker:
Sie fahren auch auf Autostrassen mit 35 km /h
Anderseits dann die Mutigen - meits Lenker von 4x4. Sie überschätzen sich und ihr Fahrzeug:
Sie fahren mit überhöhter Geschwindigkeit und fühlen sich immer trotz Nebel Eis und Schnee sicher.
Dann gibt es immer wieder die Uneinsichtigen:
Sie missachten den Abstand - auch im Nebel.

Viele Autofahrer passen ihren Fahrstil nicht der Witterung an (Artikel enthält Video)

Viele Autofahrer passen ihren Fahrstil nicht der Witterung an

NAFRI Debatte flaut nicht ab

Seit Tagen diskutiert Deutschland den «Nafri»-Tweet der Kölner Polizei. 

 Der Begriff kommt aus der Funksprache



Strenge Sicherheitsvorkehrungen am Silvester: 
Ein Polizeifahrzeug steht in der Kölner Fussgängerzone. (31. Dezember 2016)
 
(Aus 20 Minuten)
In Deutschland ist seit der Silvesternacht eine hitzige Debatte um das Wort «Nafri» – eine Abkürzung für nordafrikanische Intensivtäter – entbrannt. Mit einem Interview vom Donnerstag hat der Verkehrsminister Alexander Dobrindt nun noch mehr Öl ins Feuer gegossen.
Gegenüber der «Passauer Neuen Presse» verwendete der CSU-Politiker den umstrittenen Begriff und sagte: «Die Menschen wollen klare Antworten auf die Frage, wie der Staat bestmöglich für ihre Sicherheit sorgt und sie zum Beispiel vor Nafris schützt.»
Prompt hagelte es Empörung. Der Minister sei «ein rassistischer Hetzer, für den alles Böse aus dem Ausland kommt», sagte Linke-Chefin Katja Kipping der gleichen Zeitung. SPD-Vize Ralf Stegner warf Dobrindt vor, «mit aufgeladenen Begriffen zu zündeln, um Ressentiments zu schüren», und Grünen-Politiker Volker Beck nannte Dobrindts Äusserung «herabwürdigend, beleidigend und ausgrenzend».
Ein «Nafri» bedeute für die Polizei einen nordafrikanischen Intensivtäter, der zwischen 15 und 25 Jahre alt sei und aus Ägypten, Algerien, Libanon, Libyen, Marokko, Syrien oder Tunesien komme. In dem Tweet der Kölner Polizei seien aber klar alle Nordafrikaner gemeint gewesen, denn vor der Überprüfung hätten die Beamten ja nicht wissen können, ob es sich um Straftäter handelte.

Kommentar:

Im Netz finden vielen Leser, diese endlose Diskussion über einen Begriff, der die Tatsachen beim Namen nennt, völlig überflüssig.
Es ist erstaunlich, wie man in Deutschland aus einer internen Abkürzung, die eigentlich nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt war, so ein Drama machen kann. Vielleicht sind viele Politiker froh, dass damit von den tatsächlichen Problem mit den potentiellen Tätern ablenken kann. in der Silvesternacht 2015 waren es tatsächlich Nordafrikaner. Und in der Silvesternacht 2016 konnte dank dem kostspieligen Einsatz der Polizei ein erneutes Trauerspiel verhindert werden.
Mit dem Lärm um die fünf Buchstaben kann die reale gefährliche Situation auf die Thematik "Political correctness" verlagert werden und gelingt es, von der Realität abzulenken.
Was bei der Bevölkerung schlecht ankommt: In Deutschland wird  über den Begriff NAFRI langfristig diskutiert. Niemand hat jedoch Gedenkveranstatlungen an die Opfer von Berin gesehen. Keine Politiker gehen auf die Strasse wie in Paris.
Die Opfer werden gleichsam vergessen. Das ist ein Verhältnisblödsinn. 

 





Samstag, 7. Januar 2017

Antworten auf Fragen vor einer Bewerbung







Stimmt es, dass.....

Vorauswahl per Knopfdruck, googelnde Personalchefs – was ist dran an solchen Geschichten? Wir haben drei Experten gefragt.

ZEIT Campus:  

Stimmt es, dass man als Bewerber von der Personalabteilung gegoogelt wird?

Juliane Petrich: "Damit sollte man rechnen. Wir haben branchenübergreifend mehr als 400 Personalverantwortliche dazu befragt. Jeder Zweite gab an, Bewerber in sozialen Netzwerken zu überprüfen. Berufliche Netzwerke wie Xing oder LinkedIn werden etwas häufiger unter die Lupe genommen als private wie Facebook oder Twitter. Meist prüfen die Firmen Bewerber nicht standardmäßig, sondern erst, wenn sie in der näheren Auswahl sind. Es wird immer davor gewarnt, wilde Partyfotos ins Netz zu stellen, das ist auch richtig. Es ist aber mindestens genauso wichtig, dass die Bewerbung und die Angaben im Netz konsistent sind. Scheidet jemand aufgrund des Onlinechecks aus, liegt es meist an widersprüchlichen Angaben. Der Lebenslauf bei Xing sollte mit dem, den man einreicht, übereinstimmen."
Juliane Petrich, 26, Arbeitsmarktexpertin beim Digitalverband Bitkom
 
ZEIT Campus: 

Stimmt es, dass Bewerber nach Noten elektronisch vorsortiert werden?
ZEIT Campus Ratgeber 1/2017
Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Nr. 7/2017.
Wolfgang Brickwedde: "Technisch bieten einige der modernen Bewerbermanagementsysteme diese Möglichkeit. Verbreitet ist es aber nicht. Noten allein sind wenig aussagekräftig und werden je nach Hochschule anders vergeben, das wissen auch die Personaler. Wenn überhaupt automatisch vorsortiert wird und die Abschlussnote dabei eine Rolle spielt, fließt sie als ein Kriterium unter vielen wie Auslandserfahrung, Sprachkenntnisse und Engagement ein und zählt vielleicht 20 Prozent. Wichtiger ist den Unternehmen, ob jemand ein fachlich passendes Studium mitbringt. Die Studienrichtung kann durchaus ein K.-o.-Kriterium in der Vorauswahl sein. Letztlich hängt es ganz einfach davon ab, welche Schwerpunkte ein Unternehmen bei der Personalauswahl setzen will. Die Technik dient nur als Hilfsmittel."
Wolfgang Brickwedde, 50, vom Institute for Competitive Recruiting hat in einer Studie Personaler zu Bewerbermanagementsystemen befragt
ZEIT Campus: 

Stimmt es, dass manche Personalchefs auf die Handschrift achten?

Uwe Kanning: "Ja. Wenn es darum geht, einen Bewerber einzuschätzen, agiert ein Teil der Personalverantwortlichen leider nicht reflektierter als jemand von der Straße. Sie handeln sozusagen als Alltagsmenschen. Darunter sind dann auch ein paar, die an so etwas Unseriöses wie Handschriftendeutung glauben. Ich habe vor Kurzem eine Onlinebefragung zu Bewerbungsunterlagen durchgeführt. Dabei gaben sechs Prozent der Personaler an, in ihrem Unternehmen interessiere man sich für die Handschrift der Bewerber. Eine Studentin, die im Praktikum bei einer bekannten Firma war, hat mir ebenfalls davon berichtet. Als Begründung höre ich oft, eine Handschrift lasse sich nicht verfälschen. Diese Argumentation gibt es auch bei anderen absurden Methoden wie etwa der Auswahl nach Tierkreiszeichen."
Uwe Kanning, 50, ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Osnabrück

LINKS: 


20. März 2004 ... Der Befrager erkennt, wie Sie mit Stress umgehen können. Bei vielen Vorstellungsgesprächen werden Sie nach einer Anwärmphase bewusst ...
www.rhetorik.ch/.../Vorstellungsgespraech.html
3. Juli 2008 ... Der Personalchef fragt den angehenden Sektionschef beim Vorstellungsgespräch "Was ist ihre Hauptstärke?" Der Bewerber - welcher diese  ...
www.rhetorik.ch/Flexibilitaet/Flexibilitaet.html
"Bei einem Vorstellungsgespräch bietet sich indessen die Erkundigung nach der Anfahrt des Bewerbers an", "Sind Sie gut über die Baustelle gekommen?
www.rhetorik.ch/Smalltalk/Smalltalk.html





Klirrende Kälte- diese Nacht

Kälterekorde


In La Brévine (NE) fielen die Temperaturen 
in der Nacht auf Freitag auf -29,9 Grad. 
Doch verglichen mit dem Kälterekord 
vom 12. Januar 1987 ist das gar nichts: 
-42,5 Grad herrschten dann. 
Die Grafik zeigt Kälterekorde 
von Schweizer Städten seit 1978, 
als automatische Messungen eingeführt wurden.

Quelle SRF
Grafik Kälterekorde 



Diese Fakten könnten nun Stoff für ein Streitgepräch liefern.
Die Akteure:
Ein Vertreter, der die These der Erderwärmung bezweifelt und
der Kontrahent, der beweisen will, dass es asugerechent der Erderwärmung zuzuschreiben ist, dass  extreme Situationen favorisiert werden:
Mehr Starkregen, mehr extreme Kältetage, mehr Stürme, mehr Trockenheit... 

Winter-Ticker: So krass ist der Winter in der Schweiz | News & Bilder

Auch die Windkraft in der Kritik

Mysteriöse Serie umgeknickter Windräder



In Deutschland sind innerhalb weniger Wochen mehrere 
Windräder wie Streichhölzer eingeknickt. 
Das dürfte es eigentlich nicht geben



Quelle: Tagi-online: Angesichts  von 26'500 Anlagen geben die  Pannen eine Quote von 0,02 Prozent. Typischerweise brennt es dann nach einem Blitzeinschlag oder es bricht ein Teil eines Rotorblatts ab.

Jetzt gibt es nun andere Seite, die Ausnahme von der Statistik. Innerhalb von vier Wochen ist es im Norden Deutschlands zu vier schweren Zwischenfällen gekommen. «Das ist schon extrem. Zu viele in zu kurzer Zeit», wie es Philipp Stukenbrock von dem auf Windenergieanlagen spezialisierten Ingenieurbüro 8.2 Consulting umschreibt. Die mysteriöse Serie begann im Dezember im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, als der Turm eines 70 Meter hohen Windrades auf rund halber Höhe brach und die Spitze mit Gondel und Rotoren zur Erde krachte.

Rotorblatt bricht ab und stürzt zu Boden

Kurze Zeit später passierte es in Sachsen. In einem Windpark knickte der Mast eines fast 100 Meter hohen Windrades 15 Meter über der Erde ein wie ein Streichholz. Die Anlage fiel dadurch auf einen Acker. Anfang dieser Woche brach ein rund 40 Meter langes Rotorblatt einer Anlage im Bundesland Brandenburg ab und fiel zu Boden. Und in der Nähe von Hamburg knickte gleichentags der Mast eines rund 100 Meter hohen Windrades auf rund 20 Metern an einer Nahtstelle – auch da krachte der obere Teil des Turms auf ein Feld. Der Schaden beträgt gemäss Experten pro Windrad rund eine halbe Million Euro.

KOMMENTAR: Schwerer wiegt - nach der mysteriösen Serie - das Gefühl der Unsicherheit. Niemand kann sich die Häufung der Ausfälle erklären. Es wird zwar vermutet, dass Verbindungen nicht korrekt montiert worden sind. oder dass es zu Ermüdungsbrüchen gekommen ist. Windräder sind nur für eine Dauer von 20 Jahren ausgelegt. Die Häufung der Vorfälle  ist dennoch extrem und untypisch.
Die Windenergie steht in Deutschland schon länger unter Druck. Tierschützer beklagen, dass immer wieder Vögel in die Rotoren geraten und getötet werden. Andere ärgert die Zerstörung des Landschaftsbildes und ein Kritikpunkt sind die Schallemissionen. Nun gibt es ein neues Aergernis: Die Sicherheit der Anlagen. Dieser Kritikpunkt wird sich bestimmt auch auf den Ausbau geplanter Windparkanlagen in der Schweiz negativ auswirken.