Dienstag, 9. August 2011
Montag, 8. August 2011

Für unsere Katze ist jeder Tag "Katzentag"
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Wie weit darf Querilla - Marketing gehen?
Ich zitiere 20 Min:
Passanten staunten: In mehreren Zürcher Gemeinden lagen Hunderte Zehnernoten auf der Strasse verstreut. Der vermeintliche Geldsegen war aber nur ein PR-Gag, der Folgen haben dürfte.
Wer den PR-Gag zu verantworten hat, lässt sich bloss erahnen. Zahlreiche Hinweise deuten darauf hin, dass die Unterländer Fachgeschäfte, die sogenannte Pro-Bon-Treuemarken abgeben, hinter der Aktion stecken. Sektionspräsident und Drogist Carlo Hasler wollte dies zwar gestern gegenüber 20 Minuten nicht bestätigen – dementiert hat er es aber auch nicht.
Ende Zitat
Notiert von
marcus knill
um
18:59
Wie weit darf Guerilla-Marketing gehen?
Für die einen ist der PR-Gag mit den veränderten Zehnernoten ein origineller Gag. Für andere muss diese strafbare Handlung geahndet werden. In einem Text auf 20min.ch heisst es:
«Passanten staunten: In mehreren Zürcher Gemeinden lagen hunderte Zehnernoten auf der Strasse verstreut. Der vermeintliche Geldsegen war aber nur ein PR-Gag, der Folgen haben dürfte.»

Auf den ersten Blick sah es tatsächlich so aus, als hätte ein Geldtransporter seine kostbare Ladung ausgekippt. Wer genauer hinsah, erkannte allerdings schnell, dass die gelben Papierfetzen nicht echt sein konnten. So zeigen sie unter anderem nicht das Konterfei vom Architekten Le Corbusier, sondern eine unbekannte Frau mit Hut. «Mit dem Schein können Sie nicht mal in einer schummrigen Bar bezahlen», sagte Stefan Oberlin, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. Konsequenzen dürfte die Werbeaktion aber dennoch haben: Falschgeld in Umlauf zu bringen, sei ein Straftatbestand. Ob dieser zum Tragen komme, werde geprüft, bestätigte Oberlin einen Bericht des «Zürcher Unterländers». Rechnen müssen die Urheber zudem mit einer Busse wegen Litterings.
Wer den PR-Gag zu verantworten hat, lässt sich bloss erahnen. Zahlreiche Hinweise deuten darauf hin, dass die Unterländer Fachgeschäfte, welche sogenannte Pro-Bon-Treuemarken abgeben, hinter der Aktion stecken. Sektionspräsident und Drogist Carlo Hasler wollte dies zwar gestern gegenüber «20 Minuten» nicht bestätigen – dementiert hat er die Tat aber auch nicht.
Notiert von
marcus knill
um
18:57
Macht der Medien
(Beitrag von Marcus Knill umgeschrieben und publiziert)
UNTERRICHTSBEISPIEL:
Medien und Macht.
Zur politischen Ambivalenz der Mediendemokratie von Thomas Hellmuth; Aus: Herrschaft und Macht, herausgegeben vom Forum Politische Bildung Informationen zur Politischen Bildung Bd.31, Innsbruck–Wien–Bozen
DIE MACHT DER MEDIEN
A
R
B
E
I
T
S
W
I
S
S
E
N
Die Macht der Themenauswahl
Außenstehende haben kein Recht, in die Auswahl von Themen einzugreifen. Welche Themen letztendlich veröffentlicht werden, hängt oftmals von der ideologischen Ausrichtung des jeweiligen Mediums oder des Journalisten bzw. der Journalistin ab.
Die Macht der Veröffentlichung
Medien wählen aus, was wer veröffentlichen darf. Nicht jeder Leserbrief wird etwa in einer Zeitung veröf- fentlicht. Zudem wählen Medien aus, wem Gehör verschafft wird. So werden nicht alle PolitikerInnen vor Wahlen zu Diskussionsrunden eingeladen; meist ist dies VertreterInnen größerer Parteien vorbehalten.
Die Macht des Ausklammerns
Zum einen können bestimmte Aspekte einer Nachricht ausgeklammert werden. Der Journalist bzw. die Journalistin kann dies bewusst oder auch unbewusst vornehmen. Zum anderen können auch bestimmte Per- sonen, etwa unliebsame PolitikerInnen, unerwähnt bleiben.
Die Macht der Titelgebung und des Einsatzes von Bildern
Viele MedienkonsumentInnen orientieren sich an Titeln und an Bildern. Die damit verbundenen Informationen werden nicht gelesen bzw. gehört. Mit Titeln und Bildern lassen sich also bestimmte Meinungen beeinflussen.
Die Macht der Kameraführung und der Lichtgestaltung
Mit Kamerawinkel, Einstellungsgrößen und Licht können Menschen unterschiedlich dargestellt werden. Von oben aufgenommene Menschen können klein und unscheinbar wirken, von unten aufgenommene all- mächtig, aber auch überheblich. Werden Menschen in grelles Licht getaucht, dann können sie kantig wir- ken, unmenschlich, weiches Licht kann wiederum den Eindruck von Sanftheit erzeugen.
Die Macht des Toneinsatzes
Stimmen können durch Tontechnik verändert werden. So kann jemandem eine unangenehme metallene oder hohe Stimme verpasst werden, obwohl die natürliche Stimme ganz anders klingt. Andere erhalten eine angenehme, tiefere Stimme, indem mehr Bässe hinzugegeben werden. Auch Hintergrundmusik oder die Musik im Vor- bzw. Nachspann kann beeinflussend wirken.
Die Macht der Wortwahl
Für bestimmte Sachverhalte und Handlungen können oftmals unterschiedliche Begriffe verwendet werden, die positive oder negative Bedeutung haben. Es ist etwa ein Unterschied, ob von einem „Freiheitskämpfer“ oder einem „Terroristen“ gesprochen wird.
Die Macht, die Spielregeln zu bestimmen
Bei Radiosendungen oder Fernsehsendungen werden die Spielregeln etwa bei Interviews oder Diskussionen von den Medien vorgegeben. So kann es für jemanden ein Problem sein, zu stehen, weil er nervös ist, gleich- sam „weiche“ Knie hat und sich daher aufstützen muss. Der Einsatz von Gestik wird damit verhindert, der Stress kann weniger abgebaut werden und ein unsicherer Eindruck wird erzeugt.
Zum Teil verändert durch Thomas Hellmuth nach: Knill, Marcus: Medien und ihre Macht der Manipulation, in: Achtung Sendung, 6 (1997). Der Text ist auch zu finden unter: http://www.rhetorik.ch/Macht/Macht.html (2009)
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marcus knill
um
07:59
Leserbrief:
Schaffhauser Nachrichten
Tod wird weiterhin tabuisiert
Zum Sterben und zum Tod
In den «Schaffhauser Nachrichten» vom 2. April befassen sich
verschiedene Beiträge mit dem Thema Tod. Auf den Seiten 1 und 5 geht es
um das Sterben des Papstes, Seite 19 befasst sich mit der Darstellung
des Todes in den Medien, und auf Seite 25 wird über Wachkoma und
Patientenverfügung diskutiert. Leider wird die Tabuisierung des Todes
einmal mehr offenbar, nur Marcus Knill stellt gute Fragen zum
Medienaspekt. Man muss nicht meine lebensverneinende Freitodbejahung
teilen, um zu sehen, dass unsere Todesverdrängung und
Lebensverherrlichung in die Irre führt. Meine Kritik zielt nicht auf die
natürliche Angst vor dem Tode, sondern darauf, dass man sie nicht
zugibt und gleichzeitig das unveränderbar grausame Leben verherrlicht.
So entstehen dann die unglaublichen Verhaltensweisen, und das absurde
Sterben des Papstes beweist geradezu, dass er selbst nicht an ein Leben
nach dem Tode glaubte, denn sonst hätte er ja längst sagen müssen, Gott
wolle ihn offenbar erlösen und heimholen. Zur Patientenverfügung werden
leider ganz klar falsche Aussagen gemacht. Sie sei nicht verbindlich und
müsse immer aufdatiert werden, schreibt Martin Schweizer. Tatsächlich
sind aber auf Grund des Selbstbestimmungsrechts in der Verfassung
Patientenverfügungen rechtlich verbindlich, und ein Arzt macht sich
strafbar, wenn er sie missachtet. Auch muss eine Verfügung nicht dauernd
erneuert werden, um rechtsgültig zu sein, denn ohne Widerruf gilt sie,
eine Aufdatierung schadet aber natürlich nicht. Recht hat Martin
Schweizer mit der Feststellung, dass es auch unklare Verfügungen gibt.
Mir sind aber zum Beispiel als langjähriges Exit-Mitglied mit der
entsprechenden Verfügung keine Probleme bekannt. Der angesprochene Fall
von Terri Schiavo und weitere Gerichtsfälle im In- und Ausland lassen
hoffen, dass gerade die Rechtsprechung zu einer Enttabuisierung von Tod
und Freitod beitragen könnte.
Notiert von
marcus knill
um
07:57
Sonntag, 7. August 2011
Bashar al-Assad

Ich zitiere Tagi-online:
Seit fünf Monaten versucht das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, mit unnachgiebiger Härte die Protestbewegung in seinem Land zum Schweigen zu bringen. Mehr als 1.700 Zivilpersonen sind nach Angaben von Aktivisten bereits bei den Protesten ums Leben gekommen. Über zehntausend sollen im Gefängnis gelandet sein. Doch während die internationale Gemeinschaft in Libyen zum Schutz der Bevölkerung eingegriffen hat, schaut sie den Menschenrechtsverletzungen in Syrien weitgehend tatenlos zu.
Friedensforscher Schoch von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung findet:
Die Situation ist nicht mit der in Libyen zu vergleichen. Ein angekündigtes Massaker, wie Libyens Machthaber Muammar al-Ghadhafi es der Stadt Bengasi androhte, «muss man, darf man und vor allem kann man verhindern», sagt Schoch. Im Fall Syriens könne sich der UN-Sicherheitsrat wahrscheinlich noch nicht einmal auf eine gemeinsame Resolution einigen. Diese Woche verabschiedeten nur eine unverbindliche gemeinsame Erklärung, die die Gewalt in Syrien verurteilte.
Ich verstehe Otto Normalverbraucher, wenn es diese Logik nicht nachvollziehen kann.
Notiert von
marcus knill
um
09:36
Gastkolumne
Medienlandschaft im Umbruch.
Der Mediendeal zwischen Ringier und dem deutschen Axel Springer Verlag wie auch die monopolartigen Zusammenschlüsse innerhalb der Tamedia und der NZZ veranschaulichen, wie die Medienvielfalt schwindet.
Die Tamedia mit dem jüngsten Zusammenschluss «Tages-Anzeiger» – «Zürcher Oberländer» usw. ist nun mit «20 Minuten», «Radio 24», «Tele Züri», den Berner Zeitungen und Edipress ein monopolähnliches Gebilde. Auch der Zusammenschluss der «Thurgauer Zeitung» mit dem «St. Galler Tagblatt» verstärkte die Position der NZZ-Gruppe in der Ostschweiz mit «TeleOstschweiz» und «Radio Aktuell» und führte zu einer weiteren ungesunden Ballung. Die anderen Akteure führen neben den beiden Mediengiganten nur noch ein Nischendasein. Erstaunlich, die Fusionen führten zu keinem Aufschrei der Entrüstung.
Wie geht es weiter? Die Monopolisierung, die Gratiszeitungen mit den kostenlosen Internetangeboten werden die Medienlandschaft weiter einebnen. Es gibt eine strukturelle Krise.
1. Eine finanzielle Krise (weniger Werbeeinnahmen). Die kommende Generation nutzt die Gratiszeitungen und Onlineangebote.
2. Die Zeitungen verlieren Abonnements.
3. Durch die Machtballung wird der Medienmarkt für lokale, selbständige Medien härter. Niemand weiss eigentlich genau, wie es weiter gehen wird. Die Branche ist verunsichert. Der Trend «Weg vom Papier» wird weitergehen.
Die junge «iPad-Generation» ist nicht mehr bereit, für Informationen zu bezahlen. Die Gratiszeitungen etablieren sich.
Nur Zeitungen und Magazine, die es verstehen
– im Gegensatz zum Online-News-Kurzfutter –
Themen mit Hintergrundbeiträgen zu vertiefen
oder lokale Informationen pflegen,
werden überleben.
Marcus Knill
Kommunikationsexperte
Notiert von
marcus knill
um
09:19

