Was mich gestört hat: __________________________________________________________________________ 1. August Reden, die mit einem parteipolitischen Schlagabtausch gekoppelt werden. __________________________________________________________________________ Am 1. August dürfen gewiss politische Fragen erörtert und kritische Fragen gestellt werden. Der 1. August ist jedoch ein Tag der Standortbestimmung oder der Reflektion unseres Landes. Politische Fragen sind am Nationalfeiertag kein tabu. Wenn jedoch Roger Köppel an der 1. Augustrede - in Schaffhausen - die Sozialdemokratische Partei frontal angreift oder Micheline Calmy-Rey - auf dem Rütli - die SVP zwei mal hart attakiert und sogar ihre prifilegierte Plattform auf dem Rütli für ein Statement gegen deren Initiative missbraucht, dann geht dies zu weit. __________________________________________________________________ Die Reden verkommen zu einem parteipolitisches Gezänke, anstatt Antworten auf politische Fragen zu geben. Diese Angriffe sind in einer 1. Augustrede fehl am Platz, zumal die beiden angegriffenen Parteien Bundesratsparteien sind. _________________________________________________________________ Kommentar: Wenn sich ein Redner oder eine Rednerin in der momentanen Stimmung unbedachterweise zu einem derartigen unrühmlichen parteipolitischen Schlagabtausch hinreissen lässt, so wird sich später erweisen, dass dieser Giftpfeil zu einem Bumerang mutiert. Ich bin überzeugt, dass diese Fauxpas im Wahljahr für die Redner noch negative Folgen haben werden.
Mittwoch, 1. August 2007
Sonntag, 29. Juli 2007
Pascale Bruderer: Einsichtig geworden oder ist alles nur Wahltaktik?
Seit Jahren machte sich die SP Schweiz für eine Legalisierung der weichen Drogen stark und lehnte stets repressive Massnahmen ab. So auch bei Gewalt in den Schulen, bei der Ausschaffung krimineller Ausländer. Die SP setzte auf die Einsicht und verlangte kostenträchtige Massnahmen bei der Prävention, Therapie, Mediatoren , der Integration oder forderte zusätzliche Sozialarbeiter. Im Wahljahr stellen wir heute mit Erstaunen fest, dass nach der happigen Wahlschlappe in Zürich plötzlich doch noch auf die Stimme des Volkes gehört wird und in verschiedensten Bereichen härteres Durchgreifen gefordert wird.
Nachdem bei der "Tour de Farce" in Frankreich ein Dopingfall nach dem anderen entdeckt worden ist, ist nun die SP auch bei dieser aktuellen Thematik sofort aufgesprungen. Es ist Pascale Bruderer, die zu unserem Erstaunen eine Verschärfung der Doping Strafnorm verlangt. Erstaunlich, dass es ausgerechnte die SP ist, die in diesem Fall noch einen Schritt weiter gehen will als das Bundesamt für Sport. Pascale Bruderer plötzlich als Vorreiterin zur Aufdeckung von Missständen beim Sport? Wie kommt es zu diesem Umdenken? Bruderer will die Strafnorm auf Dopingmittel wie Anabolika, Epo, Wachstumshormone oder Gendoping durchsetzen. Die SP fordert somit: Härte statt Nachsicht. Das ist neu! Nur beim Konsum von Cannabis hätte dies für die SP Politikerin keine Folgen. Hier bleibt sich Bruderer immerhin ihrer alten Philosophie treu. Was uns vor allem erstaunt: Die neuen Forderungen nach vermehrten Kontrollen. Ob der Ruf nach härterem Durchgreifen und Repressionen von Pascale Bruderer später auch noch bei der Jugendgewalt und bei den kriminellen Ausländern gefordert wird? Es würde uns nicht erstaunen.
Kommentar: Jeder Mensch darf einsichtig werden und einsehen, dass die frühere Politik des Gewährenlassens in eine Sackgasse geführt hat und von der Bevölkerung nicht verstanden wurde. Ob der Gesinnungswandel (härteres Durchgreifen) so kurz vor den Wahlen als ehrliche Einsicht gewertet wird oder vielmehr als geschickte Wahltaktik gesehen wird? Das werden später die Wahlresultate zeigen.
Hans- Jörg Fehr vertrat jedenfalls noch vor wenigen Wochen die Meinung, die SP werde ihren Inhalten treu bleiben.
Nachtrag :Im Sonntagsblick unter "classe politique"gelesen: Pascale Bruderer habe dem "Magazin" verraten, was sie "nicht mag": "Meine Stimme am Radio."
Dagegen gebe es aber doch ein höchst wirksames Mittel, meint der Kommentator: Den Mund zu halten, wenn das Radio kommt. Der SP Jungstar, der bei allen Problemen mitreden will, wird diesen Rat wohl kaum beherzigen. Nachtrag 27. August:
Pascale Bruderer bewies erneut politisches Geschick Im Gegensatz zur früheren Paradefreisinnigen, Maya Lallive d'Epinay - die es versäumt hatte, die Bevölkerung des eigenen Kantons zu berücksichtigen - sprang Pascale Bruderer über ihren eigenen Schatten und zeigte sich in der Oeffentlichkeit am Schwingerfest in Aarau, bei einer typischen Männerveranstaltung (Micheline Calmy-Rey brach mit der Tradition und lehnte als Rednerin der "Frauen- Rütlifeier" ihre Präsenz am Schwingerfest ab). Böse Zungen könnten nun behaupten, Pascale Bruderer sei ein Windfähnchen und buhle mit ihrem Auftritt lediglich um Stimmen im eigenen Kanton. Wir sehen es nicht so: Sie bewies mit ihrer Präsenz politische Klugheit. Sie gewinnt dadurch als Sportpolitikerin über die Fraktionsgrenzen hinweg an Ansehen. Nachtrag 25. November 07 Pascale Bruderer: Schon wieder politisch klug gehandelt Das Amt der Parteipräsidentin hat Pascale Bruderer abgelehnt. Sie weiss genau, dass sie dieser Job voll und ganz beansprucht hätte. Sie kennt die zeitraubende Arbeit einer Parteipräsidentin. Bestimmt ist zudem die junge Politikerin so klug, sich auszurechnen, dass es ein gewagtes Unterfangen wäre, eine Partei aus dem derzeitigen Tief heraus zu manöverieren. Das Risiko, sich für die Sache aufzureiben, um nachher höchstens noch den Undank ernten zu müssen, ist bei der SP derzeit gross. Ich finde, Pascale Bruderer sah bestimmt andere Wege, die politische Leiter zu erklimmen. Wege, die weniger riskant sind. Jemand, der so anpassungsfähig und flexibel ist, wie Pascale Bruderer, dem wird - auch ohne Parteipräsidium - früher oder später eine weniger riskanter Weg nach oben angeboten werden.
Nachtrag 3. Dez: Die Zurückhaltung hat sich gelohnt
Pascale Bruderer wurde nun 2. Vizepräsidentin des Nationalrates. Die 30-jährige Aargauer Sozialdemokratin erhielt am Montag 127 von 189 gültigen Stimmen. Die grüne Kampfkandidatin Maya Graf (BL) kam nur auf 49 Stimmen.
Kommentar: Pascale Bruderer zeichnet sich einmal mehr als clevere Taktikerin aus. Der Wahl zur Vicepräsidentin bestätigt dies.
Notiert von
marcus knill
um
13:24
Samstag, 28. Juli 2007
Die Früchte des Gewährenlassens ______________________________________________________________ Wer Unrecht duldet, muss sich nicht wundern, wenn das Unrecht zum Gewohnheitsrecht wird! _____________________________________________________________ In Genf flogen die Molotow-Cocktails! Gegen tausend Personen haben in Genf erneut gegen die Räumung besetzter Häuser demonstriert. Dabei kam es mehrfach zu Zusammenstössen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Die Beamten setzten Tränengas ein. _____________________________________________________________ Quelle SDA: _____________________________________________________________ Anlass für die Demonstration, die am frühen Samstagnachmittag begann, war die Räumung der Liegenschaften «Rhino» und «La Tour». Zu der bewilligten Kundgebung aufgerufen hatten das «Rhino»-Kollektiv und die Bewegung Intersquat. Ihre Unterstützung zugesagt hatte auch die Linke und kulturelle Bewegungen. ____________________________________________________________________ Einige Kundgebungsteilnehmer gingen mehrfach auf Konfrontationskurs mit der Polizei. Bei den Zusammenstössen zwischen den Demonstranten und der Polizei wurden Pflastersteine und sogar Molotow-Cocktails geworfen. Ein Auto geriet dabei in Flammen. Die Polizei, die auch im Innern des Hauses präsent war, griff hernach hart durch. Die Demonstranten wurden mit Tränengas auseinander getrieben. Das brennende Auto wurde mit einer Wasserkanone gelöscht. ____________________________________________________________ Kurz nach 18 Uhr setzte die Polizei erneut Tränengas ein, um zu verhindern, dass sich die Demonstranten dem «Rhino» und dem «La Tour» näherten. Zuvor hatten einige Kundgebungsteilnehmer die Fenster der FDP-Zentrale eingeschmissen. Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli, der die Räumungen angeordnet hatte, gehört dem Freisinn an. Auf dem Weg zum «Rhino» und zum «La Tour» wurden auch kleinere Barrikaden errichtet. Andere Kundgebungsteilnehmer versprayten Fassaden und zerkratzten Autokarrosserien. Die Demonstration endete schliesslich mit einem Sit-In vor dem «Rhino». __________________________________________________________________ Politprominenz zieht mit ___________________________________________________________ An der Demonstration beteiligte sich auch linke Politprominenz, darunter die Nationalräte Ueli Leuenberger (Grüne), Maria Roth- Bernasconi (SP) und Pierre Vanek vom Linksbündnis «A gauche toute!». Sie verlangten wie die übrigen Teilnehmer, dass ohne richterliche Anordnung keine weiteren Häuser geräumt werden dürften. Die hinausgeworfenen Besetzerinnen und Besetzer sollten zudem in ihre Wohnungen zurückkehren können. Weiter fordern die Demonstrierenden, dass für kulturelle und alternative Vereinigungen weiterhin Räume zur Verfügung stehen. __________________________________________________________________ Was uns erstaunt: Die Genfer Regierung hat nicht vor, die verbleibenden 24 Hausbesetzungen der Stadt räumen zu lassen, wie Staatsrat Mark Muller am Mittwoch gegenüber der «Tribune de Genève» sagte. _____________________________________________________________ Kommentar: Hausbesetzungen sind und bleiben illegal. Denn es eignet sich jemand unrechtmässig fremdes Eigentum an. Wenn die Regierung solche illegalen Besetzungen jahrelang zulässt und besetzte Liegenschaften nicht sofort räumt , muss sie sich nicht wundern, wenn sie später den alten Zustand kaum mehr wiederherstellen kann. Eltern und Lehrpersonen wissen es aus dem eigenen Erziehungsalltag: Wird das Ueberschreiten der Grenzen all zu lange geduldet d.h. lässt man das Unrecht gewähren, ist es später kaum noch möglich, das Rad wieder zurückzudrehen. Im Grunde genommen hatte die Genfer Regierung die gleiche Erfahrung gemacht, wie alle Erziehungspersonen. Wird ein Unrecht zum Gewohnheitsrecht, so kann man das Gewohnheitsrecht sehr schlecht nachträglich wieder ändern. Ich bin der Meinung, die Genfer Regierung trägt in diesem Fall eine wesentliche Mitschuld. Sie muss heute vor allem das ausbaden, was sie sich eingebrockt hatte. Mit den zahlreichen weiteren Besetzungen würde sie gewiss eine analoge unerfreuliche Geschichte erleben. Es sei denn, die Regierung foutiere sich um das Eigentumsrecht und halte sich weiterhin an das fragwürdige Rezept, das ihr jahrelang keinen Aerger eingebracht hat: Es ist das billige Rezept des "Gewährenlassens".
Notiert von
marcus knill
um
22:49
Mittwoch, 25. Juli 2007
Entführte Deutsche in Afghanistan: Zu viele offene Fragen ____________________________________________________________ 25. Juli 07 Ein entführter deutscher Ingenieur ist bereits tot. Ob er an den Folgen einer Schussverletzung gestorben ist, weiss niemand. Die Todesursache ist noch nicht geklärt. Informationen bleiben im Dunkeln. Die Thaliban wollen, dass die deutschen Afghanistan verlassen. Mit den Entführungen und dem ersten Toten ist es ihnen gelungen Deutschland zu verunsichern. Das Verwirrspiel ist perfekt. Wie es der zweiten Geisel gesundheitlich ergeht, ist derzeit unklar. Der Kampf um die Befreiung dieses Mannes ist im vollen Gang. Niemand weiss Bescheid über den Gesundheitszustand dieses Mannes. ____________________________________________________________ Aussenminister Steinmeier hatte zuerst verlauten lassen, es deute nichts darauf hin, dass die tote Geisel ermordet worden ist. Es deute alles darauf hin, dass der Deutsche den Strapazen erlegen sei. Nun bringen jedoch die Schusswunden den Aussenminister in Verlegenheit. Er informierte, ohne dass er über genügend Informationen verfügt hatte. __________________________________________________________________ Kommentar: Solche Informationspannen führen immer zu einer Einbusse der Glaubwürdigkeit. Die deutsche Regierung möchte sich auf keinen Fall den Rückzug der deutschen Truppen aufzwingen lassen. Ihr liegt vielmehr daran, dass das Mandat noch verlängert werden kann. Die tote Geisel vergiftet heute die Stimmung für den Truppeneinsatz in fremden Landen. Und an kritischen Stimmen fehlt es nicht. Deshalb bleibt der Regierung nichts anderes übrig, als mit den Taliban zu feilschen. Ein weiterer Toter kann man sich nicht leisten. Der Nervenkrieg geht somit weiter. Es gibt in den Medien Spekulationen über den Einsatz deutscher Tornados - zur Ortung der Geiseln. Ferner wird vermutet, dass die Regierung alles tue und heimlich jede Summe zahle, nur damit es nicht noch mehr Tote gibt. Wer sich jedoch mit Entführungen beschäftigt, der weiss , dass Zahlungen die Erpresser ermunter , erneut zu erpressen. Die Bundesregierung würde mit ihren vertraulichen Lösegeldern im Grunde genommen nicht nur die Erpresser unterstützen. Die nächsten Entführungen wären bereits vorprogrammiert.
Notiert von
marcus knill
um
23:05
Dienstag, 24. Juli 2007
Cannabis erhöht Risiko für Schizophrenie ____________________________________________________________ Quelle: Heute online
ZÜRICH. Cannabis-Konsum erhöht das Risiko für Schizophrenien und andere Psychosen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.
«Aus präventiver Sicht erscheint Cannabis weniger harmlos als gemeinhin angenommen», werden die Forscher in einer Mitteilung der Universität Zürich zitiert. Die Rolle von Cannabis als Risikofaktor für psychische Krankheiten müsste neu eingeschätzt werden. _____________________________________________________________ Menschen, die aufgrund einer familiären Belastung anfällig für psychische Krankheiten sind, sollten auf Cannabis verzichten, empfehlen die Forscher. Ihre Studie ist in der online-Ausgabe der Fachzeitschrift «Schizophrenia Research» publiziert. Statistisch untersucht wurden Ersteintritte in die psychiatrischen Einrichtungen des Kantons Zürich. Berücksichtigt wurden Daten, die bis in die 1970er Jahre zurückreichen. Das Forschungsteam stellte bei jungen Männern eine auffällige Zunahme der Erkrankungsrate im Verlaufe der 1990er Jahre fest. Bei den 15- bis 19-Jährigen verdreifachte sie sich, bei den 20- bis 24- Jährigen verdoppelte sie sich innert kürzester Zeit. In diesem Jahrzehnt stieg auch der Konsum weicher Drogen stark an. Junge Männer konsumieren zudem am häufigsten und die grössten Mengen Cannabis. Auch weisen sie am häufigsten einen Mischkonsum auf. _________________________________________________________________
Soweit die SDA Mitteilung. __________________________________________________________________
Kommentar: Als Präsident der Volkshochschule Schaffhausen hatte ich in den achziger Jahren eine Veranstaltung über die Wirkungen von Cannabis durchgeführt. Ein Arzt machte schon damals darauf aufmerksam, dass die Gefahr des Konsums weicher Drogen nicht bagatellisiert werden dürfe. Die Droge beeinflusse die Psyche. Sie beeinflussten zudem die Jugendlichen negativ - hinsichtlich Arbeitswille und Arbeitshaltung. Damals wurde jede Kritik als "unbewiesen" abgetan. Es gab Strömungen und engagierte Gruppen, die sich für die Legalisierung der weichen Drogen stark machten. Für sie gab es keine Gründe, Jugendlichen den Genuss von Cannabis zu verbieten. Auf politischem Weg wollten sie den Cannabiskonsum sogar legalisieren. Die Fronten verhärteten sich. Auch in den Medien kam es gleichsam zu einem Glaubenskrieg. Wer dem Cannabiskonsum gegenüber kritisch eingestellt war, wurde als Ewiggestriger abgestempelt und "fertig gemacht". Es wurde behauptet, Cannabis könne unbedenklich genossen werden. Er sei weniger gefährlich als Alkohol. Es sah so aus, dass das Parlament - letzlich auch das Volk - Cannabis legalisieren würde. Bis dann die ersten medizinischen Resultate die schädlichen konkret Wirkungen nachweisen konnten. Es kam zu einem Umdenken. Nachdem nun diese zusätzlichen erhärteten Erkenntnisse vorliegen, zweifle ich an einer raschen Legalisierung weicher Drogen.
Notiert von
marcus knill
um
09:09
Samstag, 21. Juli 2007
Pascale Bruderer - die nebulöse Sittenwächterin
Quelle: NZZ am Sonntag vom 8. Juli
Die neuen vagen Grundsätze der Lauterkeitskommission klingen wie Ausläufer spätfeministischer Kritik. Sie erinnern an die unbegreiflichen Bestimmungen in gewissen Universitäten in den Vereinigten Staaten. Dort konnte eine Studentin bestimmen, was sexistisch ist. Ich kenne Professoren, die wagten es nicht mehr, Frauen länger anzuschauen. Denn jede Studentin konnte den Professor einklagen und ohne Zeugen behaupten, sie sei sexistisch angeschaut worden. Es bedurfte keinerlei Abklärungen. Der Professor wurde verwarnt. Ausschlaggebend ist stets nur das Empfinden der Frau. Dass eine derartige Regelung zu Auswüchsen führen musste, ist verständlich. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass die Lauterkeitskommission heute mehr Klagen behandeln muss als früher. Bruderer möchte sogar, dass die "Sünder" künftig an den Pranger gestellt werden.
Kommentar:
Ich befürworte bei der Werbung ebenfalls ethische Richtlinien. Doch bedarf es konkreter Kriterien. Nebulöse Richtlinien tragen nichts zu einer Klärung bei.
Was mich bei den Bestimmungen der Schweiz. Lauterkeitskommission stört - die Pascale Bruderer präsidiert - fasse ich zusammen:
Notiert von
marcus knill
um
23:32
Freitag, 20. Juli 2007
ZUM RAD- SPRITZENSPORT ==================================================== TV-Krieg um die Tour de France oder: Von der "Tour de France" zur "Tour de Farce" ________________________________________________________________________ Quelle BILD online Am Mittwoch hatten ARD und ZDF ihren Ausstieg verkündet. Auslöser: der Doping-Fall Sinkewitz (T-Mobile). Mit dieser Entscheidung gehen verlieren die Organisatoren Millionen Gebühren- Gelder von den Öffentlich-Rechtlichen . Etwa 10 Millionen Euro zahlten ARD und ZDF für die Übertragungsrechte. __________________________________________________________________________ Mit einem Seitenhieb nutzte nun Sat.1-Chef Matthias Alberti den Tour-Einstieg mit einem Seitenhieb auf die Konkurrenz mit der Begründung: „Alle, die dem Radsport verbunden sind, haben eine gute Berichterstattung verdient.“ Sat.1 unterstützt damit gleichsam den dopingverseuchten Radsport. __________________________________________________________________________ ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz bringt es auf den Punkt: „Es stellt sich für mich die Frage, ob es eine öffentlich-rechtliche Sicht gibt und eine private. Unsere Entscheidung jedenfalls ist nach Abwägung aller Kriterien gefallen.“ _________________________________________________________________________ TV-Krieg geht weiter _________________________________________________________________________ Auch die Politik schaltet sich ein. SPD-Sportpolitikerin Dagmar Freitag: „Wenn jetzt ein Sender nahtlos in die Lücke springt, dann ist das ein Zeichen, dass er Doping toleriert.“ Dagegen Detlef Parr (FDP): „Ich halte nichts von einem Total-Boykott. Damit schaden wir denjenigen, die für einen Neuanfang stehen.“ ___________________________________________________________________________ TV-Krieg: Unterstützen auch die Fans die Doping Tour? ___________________________________________________________________________ Die Fans toben. 66 Prozent sprachen sich bei einer ARD-Umfrage gegen den Ausstieg aus. BILD erreichten viele Leserbriefe, in denen die Zuschauer ihrer Wut freien Lauf liessen. ___________________________________________________________________________ TV-Krieg: Fahrersprecher wettert ________________________________________________________________________ Fahrersprecher Jens Voigt (Team CSC) wetterte gegen die TV-Bosse Brender (ZDF) und Struve (ARD): „Das ist ja wie früher in der DDR, wenn zwei Leute gegen den Willen des Volkes entscheiden. Zwei Drittel der Zuschauer sind doch gegen diese Entscheidung.“ ___________________________________________________________________ TV Krieg: Der Radsport kann nicht mit der Olympiade verglichen werden ___________________________________________________________________ ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender: „Aus unserer Reaktion bei der Tour de France ergibt sich kein Automatismus. Bei Olympia geht es um viele Sportarten, bei der Tour nur um eine. Nicht alle Sportarten sind für Doping so anfällig wie der Radsport. Wir würden wegen eines Einzelfalls nicht die Übertragung der Olympischen Spiele einstellen.“ Und ARD-Programmdirektor Günter Struve meint: „Beim Radfahren wurde mit einer Systematik gedopt, die es bei den Olympischen Spielen mit den verschiedenen Sportarten nicht gibt. Wir prüfen jeden Einzelfall gesondert, aber im Moment gehen wir davon aus, dass die Olympischen Spiele durchweg sauber laufen werden. Schwarze Schafe gibt es überall, aber die schwarzen Schafe werden nicht überwiegen.“ ________________________________________________________________________ Kommmentar: Seit Jahren wurde der Radspitzensport zum Spritzensport. Fahrer konnten die Kontrolleure an der Nase herum führen. Sportärzte blieben ebenfalls im Dopingsumpf hängen. Ueber Jahre: Lügen und nochmals Lügen. Strafen nützten nicht viel. Die Fahrer fanden immer wieder neue Schlupflöcher. Die konsequente TV Sperre scheint nun plötzlich zu schmerzen. Weil auch in der Sportwelt Geld regiert. Der grosse Lärm nach dem TV STOP macht deutlich: Diese Massnahme scheint spürbar zu wirken. Sonst käme es nicht zu derart heftigen Reaktionen. Schlimm ist der Umstand, dass ein Grossteil der Bevölkerung auch Dopingsiegern zujubeln möchte. Sportkonsum scheint doch für viele wie Opium zu wirken. "Sport als Opium des Volkes"? Die Urteilsfähigkeit vieler Fans ist jedenfalls bereits beeinträchtigt. Sie merken gar nicht, was beim Radsport abläuft. ____________________________________________________________ So wie das Amen in der Kirche, folgt ein Tag darauf die Fortsetzungsgeschichte: QUELLE. BILD UND SPIEGEL ONLINE (20. Juli 07)
Dänen schließen Michael Rasmussen aus der Nationalmannschaft aus
Tour-Spitzenreiter unter Doping-Verdacht

Der Däne Michael Rasmussen im Gelben Trikot der Tour de France
DOPING- FALL SINKEWITZ
Sponsoren drohen mit Rückzug aus dem Radsport
Das Doping-Debakel bei der Tour de France hat wirtschaftliche Konsequenzen: Nach Adidas erwägen auch andere Sponsoren, aus dem Radsport auszusteigen. Audi, Gerolsteiner, Skoda, Milram - sie alle wollen einen Werbe-Stopp nicht ausschließen. Den Teams würden Millionen entgehen ___________________________________________________________________ Und- und - und - wie lange noch? Quelle 20 Min online ___________________________________________________________Rominger: «...dann ist es eh vorbei»
Der ehemalige Giro-Star und heutige Rad-Manager Tony Rominger steht stark unter Druck: Seine Schützlinge Matthias Kessler und Patrik Sinkewitz sind als Dopingsünder entlarvt worden.
________________________________________________________________ Spiegel online 22. Juli 07: ________________________________________________________________DOPING- VERDACHT
Spitzenreiter (Spritzenreiter?) Rasmussen droht Tour- Aus
Im Gelben Trikot fährt er immer noch - aber wie lange? Nach neuen Informationen hat Michael Rasmussen binnen 18 Monaten so viele Verwarnungen kassiert, dass der Radsport-Weltverband UCI ihn längst vor der Tour hätte sperren können. Jetzt könnte es eng werden. __________________________________________________________________ Kommentar: Niemand kann verstehen, weshalb sich die Kontrollorgane so lange an der Nase herumführen lassen. Rasmussen könnte längst nach Reglement bestraft werden,weil er das alte Possenspiel betrieben hat und einfach nicht erreichbar war, wenn kontrolliert wurde. Wenn Bestimmungen nicht durchgesetzt werden, muss man sich nicht wundern, wenn diese large Haltung auch von anderen Fahrern genutzt wird. Unbegreiflich ist für uns, dass es jetzt erst eng wird für einen "Spritzenfahrer", den man schon längst hätte aus dem Gefecht nehmen können (Er hatte genügend Verwarnungen). Doch fährt er immer noch mit, als sei nichts geschehen. Es scheint, dass die entsprechenden Instanzen einfach beide Augen zu drücken (wollen oder müssen?). _____________________________________________________________«Der totale Bankrott für die Tour de France»
Nach dem Dopingfall von Alexander Winokourow an der Tour de France sind Fans, Fahrer und Offizielle im Schockzustand. Tour-Direktor Christian Prudhomme spricht gar vom «totalen Bankrott». Ist dies das Ende der Tour de France?
24.7.2007
Radsport am Abgrund
Von Tages-Anzeiger Online um 18:52 ___________________________________________________________________| Mittwoch, 25. Juli 2007 |
«Stoppt die Tour»
Nach dem Ausschluss des bisherigen Spitzenreiters Michael Rasmussen von der Tour de France ist der Ruf nach einem Abbruch laut geworden. «Stoppt die Tour», schrieb die Zeitung «Libération». Die Prozession der Radfahrer sei zu einer lächerlichen Karawane verkommen.Die Zeitung «France Soir» war auf ihrer ersten Seite wie eine Todesanzeige gestaltet. Unter den Namen der einstigen Heroen des französischen Radsports stand, mit Trauer müsse das Ableben der Tour de France mitgeteilt werden. «Nach langer Krankheit gestorben am 25. Juli 2007 im Alter von 104 Jahren.» ___________________________________________________________
Kommentar: Sie wird und darf nicht sterben? Höchstens, wenn sich Publikum, Medien und Trägerschaft sich einig wären und einsehen würden, dass mit Doping kein fairer Sport möglich ist, könnte die verseuchte Veranstaltung neu aufgebaut werden. ___________________________________________________________ Quelle 20 Min
"Tour de Farce"
__________________________________________________________
Steigen andere Medien auch noch aus? __________________________________________________________
Einmal mehr ist die Tour de France zur «Tour de Farce» verkommen. Längst sorgen nicht die vermeintlich heroischen Leistungen für Aufsehen, sondern der (Doping) Fall der vermeintlichen Heroen. «Spritzen-Tour» statt Spitzenleistungen - alles wie gehabt. Nur eines ist in diesem Jahr anders: Die Medien mischen sich erstmals in die Tour ein. ARD und ZDF haben sich von der Live-Übertragung bereits vor ein paar Tagen (vorläufig) zurückgezogen. Nach diesem Knall folgte in der Schweiz auch die Walliser Tageszeitung «Nouvelliste», die auf die Berichterstattung verzichtet. Und gestern beschloss nun auch der «Tages Anzeiger», den sportlichen Aspekt der Tour de France auszuklammern. Vorläufig bleibts beim Status Quo Diskutiert wird das Thema «Ausstieg aus der Live-Übertragung» auch beim Schweizer Fernsehen. «Seit praktisch täglich ein Dopingfall publik wird, diskutieren wir die Situation auch täglich». _________________________________________________________________
Kommentar: So lange die Zuschauer dem Possenspiel zuschauen, wird das Schweizer Fernsehen kein Zeichen setzen _________________________________________________________
Wie könnte es zu einer "Tour de Hoffnung" kommen? __________________________________________________________
Von der Tour de Schande zur Tour de Hoffnung? _____________________________________________ Hoffnung zu einer Erneuerung des Radsportes gibt es, falls ____________________________________________________________ - die Kontrollen künftig flächendeckend und professionell durchgeführt würden _____________________________________________________________
- und die Vergehen Konsequenzen hätten
____________________________________________________________ Schöne Worte und Pseudomassnahmen nützen nichts, wenn nicht
____________________________________________________________ - der Radweltverband UCI die Verantwortung voll und ganz übernimmt ____________________________________________________________
- alle, die mit Doping in Verbindung stehen (Aerzte, Rennleiter, Fahrer) nicht mehr zugelassen werden ____________________________________________________________
- die Kontrollen mit unabhängigen und fähigen Instanzen zusammenarbeiten ____________________________________________________________
- konsequent und rasch gehandelt wird, falls ein Sportler die Spielregel nicht einhält (Ramussen hätte wegen der verpassten Trainingskontrollen nicht zur Tour antreten dürfen. Er log, dass die Balken krachten ) _____________________________________________________________
- die Sponsoren ihre Gelder entziehen, falls es zu Dopingfällen kommt ______________________________________________________________
- die Fahrer die Hälfe der Einkünfte auf ein Sperrkonto einzahlen, das im Falle eines Vergehens beschlagnahmt werden könnte ____________________________________________________________
- die Zuschauer auch ein Zeichen setzen und bei Radsportveranstaltungen fernbleiben, die mit Dopingfällen verseucht sind ____________________________________________________________
- die elektronischen Medien pro Dopingfall 32% weniger Uebertragungsrechte zahlen müssten ____________________________________________________________ Es heisst immer wieder, die ganze Problematik könnte gelöst werden, wenn wir das Doping generell zulassen würden. Das stimmt. Doch gilt es zu bedenken: Wer dann kein Doping konsumiert, ist der Geprellte. Er hätte keine Chance, zu gewinnen und damit kommt er nie ans grosse Geld. Wir würden damit auch zulassen, dass sich die Sportler gesundheitlich schädigen. ____________________________________________________________ Wollen wir fairen Sport, dann können wir diesen Weg nicht beschreiten!
Notiert von
marcus knill
um
02:45
