Montag, 13. Mai 2013

Phänomen 2 der Kommunikationsphilosophie:

Sie sind Profi, wenn Sie die Wahrnehmungsfähigkeit nicht verschüttet haben

Ich kenne einige Berater, die den Kunden beibringen, wie Sie  sich beim Sprechen nonverbal verhalten müssen.
Es gibt Seminare, da lernen die Teilnehmenden sogar, das Gegenüber anhand von Körpersignalen einzuschätzen und zu entlarven. Es werden dann solche Entschlüsselungs CDs verkauft.

Diese Angebote florieren. Denn wer möchte nicht beim Gegenüber oder bei seinem Chef wissen, was er wirklich tickt?
Ich habe Probleme bei derartigen fragwürdigen rezeptorientierten Angeboten. In verschiedenen Beiträgen habe  ich dies begründet.

Zur Körpersprache (Kinesik):


Wir haben alle im Grunde genommen eine jahrelange praktische Ausbildung. Ohne dass wir es gemerkt haben. Ich behaupte, dass wir schon als Kleinkind und später im Kindergarten in der Schule und im Alltag gelernt haben,  Signale zu entziffern. Im Sandkasten merken Kleinkinder rasch, wer einem das Schäufelchen wegnehmen will oder lügt.
Unbewusst werden Signale des Blickes, der Mimik, der Hautverfärbung, des Muskeltonus, der Stimme usw. erkannt und die Frühwarnsignale registriert.   Das intuitive Lesen nonverbaler Signale steckt somit in uns, sofern wir die Wahrnehmungsfähigkeit nicht verschüttet haben.

Dass unsere innere Stimme verlässlich ist, kann ich in einem Experiment demonstrieren.


LINK:

Schablonenartige Interpretationen der Körpersprache von Mitmenschen sind Unsinn. Auf dieser Seite finden Sie ein Beispiel einer fragwürdigen ...
www.rhetorik.ch/Pseudopsychologie/Pseudopsychologie1.html
 

Sonntag, 12. Mai 2013

Phänomen 3 der Kommunikationspsychologie

Dank Perspektivewechsel der Wahrheit annähern

Es ist erstaunlich, wie uns bei Kommunikationsprozessen der Perspektivewechsel weiter bringen kann. Folgende Links helfen Ihnen, dieses paradoxe Phänomen bewusst zu machen: Wir können uns auch der Wahrheit nähern, indem wir uns von einem Sachverhalt distanzieren oder das Problem von einer anderen Seite betrachten (Perspektivewechsel)

7. Sept. 2010 ... Das Tatoo Logo Beispiel links veranschaulicht, dass die Sichtweise ausschlaggebend ist. Das Ambigramm illustriert, dass jede Sache kann ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/09_07/

3. Dez. 2010 ... Wahrnehmung auf den Kopf gestellt ... Aktuell Psychologie · Dissoziation · Dugan test · Blickwinkel beeinflusst · Veränderte Wahrnehmung ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/12_03/

10. Mai 2012 ... Literatur. Thompson, P. (1980). Margaret Thatcher: A new illusion. Perception, 9, 483-484. PDF; Bartlett, J.C., & Searcy, J. (1993). Inversion and ...
www.rhetorik.ch/Thatcherillusion/Thatcherillusion.html


1. Febr. 2010 ... Der Thatcher Effekt vom Februar 2005. Thatcher. Fazit: Es lohnt sich immer auch beim Journalismus, beim Argumentieren und Beurteilen die ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/02_01/
19. Juli 2011 ... Sean Murphy Student an der Uni von Queensland hat einen interessanten Hässlichkeitseffekt bemerkt. Wenn verschiedene Gesichter schnell ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/07_19a/

25. Dez. 2009 ... Deshalb lohnt es sich immer wieder, sich bewusst zu distanzieren, um dank der Übersicht zu erkennen, dass das Ganze mehr ist als die ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/12_25/


Wenn Sie persönlich angegriffen werden: Dissoziieren Sie! Persönliche Angriffe kann man wegstecken, indem man sich bewusst von schlechten Angriffen lösen ...
www.rhetorik.ch/Dissoziation/Dissoziation.html





 

Samstag, 11. Mai 2013

Phänomen 4 der Kommunikationspsychologie

Die Aufmerksamkeits-Illusion

Wir glauben, nichts zu verpassen, was sich in unserem Gesichtsfeld abspielt. Doch sehen wir in Wahrheit meist nur das, worauf wir uns konzentrieren.
Seit der Einführung der Navigationssysteme waren zahlreiche Chauffeure so sehr auf ihr Navigationssystem konzentriert, so dass sie gar nicht merkten, wie sie irregeleitet wurden.



9. Febr. 2010 ... Der Regina Dugan's Test wird von Peter Lee demonstriert. Dem Zuschauer wird für 5 Sekunden ein Bild mit farbigen Punkten gezeigt, und eine ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/02_09/


20. Juli 2011 ... Christopher Chabris und Daniel Simons haben sich 1997 in Harvard getroffen. Sie haben in 2004 den Ig Nobel Prize in Psychology erhalten ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/07_20/

Freitag, 10. Mai 2013

Phänomen 5 der Kommunikationspsychologie:

Image schlägt Fakten

LINK:


18. Okt. 2009 ... Christian Fichters Team an der Universität Zürich ist auf Imageforschung spezialisiert. Eine Untersuchung des Teams wurde im Schweizer ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/10_18/

Wir sind uns zu wenig bewusst, dass der Ruf, das negative oder positive Vorurteil, viel mehr beeinflusst, als wir es wahr haben wollen.


Wer sich mit den Phänomenen der Menschenkenntnis auseinandersetzt, merkt rasch, dass unser BILD (IMAGE), das wir vermitteln, mit vielen Missverständnissen gekoppelt ist.

GESCHICHTE PAPAGEI:


Jemand wollte ein einer Zoohandlung einen Papagei kaufen.
"Dieser schöne bunte Vogel kostet 300.-- Fr.", sagte die Verkäuferin.
"Und der kleinere dort?"
"Der kostet 600.--!"
"Weshalb ist er so viel teurer?", wollte der Käufer wissen.
"Er kann schon Worte nachsprechen."
"Was kostet dann der farblose, Papagei dort hinten, dem einige Federn fehlen?"
"Der kostet 5000.-- Fr!"
"Weshalb?"
"Alle sagen ihm CHEF."


FAZIT: Der Ruf (die Marke), das Brand, die Reputation ist auch bei und Menschen ausschlaggebend. Deshalb lohnt sich, das eigene Image zu pflegen.

Auch der ERSTE EINDRUCK ist prägend.
Ich schildere dieses Phänomen im LINK "Erster Eindruck":


Mit verschiedensten Psychoanalysen wird heute versucht, herauszufinden, ob der erste Eindruck, die Körpersprache, das Gesicht oder die Stimme verraten, wie ...
www.rhetorik.ch/Menschenkenntnis/Menschenkenntnis.html

15. März 2007 ... In der Fachliteratur wird der erste Eindruck unterschiedlich thematisiert. Es gibt Autoren, die messen ihm keine grosse Bedeutung bei.
www.rhetorik.ch/Erstereindruck/Erstereindruck.html
 
"Ich kenne sie nicht, das ist meine erste Begegnung mit ihr. Aber ich habe auf den ersten Blick gesehen, dass sie mir nicht sympathisch ist. Der erste Eindruck ...
www.rhetorik.ch/Menschenkenntnis/Menschenkenntnis1.html
Beim ersten Eindruck spielen persönliche Sympathien und Antipathien eine zentrale Rolle. Der erste Eindruck kann trügen, zumal persönliche Vorerfahrungen ...
www.rhetorik.ch/Wahrnehmen/Wahrnehmen.html


Donnerstag, 9. Mai 2013

Phänomen 6 der Kommunikationspsychologie:


Wir sind in unseren Denkmustern und Erfahrungen gefangen


Folgende Aufgabe können Sie nicht befolgen:

Bitte betrachten Sie das nächste Wort und versuchen Sie es nicht zu lesen:

>  GEDANKE


***************

Lesen Sie nun die nachfolgenden sechs gefärbten Wörter. Aber nur den Wortlaut der Wörter.
Sprechen Sie  laut und so schnell wie möglich:


GRUEN

ROT

GELB

ROT

GELB

ROT


Nun machen Sie es bei den folgenden Worten noch einmal. Nennen Sie aber nur die Farbe des Wortes und nicht das Wort selbst. Wieder laut und so schnell wie möglich:





BLAU

ROT

GRUEN

ROT

GRUEN

GELB




Erkenntnis: Sie hatten Mühe, nicht wahr. Weshalb? Wir sind in unseren Erfahrungen und Denkmustern gefangen. Es ist nicht einfach, Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Doch ist dies nicht einfach!

Quelle der Uebung:  Thorsten Havener "Ich weiss, was Du denkst"



Mittwoch, 8. Mai 2013

Phänomen 7 der Kommunikationspychologie:

WIR FILTERN DIE WAHRNEHMUNG


Je älter wir werden, desto ungenauer beobachten wir.

VERSUCH:


Sehen Sie sich im Raum ungefähr 30 Sekunden um. Merken Sie sich während der nächsten 30 Sekunden möglichst viele schwarze Gegenstände, die Sie von Ihrem Platz aus sehen können.
Auf STOP schliessen Sie die Augen. Der Versuch beginnt JETZT! Lesen Sie  auf keinen Fall weiter!!!

......

......

......

Zeit ist abgelaufen.

Haben Sie die schwarzen Gegenstände gesehen?

Ohne sich umzuschauen, nennen Sie  drei schwarze Gegenstände.

Schliessen Sie erneut die Augen und zählen sie nun alle roten Gegenstände auf, die sich im Raum befinden.

ERKENNTNIS:

Sehen Sie, Sie haben sich auf eine Sache konzentriert. Vieles blieb ihnen verborgen, obwohl es auch existiert. So ist  es auch im Alltag. Tagtäglich dringt vieles in unser Bewusstsein und wir vergessen es, obwohl  wir es gesehen, aber nicht realisiert haben.


UNSERE ERFAHRUNG BESTIMMT, WAS WIR SEHEN:

"Sicherlich knenen Sie auch dei Studie in dre hersuafegnuden wrude, dass die Reinehfloge der Bustchabne für uns nihet mher witchig ist. Nur die esrten und ltezten Buhctsaben müssen korkret sein. Wir heban die Wröter so oft gesehen, dass wir die flasche Reiehnfloge druch unsere Erafhrung umtslelen und die reihtige Bedeutung der Wörter so in unesrem Kopf autoamtisch enttseht..."

Quelle: Thorsten Havener "Ich weiss, was Du denkst"


Fazit: Abgesehen davon, dass wir eine Menge von Informationen überhaupt wahrnehmen, filtern wir bewusst zahlreiche Details, indem wir es durch unser Vorwissen ergänzen. Unsere Sinne täuschen uns laufend. Das liegt in unserer Natur.

Ein ähnliches Phänomen:

WENN WIR AUFGRUND UNSERES WISSENS ODER UNSERER ERWARTUNG ETWAS VORAUSAHNEN, BLENDEN WIR FAKTEN AUS:

Lesen Sie folgende Sätze:


                                         Das
                                       ist  ein
                             ein interessantes Buch



                                         Das
                              ist der Tropfen auf
                             auf den heissen Stein

          
       
                                     Thorsten
                                Havener ist der
                               der Gedankenleser


Viele haben die Verdoppelungen nicht sofort gemerkt. Wir folgen nämlich den Mustern, die wir seit Jahren verinnerlicht haben.





  

 

Dienstag, 7. Mai 2013

Trend gegen das Namenchaos in Familien und Schulen:

In den Neuzigerjahren begann ein Trend zur Unverbindlichkeit und generellen Beliebigkeit. Jeder soll machen dürfen, was er wünscht . In der Erziehung schlug der Trend der antiautoritären Bewegung auch auf die Schulen durch. Die Emanzipation der Frauen drängte nach vollständiger Gleichberechtigung. So durften die Frauen nach der Heirat ihren Namen behalten obschon es kritische Stimmen gab, die lieber einen gemeinsame Einigung auf einen Namen gesehen hätten. Auch die Ehe verlor den Status der lebenslangen Bindung.
Jeder konnte den unverbindliche Bindung wieder problemlos auflösen. Die Ehescheidungen boomten.
Weil die Geschiedenen mit ihren Kindern erneut heirateten, kam es zu grotesken Situationen hinsichtlich der Namen (Eltern, Kinder). Lehrerinnen und Lehrer können über die chaotischen Zustände  bei Patchworkfamilien ein Liedchen singen.

Für mich ist es deshalb nachvollziehbar, dass die modernen jungen Eltern mit dieser Beliebigkeit bei der Namensgebung nicht mehr viel anfangen können. Das macht eine Umfrage deutlich:


Frauen verzichten auf eigenen Namen

Ich zitiere TAGI:
 
Trotz der neuen Wahlfreiheit nehmen die meisten Frauen bei der Heirat noch immer den Namen ihres Mannes an – unabhängig davon, ob sie auf dem Land oder in der Stadt leben. Auch viele junge Paare setzen auf die Tradition.

Der Name als verbindendes Element: Ein Hochzeitspaar präsentiert seine Ringe. (Archivbild)


Der Name als verbindendes Element: Ein Hochzeitspaar präsentiert seine Ringe. (Archivbild)
Bild: Keystone

Die überwiegende Mehrheit der Hochzeitspaare entscheidet sich auch heute für einen gemeinsamen Namen – und zwar für den Namen des Mannes. Seit Anfang 2013 bestünde in dieser Hinsicht Wahlfreiheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Zeitung «Schweiz am Sonntag» bei grossen Zivilstandsämtern.
«Die Vorstellung, dass alle in der Familie gleich heissen sollen, ist tief in den Köpfen der Menschen verankert», sagt Roland Peterhans, Chef des Zivilstandsamtes Zürich, gegenüber der Zeitung. Seine Prognose: «Es braucht wohl eine Generation, bis sich das ändert, und nicht nur ein paar Jahre.» Tradition ist nicht nur auf dem Land gefragt: Selbst im rot-grünen Zürich, das sich als urbanstes und progressivstes Zentrum der Schweiz versteht, wählen gemäss Peterhans satte 80 Prozent der Paare den Namen des Mannes als Familiennamen.

Beim Namensrecht gibt es keinen Stadt-Land-Graben. Und auch keinen Röstigraben, sind doch die Befunde aus dem calvinistischen Genf identisch mit denjenigen aus dem katholischen Solothurn. Zudem gibt es auch keinen Generationenkonflikt. «Viele Junge setzen stark auf Tradition», betont Beatrice Rancetti vom Zivilstandsamt Liestal (BL). Karin Schifferle, Leiterin der Aufsichtsbehörde über das Zivilstandswesen im Kanton Bern, beobachtet gar teilweise einen Rückschritt: «Heute behalten weniger Frauen ihren Namen.» Der Grund: Früher konnten die Frauen ihren Namen weiterführen, indem sie ihn dem Männernamen voranstellten. «Wenn heute beide ihren Namen behalten, fällt das verbindende Element weg.» 

Kommentar: Es bringt nicht viel, wenn wir  uns über Aenderungen des Zeitgeistes ärgern.
Jede Reaktion bringt früher oder später eine Gegenreaktion. Unsinnige Vorschriften werden somit zwangläufig früher oder später wieder korrigiert.