Samstag, 3. Mai 2014

Zum heutigen Tag der PRESSEFREIHEIT

In vielen Ländern ist es heute immer noch sehr schlimm bestellt mit der Pressefreiheit.

Aus watch magazin:

 

1994 hat die UNO-Generalversammlung den 03. Mai zum internationalen Tag der Pressefreiheit ausgerufen. Warum das so wichtig ist? Weil Journalisten in manchen Teilen der Welt immer noch für die Ausübung ihres Berufes verhaftet oder gar getötet werden – auch in Europa!

 Christine Maier lässt sich für die Informationsfreiheit den Mund verbinden. Gut gemacht!

KOMMENTAR: So wir wir das Recht haben LESEN und SCHREIBEN zu lernen, haben wir auch das Recht zu INFORMIEREN und IFORMATIONEN ZU EMPFANGEN.

Wäsche nicht in der Oeffentlichkeit waschen!

Es lohnt sich immer, Probleme  zuerst
unter vier Augen 
- direkt  und mündlich zu bereinigen!
 
statt:

Fotoband "American Odyssey": Kunterbunte Staaten von Amerika

Freitag, 2. Mai 2014

Sexting - Zum fahrlässigen Umgang Jugendlicher mit publizierten intimen Bildern

Obwohl Jugendliche wissen, dass Sexting  verboten ist, gehen sie dennoch immer leichtfertiger mit  Nacktaufnahmen via Smartphone um.

Die erstaunlich hohe Zunahme an Publikationen macht uns bewusst, dass Sexting eine Modeerscheinung geworden ist.

Ich zitiere 20 Min:

Harte Strafen scheinen nicht von Sexting 

abzuhalten

Die Verbreitung von Nacktbildern via Smartphone macht der Schweiz zu schaffen.

storybildLaut Expertin Chantal Billaud von der Schweizerischen Kriminalprävention kann Sexting nur mit Prävention und Sensibilisierung bekämpft werden. (Bild: Pro Juventute)

Mit Smartphones Sex-Bilder zu verschicken, scheint für Schweizer Jugendliche schon fast eine Selbstverständlichkeit zu sein. Das zeigen auch die Zahlen: Im Kanton Bern hat es im vergangenen Jahr 54 Verurteilungen wegen Sexting gegeben, in Zürich waren es 60 Anzeigen. Im Kanton Aargau hat sich die Zahl seit 2012 verdoppelt.

KOMMENTAR:
Während meiner Lehrerfortbildungsseminare habe ich erfahren, dass es vor allem schüchterne Kinder  oder vertrauensselige Jugendliche sind, die solche Bilder unbedacht ins Netz stellen. Sie sind sich meist gar zu wenig bewusst, was ihre Naivität  für Folgen  haben kann. Publiziert ist publiziert und bleibt in der Regel publiziert. Die Schüler  haben noch nicht erfahren, dass solche Aufnahmen sehr schnell in falsche Hände geraten können.
Ich teile die Ansicht von Chantal Billaud, dass Verweise oder Bussen die Jugendlichen kaum von ihrem unbedachten Tun  abschrecken.
Wie beim Konsum von echten Brutalo - Videos müssten den Schülern schon recht früh ihr Bewusstsein für die Folgen ihres Tuns geweckt werden.
Als Medienpädagoge konnte ich früher recht viel erreichen, indem ich den Pubertierenden gezeigt habe, wie sie durch das regelmässige Betrachten echter Tötungen abgestumpft werden.
Hitler liess KZ Betreuer mit solchen Bildern bewusst abstumpfen.
Schüler verzichteten dann freiwillig auf das Betrachten solcher Videos. Sie wollten keine emotionalen Dumpflinge werden. Das Bewusstmachen der Folgen - auch beim  Sexting - bringt aus meiner Sicht ebenfalls mehr, als zusätzliche Strafen.  Alle Bezugspersonen der Jugendlichen müssten deshalb den Anvertrauten die Folgen ihrer fahrlässigen Publikation bewusst machen. Nur so erkennen sie, dass Sexting nichts mit Mutprobe zu tun haben kann. 
Was noch angefügt werden muss: Es ist weniger gravierend, wenn bei den Aufnahmen die Person nicht erkannt werden kann. Es ist auch erstaunlich, wie naiv viele Eltern sind und nicht wissen, was für Bilder und Filme im Pausenhof ausgetauscht werden.
Nachtrag 20 Min:
 

Donnerstag, 1. Mai 2014

KRITIK an Kaviar LINKEN

Nicht nur Maurer steht im Fokus der Kritik in den Medien
BLICK titelt:

"Populistische Attacke»

 Empörung wegen Calmy-Reys 3-Mio-Wohnung

Die ehemalige Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hat sich in Genf eine Eigentumswohnung für 3 Millionen Franken gekauft. Typisch «Kaviar-Linke», schimpfen ihre Gegner.

Nun steht auch die ehemalige, eigenwillige linke Bundesrätin im Fokus der Kritik.
Ob auch die Geschichte - so wie der fragwürdige Witz Maurers - auch bei Calmy zu einem Medienhype führen wird? Ueber den Dominoeffekt  der Kritik eines Beitrages hatte ich mich ausführlich ausgelassen. Nicht immer kommt es zu einem Tsuami in der Presselandschaft. Im Unterschied zu Maurer: Die Attacke gegen Calmy Rey wird als populistisch bezeichnet. Die Attacke gegen Mauer wurde nicht als inszenierte Medienaktion gekennzeichnet, obschon bei Maurers aufgewämten fragwürdigen Witz vieles für eine gezielte  Medien-Kampagene gesprochen hatte.
Ich zitiere Blick:
play Calmy-Rey: Als EU-Mitglied hätte die Schweiz mehr Einfluss (Archiv) (Keystone)
Ch. RieuCh. Rieu
Ch. Rieu, Genf
Adresse ist nur annähernd genau
An dieser Strasse soll die ehemalige Bundesrätin eine Wohnung gekauft haben.

«Kaviar-Schweiz!»

Bertinat schiesst noch schärfer: «Ein Sozialdemokrat ohne Villa ist wie ein Essen ohne Wein, wie eine Sonne ohne Strahlen.» Damit zettelte er auf seiner Facebook-Seite eine heftige Diskussion an, wie «Le Matin» berichtet. Jemand beklagt sich über die «Kaviar-Linken». Andere finden, dass es eine Schande ist, wenn sich ein Sozialdemokrat eine Wohnung kauft.
Doch auch Verteidiger Calmy-Reys melden sich zu Wort. So etwa Christian Bavarel. Er sei geschockt über die populistische Attacke auf die ehemalige Bundesrätin. «Die Gehälter der Räte werden ja offengelegt. Man weiss was sie verdienen. Das Geld ist ehrlich verdient worden und Calmy-Rey kann damit machen, was sie will.» (kmm)
KOMMENTAR: Immer dann, wenn eine Person der Oeffentlichkeit Wein trinkt und Wasser predigt, ist dies ein gefundenes  Fressen für die Medien. Mich nimmt wunder, ob nun  der jüngste Fall Calmy-Reys auch so ekaliert, wie der Medienwirbel nach dem Maurer Witz oder der Empörungswelle nach der früheren Kopftuchgeschichte der Bundesrätin im Iran.  On verra! Bei der Medienwetterlage spielen recht viele Faktoren ein Rolle, die entscheidend sind, ob sich ein Medientaifun entwickeln kann. Es benötigt gleichsam einer Initialzündung.
Nachtrag: 20 Min doppelte bereits  nach



Die ehemalige Bundesrätin Micheline Calmy-Rey will sich eine teure Wohnung in Genf leisten.

Die Odenwaldschule hat angeblich nichts gelernt

Die Grosszügigkeit und die sexuelle Befreiung der Jugendlichen führte  in der Odenwaldschule in den 68 er Jahren zu pädophilen Handlungen, die von den progressiv denkenden Pädagogen grosszügig geduldet wurden.


Die Realität hat dann aber die fragwürdige Ideologie eingeholt.
Die Befreiung der Jugendlichen gegen eine verklemmte Sexualmoral wurde den antiautoritären Pädagogen allmählich zum Stolperstein.
Die damals gut gemeinte Grosszügigkeit mit grenzenlosen Spielräumen schädigte den Ruf der viel gepriesenen  Odenwaldschule.
Cohn Bendit - auch ein Kind jener angeblich "unverklemmten" Generation - wurde jüngst Opfer der damaligen Grosszügigkeit (hinsichtlich sexuellem Ausleben im Umgang mit Jugendlichen).

LINK:
 

Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
92. 06 Juni 2013. Daniel Cohn-Bendit schlägt momentan seine wichtigste Schlacht: für einmal nicht gegen den politischen Gegner, sondern gegen seine eigene ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/13/05_28/06_13.pdf

Die Schule scheint nun leider aus dem fragwürdigen Umgang mit Jugendlichen - nach der harten Kritik in den Medien -
nichts gelernt zu haben

Internat im Odenwald: Die vergiftete Schule

 Ich zitiere SPIEGEL:
Odenwaldschule: "Der ist Pädo, da kommt der Pädo" Zur Großansicht
DPA
Odenwaldschule: "Der ist Pädo, da kommt der Pädo"

Die Odenwaldschule scheint kaum Lehren gezogen zu haben aus den Missbräuchen im eigenen Haus: Wieder reagierte man auf Vorwürfe gegen einen Lehrer diskret, keine Meldung ans Schulamt oder an die Staatsanwaltschaft. Nun wird die Zukunft der einst renommierten Schule in Frage gestellt.

Adrian Koerfer ist einer derjenigen, die den Horror an der Odenwaldschule am eigenen Leib erleben mussten. "Der Becker, der Becker, der findet kleine Jungen lecker", sangen die Schüler damals, erzählt Koerfer, 59, heute Vorsitzender des Vereins "Glasbrechen", in dem sich viele Missbrauchsopfer der Odenwaldschule organisiert haben.


In den siebziger und achtziger Jahren hatten der damalige Schulleiter Gerold Becker und mehrere andere Lehrer das Internat am abgelegenen Odenwald-Weiler Ober-Hambach zu einem Ort des massenhaften Kindesmissbrauchs an mehr als 130 Schülerinnen und Schülern gemacht.
Der Verein war 2010 gegründet worden, nachdem das ganze Ausmaß des jahrzehntelangen Missbrauchs an der Odenwaldschule bekannt geworden war. "Glasbrechen" wollte sich um die Opfer von Becker und all den anderen kümmern, die Schule versprach, Lehren aus dem Debakel zu ziehen.
Doch das scheint ihr nicht wirklich gelungen zu sein, nicht nur Koerfer fühlt sich derzeit fatal an die schlimmen alten Zeiten erinnert.

"Und was passierte? Nichts"
Im vergangenen Jahr, das hat Koerfer inzwischen erfahren, gab es wieder einen Spottruf: "Der ist Pädo, da kommt der Pädo", sollen Schüler gerufen haben - in Richtung jenes 32-jährigen Lehrers, der inzwischen zugegeben hat, kinderpornographisches Material aus dem Netz geladen zu haben. Und über den mehrere Schülerinnen und Schüler berichten, er sei gegenüber Minderjährigen zumindest grenzverletzend, vereinzelt wohl auch übergriffig geworden.
"Und was passierte?", fragt Koerfer und gibt sich fassungslos selbst die Antwort: "In beiden Fällen, damals wie heute: nichts."
Spätestens seit einer Klassenfahrt mit Zeltlager in Südfrankreich im vergangenen Jahr hätte die heutige Schulleitung Alarm schlagen müssen. Denn kurz nach der Fahrt kursierten Schüler-Berichte über diesen Lehrer, der in mindestens einer Nacht mit Schülern gemeinsam in einem Zelt übernachtet hatte. Die Einzelzelte von Lehrern und Schülern seien nach langem Regen durchnässt gewesen, wie es zur Erklärung in der Schule heißt.

Es gab ferner Berichte, dass der Lehrer auch an der Schule immer wieder mal im Schlafraum der ihm anvertrauten Schüler aufgetaucht sei. Und es gab den Pädo-Spottruf.
Schule schickte Lehrer auf Fortbildung
Doch außerhalb der Schule erfuhr davon niemand etwas. Nicht die Heimaufsicht des Landkreises Bergstraße, die das Internat kontrollieren soll. Nicht das Staatliche Schulamt, das ebenfalls über das Wohlergehen der Schüler wachen soll. Und schon gar nicht die Staatsanwaltschaft.
Die Schule behandelte den Fall lieber intern. Sie schickte den unter Pädophilie-Verdacht stehenden Lehrer diskret auf eine Fortbildung zum Thema "Grenzverletzung" und hätte wohl bis heute über all das geschwiegen, wenn die Staatsanwaltschaft Darmstadt nicht nach einem Tipp, der sich aus Ermittlungen gegen Kinderpornographie ergeben hatte, am 9. April die Räume des Lehrers an der Schule durchsucht hätte - wovon örtliche Medien einige Tage später Wind bekamen.
Doch die Schule mauerte trotzdem weiter.  Eine Liste mit Fragen, die das besorgte Landratsamt aufgrund kursierender Gerüchte über weitere Vorwürfe gegen den Lehrer an die Schule schickte, ließ die Schulleitung vergangene Woche unbeantwortet: Man habe doch schon alles Wichtige gesagt, richtete ein Rechtsanwalt im Namen der Schule dem Amt kühl aus.

"Es ist alles wie zu meiner Zeit"
Erst am Dienstag, nachdem der empörte Vize-Landrat Matthias Schimpf die Schulleitung zum Rapport bestellt hatte, räumte der Schulleiter Siegfried Däschler-Seiler ein, dass möglicherweise doch noch mehr gegen den Lehrer vorliege. Das habe eine nachträgliche Befragung von Schülern ergeben, hieß es. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen dieser weitergehenden Vorwürfe.


Bis Anfang Oktober muss die Schule ihr Präventions- und Interventionskonzept überarbeiten. Zudem empfehle er "dringend", so Schimpf, auch das Betreuungskonzept des Internats zu überprüfen - das berüchtigte "Familienmodell", nach dem Lehrer als "Familienoberhäupter" unter einem Dach mit Schülergruppen leben. Gerade dieses Modell, warnen Kritiker seit langem, ziehe Pädophile geradezu an, weil es einen besonders engen, kaum kontrollierbaren Kontakt zu den Schülern zulasse.
Missbrauchsopfer Koerfer hat die Hoffnung schon aufgegeben, dass das Internat noch zu retten ist: "Es ist eine vergiftete Schule, die kann man nicht mehr von Grund auf sanieren", sagt er. Momentan sieht alles danach aus, als hätte Koerfer Recht.
Aus 20 Min:




Kommentar: In der heutigen Zeit wird im Umgang mit Jugendlichen sexuelle Grosszügigkeit nicht mehr toleriert,  so wie sie es Cohn Bendit laut seinen alten Aussagen zur angebliche Befreiungspädagogik noch gelobt hatte. Die Bevölkerung lehnt heute derartige Freiräume strikte ab. Die Odenwaldschule müsste desahlb dringend einen Neuanfang wagen - mit klaren Grenzen.

Mittwoch, 30. April 2014

Die traditionlellen 1. Mai Kravalle stehen bevor

Seit Jahren kommentierten wir nach dem 1. Mai die grenzenlose Gewalt  in Zürich.

Zum Beispiel:

1. Mai 2001 ... Mai die Nachdemonstrationen mit dem "Schwarzen Block" trennen laesst. Seit Jahren erlebte ... Für die Krawalle am 1. Mai signalisieren die ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Mai_01_2001.html
1. Mai 2007 ... Erste Schätzungen beziffern die entstandenen Schäden eine halbe Million ... Mai -Krawallen besonders viele sensationslustige Handy-Filmer ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/07/05_01/index.html


Gespannt erwarten wir, wie der linke Polizeivorstand Wolff morgen die Sicherheit in Zürich durchsetzen will. Sein Herz schlägt für die Demonstranten.

Seit Jahren geht es um das analoge Dilemma.
Einschreiten und die Krawalle im Keim ersticken  - verbunden mit  dem Vorwurf die Polizeipräsenz habe den schwarzen Block provoziert.

Oder:

Die Randalierer gewähren lassen und grossen Sachschaden in Kauf nehmen - verbunden mit dem Vorwurf: Das Privateigentum werde nicht geschützt!

Wir werden nun sehen, was der Polizeivorstand morgen entscheiden wird. Für ihn ist der 1. Mai angeblich sein Sechseläuten. On verra. Möge das Geläut für ihn morgen auch recht friedlich klingen.
Ich zitiere 20 Min:

Läden am Bellevue rüsten sich gegen Demonstranten

 Wegen der Schlusskundgebung der 1.-Mai-Demonstration auf dem Sechseläutenplatz haben dort ansässige Geschäfte Sicherheitspersonal engagiert und Stahl-Rolläden montiert.

storybildSchaufenster sind am 1. Mai beliebte Ziele von Chaoten.
(Bild: Keystone/Martin Rütschi)

«Stürmen wir die Festung Schweiz!» Das ist das Motto des diesjährigen 1.-Mai-Umzugs, der von der Lagerstrasse über das Limmatquai zum Sechseläutenplatz führt. Die Umgebung ist dabei reich an potenziellen Zielen von Zerstörungswut: Bankfilialen, Juweliergeschäfte, Warenhäuser, das Opernhaus und der Sitz der «Neuen Zürcher Zeitung» waren in der Vergangenheit beliebte Ziele von Schmierereien oder Steinwürfen.


NACHTRAG:  ERSTAUNLICH:
Wolff hat die Bewährungsprobe bestanden! Er schaffte es als linker Alternativer, die Balance zwischen Härte und Flexibilität
 zu finden. Wir gratulieren!
   




Tagi schrieb im Vorfeld :


Bewährungsprobe für Wolff



Interview in der Süddeutschen Z.

Die Info-Lawine


Ständig neue E-Mails und Faxe, dazu Stapel von Post: Wie man die tägliche Informationsflut eindämmt.
Papierberge bewegen sich wie Wanderdünen über den Schreibtisch, Mail-Ordner wachsen ins Monströse - viele Menschen können die Informationsmengen, die sich an ihrem Arbeitsplatz ansammeln, nicht bewältigen. Der Schweizer Kommunikationsexperte Marcus Knill sucht nach Abhilfe.
Arbeitsplatz. Bücherstapel

(Foto: Foto: ddp)
SZ: Poststapel, Mailbox, Faxflut - wie viel Zeit verbringen Büroarbeiter täglich mit dem Sichten von Information?

Knill: Zu viel, nach unserer Erfahrung braucht man mehr als zwei Stunden, um sich aus der Lawine zu wühlen. Schließlich muss man alle Nachrichten lesen - es könnte ja etwas Wichtiges dabei sein.

SZ: Einen hohen Anteil hat die interne Firmenkommunikation. Wie lässt sich die hausgemachte Flut eindämmen?
Knill: Indem man zuerst eine Bestandsaufnahme macht. Wo und wie wird informiert? In Sitzungen, per E-Mail, in der Hauszeitung, auf Charts? Dann sollte man sich fragen, ob alle Informationen bei denen landen, die sie betreffen. Man hört ja auch immer wieder von Mitarbeitern, die sich nicht ausreichend informiert fühlen und darüber klagen, etwa von anstehenden Veränderungen im Betrieb aus der Presse erfahren zu haben.

SZ: Aber es geht ja eher um das Zuviel.

Knill: Und deshalb lautet die wichtigste Frage: Bei wie vielen Adressaten landen Informationen, obwohl diese gar nichts damit anfangen können?

SZ: Ist es denn nicht nachvollziehbar, dass eine Assistentin E-Mails lieber an alle weiterleitet, als sie mühevoll zu bewerten und zuzuordnen?

Knill: Information ist Chefsache. Ein gutes Informationsmanagement muss von höchster Stelle eingeleitet werden. Ein funktionierendes Intranet wirkt zum Beispiel Wunder. Allerdings muss man bereit sein, jemanden zu benennen, der sich ausschließlich mit dem Selektieren, Dosieren und Reduzieren von Nachrichten beschäftigt.

SZ: Wie luxuriös.

Knill: Rechnet sich aber, weil es Zeit spart. Wir haben gerade eine Firma beraten, die eine Viertelstelle für Informationsmanagement eingerichtet hat. Der neue Mitarbeiter hat das Informationssystem so strukturiert, dass jetzt alle Kollegen die Nachrichten, die für sie wirklich wichtig sind, selber einholen müssen. Dazu können sie sich an Stellen bedienen, die im Intranet oder am Schwarzen Brett eigens für ihre Bedürfnisse eingerichtet sind. So entsteht gezielte Information anstelle von überbordender Quantität, die auf Dauer ja sogar desinformiert, weil es für den Empfänger immer schwieriger wird, Zusammenhänge zu erkennen.

SZ: Dass Informationsmanagement betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, leuchtet ein. Wie aber überzeugt man einen Mitarbeiter, der es womöglich genießt, sich hin und wieder zu verzetteln?

Knill: Ein guter Betrieb bringt seine Leute dazu, dass sie sich nicht langweilen wollen. Außerdem: Gute Information macht mehr Lust als schlechte.