Montag, 13. Oktober 2008

Studentenselbsthilfenetz

Erstaunlich, dass die Idee erst heute realisiert wird: Der Austausch von Informationen und Skrips bis hin zu Prüfungsunterlagen.

Quelle 20 min - online:

Basler Studenten wollen mit Site weltweiten Erfolg

Heute startet die Onlineplattform Stoodl. Auf der Seite können Studenten aus der ganzen Schweiz ihre Notizen austauschen.

Fabian Frey (links) und seine Mitstreiter schalten heute ihre Onlineplattform Stoodl.com auf. (hys)

Zehn Monate hat die Arbeit an der Community-Site Stoodl gedauert. Ab heute können sich Studenten in der ganzen Schweiz auf Stoodl.com registrieren. «Die Seite ist eine Art StudiVZ – nur besser», sagt der Basler Student Fabian Frey. Zusammen mit ein paar Kommilitonen hat der Jus-Student die Seite kon­zipiert und entwickelt. Der Clou an der Sache:

«Bei uns gehts nicht nur um Zeit­vertreib, sondern es bringt auch was beim Lernen.»

Die Seite ist so gestaltet, dass die Studenten ihre Vor­lesungsnotizen und Zu­sammenfassungen für andere Studierende aufs Netz stellen können. «Diese Unterlagen sind viel wert – normalerweise muss man sich teure Bücher kaufen», so Frey. Andere Studenten können die Dokumente dann bewerten, kommentieren und weiterreichen.

Trotzdem ist Stoodl keine völlig ernste Angelegenheit: Die Seite bietet ­ähnliche Tools wie andere Community-Sites. Man kann Fotos hochladen und sich gegenseitig Nachrichten schicken. Stoodl startet schweizweit, doch das Entwickler-Team denkt schon weiter:

«Nächstes Jahr wollen wir in Deutschland starten – am Ende soll ein weltweites Netz stehen», so Frey.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Erfolgreiche Methode:

TV Attackieren, um dadurch einen Sendeplatz zu erobern?

Seit Jahren ist der Literaturkritiker Reich-Ranicki nicht mehr im Rampenlicht. Dank einer Provokation schafft er es wieder, von sich reden zu machen. Nicht nur das: Er bekommt sogar einen Sendeplatz.

Ich zitiere spiegel-online:

TV- KRITIKER REICH- RANICKI

Blödel- TV attackiert, dafür Sendeplatz erobert

Elegant orchestriert: Marcel Reich-Ranicki nennt die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises "Blödsinn", lehnt seine Auszeichnung ab - und beschert der peinlich-paritätischen ZDF-Gala unverhoffte Aufmerksamkeit. Nun bekommt der Literaturpapst einen neuen Sendeplatz - als TV-Kritiker.

Die deutsche Fernsehkritik hat seit gestern ein neues, wenn auch nicht mehr ganz unverbrauchtes Gesicht: das von Marcel Reich-Ranicki. Der 88-Jährige, der bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden sollte, bedankte sich für die Ehrung mit einer medialen Generalabrechung.

"Blödsinn" sei alles, was an diesem Abend im Coloneum noch zu sehen sei. "Ich gehöre nicht in diese Reihe", sagte Reich-Ranicki, der mit dem von ihm geleiteten "Literarischen Quartett" einst lustig und listig die Literaturkritik in den deutschen Unterhaltungsbetrieb eingegliedert hat.

MARCEL REICH-RANICKI: DER LITERATURPAPST

Fotostrecke starten: Klicken Sie auf ein Bild (6 Bilder)

Der alte Herr weiß eben immer noch, wie man Pointen setzt – und die Erregungsökonomie des Entertainment-Apparats befeuert.

Bei der Aufzeichnung der Gala, die am Sonntagabend als Zusammenschnitt im ZDF zu sehen ist (20.15 Uhr), hatte man die eigentlich als Finale geplante Übergabe des Lebenspreises spontan in die Mitte vorgezogen. In der Zusammenfassung, so ist es zumindest angedacht, wird sie dann wieder ans Ende gebastelt. Kann man sich ein schöneres Bild für die inszenierte Realität des Fernsehens vorstellen?

Angeblich hatte Reich-Ranicki während der Veranstaltung schon häufiger bedrohlich auf die Uhr geschaut. Darbietungen von Atze Schröder, der momentan mit der Nazi-Klamotte "U-900" im Kino zu sehen ist und gestern mit Schamhaarperücke und schicker Kapitänsuniform auf der Bühne rumulkte, sowie andere Privatfernsehhumoristen zerrten offensichtlich schwer an den Nerven des Vorzeigeintellektuellen und Holocaust-Überlebenden.

Also kündigte Moderator Thomas Gottschalk nach gut einer Stunde geschmeidig an, dass man eben schon jetzt zum Höhepunkt des Abends käme – und der wurde dem Publikum von Reich-Ranicki dann auch prompt serviert.

Erst wetterte er, dann ließ er pikiert den Preis auf der Bühne stehen:

Ein Auftritt, so ernsthaft erregt wie elegant orchestriert. Mag der Ekel des Literaturkritikers vor dem Massenmedium Fernsehen auch noch so groß sein, die Grundregeln guter Unterhaltung beherrscht er wie kein Zweiter. Und er spielt sie zu seinen Bedingungen aus.

Nach der Aufzeichnung sagte Thomas Gottschalk :

"Ich hatte überhaupt keine Ahnung. Mir wurde nur gesagt, dass er sich ärgert. So haben wir seine Ehrung vorgezogen, damit er nicht noch geht."

Mediale Parallelwelt

Gerechnet hat sich der Adrenalinschub in dieser ansonsten vollkommen beliebigen Preisabwurfparade nun sowohl für Reich-Ranicki als auch für Gottschalk selbst.

Wie die ZDF-Verantwortlichen noch in der Nacht mitteilen ließen, werde man an einem Format arbeiten, in dem der Bücherpapst und der Quotenzampano gemeinsam übers Medium reflektieren werden. Aber mal ganz ehrlich, welche Inhalte könnten da ausgetauscht werden?

Das deutsche Fernsehen ist nun mal eine unübersichtliche und hoch komplexe Angelegenheit. Schwer vorstellbar, dass Reich-Ranicki neben dem Bücherstudium wirklich Zeit und Muße findet in diese mediale Parallelwelt sichtend einzutauchen. Aber eben das ist unabdingbar, wenn er ein kompetentes Urteil abgeben will.

Wie widersprüchlich das Fernsehen ist, zeigt schon die Liste der Preisträger der gestrigen Veranstaltung. Initiiert von den vier großen Sendern ARD, ZDF, RTL und Sat.1 werden die Auszeichnungen meist einigermaßen paritätisch verteilt. Es geht um Diplomatie, Mut ist von der Jury nicht gefragt.

Beim Deutschen Fernsehpreis wird das Medium nun mal in seiner ganzen Pracht und Peinlichkeit vorgeführt. Meisterleistungen in Sachen Menschenverachtung werden hier ebenso beklatscht wie das gute alte Aufklärungsfernsehen, Zeitgeschichts-Schmonzetten bedenkt man ebenso wie komplexe Politdramen.

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Massenberieselung und Experimentierfeld

Deutsches Fernsehen ist eben immer zweierlei: Massenberieselung und Experimentierfeld – was sich auch an zwei Produktionen zeigt, in denen es um die jüngere deutsche Geschichte geht: Während ausgerechnet die Märtyrer-Maschine Veronica Ferres für den Mauer-Schmonzes "Die Frau vom Checkpoint Charlie" als beste Schauspielerin gefeiert wurde, erhielt die grausam doppelbödige Stasi-Liebesgeschichte "12 heißt: Ich liebe dich" – dessen sensationelle Hauptdarstellerin Claudia Michelsen leer ausging – immerhin den wichtigen Regiepreis. (Die restlichen Preisträger dürfen wir Ihnen leider erst nach der Show-Ausstrahlung mitteilen, um dem ZDF nicht die Überraschung zu verderben).

Man kann das Fernsehen also, das zeigte diese Fernsehpreis-Gala einmal mehr, hassen und lieben. Dass Marcel Reich-Ranicki sich für Ersteres entschieden hat, ist vollkommen in Ordnung – zumal er diesen Hass bei aller Härte mit einer gewissen heiteren Dialektik vorzutragen versteht. Denn so aufrecht er sich vom Fernsehen abgewandt hat, desto zärtlicher lässt er sich von dessen Exponenten nun wieder umarmen.

Den Plexiglas-Obelisk für sein Lebenswerk hat der Griesgram dann jedenfalls doch noch irgendwie mit nach Hause genommen – und die angedachte Sendung mit Gottschalk dürfte ganz unabhängig von ihrer Qualität ein echter Quotenhit werden.

Wer weiß, vielleicht steht Marcel Reich-Ranicki nächstes Jahr schon wieder auf der Bühne, um sich gemeinsam mit Thomas Gottschalk den Preis für die beste Unterhaltungssendung abzuholen.

Kommentar: Marcel Reich-Ranicki kennt bestimmt seinen Marktwert. Er weiss, dass er immer noch fähig ist, Einschaltquoten zu garantieren. Deshalb musste er bei der Verleihung gar nicht so hoch pokern. Der schlaue Fuchs schaffte es einmal mehr, die Gunst der Stunde zu nutzen und verstand es, sich geschickt in Szene zu setzen. Er bekommt jetzt wieder TV Präsenz - gleichsam als als Belohnung für seinen Eklat. Aus meiner Sicht kann dem Literaturkritiker nicht krankhafte Mediengeilheit zugeschrieben werden. Doch bedauerte er es bestimmt, dass er der breite Oeffentlichkeit in letzter Zeit nicht mehr seine messerscharfen Urteile vermitteln durfte. Reich-Ranicki hat bestimmt ein ausgesprochens Sendungsbewusstsein. Er kennt seine analytische Fähigkeiten und möchte seine Gedanken auch verbreiten können. Ohne Kamera - und Mikrofonpräsenz ist dies bekanntlich viel mühsamer.

Image sinkt - Die Gründe

20 min:

Politbarometer

Bundesräte sinken in der Gunst der Bevölkerung

Verteidigungsminister Samuel Schmid hat das Vertrauen der Bevölkerung verloren. Er ist im Bundesrat nicht alleine. Bei den Parteien ist die SVP auf dem absteigenden Ast.

Kommentar:

Die Gründe:

Die Begründung, weshalb Vertrauen in Bundesrat Schmid geschwunden ist, habe ich in meinen Analysen eingehend erläutert. Die Rücktrittforderungen liegen seit Wochen auf dem Tisch. Der Verteidigungminister will jedoch im Amt bleiben!

Eveline Widmer Schlumpf profitiert vom Bonus der Neuen. Aber auch mit ihren geschickten und professionellen Auftritten als Stellvertreterin des Finanzministers in der akuten Finanzkrise schaffte sich sich Pluspunkte. Dieses Auftritte werde ich später asuführlicher analysieren.

Der "Fettnäpfchentreter" Couchepin verliert trotz Präsidialjahr weiter an Zustimmung.

Der Gesamtbundesrat verlor nicht zuletzt deshalb an Glaubwürdigkeit, weil er die Fehler Schmids immer wieder zu unkritisch gedeckt hatte.

Die derzeitige globale Krise lässt zwar Rücktrittsforderungen verstummen. Die Bevölkerung wünscht sich in der heiklen Situation keinen geschwächten Bundesrat. Man will einen handlungsfähige Landesregierung.

Anderseits verliert ein Bundesrat ohne SVP ebenfalls an Rückhalt. Die Regierung funktioniert ohnedie Beteiligung der grössten Partei nicht optimal.

Die SVP wird ihrerseits selbstverschuldet weiter in das Tief sinken. Nach meiner Prognose wird sich der Sinkflug fortsetzen, solange sich die Partei immer mehr auseinander dividiert und sich Christoph Blocher immer wieder als Bundesratskandidat ins Spiel bringt. "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte!"

Prognose: Sobald die Finanzkrise überwunden ist, wird es zu einer harten Ausmarkung bei den Bundesratssitzen kommen. Die Parteien werden sich nicht mehr schonen. Es gibt noch einige Fragen, die offen sind, wie beispielsweise der Gesundheitszustand des Finanzministers.

Erstaunlich ist für mich, wie sich Micheline Calmy-Rey trotz zahlreicher Pannen ständig gut halten konnte.

Samstag, 11. Oktober 2008

Erneuter Rückschlag für Palin

Ich zitiere 20 Min-online:

Untersuchung

Palin missbrauchte ihr Amt

Der Präsidentschafts- Wahlkampf der Republikaner hat erneut einen Rückschlag erlitten. Nach einem in Alaska veröffentlichten Untersuchungsbericht hat die Kandidatin für die Vizepräsidentschaft, Sarah Palin, ihr Amt als Gouverneurin missbraucht

Kommentar: Nach den persönlichen Verunglimpfungen kommt nun dieses für Palin imageschädigende Urteil. McCain hatte übrigens im Duell den Namen Palin ausgeklammert - bewusst?

Freitag, 10. Oktober 2008

Vertrauensbildende Antworten

Versprechen: Der Bundesrat will alles unternehmen, um die Stabilität des Finanzplatzes Schweiz sicherzustellen.

Quelle Blick-online:

Blick: Ist der Bundesrat vorbereitet, wenn in der Schweiz Ereignisse eintreten, wie wir sie nun zuhauf im Ausland haben? Staatsgarantien, Rettungsaktionen für schlingernde Banken?

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf:

Ja, wir sind auf alles vorbereitet. Das ist unsere Pflicht. Aber wir reden erst über Massnahmen, wenn solche konkret beschlossen werden sollten.

Trotzdem: Selbst Hochschul-Professoren kritisieren, dass der Bundesrat zu wenig ­vertrauensbildende Signale aussendet ...

Nochmals: Der Bundesrat hat verschiedene Szenarien ausgearbeitet und ist jederzeit in der Lage, die geeigneten Massnahmen zu treffen, so solche notwendig sein sollten. Aber es macht keinen Sinn zu sagen: Wenn das geschieht, machen wir das, und falls dieser Fall eintritt, handeln wir so.

Weshalb nicht?

Wir würden auf diese Weise die Verunsicherung wohl nur noch verstärken. Unsere Philosophie ist eine ganz andere: Wir machen politische Aussagen über konkrete Massnahmen erst, wenn diese notwendig und beschlossen sind. Meines Erachtens dient der vom Bundesrat eingeschlagene Weg der Vertrauensbildung.

Eine leise Kritik an ausländi­schen Politikern?

Möglicherweise sind wir etwas besser vorbereitet als andere Länder.

Doch noch konkreter: Wenn eine Schweizer Bank ins Schlingern gerät ...

Der Bundesrat wird alles unternehmen, damit die Stabilität des Schweizer Finanzplatzes insgesamt sichergestellt werden kann.

Verbesserung des ­Anlegerschutzes?

Ich werde sehr bald etwas Konkretes dazu sagen können. Wir arbeiten daran.

Weshalb gehen Sie am Wochenende nicht zur Weltbanktagung nach Washington?

Frau Leuthard und ich haben vereinbart, dass sie in die USA reist. Uns ist wichtig, dass ich in diesen Tagen in der Schweiz bleibe. Für mich ist ausschlaggebend, dass ich weiterhin direkten Kontakt mit Vertretern der Eidgenössischen Bankenkommission und der Schweizerischen Nationalbank habe, um die tägliche Lageanalyse an den ­Finanzmärkten vorzu­nehmen.

Haben Sie Kontakt mit Ihrem Kollegen Hans-Rudolf Merz?

Ja, wir haben telefoniert. Ich habe ihn über die grösseren Geschäfte informiert.

Wie wirkte er auf Sie?

Sehr munter, sehr präsent. Das ist für mich, wie für alle, eine grosse Erleichterung.

Kommentar: Die Antworten überzeugen, weil Spekulationen, Vermutungen fehlen und die Bundesrätin konsequent bleibt: Die Aussagen sind eindeutig: JA, NEIN. "Wir sagen erst etwas, wenn wir etwas beschlossen haben." Kein Lavieren! Die kurzen und bündigen Aussagen sind glaubwürdig.

Tagi online:

Grösster Kursabsturz seit 17 Jahren

Die Schweizer Börse hat die schwärzeste Woche seit langem hinter sich. Der SMI sackte um 7,79 Prozent auf einen Schlussstand von 5347 Punkten ab. Der Dow Jones befindet sich auf Berg- und Talfahrt.

Auch im Interview vom 10.10.08 gelang es die Vertreterin des Finanzministers, in der katastrophalen Krisensituation vertrauensbildende Worte zu finden.

- Der Bund wolle Einlagesicherungen verstärken (Offen sei nur noch die Höhe dieses Schutzes - die EU habe sich für 80 000.-- Fr entschieden)

- Offen sei noch, welche Guthaben es betreffe. Der Bundesrat werde erst kommunizieren, wenn es etwas zu kommunizieren gebe. Nur weil andere Staaten kommunizierten, müsse die Schweiz ihre geplante Massnahmen nicht schon heute bekannt geben

- Die Bundesrätin schloss nicht aus, dass sich die Krise auch auf die Schweiz auswirken kann

- Die Kantonalbanken in der Schweiz würden eine stabilisierende Rolle spielen

- Der Bundesrat habe sich mit allen möglichen Szenarien eingehend auseinander gesetzt. Massnahmen gebe er jedoch erst bekannt, wenn dies notwendig werde.

Illustration nzz-online:

Nachtrag Sonntagsblick:

Widerspruch Eveline Widmer-Schlumpf (l.) hält Doris Leuthards Versprechen, die ­Grossbanken im Notfall zu retten, für realitätsfremd. (Keystone)

Der Bundesrat liess auch letzte Woche kaum etwas zu den Notfallplänen verlauten, die für den Fall eines Grossbanken-Crashs ausgearbeitet worden sind. Man habe die Lage im Griff, sagte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf am vergangenen Donnerstag bloss.

Gleichentags redete dann (Im Gegensatz zu Eveline Widmer Schlumpf) allerdings Wirtschaftsministerin Doris Leuthard (45) munter drauflos: «Was wir auf jeden Fall nicht wollen – dass eine Grossbank in eine ernsthafte Krise hineingerät bis hin zu einem Konkurs», sagte sie Radio DRS. «Das würde der Bundesrat mit Sicherheit verhindern.» Diese Aussage sorgte im Finanzdepartement (EFD) für Verärgerung. Umgehend korrigierte man Leuthards Statement: Der Bundesrat treffe Vorkehrungen, damit die Banken gar nicht erst in eine Lage geraten, in der sie Staatshilfe nötig hätten.

«Leuthard hat sich ungeschickt geäussert und sich nicht an die Sprachregelung des Bundesrats gehalten», heisst es im EFD. Sprecherin Tanja Kocher sagt dazu nur: «Ich bin überzeugt, Doris Leuthard ist auf der Linie des Bundesrats.»

Auch Widmer-Schlumpf soll über Leuthard «not amused» gewesen sein. Aus ihrem Umfeld heisst es, Leuthards Statement entspreche nicht den realen Möglichkeiten. Nähme man sie beim Wort, müsste der Schweizer Staat mit einem Bruttoinlandprodukt von 510 Milliarden Franken im Falle eines UBS-Crashs eine Bank mit einer Bilanzsumme von 2000 Milliarden retten – ein Ding der Unmöglichkeit.

Auch SVP-Finanzexperte Hans Kaufmann (60, ZH) schüttelt den Kopf über die Wirtschaftsministerin: «Leuthard kann ihr Versprechen nicht einhalten. Für eine solche Rettungsaktion fehlt nicht zuletzt die rechtliche Grundlage.»

Es ist bereits das zweite Mal, dass sich Leuthard im Zusammenhang mit der Finanzkrise um Kopf und Kragen redet.

Den ersten Patzer leistete sie sich am 17. September. Zwei Tage nach dem Konkurs der US-Investmentbank Lehman Brothers sagte sie in einem BLICK-Interview: «Wir sehen null Indizien für eine Rezession.» Damit sorgte Leuthard bei Economiesuisse für Verwunderung: Dort rechnete man damals für 2009 bereits mit rezessiven Quartalen. Seither sieht alles noch düsterer aus.

SonntagsBlick weiss: Am Donnerstag, kurz vor Leuthards Abflug an die IWF-Tagung in Washington, rief Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer (60) die Wirtschaftsministerin persönlich an – um ihr zu sagen, er werde am Freitag in der «Arena» vor einer Rezession warnen. Was er dann auch tat.

Zur Kritik an Leuthard will sich das Volkswirtschaftsdepartement nicht äussern: «Kein Kommentar.»

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Schafft sich die Armee selbst ab?

Es kann nachgewiesen werden, dass im Laufe der letzten Jahre bei der Armee laufend gekürzt wurde und viele Armeeführer befürchteten, dass unsere Armee künftig nicht mehr richtig einsatzfähig sein wird. Dies freut die Armeegegner:

Quelle 20 Min-onlline:

«Armeegegner Nr. 1»

Juso verhöhnt Bundesrat Schmid

Provokation gegenüber Verteidigungsminister Schmid: Die Jungsozialisten zeigen ihn auf einem T-Shirt als Che Guevara. Da er der grösste Armeegegner sei, müsse er im Amt bleiben.

MCCAINS AUSRUTSCHER HILFT OBAMA

Quelle Tagi-online:

«That One» wird zum Kassenschlager

John McCains «Der da!»–Ausrutscher beim zweiten TV-Duell nutzt das Lager von Barack Obama für die eigene Wahl-Kampagne. T-Shirts mit dem verächtlichen Spruch sind bereits ausverkauft.

Einige T-Shirt-Motive sind bereits ausverkauft.

Einige T-Shirt-Motive sind bereits ausverkauft.

McCains Spruch gibt es jetzt auch auf T-Shirts.

McCains Spruch gibt es jetzt auch auf T-Shirts.

Mit «That one» meinte McCain seinen Kontrahenten.

Mit «That one» meinte McCain seinen Kontrahenten.

Originalwortlaut

«By the way, my friends, I know you grow a little weary of this back and forth: there was an energy bill on the floor of the Senate, loaded down with goodies, billions for the oil companies, and it was sponsored by Bush and Cheney. You know who voted for it? You might never know. That one. You know who voted against it? Me.»

McCain referierte gerade über alternative Energien, als er sich zu einer groben Unhöflichkeit hinreissen liess: «Übrigens, meine Freunde, es gab da eine Energie-Gesetzesvorlage im Parlament mit Milliardensummen für die Ölkonzerne, und gesponsert haben das Bush und Cheney.

Und wissen Sie, wer dafür gestimmt hat? Sie werden nicht darauf kommen. Der da!» Mit dem Zeigefinger wies er – fast verächtlich – auf Obama, ohne diesen jedoch anzuschauen.

63,2 Millionen Fernsehzuschauer haben in den USA die viel diskutierte Szene zwischen den Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama gesehen. «Der da» klingt in den USA so, als sage Angela Merkel im Duell mit Frank-Walter Steinmeier: «Der Typ da.» So übersetzt «Welt Online» den Ausrutscher in hiesige Kulturverhältnisse. Dabei sind in der amerikanischen Politik strenge Höflichkeitsregeln üblich. Beleidigende Zwischenrufe in einer Debatte sind absolut tabu.

Das Obama-Lager hat schnell auf die Entgleisung McCains reagiert und bieten bereits T-Shirts mit verschiedenen Motiven des jetzt schon legendären Spruchs an. Eine Auswahl: «That one for president», «I'm voting for that one» oder «This one is voting for that one». Auf thatone08.com sind 30 Stunden nach dem TV-Duell die ersten frisch bedruckten T-Shirts schon wieder ausverkauft.

Das dritte und letzte TV-Duell zwischen Obama und McCain ist für den 15. Oktober angesetzt.

Kommentar: Von diesem Ausrutscher wird Obama bestimmt profitieren